| Begriff/ Autor/Ismus |
Autor |
Eintrag |
Literatur |
|---|---|---|---|
| Asymmetrie | Chalmers | I 101 Asymmetrie/epistemische Asymmetrie/Chalmers: Wenn wir alle physikalischen Tatsachen über die Welt hätten, würde aus ihnen nicht die Existenz von Bewusstsein folgen. >Tatsachen, >Bewusstsein. I 102 Die Tatsache, dass es überhaupt Bewusstsein kommt rührt in erster Instanz aus meinem Erleben in der ersten Person, nicht aus irgendeiner externen Beobachtung. Alles, was sich aus den bekannten physikalischen und biologischen Tatsachen folgern ließe ist, dass es Leute gibt, die behaupten, ein Bewusstsein zu haben. Eliminativismus/Chalmers: ist nur wegen unseres eigenen, persönlichen Erlebens für uns eine unvernünftige Position. Epistemische Asymmetrie/Chalmers: Die epistemische Asymmetrie besteht darin, dass wir Erkenntnisse über unser Bewusstsein nur aus unserem eigenen Bewusstsein haben. Diese Asymmetrie gilt nicht für Volkswirtschaften, andere Leben usw. Grund: Diese supervenieren logisch auf dem Physischen. >Supervenienz, >Epistemologie. Bewusstsein: Wäre das Bewusstsein logisch supervenient auf dem Physischen, bestünde die epistemische Asymmetrie nicht. |
Cha I D. Chalmers The Conscious Mind Oxford New York 1996 Cha II D. Chalmers Constructing the World Oxford 2014 |
| Elimination | Churchland | Schiffer I 159 Eliminativismus/Churchland/Schiffer: (Paul Churchland 1981)(1): sein Eliminativismus ist ganz anders als der von Quine: Hier wird die Irreduzibilität intentionalen Vokabulars geleugnet. Volkspsychologie/Churchland: ist eine funktionale Theorie. Glauben ist ein funktionaler Zustand, mit einer funktionalen Rolle aber zukünftige Neurowissenschaft wird zeigen, dass keine inneren Zustände diese Rollen haben und daher die Volkspsychologie falsch ist. Schiffer: das ist eine ganz andere Route zum Eliminativismus als die, dass Glauben nicht physikalisch realisiert werden könnte, weil unser intentionales Vokabular irreduzibel sei. I 164 ... SchifferVsChurchland: sein Eliminativismus müsste dann zur Folge haben, dass niemand etwas glaubt. 1. Churchland, Paul (1981). "Eliminative Materialism and the Propositional Attitudes". Journal of Philosophy. 78 (2, February): 67–90. |
Churla I Paul M. Churchland Matter and Consciousness Cambridge 2013 Churli I Patricia S. Churchland Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014 Churli II Patricia S. Churchland "Can Neurobiology Teach Us Anything about Consciousness?" in: The Nature of Consciousness: Philosophical Debates ed. Block, Flanagan, Güzeldere pp. 127-140 In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Schi I St. Schiffer Remnants of Meaning Cambridge 1987 |
| Glauben | Schiffer | I 273 Def subdoxastisch/Stich: (1978)(1): Ein subdoxastischer Zustand ist kein Glaubenszustand, aber ein informationstragender Zustand. Er ist unbewusst und inferentiell isoliert von Glaubenseinstellungen. Bsp Wenn es eine Transformationsgrammatik gibt, dann wären die Zustände die sie repräsentieren subdoxastisch. Schiffer: These: Sprachverarbeitung wird durch eine Serie subdoxastischer interner Zustände geleistet. 1. Stephen P. Stich (1978). Beliefs and subdoxastic states. In: Philosophy of Science 45 (December):499-518 I 26 Glauben/SchifferVsStich/Schiffer: Problem: so schafft eine psychologische Theorie nicht die Bedeutung von "glaubt". >Psychofunktionalismus - funktionalistische Reduktion. Letztlich: "Bel = def Erstes Element eines geordneten Paars von Funktionen das erfüllt T(f,g)". ((s) Von dem die Theorie sagt, dass es Glauben ist)...) - ((s) "Loar-Stil" ). >Bedeutungstheorie/Loar. I 28 Dabei wird schon vorausgesetzt, dass sie Glauben und Wünschen als Funktionen von Propositionen auf (Mengen von) internen Z-Typen bilden. >Funktionale