Lexikon der Argumente


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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Autor
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Literatur
Literatur
Asymmetrie Arrow Mause I 166
Asymmetrie/Informationsmärkte/Arrow: Marktteilnehmer sind nicht selten in Situationen wo sie nicht nur mit einem Informationsmangel vom Typ unvollständige Information, sondern zusätzlich mit einem Informationsmangel vom Typ asymmetrische Information konfrontiert sind. (1)(2) Bsp Ein Käufer ist schlechter über einen Gebrauchtwagen informiert als der Verkäufer.
Terminologie: dies wird in der Literatur mit den Ausdrücken „Prinzipal“ (Verkäufer, Vorgesetzter; hält mehr Information) und „Agent“ (Käufer, Angestellter; hält weniger Information) umschrieben.
Problem: a) ein Käufer, der sich seines Informationsdefizits nicht bewusst ist, wird benachteiligt, b) ein Käufer, dem dieses Defizit bekannt ist, wird sich unter Umständen nicht auf eine Vertragsbeziehung einlassen. Siehe Information/Arrow.

1. Kenneth J. Arrow, Uncertainty and the welfare economics of medical care. American Economic Review 53, (5) , 1963, p. 941– 973.
2. G. A. Akerlof, The market for ‚Lemons‘: Quality uncertainty and the market mechanism. Quarterly Journal of Economics 84 (3) 1970 p. 488– 500.

EconArrow I
Kenneth J. Arrow
Social Choice and Individual Values: Third Edition New Haven 2012

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Durchschnittsnutzen Rawls I 161
Durchschnittsnutzen/Rawls: das Prinzip des Durchschnittsnutzens unterscheidet sich von denen der Vertragstheorie. Angewendet auf die Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft, in der die Individuen hinter einem Schleier des Nichtwissens in Bezug auf ihre spätere Position sind, erfordert das Prinzip des Durchschnittsnutzens, dass Institutionen dergestalt arrangiert werden, dass die absolut gewichtete Summe der Erwartungen der relevanten repräsentativen Individuen maximiert werden.
I 162
Diese Summe wird größer, wenn die Zahl der Personen in einer Gesellschaft wächst. Utilitarismus: hier werden Erwartungen an der Summe der tatsächlichen und voraussehbaren Befriedigung gemessen.
>Utilitarismus.
Theorie der Gerechtigkeit als Fairness: Hier geht es dagegen um ein Verzeichnis der primären öffentlichen Güter (z.B. Freiheiten, Infrastruktur usw.).
Klassische Theorie des Durchschnittsnutzens: wurde von Mill und Wicksell vertreten(1)(2)(3).
>J.St. Mill.
Summe des Nutzens/Bevölkerungswachstum/Rawls: Die Summe wird nicht wachsen, wenn wir sie auf die Fraktionen der Gesellschaft mit bestimmten Positionen anwenden, solange der Prozentsatz dieser Fraktionen sich nicht ändert.
Bevölkerungswachstum: Nur wenn eine Bevölkerung sich ändert gibt es einen Unterschied zwischen der klassischen Theorie und der Theorie der Gerechtigkeit als Fairness.
I 166
Durchschnittsnutzen/Rawls: Die Annahme einer Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft, in der alle hinter einem Schleier des Nichtwissens stehen, spricht für die Einführung des Durchschnittsprinzips und gegen die klassische Sicht. Allerdings ist die Durchschnittstheorie nicht teleologisch, wie die klassische Theorie. Durchschnittsprinzip: es ist nicht so, dass es von allen Teilnehmern die gleiche Art von Risikobereitschaft verlangt.
I 171
Durchschnittsnutzen/Rawls: Es scheint so, dass das Durchschnittsprinzip an das Prinzip des unzureichenden Grunds (>Risiken/Rawls) gebunden sein muss. Wir brauchen etwas wie die Laplace-Regel für Entscheidungen unter Ungewissheit: die Möglichkeiten werden auf eine natürliche Weise bestimmt und jeder wird eine Wahrscheinlichkeit zugeschrieben. Dabei wird nicht von allgemeinen Informationen über die Gesellschaft ausgegangen(4)(5)(6).
>Wahrscheinlichkeit/Rawls.
I 188
Durchschnittsnutzen/Idealer Beobachter/Rawls: vom Standpunkt der Personen in der Anfangssituation gibt es keinen Grund, den Einschätzungen eines mitfühlenden idealen Beobachters zuzustimmen. Eine solche Übereinstimmung hätte alle Nachteile des klassischen Nutzenprinzips. Wenn jedoch die Teilnehmer als vollständige Altruisten aufgefasst werden, d.h. also als solche, die mit den Zielen des mitfühlenden idealen Beobachters übereinstimmen,
I 189
dann würde das klassische Prinzip übernommen. Die größte Summe an Glückseligkeit befriedigt den Beobachter wie den Altruisten innerhalb des Systems. Damit erhalten wir das überraschende Ergebnis, dass, während das Prinzip des Durchschnittsnutzens der Ethik des Individuums entspricht, die klassische utilitaristische Doktrin eine solche der altruistischen Ethik ist! >Altruismus, >Altruismus/Rawls.

1. Siehe dazu Gunnar Myrdal, The Political Element in the Development of Economic Theory London, 1953, S.38f.;
2. J. C. Smart, An Outline of a System of Utilitarian Ethics, Cambridge, 1961, S. 18.;
3. J.C. Harsanyi „Cardinal Utilitry in Welfare Economics and the Theory of Risk Taking“, Journal of Political Economy, Bd. 61, 1953.
4. Vgl. W. Feller, Profitability and Profit, S. 210-233.;
5. L.J. Savage, The Foundations of Statistics, New York, 1954.;
6. H.E. Kyburg, Probability and Inductive Logic, Riverside, 1970.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Effizienz Konstitutionelle Ökonomie Parisi I 205
Effizienz/Konstitutionelle Ökonomie/Voigt: Die normative Konstitutionelle Ökonomie (...) deutet das >Pareto-Kriterium in zweifacher Weise um: Nicht Ergebnisse, sondern Regeln oder Verfahren, die zu Ergebnissen führen, werden anhand des Kriteriums bewertet. Die Bewertung wird nicht von einem allwissenden Wissenschaftler oder Politiker vorgenommen, sondern von den betroffenen Individuen selbst: "In gewissem Sinne geht es dem politischen Ökonomen darum, 'was die Menschen wollen'" (Buchanan, 1959(1), S. 137). Um herauszufinden, was die Menschen wollen, schlägt Buchanan vor, einen Konsenstest durchzuführen. Die Spezifikation dieses Tests ist entscheidend dafür, welche Regeln als legitim angesehen werden können. Buchanan hatte 1959 die tatsächliche Einstimmigkeit im Sinn, und die Bürger, die erwarten, durch einige Regeländerungen schlechter gestellt zu werden, müssten entschädigt werden. Dieser Test würde also einem modifizierten Kaldor-Hicks-Kriterium entsprechen. Später im Leben scheint Buchanan seine Position geändert zu haben: Eine hypothetische Zustimmung, die von einem Ökonomen abgeleitet wird, reicht aus, um eine Regel zu legitimieren (siehe z. B. Buchanan, 1977(2), 1978(3), 1986(4)). VsBuchanan: Diese Position kann kritisiert werden, weil eine große Vielfalt von Regeln legitimierbar zu sein scheint, abhängig von den Annahmen des Wissenschaftlers, der den Prozess durchführt. Wissenschaftler, die für einen umfassenden Wohlfahrtsstaat plädieren, werden höchstwahrscheinlich risikoaverse Individuen annehmen, während Wissenschaftler, die für Kürzungen der Wohlfahrtsbudgets plädieren, von risikoneutralen Menschen ausgehen. >Konstitutionelle Ökonomie, >Kosten/Buchanan, >Verfassungen/Konstitutionelle Ökonomie, >Staatliche Strukturen/Konstitutionelle Ökonomie, vgl. >Judikative/Konstitutionelle Ökonomie, >Föderalismus/Konstitutionelle Ökonomie.

1. Buchanan, J. M. (1959). "Positive Economics, Welfare Economics, and Political Economy."
Journal of Law and Economics 2: 124-138.
2. Buchanan, J. M. (1977). Freedom in Constitutional Contract - Perspectives of a Political Economist. College Station, TX/London: Texas A&M University Press.
3. Buchanan, J. M.(1978). "A Contractarian Perspective on Anarchy," Nomos 19: 29-42
4. Buchanan, J. M. (1986). "Political Economy and Social Philosophy," in: J. M. Buchanan; Liberty, Market and State—political Economy in the 1980s, 261—274. New York: Wheatsheaf Books.

Voigt, Stefan. “Constitutional Economics and the Law”. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Fairness Wirtschaftstheorien Gaus I 232
Fairness/Verteilungsgerechtigkeit/Wirtschaftstheorien/Lamont: (...) [ein] von Ökonomen favorisierter Ansatz zur Fairness hat sich im Kontext der modernen Spieltheorie entwickelt. Die gebräuchlichste Strategie ist die Einführung einer "neidfreien" Anforderung: Eine Verteilung gilt dann als fair, wenn keine der an der Verteilung beteiligten Parteien neidisch auf die Zuteilungen anderer ist. Mikrogerechtigkeit: Diese und verwandte Begriffe von Fairness werden üblicherweise auf Fragen der "Mikrogerechtigkeit" angewandt, die sich eher in alltäglichen oder lokal begrenzten Situationen ergeben als bei der Verteilung für die gesamte Gesellschaft (Baumol, 1986(1); Brams und Taylor, 1996(2); Le Grand, 1991(3); Varian, 1975(4); Young, 1994(5)). Die Schwierigkeiten, mit denen diese Theorien konfrontiert sind, bestehen darin, reale Zuteilungen festzulegen, die das Kriterium der Neidfreiheit erfüllen, dies aber nicht durch unangemessene Erweiterungen unserer alltäglichen Vorstellung von Neidfreiheit erreichen.
Trotz dieser Schwierigkeiten haben einige Theoretiker die Analyse im breiteren Kontext der Verhandlungstheorie erweitert, um die traditionellen Probleme der Verteilungsgerechtigkeit zu behandeln (Barry, 1989(6); Binmore, 1994(7); 1998(8); Zajac, 1995(9)). Dieser Trend dürfte sich in Zukunft mit einem stärkeren Engagement von Wirtschaftswissenschaftlern, politischen Theoretikern und Philosophen fortsetzen. >Fairness/Politische Theorien, >Verteilungsgerechtigkeit.

