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| Gravitationsmodell: Das Gravitationsmodell in den Wirtschaftswissenschaften sagt voraus, dass der Handel zwischen zwei Ländern direkt proportional zu ihrer wirtschaftlichen Größe (z. B. dem BIP) und umgekehrt proportional zur Entfernung zwischen ihnen ist. Im Wesentlichen treiben größere Volkswirtschaften mehr Handel, und der Handel nimmt ab, wenn die Entfernung (und die damit verbundenen Handelskosten) zunimmt. Dies ist ein empirisch sehr erfolgreiches Modell in der internationalen Wirtschaft. Siehe auch Internationaler Handel, Bruttoinlandsprodukt, Handel, Kosten._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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Robert C. Feenstra über Gravitationsmodell (Wirtschaft) – Lexikon der Argumente
Feenstra I 5-11 Gravitationsmodell/Feenstra: In ihrer einfachsten Form besagt die Gravitationsgleichung, dass der bilaterale Handel zwischen zwei Ländern direkt proportional zum Produkt der BIPs der Länder ist. Daher werden größere Länder tendenziell mehr Handel miteinander treiben, und Länder, die sich in ihrer relativen Größe ähneln, werden auch mehr Handel treiben. Diese Gleichung funktioniert empirisch sehr gut, wie seit der ursprünglichen Arbeit von Tinbergen (1962)(1) bekannt ist. >Internationaler Handel, >Bruttoinlandsprodukt, >Monopolistischer Wettbewerb. Feenstra I 5-43 (...) die Gravitationsgleichung ergibt sich ganz natürlich, wenn Länder auf verschiedene Güter spezialisiert sind. Eine solche Spezialisierung wird manchmal als „nationale Produktdifferenzierung“ bezeichnet, und der grenzüberschreitende Handel mit verschiedenen Sorten eines Gutes wird als „intra-industrieller Handel“ bezeichnet. Dies geschieht im Rahmen des monopolistischen Wettbewerbsmodells, aber auch in anderen Zusammenhängen, z. B. im ricardianischen Modell von Dornbusch, Fischer und Samuelson (1977)(2) mit einem Kontinuum von Gütern oder in ihrem (1980)(3) Heckscher-Ohlin (HO)-Modell, in dem die Faktorpreise nicht ausgeglichen sind (...). >Heckscher-Ohlin. Davis (1995)(4) hat ricardianische und HO-Elemente kombiniert, um den innerindustriellen Handel in einem Modell zu generieren, in dem die Produktvarietäten identische Kapital/Arbeits-Verhältnisse haben, sich aber zwischen den Ländern durch einen Hicks-neutralen Produktivitätsterm unterscheiden.* Feenstra I 5-44 Die Tatsache, dass die Gravitationsgleichung empirisch gut funktioniert, kann jedoch nicht als Beweis für das monopolistische Wettbewerbsmodell gewertet werden: Sie deutet lediglich darauf hin, dass die Länder auf verschiedene Produkte spezialisiert sind, aus welchen Gründen auch immer.** * Eine elegante Erweiterung der ricardianischen Differenzen bieten Eaton und Kortum (2001)(5), die stochastische Unterschiede in den Technologien zwischen den Ländern berücksichtigen, wobei das Land mit den niedrigsten Kosten zum Exporteur jeder Produktsorte wird. Sie erhalten eine gravitationsähnliche Gleichung, die feste Ländereffekte enthalten sollte, die mit der Wahrscheinlichkeitsverteilung der Technologien in jedem Land zusammenhängen. ** Evenett und Keller (2002)(6) argumentieren sogar, dass selbst bei unvollständiger Spezialisierung eine modifizierte Version der Gravitationsgleichung im HO-Modell auftritt. Es scheint jedoch, dass dieses Ergebnis davon abhängt, dass nur zwei Länder vorhanden sind, da das HO-Modell ansonsten keinerlei Vorhersagen über bilaterale Handelsströme macht. Evenett und Keller testen die steigende Rendite und die HO-Version der Gravitationsgleichung und verwerfen beide zugunsten eines kombinierten Rahmens. 1. Tinbergen, Jan, 1962, Shaping the World Economy. New York: The Twentieth Century Fund. 2. Dornbusch, Rudiger, Stanley Fischer, and Paul A. Samuelson, 1977, Comparative Advantage, Trade, and Payments in a Ricardian Model with a Continuum of Goods,” American Economic Review, 67(5), December, pages 823-39. 3. Dornbusch, Rudiger, Stanley Fischer, and Paul A. Samuelson, 1980, “Heckscher-Ohlin Trade Theory with a Continuum of Goods,” Quarterly Journal of Economics, 95(2), September, 203-24. 4. Davis, Donald R., 1995, “Intra-Industry Trade: A Heckscher-Ohlin-Ricardo Approach,” November, 39(3/4), 201-226. 5. Eaton, Jonathan and Samuel Kortum, 2001, “Technology, Geography and Trade,” Boston University, manuscript. 6. Evenett, S.J. and Keller, W. (2002) On Theories Explaining the Success of the Gravity Equation. Journal of Political Economy, 110, 281-316. https://doi.org/10.1086/338746_____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
Feenstra I Robert C. Feenstra Advanced International Trade University of California, Davis and National Bureau of Economic Research 2002 |
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