Rolle/Schiffer. Das Kriterium dafür, dass ein Z-Token n ein Glauben, dass p ist, dass n ein Token eines Z-Typs ist, der die funktionale Rolle hat, die die Definition von Bel T mit p korreliert. I 150 Glaubens-Eigenschaft/SchifferVs: Wenn es Glaubenseigenschaften gäbe, wären sie nicht irreduzibel (das wäre absurd). - ((s) Für Schiffer ist schon bewiesen, dass es eine neuronale Eigenschaft für Bsp das Zurücktreten vor einem Auto gibt) - diese ist die Ursache. Dann sind mentale Eigenschaften zusätzlich erforderlich. - Diese werden dann von keinem kontrafaktischem Konditional gestützt - ((s) Kontrafaktisches Konditional/(s): zeigt, ob etwas überflüssig ist - bzw. ob es als Erklärung hinreichend ist.) >Kontrafaktisches Konditional. I 155 Glaubenseigenschaften/GE/Schiffer: Angenommen, es gäbe sie (sprach-unabhängig), dann müssten sie einfach (nicht-zusammengesetzt) sein. - D.h. keine Funktion von anderen Dingen. Vs: Bsp Die Eigenschaft, Thatcher zu lieben ist zusammengesetzt aus Lieben und Thatcher - Glauben ist aber keine solche Relation (s.o.) Problem: Wenn Glaubenseigenschaften semantisch einfach sind, dann gibt es unendlich viele. Dann ist Sprachlernen unmöglich. >Spracherwerb, >Lernen. I 163 Glaubens-Prädikate: unproblematischer als Glaubens-Eigenschaften: Irreduzibilität aus begrifflicher Rolle. Begriffliche Rolle. Bsp Ava wäre nicht zurückgetreten, wenn sie nicht die Glaubenseigenschaft gehabt hätte, dass ein Auto kommt. Das ist begrifflich und ontologisch unabhängig vom singulärem Term "die Existenzgeneralisierung des Glaubens, dass ein Auto kommt" - (gutartiger Prädikat-Dualismus in Bezug auf begriffliche Rollen). - Keine Kausalkraft - pleonastisch: Ava trat zurück, weil sie die Glaubenseigenschaft hatte... I 164 Glauben: (S) Gegeben, Ava glaubt, dass ein Auto kommt, glaubt sie dies auch in jeder möglichen Welt die physikalisch von der wirklichen Welt ununterscheidbar ist. Problem: das kann nicht bewiesen werden - ist aber wahrscheinlich wahr. - Dann letztlich: sie trat zurück, weil sie in den neuronalen Zustand war. SchifferVsEliminativismus/SchifferVsChurchland: müsste dann zur Folge haben, dass niemand etwas glaubt. >Eliminativismus, >Reduktionismus. |
Schi I St. Schiffer Remnants of Meaning Cambridge 1987 |
| Psychischer Zustand | Psychischer Zustand: Ausdruck für einen inneren Zustand von empfindenden bzw. empfindenden und denkenden Wesen, wie er mit psychologischen Begriffen beschrieben wird. Das Subjekt muss nicht selbst in der Lage sein, sich mit diesen Begriffen zu beschreiben. Gegenbegriff: Objektzustand. Reduktionistische Theorien gehen davon aus, dass psychische Zustände sich letztlich wiederum physikalisch beschreiben lassen. Siehe auch Gehirnzustand, Reduktionismus, Eliminativismus, Materialismus, Identitätstheorie, physisch/psychisch, mentaler Zustand. |
||
| Reduktion | Reduktion, Philosophie: Die Zurückführung einer Menge von Aussagen auf eine andere Menge von Aussagen durch Umformulierung und Ersetzen von Begriffen eines Gegenstandsbereichs durch Begriffe aus einem anderen Gegenstandsbereich. Dabei muss es Bedingungen für die Ersetzbarkeit eines Begriffs aus dem ersten Bereich durch einen Begriff aus dem zweiten Bereich geben. Ein Beispiel für eine Reduktion ist das Zurückführen mentaler Begriffe auf physikalische Begriffe oder auf Verhalten. Siehe auch Brückengesetze, Reduktionismus, Übersetzung, Identitätstheorie, Materialismus, Physisch/psychisch, Physikalismus, Eliminativismus, Funktionalismus, Rollen, Unbestimmtheit. |
||
