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Nomos: Ausdruck der griechischen Antike für Bräuche und Konventionen sowie Gesetze, die nicht durch eine Volksversammlung beschlossen wurden. Siehe auch Naturrecht, Recht, Gesetze.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Antike Philosophie über Nomos - Lexikon der Argumente

Gaus I 304
Nomos/Antike Philosophie/Keyt/Miller: Nomos steht im Kontrast zur physis wie das Künstliche, das von Menschen gemachte zum Realen steht, und wie die allgemeine Meinung zur Wahrheit (Aristoteles, Sophistici Elenchi 12.173a7-18).
Konvention: Zwei gängige Beispiele für das Konventionelle sind Geld (Aristoteles, Pol. I.9.1257bl0-17) und die Namen der Dinge - zum Beispiel der eigene Name (Platon, Crat. 384d). Die Idee, dass nomos und physis gegensätzlich sind, scheint im fünften Jahrhundert v. Chr. entstanden zu sein. Sobald sie sich durchsetzte, legte sie die Bedingungen für die Diskussion ethischer und politischer Ideen fest. Eine beliebte Methode, die Gültigkeit von etwas zu untergraben, war das Argument, dass es nur als nomos und nicht als physis existiert (Platon, Gesetze X.889e-890a).
Gaus I 306
Literatur: Wenn sich Antigone in Sophokles' Stück auf das ewige ungeschriebene Gesetz beruft, das sie dazu auffordert, ihren Bruder zu begraben, obwohl das Gesetz von Kreon verlangt, dass ihr Bruder nicht begraben wird, so wird ihr Appell an das ewige Gesetz (Sophokles, Antigone 456-8) von Aristoteles als ein Appell an die Natur aufgefasst, obwohl ihre Rede die physis nicht erwähnt (Rhet. I.13.1373b1-18, 1.15.1375a25-b4).
(Zu dieser Unterscheidung gibt es eine umfangreiche Literatur. Eines der Hauptwerke über die Nomos-Physis-Unterscheidung ist Heinimann 1945(1). Zur Entwicklung des antiken Rechtsdenkens seit frühester Zeit siehe Miller, 2004(2)).


1. Heinimann, Felix (1945) Nomos und Physis: Herkunft und Bedeutung einer Antithese im Griechischen Denken Des 5 Jahrhunderts. Basel: Reinhardt.
2. Miller, Fred D., (Hrsg.) (2004) A History ofthe Philosophy of Law _fmm the Ancient Cheeks to the Scholastics. Dordrecht: Kluwer.

Keyt, David and Miller, Fred D. jr. 2004. „Ancient Greek Political Thought“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

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Taureck I 32
Nomos/Antike/Anonymus Iamblichi/Taureck: Frage: kann ein Mann mit einer Seelenstärke aus Diamant" gegen das Gesetz leben?
Ein solcher "Übermensch" könnte nicht überleben, es sei denn, er stellte seine Kräfte der Förderung von Recht und Gesetz zur Verfügung.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Antike Philosophie

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

Taureck I
B. H.F. Taureck
Die Sophisten Hamburg 1995

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