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| Zollvergleich: In der Wirtschaftswissenschaft bezeichnet der Begriff „Zollvergleich“ die Analyse und Bewertung verschiedener Zollsätze und -strukturen in verschiedenen Ländern, Branchen oder historischen Zeiträumen. Diese Analyse hilft Ökonomen, die Auswirkungen von Handelspolitiken auf Faktoren wie Handelsströme, Verbraucherpreise und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie zu verstehen. Sie ist ein wichtiges Instrument zur Bewertung der Auswirkungen von Protektionismus im Vergleich zum Freihandel. Siehe auch Zölle, Zollpolitik, Zollgeschichte, Auswirkungen von Zöllen._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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Florence Jaumotte über Zollvergleiche – Lexikon der Argumente
Jaumotte I 15 Zollvergleiche/Eugster/Jaumotte/MacDonald/Piazza: Wir* gehen dieses Problem auf zwei Arten an. Im ersten Ansatz standardisieren wir alle Tarifmaßnahmen. Die Regressionskoeffizienten zeigen somit nicht mehr die Auswirkung einer Erhöhung des jeweiligen Tarifs um einen Prozentpunkt, sondern die Auswirkung einer Änderung um eine Standardabweichung. (…) Die Koeffizienten der vorgelagerten und nachgelagerten Zölle gehen etwas zurück, während diejenigen des inländischen Schutzes und des Umlenkzolls steigen. Bei der Wertschöpfung beispielsweise haben Änderungen der vorgelagerten oder nachgelagerten Zölle um eine Standardabweichung in etwa vergleichbare Auswirkungen wie eine gleich hohe Senkung der Zölle, die Handelspartner ihren Wettbewerbern auferlegen. Die Betrachtung der Auswirkungen einer Änderung um eine Standardabweichung trägt zwar zu einer besseren Vergleichbarkeit der Auswirkungen bei, lässt jedoch außer Acht, dass die verschiedenen Zölle eng miteinander verbunden sind. Eine Zollerhöhung durch ein Land kann sich auf eine oder mehrere Zollmaßnahmen für alle Länder in der Stichprobe auswirken, jedoch möglicherweise in sehr unterschiedlichem Maße. Beispielsweise wird sich ein diskriminierender Zoll wahrscheinlich stärker auf den inländischen Schutz des Heimatlandes oder den nachgelagerten Zoll des Ziellandes auswirken als auf den Handelsumlenkungszoll des nicht betroffenen Landes. Wir verwenden daher Simulationen, um zu veranschaulichen, wie sich eine bestimmte Zolländerung wahrscheinlich auf die jeweiligen Zölle und letztlich auf die wirtschaftlichen Aussichten der verschiedenen betroffenen Länder auswirken würde. Jaumotte I 16 Die Auswirkungen sind für China und die USA selbst am negativsten, was auf die erheblichen Änderungen der vor- und nachgelagerten Zölle und die damit verbundenen hohen Koeffizienten zurückzuführen ist. Der inländische Schutz nimmt ebenfalls zu, ist jedoch aufgrund eines Koeffizienten nahe Null in der Grafik kaum erkennbar. Andere Länder profitieren im Allgemeinen von einer erheblichen Handelsumlenkung, doch die nachgelagerten Zölle – und in geringerem Maße auch die vorgelagerten Zölle – gleichen diese Wertschöpfungsgewinne teilweise aus. Dies gilt insbesondere für Länder wie Korea, Japan und Kanada. Was das Ausmaß betrifft, so sind unsere geschätzten Auswirkungen deutlich größer als die aus theoretischen allgemeinen Gleichgewichtsmodellen. Beispielsweise würde nach unseren Koeffizienten eine gegenseitige und einheitliche Erhöhung der bilateralen Zölle um 25 Prozentpunkte zwischen den USA und China langfristig die chinesische Wertschöpfung um etwa 5½ % und die US-amerikanische Wertschöpfung um etwa 3 % verringern. Modellsimulationen, die im IWF (2019)(1) veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass die wahrscheinlichen Auswirkungen auf das BIP nur einen Bruchteil davon ausmachen könnten. Ein Teil dieses Unterschieds ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass allgemeine Gleichgewichtseffekte in unserem Rahmen durch die festen Länder-Jahres-Effekte absorbiert werden. Wechselkursschwankungen oder Veränderungen der Produktionsfaktorkosten schwächen wahrscheinlich die makroökonomischen Auswirkungen von Zöllen ab. Ein weiterer plausibler Grund für unsere größeren Auswirkungen ist die Tatsache, dass unsere Zollelastizitäten nur anhand einer Stichprobe von Fertigungssektoren geschätzt werden, die wahrscheinlich besonders empfindlich auf Zölle reagieren. >Zollgeschichte, >US-Importzölle, >Zollreaktionen, >Auswirkungen von Zöllen, >Zölle, >Internationaler Handel. * Johannes Eugster, Florence Jaumotte, Margaux MacDonald, and Roberto Piazza. (2022). The Effect of Tariffs in Global Value Chains. IMF Working paper 22/40. International Monetary Fund. 1. International Monetary Fund 2019, "The Drivers of Bilateral Trade And The Spillovers From Tariffs", World Economic Outlook, Chapter 4, April 2019_____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
Jaumotte I Florence Jaumotte Johannes Eugster Margaux MacDonald, The Effect of Tariffs in Global Value Chains. IMF Working paper 22/40. International Monetary Fund. Washington, D.C. 2022 |
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