Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Geographische Faktoren Acemoglu Acemoglu I 48
Geografische Faktoren/Geografische Hypothese/Acemoglu/Robinson: Eine weithin akzeptierte Theorie über die Ursachen der Ungleichheit in der Welt ist die Geographie-Hypothese, die behauptet, dass die große Kluft zwischen reichen und armen Ländern durch geographische Unterschiede entsteht. Viele arme Länder, wie z.B. die Länder Afrikas, Mittelamerikas und Südasiens, liegen zwischen den Wendekreisen des Krebses und des Steinbocks. Reiche Nationen liegen dagegen eher in gemäßigten Breiten. AcemogluVs: Diese geographische Konzentration von Armut und Wohlstand verleiht der Geographie-Hypothese, von der die Theorien und Ansichten vieler Sozialwissenschaftler und Experten ausgehen, einen oberflächlichen Reiz. Aber das macht sie nicht weniger falsch. >Geographische Hypothese/Montesquieu, >Geographische Hypothese/Sachs.
Ungleichheit/AcemogluVsSachs: Die Ungleichheit in der Welt lässt sich jedoch weder durch Klima oder Krankheiten noch durch irgendeine Version der Geographie-Hypothese erklären. Denken Sie nur an Nogales. Was die beiden Teile trennt, ist nicht das Klima, die Geographie oder die Krankheitsumgebung, sondern die Grenze zwischen den USA und Mexiko. Wenn die Geographie-Hypothese die Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden von Nogales oder Nord- und Südkorea oder die zwischen Ost- und Westdeutschland vor dem Fall der Berliner Mauer nicht erklären kann (...)
Acemoglu I 50
(...) ist es nicht wahr, dass die Tropen schon immer ärmer waren als die gemäßigten Breiten. Die Azteken verfügten sowohl über Geld als auch über Schrift, und die Inkas haben, obwohl ihnen diese beiden Schlüsseltechnologien fehlten, riesige Mengen an Informationen über geknotete Seile namens Quipus aufgezeichnet. Im krassen Gegensatz dazu waren zur Zeit der Azteken und Inkas der Norden und Süden des von den Azteken und Inkas bewohnten Gebietes, zu dem heute die Vereinigten Staaten, Kanada, Argentinien und Chile gehören, größtenteils von steinzeitlichen Zivilisationen bewohnt, denen diese Technologien fehlten.
Acemoglu I 51
Krankheiten: Tropische Krankheiten verursachen offensichtlich viel Leid und hohe Kindersterblichkeitsraten in Afrika, aber sie sind nicht der Grund für die Armut in Afrika. Krankheiten sind weitgehend eine Folge der Armut und der Tatsache, dass die Regierungen nicht in der Lage oder nicht willens sind, die für ihre Ausrottung erforderlichen Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu ergreifen. Die Landwirtschaft: Der andere Teil der Geographie-Hypothese ist, dass die Tropen arm sind, weil die tropische Landwirtschaft von Natur aus unproduktiv ist. Tropische Böden seien dünn und nicht in der Lage, Nährstoffe zu erhalten, so das Argument, und betont, wie schnell diese Böden durch sintflutartige Regenfälle erodiert werden.
AcemogluVs: Die große Ungleichheit der modernen Welt, die im neunzehnten Jahrhundert entstand, wurde durch die ungleiche Verbreitung von Industrietechnologien und Fertigungsproduktion verursacht. Sie wurde nicht durch Divergenzen in der landwirtschaftlichen Leistung verursacht. >Ungleichheit/Acemoglu.

Acemoglu II
James A. Acemoglu
James A. Robinson
Economic origins of dictatorship and democracy Cambridge 2006

Acemoglu I
James A. Acemoglu
James A. Robinson
Why nations fail. The origins of power, prosperity, and poverty New York 2012
Geographische Faktoren Sachs Acemoglu I 48
Geographische Faktoren/Ungleichheit/Sachs/Acemoglu/Robinson: Die Theorie, dass heiße Länder von Natur aus arm sind, obwohl sie durch den jüngsten raschen wirtschaftlichen Fortschritt von Ländern wie Singapur, Malaysia und
Acemoglu I 49
Botswana widerlegt wird, wird sie von einigen, wie z.B. dem Ökonomen Jeffrey Sachs, immer noch mit Nachdruck befürwortet. Die moderne Version dieser Sichtweise betont nicht die direkten Auswirkungen des Klimas auf die Arbeitsleistung oder die Denkprozesse, sondern zwei zusätzliche Argumente: erstens, dass tropische Krankheiten, insbesondere Malaria, extrem negative Folgen für die Gesundheit und damit für die Arbeitsproduktivität haben; und zweitens, dass tropische Böden keine produktive Landwirtschaft erlauben. Die Schlussfolgerung ist jedoch die gleiche: Gemäßigte Klimazonen haben einen relativen Vorteil gegenüber tropischen und halbtropischen Gebieten.(1) AcemogluVsSachs: >Geographische Faktoren/Acemoglu.

1. Sachs, Jeffery B. (2006). The End of Poverty: Economic Possibilities for Our Time. New York: Penguin.

EconSachs I
Jeffrey Sachs
Nouriel Roubini
Political and economic determinants of budget deficits in the industrial democracies 1989

Acemoglu II
James A. Acemoglu
James A. Robinson
Economic origins of dictatorship and democracy Cambridge 2006

Acemoglu I
James A. Acemoglu
James A. Robinson
Why nations fail. The origins of power, prosperity, and poverty New York 2012
Sozialismus Sachs Mause I 99f
Sozialismus/Transformation/Sachs: Für die Transformation sozialistischer Gesellschaften nach der Wende von 1989 wurde von Jeffrey Sachs und David Lipton eine „Schocktherapie“ vorgeschlagen, d.h. eine schlagartige Einführung von Marktmechanismen und Haushaltsdisziplin.(1) Diese Strategie wurde zunächst für Polen entworfen, dann aber auch in anderen Ländern angewandt. Hintergrund war die Annahme, dass Reformverlierer – entlassene Arbeiter, Manager staatseigener Unternehmen und Bürokraten – sich organisieren und Widerstand ((s) gegen Veränderungen) leisten würden.
Diesem Kalkül lag ein Politikverständnis zu Grunde, das Politiker als Unternehmer in einem Wählerstimmen-Markt konzipierte, analog zum nutzenmaximierenden homo oeconomicus neoklassischer Modelle in der Volkswirtschaftslehre.
>Neoklassiker.
VsSachs: Diese Maßnahmen waren nur in den ethnisch homogenen Ländern erfolgreich, schlugen jedoch auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens fehl. In der Sowjetunion führten die anfänglichen demokratischen und marktwirtschaftlichen Reformen zur wechselseitigen Blockierung von Präsident und reformfeindlichem Parlament sowie in eine tiefe Krise der Staatsfinanzen.
>Sowjetunion.

1. Lipton, David, und Jeffrey Sachs, Creating a market economy in Eastern Europe: The case of Poland. Brookings Papers on Economic Activity1, 1990, p. 75– 147.

EconSachs I
Jeffrey Sachs
Nouriel Roubini
Political and economic determinants of budget deficits in the industrial democracies 1989

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018