| Reduktion | Schiffer | I 158 Reduktion/Schiffer: ...höchstens sollte verlangt werden, dass theoretische Termini physikalisch realisiert sind - aber Realisation impliziert nicht Reduzierbarkeit. >Theoretische Termini, >Theoretische Entitäten. Schiffer pro Brentano: pro Irreduzibilität des intentionalen Vokabulars. >Intentionalität, >Intentionen. I 159 Eliminativismus/Churchland: seiner ist ganz anders: intentionales Vokabular nicht reduzierbar. - Aber Volkspsychologie (funktionale Theorie) wird sich als falsch herausstellen. >Volkspychologie. SchifferVsChurchland: warum soll Irreduzibilität Unrealisierbarkeit implizieren? >Patricia Churchland, >Paul Churchland. |
Schi I St. Schiffer Remnants of Meaning Cambridge 1987 |
| Reduktionismus | Reduktionismus, Philosophie: Sammelbegriff für Versuche, entweder Aussagen in einem Fachgebiet auf Aussagen eines Teilgebiets dieses Fachgebiets zurückzuführen oder Aussagen eines Fachgebiets mit Aussagen eines anderen Fachgebiets gleichzusetzen. Dabei geht es vor allem um die Rechtfertigung solcher Übertragungen. Reduktionismus im engeren Sinn ist die These, dass Reduktion möglich ist. Typische Reduktionismen gibt es im Bereich der Philosophie des Geistes. Siehe auch Holismus, Eliminativismus, Materialismus, Physikalismus, Funktionalismus. |
||
| Theorien | Chalmers | I 165 Bewusste Erfahrung/Bewusstsein/Theorien/Chalmers: Es gibt drei Typen von Theorien in Bezug auf das Bewusstsein: A. Bewusstsein superveniert logisch auf dem Physischen, aus funktionalen und eliminativistischen Gründen. I 166 B. Bewusstsein superveniert nicht logisch, es gibt keine a priori-Implikation vom Physischen auf das Phänomenale, aber dennoch ist der Materialismus wahr C. VsMaterialismus und Vs Logische Supervenienz. >Materialismus, >Supervenienz, >Physisch/psychisch. A. Varianten: Eliminativismus, Behaviorismus, reduktiver Funktionalismus. >Eliminativismus, >Behaviorismus, >Reduktionismus, >Funktionalismus. 1. Physikalische und funktionale Zwillinge von uns ohne bewusste Erfahrungen sind unvorstellbar. >Zombies. 2. Mary lernt nichts neues, wenn sie zum ersten Mal rot sieht. >Farbenforscherin Mary. 3. Alles über Bewusstsein kann funktional erklärt werden. Vertreter: Armstrong (1968)(1), Dennett (1991)(2), Lewis (1966)(3), Ryle (1949)(4). Varianten: Dretske (1995)(5), Rey (1982)(6), Rosenthal (1996)(7), Smart (1959)(8), White (1986)(9), Wilkes (1984)(10), B: Varianten: Nichtreduktiver Materialismus. Die einzige nichtwidersprüchliche Variante nimmt starke metaphysische Notwendigkeit als entscheidend an. >Metaphysische Notwendigkeit. 1. Zombies und vertauschte Spektren sind vorstellbar, aber metaphysisch unmöglich. >Vorstellbarkeit. 2. Mary lernt etwas neues, wenn sie Rot sieht, aber das ist mit einer Analyse im Loar-Stil ((s) semantisch) erklärbar. >B. Loar. 3. Bewusstsein, kann nicht reduktiv erklärt werden, ist aber dennoch physisch. Vertreter, nicht explizit, aber näherungsweise: Levine (1983) (11), 1993) (12)), Loar (1990)(13). Andere, die Physikalismus ohne logische Supervenienz annehmen: Byrne (1993)(14), Flanagan (1992) (15), Hill (1991)(16), Horgan (1984b)(17), Lycan (1995)(18), Papineau (1993)(19), Tye (1995)(20), van Gulick (1992)(21). C. Verschiedene Varianten des Eigenschaftsdualismus. Materialismus wird als falsch angenommen, gewisse phänomenale oder protophänomenale Eigenschaften werden als irreduzibel angenommen. 1. Zombies und vertauschte Spektren sind logisch und metaphysisch möglich. 