1. Baumol, William J. (1986) Superfairness: Applications and Theory. Cambridge, MA: MIT Press.
2. Brams, Steven J. and Alan D. Taylor (1996) Fair Division: From Cake-Cutting to Dispute Resolution.
Cambridge: Cambridge University Press.
3. Le Grand, Julian (1991) Equity and Choice: An Essay in Economics and Applied Philosophy. London: Harper Collins.
4. Varian, Hal R. (1975) 'Distributive justice, welfare economics, and the theory of fairness'. Philosophy and Public Affairs, 4:223-47.
5. Young, H. Peyton (1994) Equity: In Theory and Practice. Princeton, NJ: Princeton University Press.
6. Barry, Brian (1989) Theories of Justice. Berkeley, CA: University of California Press.
7. Binmore, Ken (1994) Game Theory and the Social Contract. vol. 1, Playing Fair. Cambridge, MA: MIT Press.
8. Binmore, Ken (1998) Game Theory and the Social Contract. Vol. 2, Just Playing (Economic Learning and Social Evolution). Cambridge, MA: MIT Press.
9. Zajac, Edward E. (1995) Political Economy of Fairness. Cambridge, MA: MIT Press.

Lamont, Julian 2004. „Distributive Justice“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Gemeingut De Viti De Marco Rothbard III 1030
Gemeingut/Kollektive Güter/De Viti De Marco/Rothbard: Es sind viele Versuche unternommen worden (...), das Konzept des „kollektiven“ Gutes zu retten, um eine scheinbar unumstößliche, wissenschaftliche Rechtfertigung für staatliche Maßnahmen zu liefern. De Viti De Marco: Antonio De Viti De Marco definierte „kollektive Bedürfnisse“ als zwei Kategorien:
a) Bedürfnisse, die entstehen, wenn sich ein Individuum nicht in Isolation befindet, und
b) Bedürfnisse, die mit einem Interessenkonflikt verbunden sind.
RothbardVsDe Viti De Marco:
Vs a) Die erste Kategorie ist jedoch so weit gefasst, dass sie die meisten Marktprodukte einschließt. Es hätte zum Beispiel keinen Sinn, Theaterstücke aufzuführen, wenn nicht eine bestimmte Anzahl von Menschen sie sehen würde, oder Zeitungen herauszugeben, wenn es nicht einen bestimmten breiten Markt gäbe. Müssen daher alle diese Branchen verstaatlicht und vom Staat monopolisiert werden?
Vs b) Die zweite Kategorie soll vermutlich für die Verteidigung gelten. Dies ist jedoch nicht richtig. Die Verteidigung selbst spiegelt keinen Interessenkonflikt wider, sondern eine drohende Invasion, gegen die man sich verteidigen muss. Außerdem ist es kaum vernünftig, dasjenige Bedürfnis als „kollektiv“ zu bezeichnen, das am wenigsten einhellig sein dürfte, denn Räuber werden es kaum wünschen!(1)
Immaterielle Güter/Dienstleistungen: Andere Ökonomen schreiben, als ob Verteidigung notwendigerweise kollektiv sei, weil es sich um eine immaterielle Dienstleistung handelt, während Brot, Autos usw. materiell teilbar sind und an Individuen verkauft werden können.
RothbardVs: Aber „immaterielle“ Dienstleistungen für Einzelpersonen gibt es auf dem Markt im Überfluss. Müssen Konzertveranstaltungen vom Staat monopolisiert werden, weil ihre Dienstleistungen immateriell sind?

1. Antonio De Viti De Marco, First Principles of Public Finance (London: Jonathan Cape, 1936), S. 37-41. Ähnlich wie De Viti's erste Kategorie ist Baumol's Versuch eines Kriteriums für „gemeinsam“ finanzierte Güter, für eine Kritik daran siehe Rothbard, „Toward A Reconstruction of Utility and Welfare Economics“, S. 255-60.

De Viti De Marco I
Antonio De Viti De Marco
La Politica Commerciale E Gl’interessi Dei Lavoratori Charleston, South Carolina 2010

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Gemeingut Wirtschaftstheorien Rothbard III 1030
Gemeingut/Kollektive Güter/Wirtschaftstheorien/Rothbard: Es sind viele Versuche unternommen worden (...), das Konzept des „kollektiven“ Gutes zu retten, um eine scheinbar unumstößliche, wissenschaftliche Rechtfertigung für staatliche Maßnahmen zu liefern. Molinari: Molinari zum Beispiel versuchte, die Verteidigung als kollektives Gut zu etablieren, und behauptete: „Eine Polizeitruppe dient allen Einwohnern des Bezirks, in dem sie tätig ist, aber die bloße Einrichtung einer Bäckerei stillt nicht ihren Hunger.“
RothbardVsMolinari: Aber im Gegenteil, es gibt keine absolute Notwendigkeit für eine Polizeitruppe, jeden Einwohner eines Gebietes zu verteidigen oder, mehr noch, jedem das gleiche Maß an Schutz zu gewähren. Außerdem würde sich ein absoluter Pazifist, ein Anhänger der totalen Gewaltlosigkeit, der in diesem Gebiet lebt, nicht als von der Polizei geschützt oder als von ihr verteidigt betrachten. Im Gegenteil, er würde jede Polizei in seinem Gebiet als nachteilig für ihn betrachten. Daher kann die Verteidigung nicht als „kollektives Gut“ oder „kollektives Bedürfnis“ betrachtet werden. Ähnlich verhält es sich mit Projekten wie Staudämmen, bei denen nicht einfach davon ausgegangen werden kann, dass sie allen in dem Gebiet zugute kommen.(1)
De Viti De Marco: Antonio De Viti De Marco definierte „kollektive Bedürfnisse“ als zwei Kategorien:
a) Bedürfnisse, die entstehen, wenn sich ein Individuum nicht in Isolation befindet, und
b) Bedürfnisse, die mit einem Interessenkonflikt verbunden sind.
RothbardVsDe Viti De Marco:
Vs a) Die erste Kategorie ist jedoch so weit gefasst, dass sie die meisten Marktprodukte einschließt. Es hätte zum Beispiel keinen Sinn, Theaterstücke aufzuführen, wenn nicht eine bestimmte Anzahl von Menschen sie sehen würde, oder Zeitungen herauszugeben, wenn es nicht einen bestimmten breiten Markt gäbe. Müssen daher alle diese Branchen verstaatlicht und vom Staat monopolisiert werden?
Vs b) Die zweite Kategorie soll vermutlich für die Verteidigung gelten. Dies ist jedoch nicht richtig. Die Verteidigung selbst spiegelt keinen Interessenkonflikt wider, sondern eine drohende Invasion, gegen die man sich verteidigen muss. Außerdem ist es kaum vernünftig, dasjenige Bedürfnis als „kollektiv“ zu bezeichnen, das am wenigsten einhellig sein dürfte, denn Räuber werden es kaum wünschen!(2)
Immaterielle Güter/Dienstleistungen: Andere Ökonomen schreiben, als ob Verteidigung notwendigerweise kollektiv sei, weil es sich um eine immaterielle Dienstleistung handelt, während Brot, Autos usw. materiell teilbar sind und an Individuen verkauft werden können.
RothbardVs: Aber „immaterielle“ Dienstleistungen für Einzelpersonen gibt es auf dem Markt im Überfluss. Müssen Konzertveranstaltungen vom Staat monopolisiert werden, weil ihre Dienstleistungen immateriell sind?
Rothbard III 1031
Samuelson: In den letzten Jahren hat Professor Samuelson seine eigene Definition von „kollektiven Konsumgütern“ in einer sogenannten „reinen“ Theorie der Staatsausgaben angeboten. Def. kollektive Konsumgüter/Samuelson: Kollektive Konsumgüter sind nach Samuelson solche, „die alle gemeinsam in dem Sinne genießen, dass der Konsum eines jeden Individuums eines solchen Gutes zu keinem Abzug vom Konsum eines anderen Individuums dieses Gutes führt“. Aus irgendeinem Grund wird angenommen, dass dies die richtigen Güter (oder zumindest diese) sind, die der Staat und nicht der freie Markt bereitstellen sollte.(3)
VsSamuelson: Samuelsons Kategorie ist mit gebührender Schärfe angegriffen worden. Professor Enke(4) wies beispielsweise darauf hin, dass die meisten staatlichen Dienstleistungen einfach nicht in Samuelsons Klassifizierung passen - darunter Autobahnen, Bibliotheken, Justizdienste, Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser und militärischer Schutz. Wir können sogar noch weiter gehen und behaupten, dass keine Güter jemals in Samuelsons Kategorie der „kollektiven Konsumgüter“ passen würden.
Margolis: [Julius] Margolis(4) zum Beispiel, der Samuelson zwar kritisch gegenübersteht, räumt ein, dass die Landesverteidigung und Leuchttürme in diese Kategorie fallen. Aber die „Landesverteidigung“ ist sicherlich kein absolutes Gut mit nur einer Versorgungseinheit. Sie besteht aus spezifischen Ressourcen, die auf bestimmte und konkrete Weise eingesetzt werden - und diese Ressourcen sind notwendigerweise knapp. Ein Ring von Verteidigungsbasen um New York zum Beispiel verringert die Menge, die um San Francisco herum verfügbar ist. Außerdem leuchtet ein Leuchtturm nur in einem bestimmten Gebiet. Ein Schiff in diesem Gebiet verhindert nicht nur, dass andere zur gleichen Zeit in das Gebiet einlaufen, sondern auch der Bau eines Leuchtturms an einem Ort schränkt dessen Bau an anderer Stelle ein. Wenn ein Gut wirklich technologisch „kollektiv“ im Sinne von Samuelson ist, dann ist es überhaupt kein Gut, sondern eine natürliche Bedingung für das menschliche Wohlergehen, wie die Luft, die für alle im Überfluss vorhanden ist und daher niemandem gehört. In der Tat ist nicht der Leuchtturm, sondern der Ozean selbst - wenn die Ianes nicht überfüllt sind - das „kollektive Konsumgut“, das daher herrenlos bleibt. Es ist offensichtlich, dass weder die Regierung noch irgendjemand anderes normalerweise benötigt wird, um den Ozean zu produzieren oder zu verteilen.(4)
Rothbard III 1032
Tiebout: Charles M. Tiebout(5) räumt ein, dass es keinen „reinen“ Weg zur Festlegung eines optimalen Niveaus der Staatsausgaben gibt, und versucht, eine solche Theorie speziell für die Kommunalverwaltung zu retten. Er ist sich bewusst, dass der Prozess der Besteuerung und sogar der Stimmabgabe die freiwillige Demonstration der Wahlfreiheit der Verbraucher im Bereich der Regierung ausschließt, und argumentiert, dass die Dezentralisierung und die Freiheit der Binnenwanderung die Ausgaben der lokalen Regierung mehr oder weniger optimal machen - so wie wir sagen können, dass die Ausgaben von Unternehmen auf dem freien Markt „optimal“ sind -, da die Einwohner nach Belieben zu- und abwandern können. Sicherlich ist es richtig, dass der Verbraucher besser gestellt ist, wenn er ohne weiteres aus einer Gemeinde mit hohen Steuern in eine Gemeinde mit niedrigen Steuern umziehen kann. Aber dies hilft dem Verbraucher nur bis zu einem gewissen Grad; es löst nicht das Problem der Staatsausgaben, das ansonsten dasselbe bleibt. Es gibt in der Tat noch andere Faktoren als den Staat, die bei der Wahl des Wohnsitzes eine Rolle spielen, und es kann sein, dass genügend Menschen aus dem einen oder anderen Grund an ein bestimmtes geografisches Gebiet gebunden sind, um ein hohes Maß an staatlicher Plünderung zuzulassen, bevor sie umziehen. Darüber hinaus besteht ein großes Problem darin, dass die gesamte Landfläche der Welt festgelegt ist und dass die Regierungen das gesamte Land für sich beansprucht haben und somit die Verbraucher allgemein belasten.(5) >Kollektive Güter/Rothbard, >Soziale Güter.

