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Hard Pegs: Hard Pegs sind die starrste Form fester Wechselkurssysteme. Dabei wird die Währung eines Landes unwiderruflich an eine andere wichtige Währung (wie den US-Dollar) oder einen Währungskorb zu einem vorher festgelegten, unveränderlichen Kurs gebunden. Dies bedeutet häufig, dass das Land seine unabhängige Geldpolitik aufgibt. Beispiele hierfür sind Currency Boards und Dollarisierung. Siehe auch Währung, Währungspolitik.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Congressional Research Service (CRS) über Hard Pegs (Wirtschaft) - Lexikon der Argumente

CRS I 4
Hard pegs/Marc Labonte/CRS: Die Alternative zu frei schwankenden Wechselkursen sind Wechselkursregime, die den Wert des Wechselkurses an den eines anderen Landes oder anderer Länder binden. Es gibt zwei große Arten fester Wechselkurse.
CRS I 5
„Hard pegs“, Currency Boards und Währungsunionen, werden als erstes betrachtet, weil sie das deutlichste Beispiel für feste Wechselkurse sind. Die zweite Kategorie sind feste Wechselkurse, bei denen die Bindung an die andere(n) Währung(en) weniger direkt ist, so dass sie als „soft pegs“ bezeichnet werden.
>Soft pegs
.
CRS I 5
Am anderen Ende des Spektrums der flexiblen Wechselkurse stehen Vereinbarungen, bei denen ein Land seine Wechselkurs- und Währungsfreiheit vollständig aufgibt, indem es sich an die Währung eines anderen Landes bindet, was der frühere stellvertretende IWF-Direktor Stanley Fischer als „hard pegs“ bezeichnet. Dies kann durch ein Currency Board oder eine Währungsunion geschehen.(1)
>Currency Board, >Währungsunion.
CRS I 6
Der primäre wirtschaftliche Vorteil einer festen Wechselkursanbindung besteht in der Intensivierung des Handels mit anderen Mitgliedern der Wechselkursvereinbarung. Die Volatilität frei schwankender Wechselkurse verursacht Kosten für die Export- und Importsektoren der Wirtschaft. Ein größerer Handel wird weithin als Wachstumsmotor angesehen, insbesondere in den Entwicklungsländern. In einer vollkommen wettbewerbsfähigen Weltwirtschaft ohne Transaktionskosten könnten die Kosten der Wechselkursvolatilität in der Tat sehr hoch sein. So mussten beispielsweise US-Exporteure und inländische Unternehmen, die mit Importeuren konkurrieren, im Jahr 2000 um ein Drittel höhere Preise zahlen als 1995, weil der (frei schwankende) Dollar gegenüber den wichtigsten Handelspartnern um ein Drittel aufgewertet wurde. Solange das inländische Preisniveau nicht um ein Drittel gesunken ist, wären die US-Produzenten nicht wettbewerbsfähig, wenn alles andere gleich bleibt. (Alles andere war nicht gleich - die Exporte stiegen in den 1990er Jahren trotz der Aufwertung des Dollars weiter an.) Unter einem System fester Wechselkurse wären die US-Exporteure nicht in diesen Preisnachteil geraten, wenn alle anderen Faktoren gleich wären. Zwischen kleinen Ländern soll eine feste Wechselkursanbindung auch effizientere und wettbewerbsfähigere Märkte durch niedrigere Eintrittsbarrieren und größere Größenvorteile fördern. Harte Wechselkursanbindungen fördern auch die internationalen Kapitalströme.(2)
Die Förderung internationaler Kapitalströme kann den Wohlstand eines Landes in mehrfacher Hinsicht steigern. Erstens können dadurch mehr Investitionen in Bereichen getätigt werden, in denen Ersparnisse relativ knapp und die Renditen hoch sind, und Investitionen sind der Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum. Dies ist sowohl für den Kreditnehmer als auch für den Investor von Vorteil; für den ersteren, weil mehr Investitionen und damit Wachstum möglich sind, als es sonst der Fall wäre, für den letzteren, weil er nun bei gegebenem Risiko höhere Renditen für seine Investitionen erzielen kann, als wenn er sich auf Investitionen im Inland beschränkt. Für Entwicklungsländer können diese Investitionsgewinne recht groß sein.
CRS I 7
Andererseits können sich internationale Kapitalströme schnell in einer Weise ändern, die für Entwicklungsländer destabilisierend sein kann (...)
>Entwicklungsländer, >Flexible Wechselkurse, >Feste Wechselkurse, >Währungspolitik, >Währung, >Abwertung.

1. Für weitere Informationen siehe CRS Report RL31093, A Currency Board as an Alternative to a Central Bank, von Marc Labonte und Gail E. Makinen.
2. Harte Wechselkursanbindungen fördern Auslandsinvestitionen aus etwas anderen Gründen als sie den Handel fördern. Beim Handel besteht bei einem schwankenden Wechselkurs die Gefahr, dass eine einmalige Aufwertung Ihre Exporteure wettbewerbsunfähig macht, bis sich die Inlandspreise anpassen. Da die Rendite von Auslandsinvestitionen in der Regel auf die ausländische Währung lautet, würde eine einmalige Abwertung des Wechselkurses die Rentabilität der zum Zeitpunkt der Abwertung gehaltenen Investition verringern. Sie hätte jedoch keine Auswirkungen auf die Rentabilität neuer Investitionen nach dem Ende der Abwertung.

Congressional Research Service of the Library of congress (CRS)
Marc Labonte
Fixed Exchange Rates and Floating Exchange Rates: What Have We Learned?
RL31204 (2007)
https://www.congress.gov/crs-product/RL31204

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Congressional Research Service (CRS)

CRS I
Congressional Research Service (CRS)
Marc Labonte
Fixed Exchange Rates and Floating Exchange Rates: What Have We Learned? Washington: Congressional Research Service of the Library of Congress 2007

CRS II
Congressional Research Service (CRS)
Paul Tierno
Marc Labonte,
Banking and Cryptocurrency: Policy Issues. CRS Congressional research Service Report R48430. Washington, DC. 2025

CRS III
Congressional Research Service (CRS)
Corrie E. Clark
Heather L. Greenley,
Bitcoin, Blockchain, and the Energy Sector. Washington, DC. 2019

CRS IV
Congressional Reserch Service (CRS)
Paul Tierno
Cryptocurrency: Selected Policy Issues Congressional Reserch Service CRS Report R47425 Washington, DC. 2023

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