Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Minimalistischer Liberalismus Riker Gaus I 150
Minimalistischer Liberalismus/Demokrat/Riker/Dryzek: Rikers (1982)(1) versuchte sozialwahl-theoretische Verteidigung des Minimalismus ist, dass, obwohl Wählen sinnlos ist, periodische Wahlen zumindest eine Gelegenheit zur Beseitigung einer tyrannischen, inkompetenten oder korrupten Führung bieten. VsRiker: aber Rikers Verteidigung scheitert, weil seine eigene Analyse zeigt, dass es keinen Wählerwillen gibt, der unabhängig von dem Mechanismus ist, der ihn messen soll - und dazu muss der Wille gehören, Tyrannen oder Inkompetente abzusetzen (Coleman und Ferejohn, 1986(2): 22). >Minimalistischer Liberalismus/Dryzek, >Minimalistischer Liberalismus/Przeworski.

1. Riker, William H. (1982) Liberalism against Populism: A Confrontation between the Theory of Democracy and the Theory of Social Choice. San Francisco: Freeman.
2. Coleman, Jules and John Ferejohn (1986) 'Democracy and social choice'. Ethics, 97: 6—25.


Dryzek, John S. 2004. „Democratic Political Theory“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

PolRiker I
William H. Riker
Liberalism Against Populism: A Confrontation Between the Theory of Democracy and the Theory of Social Choice Long Grove, IL 1988

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Politische Wahlen Riker Surowiecki I 334
Politische Wahlen/Riker/Surowiecki: Riker These: Wähler wollten nur ihre Teilnahme am politischen System bekräftigen statt den Ausgang einer Wahl beeinflussen zu wollen. (1) SurowieckiVsRiker: es ist einfacher: die Leute wählen, weil sie glauben, wählen zu müssen. Auch Rikers Daten gaben zu erkennen, dass „Pflichtgefühl“ der wichtigste Indikator
Surowiecki I 335
dafür ist, ob jemand zur Wahl geht oder nicht. Außerdem wollen die Menschen immer noch einen – wenn auch geringen – Einfluss nehmen.
1. Brian Barry, Sociologists, Economists, and Democracy (University of Chicago Press, Chicago 1978).


PolRiker I
William H. Riker
Liberalism Against Populism: A Confrontation Between the Theory of Democracy and the Theory of Social Choice Long Grove, IL 1988

Surowi I
James Surowiecki
Die Weisheit der Vielen: Warum Gruppen klüger sind als Einzelne und wie wir das kollektive Wissen für unser wirtschaftliches, soziales und politisches Handeln nutzen können München 2005
Sozialwahltheorie Dryzek Gaus I 146
Sozialenwahltheorie/Social Choice Theory/Dryzek: Die Sozialwahltheorie hat sich seit einem halben Jahrhundert neben einer Social-Choice-Betrachtung der Politik entwickelt, obwohl die beiden Unternehmen eigentlich logisch verschieden sind (...). In einer Zeit des demokratischen Fortschritts in der realen Welt ging ihr Hauptaugenmerk, von einigen Ausnahmen abgesehen, genau in die entgegengesetzte Richtung. >Deliberative Demokratie/Dryzek. Das öffentliche Wahlfeld, das sie darstellen, ist die Heimat vieler Demonstrationen der Willkür, Instabilität, Perversität und Ineffizienz demokratischer Politik. Über Rikers Exposé des Vakuums im Herzen der Demokratie (>Demokratie/Riker) hinaus haben Social-Choice-Theoretiker so argumentiert:
- In politischen Systemen jeder Größe ist das Wählen irrational.
- Die Mehrheitsregel bringt die Pareto-suboptimale Ausbeutung von Minderheiten mit sich.
- Eigennützige gewählte Vertreter schaffen bestenfalls Programme, die ihren eigenen Wählern auf Kosten des öffentlichen Interesses zugute kommen, schlimmstenfalls gestalten sie Programme bewusst schlecht, sodass ihre eigene Fürsprache erforderlich ist, um Vorteile zu erzielen.
- Die Höhe der öffentlichen Ausgaben ist meist eine Folge der eigennützigen Bürokraten, die ihre Budgets maximieren. Bürokraten können sich mit besonderen Interessengruppen und deren unterstützenden
Politikern, öffentliche Mittel zu ihrem eigenen Nutzen umleiten.
- Allgemeiner gesagt, "Verteilungskoalitionen" wie Gewerkschaften und Arbeitgeber sichern Gesetze und Politiken zum Schutz ihrer eigenen Privilegien auf Kosten der wirtschaftlichen Effizienz.
Gaus I 147
- Demokratische Politik ist von Natur aus unverantwortlich, weil alle Akteure Vorteile für sich selbst suchen, während sie anderen Kosten aufbürden; das Ergebnis ist ein Negativsummenspiel, bei dem die Gesamtkosten den Gesamtnutzen überwiegen. >Demokratie/Sozialwahltheorie.
Russell Hardin kommt zu dem Schluss, dass Öffentlichkeitswahl-Analysen "weitgehend dazu beigetragen haben, Mängel - schmerzhafte, grundlegende Mängel - im demokratischen Denken und in der demokratischen Praxis aufzudecken" (1993(1): 170).
Der Anspruch der rationalen Wahl als Erklärungstheorie ist in der Politikwissenschaft stark eingedellt worden (Green und Shapiro, 1994)(2).
Gerry MackieVsSozialwahltheorie/MackieVsRiker: Die Sozialwahltheorie in ihrer antidemokratischen Manifestation im Rochester-Stil ist von Mackie (2003)(3) zerstört worden. Gerry Mackie zeigt, dass jedes reale Beispiel eines Wahlzyklus (A schlägt B schlägt C schlägt A), das von William Riker oder seinen Anhängern angeführt wurde, um das Potenzial für Willkür, Instabilität und Manipulation in der kollektiven Wahl zu veranschaulichen, tatsächlich mit den historischen Beweisen unvereinbar ist.


1. Hardin, Russell (1993) 'Public choice versus democracy'. In David Copp, Jean Hampton and John E. Roemer, (Hrsg.), The Idea of Democracy. Cambridge: Cambridge University Press.
2. Green, Donald P. and Ian Shapiro (1994) Pathologies of Rational Choice Theory: A Critique of Applications in Political Science. New Haven, CT: Yale University Press.
3. Mackie, Gerry (2003) Democracy Defended. Cambridge: Cambridge Umversity Press.

Dryzek, John S. 2004. „Democratic Political Theory“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004