1. Gustave de Molinari, The Society ofTomorrow. New York: G.P. Putnam's Sons, 1904. Nachdruck Taylor & Francis, 1972 S. 63. Zum Trugschluss der kollektiven Güter siehe S.R., Ibid., S. 63. Zum Trugschluss der kollektiven Güter siehe S.R., „Spencer As His Own Critic“, Liberty, Juni 1904, und Merlin H. Hunter und Harry K. Allen, Principles of Public Finance (New York: Harpers, 1940), S. 22. Molinari hatte nicht immer an die Existenz von „Kollektivgütern“ geglaubt, wie aus seinem bemerkenswerten „De la production de la sécurité“, Journal des Economistes, 15. Februar 1849, und Molinari, „Onziéme soirée“ in Les soirées de la Rue Saint Lazare (Paris, 1849) hervorgeht.
2. Antonio De Viti De Marco, First Principles of Public Finance (London: Jonathan Cape, 1936), S. 37-41. Ähnlich wie De Viti's erste Kategorie ist Baumol's Versuch eines Kriteriums für „gemeinsam“ finanzierte Güter, für eine Kritik daran siehe Rothbard, „Toward A Reconstruction of Utility and Welfare Economics“, S. 255-60.
3. Paul A. Samuelson, „The Pure Theory of Public Expenditures“, Review ofEconomics and statistics, November 1954, S. 387-89.
4. Stephen Enke, „More on the Misuse of Mathematics in Economics: A Rejoinder,“ Review of Economics and statistics, May, 1955, pp. 131-33 ; Julius Margolis, ‚A Comment On the Pure Theory of Public Expenditures,‘ Review of Economics and statistics, November, 19 5 5, pp. 347-49. In seiner Antwort an die Kritiker beeilt sich Samuelson, jede mögliche Andeutung zu dementieren, dass er die Sphäre des Staates auf kollektive Güter beschränken wolle, und behauptet, dass seine Kategorie wirklich ein „polares“ Konzept sei. Die Güter in der realen Welt sollen nur Mischungen aus den „polaren Extremen“ der öffentlichen und privaten Güter sein. Aber diese Konzepte sind, selbst in Samuelsons eigenen Begriffen, entschieden nicht polar, sondern erschöpfend. Entweder verringert der Konsum eines Gutes durch A den möglichen Konsum von B, oder er tut es nicht: Diese beiden Alternativen schließen sich gegenseitig aus und erschöpfen die Möglichkeiten. In der Tat hat Samuelson seine Kategorie sowohl als theoretisches als auch als praktisches Instrument aufgegeben. Paul A. Samuelson, „Diagrammatic Exposition of a Theory of Public Expenditure“, Review of Economics and statistics, November 1955, S. 350-56.
5. Charles M. Tiebout, „A Pure Theory of Local Expenditures“, Journal of Political Economy, Oktober 1956, S. 416-24. An einer Stelle scheint Tiebout zuzugeben, dass seine Theorie nur dann gültig wäre, wenn jeder Mensch irgendwie „seine eigene Kommunalverwaltung“ sein könnte. Ibid., S. 421.
Im Zuge einer scharfen Kritik an der Idee des Wettbewerbs in der Regierung schrieb der Colorado Springs Gazette-Telegraph wie folgt: „Wenn der Steuerzahler die Freiheit hätte, als Kunde zu handeln und nur die Dienstleistungen zu kaufen, die er für sich selbst als nützlich erachtet und die preislich in seinem Rahmen liegen, dann wäre dieser Wettbewerb zwischen den Regierungen eine wunderbare Sache. Aber weil der Steuerzahler kein Kunde ist, sondern nur der Regierte, kann er nicht frei wählen. Er ist nur gezwungen, zu zahlen.... Bei der Regierung gibt es keine Produzenten-Kunden-Beziehung. Es gibt nur die Beziehung, die immer zwischen denen besteht, die herrschen, und denen, die beherrscht werden. Die Beherrschten sind niemals frei, die Dienstleistungen der Produkte des Herrschers abzulehnen.... Anstatt zu versuchen, herauszufinden, welche Regierung den Beherrschten am besten dienen kann, begann jede Regierung, mit jeder anderen Regierung auf der Grundlage ihrer Steuereinnahmen zu konkurrieren.... Das Opfer dieses Wettbewerbs ist immer der Steuerzahler.... Der Steuerzahler wird nun von der Bundes-, Landes-, Schul-, Bezirks- und Stadtregierung bedrängt. Jeder von ihnen konkurriert um den letzten Dollar, den er hat.“ (Colorado Springs Gazette-Telegraph, 16. Juli 1958)

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Generationengerechtigkeit Rawls I 128
Generationengerechtigkeit/Rawls: es ist die Frage, ob die Personen in einem angenommenen Anfangszustand einer zu errichtenden Gesellschaft Pflichten und Verpflichtungen gegenüber Dritten, insbesondere ihrer direkten Nachkommen haben. Das Prinzip der Gerechtigkeit als Fairness möchte seine Prinzipien aber nicht aus solchen Erwägungen ableiten. >Fairness/Rawls, >Gesellschaft/Rawls, >Gerechtigkeit/Rawls.
Dennoch nehme ich an, dass die Personen zwar nicht ihre eigene Lebensspanne in Kontinuität berücksichtigen, aber dennoch wird sich ihr Goodwill über wenigstens zwei Generationen erstrecken.
I 208
Generationengerechtigkeit/Rawls: Da die Mitglieder der Gesellschaft ein Interesse haben, ihren Abkömmlingen gleiche Freiheitsrechte zu sichern, gibt es keinen Konflikt über die Wahl des Prinzips gleicher Freiheiten. Ein Sohn könnte z.B. nicht argumentieren, dass der Vater seine Interessen vernachlässigte, würde er das Prinzip gleicher Freiheiten akzeptieren. Der Vater müsste bei einer Abweichung davon zuungunsten anderer argumentieren, dass diese anderen Vorteile entstünden, wenn sie erwachsen werden.
I 284
Generationengerechtigkeit/Rawls: Diese Frage fordert jede ethische Theorie heraus. Sie hängt davon ab, wie die sozialen Mindeststandards definiert werden.
I 286
Soziale Mindeststandards/Rawls: hier gibt es zwei Probleme: a) es kann nicht genug angespart werden oder
b) die Besteuerung greift bei einer Anhebung des Minimums zu stark.
Dann beginnt die Situation der am schlechtesten Gestellten, sich zu verschlechtern.
Die Frage der Sparrate ist oft diskutiert worden(1)(2)(3)(4)(5).
I 287
Generationengerechtigkeit/Rawls: Die Schlussfolgerung ist, dass die größeren Vorteile künftiger Generationen hinreichend groß sein werden, um die gegenwärtigen Opfer zu kompensieren. Das kann allein deshalb schon wahr sein, weil spätere Generationen bessere Technologie zur Verfügung haben. RawlsVsUtilitarismus: Der Utilitarismus zwingt uns dazu, den Ärmeren größere Opfer aufzuerlegen für die Späteren, denen es vielleicht schon aufgrund anderer Umstände besser gehen wird.
Das gegenseitige Aufrechnen macht aber zwischen Generationen nicht so viel Sinn wie zwischen Zeitgenossen.
>Utilitarismus, >VsUtilitarismus.
Vertragstheorie/Vertragsdoktrin/Rawls: Die Vertragsdoktrin betrachtet das Problem aus Sicht der Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft. Hier wissen die Beteiligten nicht, zu welcher Generation sie gehören, wenn sie sich für die Gesellschaftsform und ihre Ausgestaltung entscheiden sollen. Nun sollen sie sich fragen, wieviel sie bereit sind, anzusparen, wenn alle anderen dasselbe tun. Dadurch sollen sie ein Prinzip des gerechten Sparens aufstellen, dass für alle gilt.
>Vertragstheorie.
I 288
Einzig die Angehörigen der allerersten Generation profitieren nicht davon, aber niemand weiß, zu welcher Generation er gehört.
I 289
Das Prinzip des gerechten Sparens zwingt aber nicht dazu, auf ewig weiter zu sparen. Details sind zu späteren Zeitpunkten zu klären. Jede Generation hat ihre eigenen, angemessenen Ziele. Generationen sind einander ebenso wenig unterworfen wie Individuen es sind. Keine Generation hat besondere Ansprüche.
I 290
Sparen/Sparrate/Wohlstand/Rawls: Das letzte Stadium muss keines des Überflusses sein. Das Prinzip der Gerechtigkeit fordert nicht frühere Generationen zu sparen, damit spätere mehr haben. Vielmehr geht es beim Sparen um die Ermöglichung einer besseren Ausprägung einer gerechten Gesellschaft und gleicher Freiheiten. Wenn mehr angespart wird, ist es für andere Zwecke. Es wäre ein Missverständnis zu denken, die Verwirklichung einer guten und gerechten Gesellschaft müsse warten bis ein hoher Lebensstandard erreicht ist.
I 291
Generationengerechtigkeit/Alexander Herzen/Rawls: Herzen These: Die menschliche Entwicklung ist eine Art chronologischer Unfairness, denn die Späteren profitieren von der Arbeit der Früheren, ohne denselben Preis zu zahlen.(6) >A. Herzen.
Generationengerechtigkeit/Kant: Kant sah es als befremdlich an, dass frühere Generationen ihre Last lediglich zugunsten der späteren tragen und das diese als einzige das Glück haben werden, in einem vollendeten Gebäude wohnen zu dürfen(7).
>Generationengerechtigkeit/Kant.

