| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Analogien | Sokal | I 28 Analogien/Sokal/Bricmont: Wir kritisieren den Gebrauch wissenschaftlicher Begriffe durch Autoren, die diese Begriffe selbst nicht in ihrer wissenschaftlichen Bedeutung verstanden haben. Das Erkennen einer schlüssigen Analogie zwischen zwei existierenden Theorien kann der weiteren Entwicklung beider Theorien oft sehr dienlich sein. Bei den von uns untersuchten Autoren handelt es sich jedoch unserer Ansicht nach um Analogien zwischen allgemein anerkannten Theorien (aus den Naturwissenschaften) und Theorien, die zu vage sind, um empirisch nachweisbar zu sein (etwa die Lacansche Psychoanalyse) andererseits. >J. Lacan, >Psychoanalyse. I 150 Analogien/Lacan/Latour/BricmontVsLacan/BricmontVsLatour/SokalVsLacan/SokalVsLatour: Latour – genau wie Lacan (siehe dazu A. Sokal und J. Bricmont 1999(1), S. 38) bestehen auf der wörtlichen Gültigkeit eines Vergleichs, der bestenfalls als vage Metapher zu versehen wäre. Bsp Der enunciator (didaktischer Kunstgriff von Einstein zur Erklärung der Relativitätstheorie) wird als eine reale Person angenommen, gegen deren Privilegien es zu kämpfen gelte. Anschließend heißt es bei Latour: …Kämpfe gegen Privilegien in der Ökonomie oder in der Physik sind im wörtlichen Sinne dasselbe, nicht im metaphorischen. (B. Latour 1988(2), S. 23.) >B. Latour. I 154 Angenommen, Latours soziologische Begriffe seien ebenso exakt zu definieren wie die der Relativitätstheorie und jemand, der mit beiden Theorien vertraut ist, könnte eine formale Analogie zwischen den beiden herstellen. Diese Analogie könnte vielleicht dazu beitragen, einem Soziologen, der mit Latours Soziologie vertraut ist, die Relativitätstheorie zu erklären oder einem Physiker Latours Soziologie, aber welchen Sinn sollte es haben, anhand der Analogie zur Relativitätstheorie anderen Soziologen die Soziologie Latours zu erklären? >Erklärungen, >Relativitätstheorie, >Vergleiche, >Vergleichbarkeit. 1. A. Sokal und J. Bricmont. (1999) Eleganter Unsinn. München. 2. B. Latour, „A relativistic account of Einstein’s relativity“, Social Studies of Science, 18, 1988. |
Sokal I Alan Sokal Jean Bricmont Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen München 1999 Sokal II Alan Sokal Fashionable Nonsense: Postmodern Intellectuals’ Abuse of Science New York 1999 |
| Relativitätstheorie | Latour | Sokal I 145 Relativitätstheorie/Bruno Latour/BricmontVsLatour/SokalVsLatour/Sokal: (B. Latour 1988(1), S. 3-44.) Def Strong Programme/Wissenssoziologie/Latour/Sokal: Latour betrachtet seinen Artikel als Bestandteil und Erweiterung des „strong programme“ der Wissenschaftssoziologie, das behauptet, dass „ der Inhalt jeder Wissenschaft durch und durch gesellschaftlich ist.“ (S. 3). Relativitätstheorie/Latour: These: die Relativitätstheorie selbst kann als gesellschaftlich gelten (S. 4f). Sokal I 147 SokalVsLatour: Latour missversteht den Begriff des Bezugssystems in der Physik. Problem: in Lehrwerken der Relativitätstheorie wird das Bezugssystem oft vage mit einem „Beobachter“ gleichgesetzt. Bezugsystem/Relativitätstheorie/Bricmont/Sokal: genauer lässt sich ein Bezugssystem als eine Gruppe von Beobachtern verstehen, von denen sich an jedem Punkt des Raums einer aufhält und die alle mit synchronisierten Uhren ausgestattet sind. SokalVsLatour: er scheint der Auffassung zu sein, bei der Relativitätstheorie gehe es um die relative Lage (und nicht um die relative Geschwindigkeit) unterschiedlicher Bezugssysteme. >Bezugssystem. Sokal 148 SokalVsLatour: er bringt auch die Latour behauptet, Einstein habe drei Bezugssysteme in Betracht gezogen. Das hat Einstein niemals getan. (Nebenbei bemerkt, schreibt Latour die Gleichungen falsch ab, (S. 18, Abb. 8.). Lösung/Sokal: die Lorentz-Transformationen machen ein drittes Bezugssystem überflüssig. Sokal I 149 Latour: „…seinen Wunsch, die delegierten Beobachter zu disziplinieren und zu abhängigen Teilen eines Apparats zu machen, die sich darauf beschränken, die Überlagerung von Zeigern und Stellungen zu beobachten…“ SokalVsLatour: Latour versteht das falsch: die „Beobachter“ sind fiktiv. Sie wurden von Einstein nur aus didaktischen Gründen eingeführt. Daher gibt es keine Notwendigkeit, sie zu „disziplinieren“. Latour: Die Fähigkeit der delegierten Beobachter, (….) Berichte zu schicken, wird erst durch ihre absolute Abhängigkeit und sogar Dummheit möglich….das ist der Preis, der für die Freiheit und Glaubwürdigkeit des enunciator zu zahlen ist (S. 19). SokalVsLatour: sein dritter Fehler ist, es, diesem enunciator eine zentrale Rolle zuzuweisen. Sokal I 150 Er ist vielmehr lediglich Teil von Einsteins didaktischer Erklärung. Sokal spricht von „Privilegien“, die dieser angeblich habe. Privilegien/Latour: …Kämpfe gegen Privilegien in der Ökonomie oder in der Physik sind im wörtlichen Sinne dasselbe, nicht im metaphorischen. Vergleiche/Analogien/SokalVsLatour: Latour – genau wie Lacan (siehe dazu A. Sokal und J. Bricmont 1999(2), S: 38) besteht auf der wörtlichen Gültigkeit eines Vergleichs, der bestenfalls als vage Metapher zu versehen wäre. (Analogien/SokalVsLacan). >Analogie, >Metapher, >Ähnlichkeit, >Vergleiche, >Vergleichbarkeit. Sokal I 153 Relativitätstheorie/Latour: ((B. Latour, „A relativistic account of Einstein’s relativity“, Social Studies of Science, 18, 1988, S. 5): 1. B. Latour, „A relativistic account of Einstein’s relativity“, Social Studies of Science, 18, 1988, S. 3-44. 2. A. Sokal und J. Bricmont Eleganter Unsinn, München 1999, S: 38. Für einen korrekten Gebrauch mathematischer, physikalischer oder mengentheoretischer Begriffe siehe >Sokal/Bricmont, >Feynman, >Hacking, >Gribbin oder >Thorne. |
Lat I Bruno Latour Science in Action: How to Follow Scientists and Engineers Through Society Cambridge, MA 1988 Sokal I Alan Sokal Jean Bricmont Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften missbrauchen München 1999 Sokal II Alan Sokal Fashionable Nonsense: Postmodern Intellectuals’ Abuse of Science New York 1999 |