2. Mary lernt etwas Neues und zwar nichtphysikalische Tatsachen 3. Bewusstsein kann nicht reduktiv erklärt werden, wohl aber nichtreduktiv durch zusätzliche Naturgesetze. Vertreter: Campbell (1970)(22), Honderich (1981)(23), Jackson (1982)(24), H. Robinson (1982)(25), W. Robinson (1988)(26), Sprigge (1994)(27). I 167 Chalmers: Die entscheidende Wahl ist die zwischen Theorien vom A-Typ und dem Rest. I 213 Theorie/Chalmers: Wenn Bewusstsein auch nicht reduktiv erklärt werden kann, kann es doch eine nichtreduktionistische Theorie des Bewusstseins geben. Eine solche Theorie wird ähnlich sein wie die Theorien, die die Physik uns über Bewegung, Raum und Zeit gibt. Die Existenz dieser Entitäten wird nicht aus etwas grundlegenderem abgeleitet. Stattdessen werden Gesetze über sie angegeben. >Gesetze, >Naturgesetze. I 216 Erste Person/Chalmers: Problem: Mit der Perspektive der ersten Person sind eine Menge sich widersprechender Theorien möglich: z.B. der Solipsismus, Panpsychismus, usw. >Erste Person, >Solipsismus, >Panpsychismus. I 218 Wenn wir nur herausfinden würden, welche Theorie des Bewusstseins besser ist als ihre Mitbewerber, hätten wir schon viel gewonnen. >Bewusstsein/Chalmers. 1. D. M. Armstrong, A Materialist Theory of the Mind, London 1968 2. D. Dennett, Consciousness Explained, Boston, 1991 3. D. Lewis, An argument for the identity theory, Journal of Philosophy 63, 1966: pp.17-25 4. G. Ryle, The Concept of Mind, Oondon 1949 5. F. Dretske, Naturalizing the Mind, Cambridge 1995 6. G. Rey, A reason for doubting the existence of consciousness. In. R. Davidson, S. Schwartz and D Shapiro (Eds) Consciousness and Self-Regulation. Vol 3 New York 1982 7. D. M. Rosenthal, A theory of consciousness. In: N. Block, O. Flanagan and G. Güzeldere (Eds) The Natur of Consciousness, Cambridge 1996 8. J. C. Smart, Sensations and brain processes. Philosophical Review 68, 1959: pp.141-56 9. S. L. White, Curse of the qualia. Synthese 68, 1986: pp. 333-68 10. K. V. Wilkes, Is consciousness important? British Journal for the Philosophy of Science 35, 1984: pp. 223-43 11. J. Levine, Materialism and qualia. The explanatory gap. PhPacific Philosophical Quarterly 64, 1983: pp.354-61 12. J Levine, On leaving out what it's like. In: M. Davies and G. Humphreys (Eds) Consciousness: Psychological and Philosophical Essays, Oxford 1993. 13. B. Loar, Phenomenal states. Philosophical Perspectives 4, 1990: pp. 81-108 14. A. Byrne, The emergent mind, Ph.D. diss. Princeton University, 1993 15. O. Flanagan, Consciousness reconsidered. Cambridge 1992 16. C. S. Hill, Sensations: A Defense of Type Materialism. Cambridge 1991 17. T. Horgan, Jackson on physical information and qualia. Philosophical Quarterly 34, 1984: pp. 147-83 18. W. G. Lycan, A limited defense of phenomenal information. In: T. Metzingwr (ed), Conscious Experience, Paderborn 1995. 19. D. Papineau, Philosophical Naturalism, Oxford 1993 20. M. Tye, Ten Problems of Consciousness, Cambridge 1995 21. R. van Gulick, Nonreductive materialism and the nature of intertheoretical constraint. IN: A. Beckermann, H. Flohr and J. Kim (Eds) Emergence or Reduction? Prospects for Nonreductive Physicalism, Berlin 1992 22. K. K. Campbell, Body and Mind, New York 1970 23. T. Hoderich, Psychological law-like connections and their problems. Inquiry 24, 1981: pp. 277-303 24. F. Jackson, Epiphenomenal qualia, Philosophical Quarterly 32, 1993: pp. 127-36 25. H, Robinson, Matter and Sense, Cambridge 1982 26. W. S. Robinson, Brains and People: An Essay on Mentality and Its Causal Conditions, Philadelphia 1988 27. T. L. S. Sprigge, Final causes. Proceedings of the Aristotelian Society 45, 1971: pp. 149-70 |
Cha I D. Chalmers The Conscious Mind Oxford New York 1996 Cha II D. Chalmers Constructing the World Oxford 2014 |
| Token-Physikalismus | Token-Physikalismus: Innerhalb der Philosophie des Geistes vertritt der Physikalismus die These, dass geistige Vorgänge auf physikalische Prozesse zurückzuführen sind. Der Token-Physikalismus geht davon aus, dass einzelne mentale Vorgänge mit bestimmten einzelnen physikalischen Prozessen 1:1 in Beziehung gesetzt werden können. Siehe auch Physikalismus, Materialismus, Identitätstheorie, Funktionalismus, Eliminativismus, Dualismus. |
||