1. Siehe A. K. Sen „On Optimizing the Rate of Saving“, Economic Journal, Bd. 71, 1961.
2. J. Tobin, National Economic Policiy, New Haven, 1966, Kap. IX.
3. R.M. Solow, Growth Theory, New York, 1970, Kap. V.
4. Frank P. Ramsey, „A Mathematical Theory of Saving“, Economic Journal, Bd. 38, 1928, Nachdruck in Arrow and Scitovsky, Readings in Welfare Economics.
5. T.C. Koomans, „On the Concept of Optimal Economic Growth“ (1965), In: Scientific Papers of T. C. Kopmans, Berlin, 1970.
6. Zitat aus Isaiah Berlin’s Einführung zu Franco Venturi, Roots of Revolution, New York, 1960 S. xx.
7. Kant: „Idea for a Universal History with a Cosmopolitan Purpose“, Zitiert aus Hans Reiss (Hrsg.) Kant, Political Writings, Cambridge, 1970, S. 44.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Gleichgewicht Walras Mause I 54
Gleichgewicht/Neoklassische Theorie: Vom Verhalten einzelner Haushalte und Unternehmen lassen sich die Nachfrage nach und das Angebot von verschiedenen Gütern sowie das entsprechende Marktgleichgewicht mit Gleichgewichtspreis und Gleichgewichtsmenge ableiten. Von zentraler Bedeutung für die Bewertung von Märkten und Marktgleichgewichten ist jedoch nicht diese Partialanalyse einzelner Märkte, sondern die Totalanalyse, d. h. die simultane Betrachtung aller Märkte einer Volkswirtschaft und der zwischen denselben bestehenden Interdependenzen (Allgemeine Gleichgewichtstheorie). Der Pionier der Totalanalyse war Léon Walras.(1) In ihrer modernen Form wurde sie geprägt von Kenneth J. Arrow und Gerard Debreu (Arrow 1951 (2); Arrow und Debreu 1954 (3)). In einem ersten Schritt lässt sich die Existenz eines allgemeinen Marktgleichgewichts beweisen. Dabei werden die relativen Preise aller Güter ausschließlich durch die realen ökonomischen Bedingungen (also z. B. die Produktionstechnik, die Ressourcenausstattung oder die Nachfragestruktur) determiniert; das Geld spielt nur insoweit eine Rolle als das Preisniveau (nach Maßgabe der Quantitätstheorie) von der Geldmenge abhängt; im Übrigen ist es neutral. Problem: Die für das Gleichgewicht notwendigen Bedingungen sind in der Realität niemals erfüllt.
Lösung: In der Theorie wird die Existenz des Gleichgewichts bewiesen, nicht aber seine Stabilität.
>Neoklassiker, >K. Arrow.

1. L. Walras, Eléments d’Economie Politique Pure. Teile I– III (1874), Teile IV–VI (1877). Lausanne 1874/ 1877.
2. K.J. Arrow, An extension of the basic theorems of classical welfare economics. In Proceedings of the second Berkeley symposium on mathematical statistics and probability, Hrsg. J. Neyman, Berkeley 1951
3. K. J. Arrow, G. Debreu Existence of equilibrium for a competitive economy. Econometrica 22: 82– 109.

EconWalras I
Léon Walras
Eléments d’Economie Politique Pure Lausanne 1874

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Gleichgewichtstheorie Neoklassiker Mause I 54
Gleichgewicht/Neoklassische Theorie: Vom Verhalten einzelner Haushalte und Unternehmen lassen sich die Nachfrage nach und das Angebot von verschiedenen Gütern sowie das entsprechende Marktgleichgewicht mit Gleichgewichtspreis und Gleichgewichtsmenge ableiten. Von zentraler Bedeutung für die Bewertung von Märkten und Marktgleichgewichten ist jedoch nicht diese Partialanalyse einzelner Märkte, sondern die Totalanalyse, d. h. die simultane Betrachtung aller Märkte einer Volkswirtschaft und der zwischen denselben bestehenden Interdependenzen (Allgemeine Gleichgewichtstheorie). Der Pionier der Totalanalyse war Léon Walras.(1) In ihrer modernen Form wurde sie geprägt von Kenneth J. Arrow und Gerard Debreu (Arrow 1951(2); Arrow und Debreu 1954 (3)). In einem ersten Schritt lässt sich die Existenz eines allgemeinen Marktgleichgewichts beweisen. Dabei werden die relativen Preise aller Güter ausschließlich durch die realen ökonomischen Bedingungen (also z. B. die Produktionstechnik, die Ressourcenausstattung oder die Nachfragestruktur) determiniert; das Geld spielt nur insoweit eine Rolle als das Preisniveau (nach Maßgabe der Quantitätstheorie) von der Geldmenge abhängt; im Übrigen ist es neutral. Problem: Die für das Gleichgewicht notwendigen Bedingungen sind in der Realität niemals erfüllt.
Lösung: In der Theorie wird die Existenz des Gleichgewichts bewiesen, nicht aber seine Stabilität.
>K. Arrow.

1. L. Walras, Eléments d’Economie Politique Pure. Teile I–III (1874), Teile IV– VI (1877). Lausanne 1874/ 1877.
2. K.J. Arrow, An extension of the basic theorems of classical welfare economics. In Proceedings of the second Berkeley symposium on mathematical statistics and probability, Hrsg. J. Neyman, Berkeley 1951
3. K. J. Arrow, G. Debreu Existence of equilibrium for a competitive economy. Econometrica 22: 82–109.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Grenznutzen Mises Rothbard IV 13
Geld/Grenznutzen/Mises/Rothbard: Ludwig von Mises machte sich daran, [die] Trennung [zwischen Geld, „Preisniveau“, „Sozialprodukt“ und Ausgaben] zu reparieren und die Ökonomie des Geldes und seiner Kaufkraft (fälschlicherweise „Preisniveau“ genannt) auf die österreichische Analyse des Individuums und der Marktwirtschaft zu gründen: um zu einer großen integrierten Ökonomie zu gelangen, die alle Teile des Wirtschaftssystems erklären würde.(1) >Österreichische Schule.
Rothbard IV 14
Individuen/MisesVsFisher, Irving: Endlich war die Ökonomie ein Ganzes, ein integriertes Analyseinstrument, das auf individuellem Handeln beruhte; es musste keine Trennung zwischen Geld und relativen Preisen, zwischen Mikro- und Makroebene geben. Die mechanistische Fishersche Auffassung von automatischen Beziehungen zwischen Geldmenge und Preisniveau, von „Umlaufgeschwindigkeiten“ und „Tauschgleichungen“ wurde von Mises ausdrücklich zugunsten einer integrierten Anwendung der Grenznutzentheorie auf das Geldangebot und die Geldnachfrage selbst aufgegeben. >Irving Fisher.
Konkret zeigte Mises, dass der „Preis“ oder die Kaufkraft der Geldeinheit auf dem Markt auf die gleiche Weise bestimmt wird, wie der Preis jedes anderen Gutes durch die verfügbare Menge und die Intensität der Nachfrage der Verbraucher nach diesem Gut (auf der Grundlage seines Grenznutzens für die Verbraucher) bestimmt wird. Im Falle des Geldes ist seine Nachfrage eine Nachfrage nach der Haltung von Bargeld (in der Brieftasche oder auf der Bank, um es früher oder später für nützliche Güter und Dienstleistungen auszugeben). Der Grenznutzen der Geldeinheit (des Dollars, des Frankens oder der Goldunze) bestimmt die Intensität der Nachfrage nach Bargeldguthaben; und die Wechselwirkung zwischen der verfügbaren Geldmenge und der Nachfrage danach bestimmt den „Preis“ des Dollars (d. h. wie viel von anderen Gütern der Dollar im Austausch kaufen kann).
Quantitätstheorie: Mises stimmte mit der klassischen „Quantitätstheorie“ überein, dass eine Zunahme des Angebots an Dollars oder Goldunzen zu einem Rückgang ihres Wertes oder „Preises“ führt (d. h. zu einem Anstieg der Preise anderer Waren und Dienstleistungen); aber er verfeinerte diesen groben Ansatz enorm und integrierte ihn in die allgemeine Wirtschaftsanalyse.
>Quantitätstheorie.
Rothbard IV 15
Grenznutzen/Mises: (...) [von Mises] hat gezeigt, dass diese Bewegung kaum proportional ist; eine Erhöhung des Geldangebots wird tendenziell seinen Wert senken, aber wie sehr, oder ob überhaupt, hängt davon ab, was mit dem Grenznutzen des Geldes geschieht und damit mit der Nachfrage der Öffentlichkeit, ihr Geld in Bargeldguthaben zu halten. Darüber hinaus zeigte Mises, dass die „Geldmenge“ nicht pauschal zunimmt: Die Erhöhung wird an einem Punkt des Wirtschaftssystems injiziert, und die Preise steigen erst, wenn sich das neue Geld in Wellen über die gesamte Wirtschaft ausbreitet. Wenn die Regierung neues Geld druckt und es z.B. für Büroklammern ausgibt, kommt es nicht zu einem einfachen Anstieg des „Preisniveaus“, wie nicht-österreichische Ökonomen sagen würden, sondern zuerst steigen die Einkommen und die Preise für Büroklammern, dann die Preise für die Zulieferer der Büroklammerindustrie und so weiter. Eine Erhöhung des Geldangebots verändert also zumindest vorübergehend die relativen Preise und kann auch zu einer dauerhaften Veränderung der relativen Einkommen führen. >Geldmenge/Mises.
Rothbard IV 16
Grenznutzen/Geld/Mises/Rothbard: Bei der Anwendung des Grenznutzens auf Geld musste Mises ein Problem überwinden, das die meisten Ökonomen für unüberwindbar hielten: den so genannten „österreichischen Kreis“. Die Ökonomen sahen ein, dass die Preise von Eiern, Pferden oder Brot durch die jeweiligen Grenznutzen dieser Güter bestimmt werden konnten; aber im Gegensatz zu diesen Gütern, die nachgefragt werden, um konsumiert zu werden, wird Geld nachgefragt und in Geldguthaben gehalten, um für Güter ausgegeben zu werden. Niemand kann also Geld nachfragen (und einen Grenznutzen dafür haben), wenn es nicht bereits vorhanden ist und auf dem Markt einen Preis und eine Kaufkraft hat. Wie aber lässt sich der Preis des Geldes vollständig durch seinen Grenznutzen erklären, wenn das Geld einen bereits existierenden Preis (Wert) haben muss, um überhaupt nachgefragt zu werden? Regressionstheorem: In seinem „Regressionstheorem“ überwand Mises den „österreichischen Zirkel“ in einer seiner wichtigsten theoretischen Leistungen; denn er zeigte, dass man diese Zeitkomponente in der Geldnachfrage logisch bis zu dem alten Tag zurückschieben kann, an dem die Geldware kein Geld, sondern eine nützliche Tauschware an sich war; kurz, bis zu dem Tag, an dem die Geldware (z.B. Gold oder Silber) ausschließlich wegen ihrer Eigenschaften als konsumierbare und direkt verwendbare Ware nachgefragt wurde.
>Regressionstheorem.
Damit vervollständigte Mises nicht nur die logische Erklärung des Preises oder der Kaufkraft des Geldes, sondern seine Erkenntnisse hatten noch weitere wichtige Auswirkungen. Denn sie bedeutete, dass Geld nur auf eine Weise entstehen konnte: auf dem freien Markt und aus der direkten Nachfrage auf diesem Markt nach einer nützlichen Ware. Und das bedeutete, dass Geld nicht dadurch entstehen konnte, dass die Regierung etwas als Geld proklamierte oder durch eine Art einmaligen Gesellschaftsvertrag; es konnte sich nur aus einer allgemein nützlichen und wertvollen Ware entwickeln. Menger hatte schon früher gezeigt, dass Geld auf diese Weise entstehen kann; aber es war Mises, der die absolute Notwendigkeit dieses Marktursprungs des Geldes feststellte.
Wert des Geldes/Rothbard: Dies hatte aber noch weitere Auswirkungen. Denn es bedeutete, im Gegensatz zu den Ansichten der meisten Ökonomen damals und heute, dass „Geld“ nicht einfach willkürliche Einheiten oder Papierstücke sind, wie sie von der Regierung definiert werden: „Dollar“, ‚Pfund‘, ‚Franken‘ usw. Geld muss als nützliche Ware entstanden sein: als Gold, Silber oder was auch immer. Die ursprüngliche Geldeinheit, die Einheit der Rechnung und des Austauschs, war nicht der „Franc“ oder die „Mark“, sondern das Goldgramm oder die Silberunze.
Rothbard IV 17
Goldstandard/Zentralbanken/Mises/Rothbard: Diese Analyse, kombiniert mit Mises' Demonstration der unausweichlichen sozialen Übel der Erhöhung des Angebots an willkürlich produzierten „Dollars“ und „Francs“ durch die Regierung, weist den Weg für eine vollständige Trennung der Regierung vom Geldsystem. Denn es bedeutet, dass das Wesen des Geldes ein Gold- oder Silbergewicht ist, und es bedeutet, dass es durchaus möglich ist, zu einer Welt zurückzukehren, in der solche Gewichte wieder die Rechnungseinheit und das Medium des Geldaustausches sein werden. Ein Goldstandard, der weit davon entfernt ist, ein barbarischer Fetisch oder ein weiteres willkürliches Instrument der Regierung zu sein, ist in der Lage, ein Geld zu schaffen, das ausschließlich auf dem Markt produziert wird und nicht den inhärenten inflationären und umverteilenden Tendenzen einer Zwangsregierung unterliegt. Ein solides, nichtstaatliches Geld würde eine Welt bedeuten, in der die Preise und Kosten als Reaktion auf Produktivitätssteigerungen wieder sinken würden. >Goldstandard/Mises, >Grenznutzen/Österreichische Schule.
Rothbard IV 19/20
Grenznutzen/Mises/Rothbard: Aufbauend auf den Erkenntnissen seines Kommilitonen am Böhm-Bawerk-Seminar, des Tschechen Franz Cuhel, widerlegte Mises auf erschütternde Weise die Vorstellung, dass der Grenznutzen in irgendeiner Weise messbar sei, und zeigte, dass der Grenznutzen eine strikt ordinale Rangfolge ist, in der das Individuum seine Werte nach Präferenzrängen auflistet („Ich ziehe A vor B und B vor C“), ohne irgendeine mythologische Einheit oder Größe des Nutzens anzunehmen.
Rothbard IV 20
Wenn es keinen Sinn macht zu sagen, dass ein Individuum „seinen eigenen Nutzen messen“ kann, dann macht es noch weniger Sinn zu versuchen, den Nutzen zwischen Menschen in der Gesellschaft zu vergleichen. >Grenznutzen/Mises.
Dennoch haben Statisten und Egalitaristen dieses Jahrhundert hindurch versucht, die Nutzentheorie auf diese Weise zu verwenden. Wenn man sagen kann, dass der Grenznutzen eines Dollars für jeden Menschen sinkt, wenn er mehr Geld anhäuft, kann man dann nicht auch sagen, dass die Regierung den „sozialen Nutzen“ erhöhen kann, indem sie einem reichen Mann, der ihn wenig wertschätzt, einen Dollar wegnimmt und ihn einem armen Mann gibt, der ihn hoch schätzt?
Mises/Rothbard: Mises' Nachweis, dass der Nutzen nicht gemessen werden kann, macht den Grenznutzen für eine egalitäre Politik des Staates völlig überflüssig. Und dennoch, während Ökonomen im Allgemeinen Lippenbekenntnisse zu der Idee ablegen, dass Nutzen nicht zwischen Individuen verglichen werden kann, maßen sie sich an, weiterzumachen und zu versuchen, „soziale Vorteile“ und „soziale Kosten“ zu vergleichen und zu summieren.
Rothbard IV 58
Wenn wir also den Nutzen eines Kartons mit einem Dutzend Eiern für den Verbraucher betrachten, ist es unzulässig, diesen Nutzen zu einer Art
Rothbard IV 59
eines „Gesamtnutzens“ zu machen, der in irgendeiner mathematischen Beziehung zum „Grenznutzen eines Eies“ steht. Stattdessen haben wir es lediglich mit Grenznutzen von Einheiten unterschiedlicher Größe zu tun. Im einen Fall eine Dutzend-Eier-Packung, im anderen Fall ein einziges Ei. Das einzige, was wir über die beiden Grenznutzen sagen können, ist, dass der Grenznutzen eines Dutzend Eier mehr wert ist als der eines Eies. Punkt. Mises' Korrektur seiner Mentoren stand im Einklang mit der grundlegenden österreichischen Methodik, die sich stets auf die realen Handlungen von Individuen konzentriert und nicht in die Abhängigkeit von mechanistischen Aggregaten abgleitet.(2) >Individuen/Österreichische Schule.


1. Ludwig von Mises. 1912. The Theory of Money and Credit (Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel, Translated by H.E. Batson in 1934; reprinted with “Monetary Reconstruction» (New
Haven, Conn.: Yale University Press, 1953). Reprinted by the Foundation for Economic Education, 1971; reprinted with an Introduction by Murray N. Rothbard, Liberty Press Liberty Classics, 1989.
2. Für eine Diskussion dieses Punktes, siehe Murray N. Rothbard, Toward a Reconstruction of Utility and Welfare Economics (New York: Center for Libertarian Studies, [1956] 19 77), pp. 9-15. Franz Cuhel's Beitrag in seinem Zur Lehre von den Bedürfnissen (Innsbruck, 1906), pp. 186ff. Böhm-Bawerk's Versuch, Cuhel zurückzuweisen, kann gefunden werden in Eugen von Böhm-Bawerk, Capital and Interest (South Holland, 111.: Libertarian Press, 1959), 111, pp. 124-36.

EconMises I
Ludwig von Mises
Die Gemeinwirtschaft Jena 1922

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Grenzprodukt Rothbard Rothbard III 453
Grenzprodukt/Produktionsfaktoren/Rothbard: Die gegenwärtig modische Darstellung dieses Themas hängt von der Fixität oder Variabilität der Proportionen der kombinierten Faktoren ab, die pro Produkteinheit eingesetzt werden. >Produktionsfaktoren/Rothbard.
Rothbard: Wenn die Faktoren nur in bestimmten festen Proportionen kombiniert werden können, um eine bestimmte Produktmenge zu erzeugen, so wird behauptet, dann kann es keinen bestimmten Preis geben; wenn die Proportionen der Faktoren variiert werden können, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen, dann kann der Preis für jeden Faktor isoliert und bestimmt werden. Wir wollen diese Behauptung prüfen. Nehmen wir an, dass ein Produkt im Wert von 20 Goldunzen durch drei Faktoren erzeugt wird, von denen jeder einzelne nur für diese Produktion spezifisch ist. Angenommen, die Anteile sind variabel, so dass ein Produkt im Wert von 20 Goldunzen entweder von vier Einheiten des Faktors A, fünf Einheiten des Faktors B und drei Einheiten des Faktors C oder von sechs Einheiten von A, vier Einheiten von B und zwei Einheiten von C hergestellt werden kann. Die Preise werden nach wie vor durch Verhandlungen bestimmt, und es liegt auf der Hand, dass die Variabilität in den Anteilen der Faktoren uns nicht dabei hilft, den spezifischen Wert oder Anteil jedes einzelnen Produkts zu bestimmen. Da jeder Faktor rein spezifisch ist, gibt es keine Möglichkeit, analytisch zu ermitteln, wie ein Preis für einen Faktor zustande kommt.
RothbardVs: Die falsche Betonung der Variabilität des Verhältnisses als Grundlage für die Faktorpreisbildung in der aktuellen Literatur ist eine Folge der vorherrschenden Analysemethode. Es wird ein typisches Einzelunternehmen betrachtet, dessen Verkaufspreise und Faktorpreise gegeben sind. Dann wird angenommen, dass die Anteile der Faktoren variabel sind.
Rothbard III 454
Dementsprechend kann gezeigt werden, dass das Unternehmen bei einem Anstieg des Preises von Faktor A im Vergleich zu B weniger von A und mehr von B für die Herstellung seines Produkts verwenden wird. Daraus werden die Nachfragekurven für jeden Faktor abgeleitet und die Preise für jeden Faktor festgelegt. Dieser Ansatz birgt zahlreiche Fehler. Der Hauptfehler besteht darin, eine kausale Erklärung der Faktorpreise auf die Annahme gegebener Faktorpreise zu stützen. Im Gegenteil, wir können die Faktorpreise nicht erklären, wenn wir sie von Beginn der Analyse an als gegeben annehmen.(1) Lösung/Rothbard: Die einzige technologische Schlussfolgerung, die wir rein aus der Praxeologie kennen, ist das Ertragsgesetz, (...). Nach dem Ertragsgesetz gibt es ein Optimum der Proportionen von Faktoren bei der Produktion eines beliebigen Produkts, wenn andere Faktoren gegeben sind. Dieses Optimum kann das einzige Verhältnis sein, in dem das Gut produziert werden kann, oder es kann eines von vielen Verhältnissen sein. Im ersten Fall handelt es sich um feste Verhältnisse, im zweiten Fall um variable Verhältnisse.
>Praxeologie.
Rothbard III 456
Die Schlüsselfrage ist in der Tat nicht die Variabilität, sondern die Spezifität der Faktoren.(2) >Faktormarkt/Rothbard.
Rothbard III 466
Grenzprodukt: Was, (...) bestimmt die Position und die Form des MVP (Grenzwertprodukt)-Schemas? Was ist das Grenzwertprodukt? Es ist der Betrag der Einkommensentnahme, der einer Einheit eines Faktors zuzuschreiben ist. >Produktionsfaktoren/Rothbard, >Faktormarkt/Rothbard.
Und dieser Ertrag hängt von zwei Elementen ab:
(1) dem produzierten physischen Produkt und
(2) dem Preis für dieses Produkt.
Wenn eine Stunde des Faktors X vom Markt auf einen Wert von 20 Goldunzen geschätzt wird, könnte dies daran liegen, dass eine Stunde 20 Einheiten des physischen Produkts erzeugt, die zu einem Preis von einer Goldunze pro Einheit verkauft werden. Dasselbe MVP (marginal value product) könnte sich auch aus der Produktion von 10 Einheiten des Produkts ergeben, die zu einem Preis von zwei Goldunzen pro Einheit verkauft werden, usw. Kurz gesagt, das Grenzwertprodukt einer Faktorleistungseinheit ist gleich dem physischen Grenzprodukt mal dem Preis dieses Produkts.(3)
Physisches Grenzprodukt (MPP): (...) [was sind] die Bestimmungsfaktoren des physischen Grenzprodukts (MPP). Erstens kann es kein allgemeines Schema für das MPP (Physisches Grenzprodukt, marginal physical product) geben, wie es für das MVP existiert, und zwar aus dem einfachen Grund, dass physische Einheiten verschiedener Güter nicht vergleichbar sind. Wie kann man ein Dutzend Eier, ein Pfund Butter und ein Haus in physischen Einheiten vergleichen? Dennoch kann derselbe Faktor für die Produktion jedes dieser Güter nützlich sein. Ein MPP-Schema kann daher nur in besonderer Hinsicht erstellt werden, d. h. in Bezug auf jeden einzelnen Produktionsprozess, in dem der Faktor eingesetzt werden kann. Für jeden Produktionsprozess gibt es für den Faktor ein physisches Grenzproduktionsprogramm mit einer bestimmten Form. Der MPP für ein Angebot in diesem Prozess ist die Menge des physischen Produkts, die einer Einheit dieses Faktors zuzurechnen ist, d. h. die Menge des Produkts, die verloren geht, wenn eine Einheit des Faktors entfernt wird.
Rothbard III 467
Wenn das Angebot des Faktors im Prozess um eine Einheit erhöht wird, wobei die anderen Faktoren gleichbleiben, dann wird der MPP des Angebots zu dem zusätzlichen physischen Produkt, das durch die Hinzufügung der Einheit gewonnen werden kann. Das Angebot des Faktors, das für die MPP-Schemata relevant ist, ist nicht das Gesamtangebot in der Gesellschaft, sondern das Angebot in jedem Prozess, da die MPP-Schemata für jeden Prozess separat erstellt werden. >Skalenerträge/Rothbard.
Rothbard III 468
APP: (= average physical product) - durchschnittliches physisches Produkt. Was ist die Beziehung zwischen APP und MPP? Die MPP ist die Menge des physischen Produkts, die bei Zugabe einer Einheit eines Faktors produziert wird, wobei andere Faktoren gegeben sind. Die APP ist das Verhältnis des Gesamtprodukts zur Gesamtmenge des variablen Faktors, wobei die anderen Faktoren gegeben sind.
Rothbard III 474
Produktionsfaktoren: Ein Faktor wird in einem Produktionsprozess immer so eingesetzt, dass er sich in einem Bereich mit abnehmender APP und abnehmender, aber positiver MPP befindet. >Faktormarkt/Rothbard.
Rothbard III 475
Diskontiertes Grenzwertprodukt/DMVP (discounted marginal value product)/Rothbard: Der Preis einer Einheit eines beliebigen Faktors wird (...) auf dem Markt in Höhe seines diskontierten Grenzwertprodukts festgelegt. Dies wird das DMVP sein, wie es durch den allgemeinen Plan bestimmt wird, der alle verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten des Faktors einschließt. Nun werden die Produzenten den Faktor so einsetzen, dass sein DMVP auf alle Verwendungsarten gleichmäßig verteilt wird. Wenn die DMVP in einer Verwendung größer ist als in einer anderen, dann werden die Arbeitgeber in der ersten Produktionslinie in der Lage sein, mehr für den Faktor zu bieten und werden mehr davon verwenden, bis (nach dem Prinzip des abnehmenden MVP) die DMVP der expandierenden Verwendung bis zu dem Punkt abnimmt, an dem sie der zunehmenden DMVP in der schrumpfenden Verwendung entspricht. Der Preis des Faktors wird so festgelegt, dass er dem allgemeinen DMVP entspricht (...).
1. Die mathematische Neigung, die Konzepte von Ursache und Wirkung durch gegenseitige Bestimmtheit zu ersetzen, hat zur Bereitschaft beigetragen, sich auf Zirkelschlüsse einzulassen. Siehe Rothbard, „Toward a Reconstruction of Utility and Welfare Economics“, S. 236; und Kauder, „Intellectual and Political Roots of the Older Austrian School“.
2. Dies rechtfertigt die Schlussfolgerung von Mises, Human Action, New Haven, Conn.: Yale University Press, 1949. Nachdruck Ludwig von Mises Institut, 1998. S. 336, im Vergleich z. B. mit der Analyse in George J. Stiglers Production and Distribution Theories. Mises fügt den wichtigen Vorbehalt hinzu, dass, wenn die Faktoren in allen Prozessen, für die sie unspezifisch sind, die gleichen festen Anteile haben, auch hier nur durch Verhandlungen ihre Preise bestimmt werden können.
3. Dies ist zwar nicht ganz richtig, aber der technische Fehler in dieser Aussage beeinträchtigt die Kausalanalyse im Text nicht. Dieses Argument wird sogar noch verstärkt, denn das MVP ist eigentlich gleich MPP (physisches Grenzprodukt) x „Grenzerlös“, und der Grenzerlös ist immer kleiner oder gleich dem Preis.

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Kaldor-Hicks-Kriterium Hicks Parisi I 360
Kaldor-Hicks-Kriterium/Kaldor: Vor [der Einführung des Kaldor-Hicks-Kriteriums] wurde allgemein davon ausgegangen, dass jedes Individuum eine "gleiche Fähigkeit zum Genuss" hat und dass Gewinne und Verluste zwischen verschiedenen Individuen direkt verglichen werden können. Im Jahr 1939 jedoch stellten führende britische Wirtschaftswissenschaftler, darunter der spätere Nobelpreisträger Sir John Hicks, derartige politische Vorgaben in Frage, da sie zwischenmenschliche Nutzenvergleiche beinhalteten (Hicks, 1939)(2). Kaldor bot eine Lösung an: Er räumte ein, dass die Ökonomen nicht in der Lage waren, eine wissenschaftliche Grundlage für zwischenmenschliche Nutzenvergleiche zu schaffen, schlug aber vor, dass diese Schwierigkeit irrelevant gemacht werden könnte (Kaldor, 1939)(1). Er argumentierte, dass politische Maßnahmen, die zu einem Anstieg des realen Gesamteinkommens führen, immer wünschenswert sind, weil das Potenzial besteht, dass es allen besser geht (...). Kaldor: "Die Frage der Vergleichbarkeit der individuellen Zufriedenheit ist für den Ökonomen kein Argument für diese Politik, da es in allen Fällen möglich ist, alle besser zu stellen als vorher oder zumindest einige besser zu stellen, ohne jemanden schlechter zu stellen.(Kaldor, 1939(1), pp. 549–550)
Parisi I 361
Nach Kaldor ist ein Projekt dann wünschenswert, wenn das Geldmaß der Gewinne das Geldmaß der Verluste übersteigt. In Bezug auf den potenziellen Ausgleich, der in solchen Situationen Verlierer zu Gewinnern machen könnte, stellt Kaldor fest, dass die Frage, ob ein tatsächlicher Ausgleich stattfinden sollte, "eine politische Frage ist, zu der der Ökonom qua Ökonom kaum eine Meinung äußern könnte".(Kaldor, 1939). Hicks, der vielleicht bedeutendste Wirtschaftswissenschaftler seiner Zeit, akzeptierte den Ansatz von Kaldor, der schließlich als KH-Kriterium bekannt wurde(Hicks, 1939(2), 712).
[Das Kaldor-Hicks-Kriterium] versucht, zwischenmenschliche Nutzenvergleiche zu vermeiden, indem er Gerechtigkeit von Effizienz trennt. Kaldor schlug vor, dass sich die Entscheidungsträger außerhalb der BCA ((s benefit costs analysis) mit ethischen Werten in Bezug auf die Gerechtigkeit befassen sollten. Die Veränderung der Gesamtgewinne sollte das Maß für die Effizienz sein, so dass es nach KH eine Trennung von Effizienz und Verteilungseffekten gibt(Kaldor, 1939(1), 551).
Kaldor befürwortete das von Pigou gewählte Verfahren, das Kaldor als "Aufteilung der Wohlfahrtseffekte in zwei Teile: der erste betrifft die
Parisi I 362
Produktion und der zweite zur Verteilung." Eine vollständige Beschreibung der KH-Annahmen ist sinnvollerweise gekennzeichnet durch: 1) die Verwendung von WTP ((s) willingness to pay) für Gewinne und für Verluste;
2) die Verwendung von Tests zum potenziellen Ausgleich, so dass ein Projekt nur dann KH-effizient ist, wenn die Gewinner die Verlierer hypothetisch kompensieren könnten, d. h. wenn es einen Test zum potenziellen Ausgleich (PCT) besteht;
3) eine Betonung der Effizienz, die von der Gerechtigkeit getrennt ist;
4) die Annahme, dass ein Dollar unabhängig davon, wer ihn erhält, gleich zu behandeln ist, so dass ein Dollar für jede Person den gleichen Wert hat (gleicher und konstanter Grenznutzen des Einkommens);
5) die Anerkennung und Einbeziehung von Nicht-Geld-Effekten;
6) die Nichtberücksichtigung von Werten, die durch ethische Überlegungen repräsentiert werden;
7) die Abhängigkeit von externen Effekten und Marktversagen, um festzustellen, wo BCA bei der Durchführung von Korrekturen nützlich sein könnten;
8) die Annahme, dass die Transaktionskosten gleich Null sind;
9) die Behandlung von BCA als ein Mechanismus, der die Antwort liefert, und nicht als ein Ansatz, der Informationen als Teil einer laufenden Diskussion liefert.
>Kosten-Nutzen-Analyse, >Zahlungsbereitschaft.

1. Kaldor, Nicholas (1939). “Welfare Propositions of Economics and Interpersonal Comparisons of Utility.” Economic Journal 49: 549.
2. Hicks, John R. (1939). “The Foundations of Welfare Economics.” Economic Journal 49: 712.


Richard O. Zerbe. “Cost-Benefit Analysis in Legal Decision-making.” In: Parisi, Francesco (ed) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University.

EconHicks I
John R. Hicks
Mr. Keynes and the "classis"; a suggested reinterpreation 1937

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Kaldor-Hicks-Kriterium Wirtschaftstheorien Parisi I 364
Kaldor-Hicks-Kriterium/Ökonomische Theorien: Es ist einigermaßen klar, dass KH in seiner historischen Ausprägung wahrscheinlich nicht die vorherrschende Meinung bleiben wird. Die moderne Sichtweise enthält KH als Grenzfall (Adler and Posner, 2001(1); Adler, 2003(2); Sunstein, 2001(3); Thaler and Sunstein, 2009(4); Knetsch, 1995(5); Zerbe, 2007(6)). Zerbe und Scott (2014)(7) nennen die neue Sichtweise den erweiterten Kaldor-Hicks-Test (EKH). Die neue Sichtweise kann durch die folgenden Annahmen angemessen charakterisiert werden: 1) Die Verwendung der Pareto-Anforderung selbst eine Rechtfertigung für die Verwendung von BCA ((s) benefit-costs analysis) liefert, so dass
2) der PCT-Test ((s) potential compensation test) entfallen und durch die einfache Anforderung ersetzt werden kann, dass der Nettogegenwartswert eines Projekts positiv sein muss, wenn
3) die Definition von Nutzen und Verlusten im Gesetz und in den WTP ((s) willingness to pay) und WTA ((s) willigness to accept) begründet ist; wenn
4) anerkannt wird, dass grundsätzlich alle Güter, für die es einen WTP gibt, in jede BCA-Analyse einzubeziehen sind, so dass der EKH den KH um die Forderung ergänzt, dass alle ethischen Werte, für die es einen WTP oder WTA gibt, in die Analyse einbezogen werden, einschließlich derjenigen, die verteilungspolitische und ethische Überlegungen betreffen;
5) die Einsicht, dass die ordnungsgemäße Anwendung ethischer BCA dazu dient, Informationen und Vorhersagen zu liefern, und nicht dazu, die Entscheidung zu liefern; und
Parisi I 365
6), dass die Transaktionskostenökonomie und nicht das Marktversagen die Grundlage für eine Rechtfertigung ist, dass ein staatliches Eingreifen sinnvoll sein könnte. Die Begründung für das Urteil, dass der Pareto-Ansatz selbst direkt auf eine Rechtfertigung für EKH anwendbar ist, findet sich in einer Demonstration von Zerbe und Scott (2014)(7), die zeigt, dass unter vernünftigen und sogar etwas extremen Annahmen, die gegen ihre Hypothesen gerichtet sind, fast alle Individuen von der Anwendung der BCA über ein Portfolio von Projekten profitieren. >Pareto-Optimum.

1. Adler, Matthew and Eric Posner (2001). Cost–Benefit Analysis: Economic, Philosophical, And Legal Perspectives. University of Chicago Press.
2. Adler, Matthew (2008). “Risk Equity: A New Proposal.” Harvard Environmental Law Review 32.
3. Sunstein, Cass R. (2001). “Cost–Benefit Default Principles.” Michigan Law Review 99: 1651, 1663–1666.
4. Thaler, Richard and Cass Sunstein (2009). Nudge. New York: Penguin Press.
5. Knetsch, Jack L. (1995). “Assumptions, Behavior Findings, and Policy Analysis.” Journal of Policy Analysis and Management 14(1): 68–78.
6. Zerbe, Richard O. (2007). “The Legal Foundations of Cost–Benefit Analysis.” 2 Charleston Law Rev. 2: 93.
7. Zerbe, Richard O. (2014). “Welfare Economics for Law with Costly Markets,” in Richard O. Zerbe, ed., Efficiency in Law and Economics. Series editors Richard Posner and Francesco Parisi. Northampton, MA: Edward Elgar.


Richard O. Zerbe. “Cost-Benefit Analysis in Legal Decision-making.” In: Parisi, Francesco (ed) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Kaldor-Hicks-Kriterium Zerbe Parisi I 360
Kaldor-Hicks-Kriterium /Zerbe: Kaldor-Hicks ist der Standard für BCA ((s) Benefit-costs analysis). Es entstand in den späten 1930er Jahren aus den Diskussionen prominenter britischer Wirtschaftswissenschaftler über die Aufhebung der Corn Laws (Kaldor, 1939(1); Harrod, 1938(2); Robbins, 1938(3); Hicks, 1939(4)). >Kosten-Nutzen-Analyse.
Bis dahin ging man allgemein davon aus, dass jedes Individuum über die gleiche "Genussfähigkeit" verfügt und dass Gewinne und Verluste zwischen verschiedenen Individuen direkt verglichen werden können. Im Jahr 1939 jedoch stellten führende britische Wirtschaftswissenschaftler, darunter der spätere Nobelpreisträger Sir John Hicks, solche politischen Vorgaben in Frage, da sie zwischenmenschliche Vergleiche des Nutzens beinhalteten (Hicks, 1939)(4). Kaldor lieferte eine Lösung: Er räumte ein, dass Ökonomen nicht in der Lage sind, eine wissenschaftliche Grundlage für zwischenmenschliche Nutzenvergleiche zu schaffen, schlug aber vor, dass diese Schwierigkeit irrelevant gemacht werden könnte (Kaldor, 1939)(1). Er argumentierte, dass politische Maßnahmen, die zu einem Anstieg des realen Gesamteinkommens führen, immer wünschenswert sind, weil das Potenzial besteht, dass es allen besser geht (...).

1. Kaldor, Nicholas (1939). “Welfare Propositions of Economics and Interpersonal Comparisons of Utility.” Economic Journal 49: 549.
2. Harrod, Roy F. (1938). “Scope and Method of Economics.” Economic Journal 48: 383.
3. Robbins, Lionel (1938). “Interpersonal Comparisons of Utility: A Comment.” Economic Journal 48: 635.
4. Hicks, John R. (1939). “The Foundations of Welfare Economics.” Economic Journal 49: 696.


Richard O. Zerbe. “Cost-Benefit Analysis in Legal Decision-making.” In: Parisi, Francesco (ed) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University.

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Kosten-Nutzen-Analyse Hicks Parisi I 357
Kosten-Nutzen-Analyse/Hicks: Nutzen und Kosten werden im Prinzip durch das von J. Hicks (1939)(1) entwickelte Maß der "kompensierenden Variation" (CV) bestimmt. In der Praxis handelt es sich bei den Maßen in der Regel um "Verbraucher- und Erzeugerüberschüsse", die eine Annäherung an das Hicks'sche Maß darstellen. Die Konsumentenrente ist ungefähr der Betrag, den man zahlen würde, abzüglich des tatsächlich gezahlten Betrags. Wenn also der Preis für eine Tasse Kaffee 1,00 $ beträgt und die Bereitschaft, dafür 2,50 $ zu zahlen (wenn es keine anderen Anbieter gibt), beträgt die Konsumentenrente 1,50 $. Die Produzentenrente ist die wirtschaftliche Rente oder der Betrag, der entnommen werden könnte, ohne
Parisi I 358
das Angebot zu beeinträchtigen. So handelt es sich beispielsweise bei den Gehältern von College-Football-Trainern größtenteils um eine wirtschaftliche Rente, denn würden ihre Gehälter massenhaft gesenkt, wäre es unwahrscheinlich, dass sie einen anderen Job annehmen würden. Die Maße entsprechen der Zahlungsbereitschaft (WTP) für Gewinne und der Zahlungsbereitschaft (WTA) für Kosten, die mit den psychologischen (Nutzen-)Effekten der Prospect-Theorie übereinstimmen, die bei Verlusten steiler als bei Gewinnen, bei Verlusten konvex und bei Gewinnen konkav ist (Tversky und Kahneman, 1992)(2). >Zahlungsbereitschaft/Tversky/Kahneman, >Kosten-Nutzen-Analyse/Zerbe.

1. Hicks, John R. (1939). “The Foundations of Welfare Economics.” Economic Journal 49: 696.
2. Tversky, A. and D. Kahneman (1992). Journal of Risk and Uncertainty 29.


Richard O. Zerbe. “Cost-Benefit Analysis in Legal Decision-making.” In: Parisi, Francesco (ed) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Vol 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University.

EconHicks I
John R. Hicks
Mr. Keynes and the "classis"; a suggested reinterpreation 1937

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017
Nutzen Edgeworth Rawls I 170
Nutzen/Politik/Edgeworth/RawlsVsEdgeworth/Rawls: die Argumentation von Edgeworth (F. Y. Edgeworth 1888(1), 1897(2)) kann man so verändern, dass sie beinahe jede politische Norm rechtfertigt. Edgeworth These: Unter gewissen vernünftigen Annahmen ist es rational für eigennützige Parteien, dem Nützlichkeitsprinzip bei der Einschätzung von Sozialpolitik zuzustimmen, denn der politische Prozess ist kein Wettbewerbsmarkt. Daher brauchen wir nach Edgeworth das Nützlichkeitsprinzip als Kriterium. Er scheint zu denken, dass auf lange Sicht die Politik der Nutzenmaximierung sich durchsetzen wird, um den größten Nutzen für jedes Individuum hervorzubringen. Entsprechende Anwendung auch auf Steuergesetzgebung und Eigentumsregelung sollte die besten Resultate aus jedermanns Sicht ergeben.
RawlsVsEdgeworth: Der Fehler liegt darin, dass die dafür notwendigen Annahmen extrem unrealistisch sind. (Her gebrauche ich gegen Edgeworth ein Argument aus I. M. D. Little 1957(3)): Wir müssen annehmen, dass die Auswirkungen von Entscheidungen auf politischer Prozesse nicht unabhängig sind und daher niemals sehr groß sein können, da sie sonst nicht unabhängig wären. Damit nun die verschiedenen Nutzen auf zufällige Weise verteilt sein können, müssten die Menschen entweder sehr lange leben und zufällig ihre Positionen wechseln, oder es müsste einen gesetzgeberischen Mechanismus geben, der vom Durchschnittsprinzip geleitet ist und der den Nutzen auf lange Sicht gleich verteilt. Gesellschaft ist aber kein stochastischer Prozess, der auf diese Weise abläuft.

1. F. Y. Edgeworth, Mathematical Psychics, London, 1888, pp. 52-56;
2. F.Y. Edgeworth „The Pure Theory of Taxation“, Edonomic Journal, vol 7, 1897.
3. I. M. D. Little, Critique of Welfare Economics, 2nd ed. Oxford, 1957.

EconEdge
Francis Ysidro Edgeworth
Mathematical Psychics: An Essay on the Application of Mathematics to the Moral Sciences London 1881

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Nutzen Rothbard Rothbard III 134
Nutzen/Nachfrage/Angebot/Gleichgewichtspreis/Preis/Rothbard: Die Handlungen von Käufern und Verkäufern auf dem Markt können mit den Begriffen des psychischen Ertrags, des Gewinns und der Kosten in Verbindung gebracht werden. Wir erinnern uns, dass das Ziel eines jeden Akteurs die höchste Position des psychischen Ertrags und damit die Erzielung eines psychischen Gewinns im Vergleich zu seiner nächstbesten Alternative - seinen Kosten - ist. Ob ein Individuum kauft oder nicht, hängt davon ab, ob es seine beste Alternative mit seinen gegebenen Ressourcen ist (...). Einnahmen: Der erwartete Ertrag jeder Handlung wird gegen die erwarteten Kosten abgewogen - seine nächstbeste Alternative. In diesem Fall ist der Ertrag entweder (a) die Befriedigung von Zwecken durch die direkte Nutzung des [Gutes] oder (b) der erwartete Weiterverkauf des [Gutes] zu einem höheren Preis - je nachdem, was für ihn den höchsten Nutzen hat. größer. Der erwartete Ertrag ist der Grenznutzen des hinzugefügten [Gutes] für den Käufer; Kosten: Die erwarteten Kosten sind der Grenznutzen des aufgegebenen [Gutes]. Sowohl bei den Einnahmen als auch bei den Kosten wird der höhere Wert bei der direkten Nutzung oder beim Tausch als Grenznutzen des Gutes gewählt.
Rothbard III 135
Angebot: Der Verkäufer versucht ebenso wie der Käufer, seinen psychischen Ertrag zu maximieren, indem er versucht, einen Ertrag zu erzielen, der höher ist als seine psychischen Kosten - der Nutzen der nächstbesten Alternative, auf die er bei seinem Handeln verzichten muss. Der Verkäufer wird den Grenznutzen des zusätzlichen Verkaufsgutes (...) gegen den Grenznutzen des aufgegebenen Kaufgutes (...) abwägen, um zu entscheiden, ob er den Verkauf zu einem bestimmten Preis durchführen soll oder nicht. Erlös: Der psychische Ertrag für den Verkäufer ist der höhere der beiden Nutzen, die sich aus einer der folgenden Quellen ergeben: (a) dem Wert der direkten Nutzung des Verkaufsgutes (...) oder (b) dem spekulativen Wert des Wiedereintausches des [Gutes] gegen das [Gut] zu einem niedrigeren Preis in der Zukunft.
Kosten: Die Kosten der Handlung des Verkäufers sind der höchste entgangene Nutzen unter den folgenden Alternativen: (a) der unmittelbare Gebrauchswert des aufgegebenen [Gutes] oder (b) der spekulative Wert des Verkaufs zu einem höheren Preis in der Zukunft oder (c) der Tauschwert des Erwerbs eines anderen Gutes für das [Gut].
Nutzen/Rothbard: Bei jedem Gut ist es der Nutzen und nur der Nutzen, der den Preis und die Tauschmenge bestimmt. Der Nutzen und der Nutzen allein bestimmt die Art der Angebots- und Nachfragetabellen.
>Angebotsplan, >Nachfrageplan.
RothbardVsTradition: Es ist daher ein klarer Irrtum zu glauben, wie es die populäre Annahme war, dass Nutzen und „Kosten“ gleichermaßen und unabhängig voneinander den Preis bestimmen. Die „Kosten“ sind einfach der Nutzen der nächstbesten Alternative, auf die bei jeder Handlung verzichtet werden muss, und sie sind daher ein wesentlicher Bestandteil des Nutzens auf der Werteskala des Einzelnen. Diese Kosten sind natürlich immer eine gegenwärtige Betrachtung eines zukünftigen Ereignisses, auch wenn diese „Zukunft“ sehr nahe ist.
>Preis/Rothbard, >Markt/Rothbard, >Grenznutzen/Rothbard.
Rothbard III 260
Nutzen/Rothbard: Es ist wahr, dass der Gesamtnutzen eines Angebots mit dem Umfang des Angebots zunimmt. Dies ist aus der Natur eines Gutes ableitbar. Zehn Einheiten eines Gutes werden auf der Werteskala eines Individuums einen höheren Rang einnehmen als vier Einheiten. Diese Einstufung ist jedoch völlig unabhängig von der Nutzeneinstufung der einzelnen Einheiten, wenn das Angebot 4, 9, 10 oder eine andere Menge beträgt. Dies gilt unabhängig von der Größe der Einheit. Wir können nur die triviale ordinale Beziehung bestätigen, d. h., dass fünf Einheiten einen höheren Nutzen haben als eine Einheit, und dass die erste Einheit einen höheren Nutzen hat als die zweite Einheit, die dritte Einheit, usw. Es gibt jedoch keine eindeutige Möglichkeit, den einzelnen Nutzen mit dem „Gesamtnutzen“ in Einklang zu bringen.(1) Der Gesamtnutzen ist in der Tat nur dann als reales und relevantes und nicht als hypothetisches Konzept sinnvoll, wenn tatsächliche Entscheidungen über das gesamte Angebot getroffen werden müssen. In diesem Fall handelt es sich immer noch um den Grenznutzen, aber die Größe der Marge oder der Einheit entspricht nun dem gesamten Angebot. >Grenznutzen/Rothbard.
Rothbard III 305
Nutzen/Rothbard: Viele Fehler in Diskussionen über den Nutzen rühren von der Annahme her, dass es sich um eine Art von Größe handelt, die zumindest im Prinzip messbar ist. >Grenznutzen des Geldes/Jevons.
Wenn wir z. B. von der „Maximierung“ des Nutzens eines Verbrauchers sprechen, beziehen wir uns nicht auf einen bestimmten Bestand oder eine bestimmte Menge von etwas, das maximiert werden soll. Wir beziehen uns auf die höchste Position auf der Werteskala des Einzelnen. In ähnlicher Weise ist es die Annahme des unendlich Kleinen, die zusammen mit dem Glauben an den Nutzen als Menge zu dem Fehler führt, den Grenznutzen als die mathematische Ableitung des integralen „Gesamtnutzens“ mehrerer Einheiten eines Gutes zu behandeln. In Wirklichkeit gibt es keine solche Beziehung, und es gibt auch keinen „Gesamtnutzen“, sondern nur den Grenznutzen einer größeren Einheit. Die Größe der Einheit hängt von ihrer Bedeutung für die jeweilige Handlung ab. Dies verdeutlicht eine der großen Gefahren der mathematischen Methode in den Wirtschaftswissenschaften, denn diese Methode birgt das Vorurteil der Kontinuitätsannahme oder des unendlich kleinen Schritts in sich.
>Grenznutzen/Rothbard, >Kaufkraft/Rothbard, >Handlung/Rothbard.
Rothbard III 306
Messen/Praxeologie: Das Hauptproblem der Nutzentheorie, das von den mathematischen Autoren vernachlässigt wurde, ist die Größe der Einheit. Unter der Annahme der mathematischen Kontinuität ist dies überhaupt kein Problem; es könnte kaum eines sein, wenn die mathematisch konzipierte Einheit unendlich klein und daher buchstäblich größenlos ist. In einer praxeologischen Analyse des menschlichen Handelns wird dies jedoch zu einer grundlegenden Frage. Die relevante Größe der Einheit hängt von der jeweiligen Situation ab, und in jeder dieser Situationen wird diese relevante Einheit zur Grenzeinheit. Es gibt nur eine einfache ordinale Beziehung zwischen den Nutzen der unterschiedlich großen Einheiten.
Rothbard III 314
Es gibt also zwei Nutzengesetze, die beide aus den apodiktischen Bedingungen menschlichen Handelns folgen: erstens, dass bei gegebener Größe einer Einheit eines Gutes der (Grenz-)Nutzen jeder Einheit abnimmt, wenn das Angebot an Einheiten steigt; zweitens, dass der (Grenz-)Nutzen einer größeren Einheit größer ist als der (Grenz-)Nutzen einer kleineren Einheit.
Der erste Fall ist das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens. Das zweite wird als das Gesetz des steigenden Gesamtnutzens bezeichnet. Die Beziehung zwischen den beiden Gesetzen und zwischen den in beiden betrachteten Gütern ist rein rangbezogen, d. h. ordinal.
>Messen, >Grenznutzen/Rothbard, >Wert.

1. Für weitere Informationen zu diesen Themen siehe Rothbard, „Toward a Reconstruction of Utility and Welfare Economics“, S. 224-43. Siehe auch Mises, The Theory of Money and Credit. New Haven, Conn.: Yale University Press, 1953 and 1957. Reprinted by Liberty Fund, 1995. Mises, Richard von. Probability, Statistics, and Truth, 2nd ed. New York: Macmillan, 1957. Reprinted by Dover Publications, 1981.S. 38-47.

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Öffentlicher Sektor Rawls I 266
Öffentlicher Sektor/Rawls: Der Öffentliche Sektor hat zwei Aspekte: 1. Der erste hat mit dem Eigentum an Produktionsmitteln zu tun. Daher ist z.B. der Öffentliche Sektor im Sozialismus größer als im Kapitalismus. In privatwirtschaftlich organisierten Systemen ist er kleiner und betrifft vornehmlich öffentliche Einrichtungen und Transportwesen.
2. Merkmal: Das zweite Merkmal hat mit dem Anteil der Ressourcen zu tun, der für öffentliche Güter (Infrastruktur usw.) aufgewendet wird.
Öffentliche Güter/Rawls: Öffentliche Güter sind vor allem unteilbar und öffentlich zugänglich(1). Wenn Bürger davon profitieren wollen, muss es so eingerichtet sein, dass alle im gleichen Maß davon profitieren. Bsp Landesverteidigung.
I 267
Das bringt es mit sich, dass öffentliche Güter durch den politischen Prozess und nicht durch den Markt gesteuert werden müssen. Probleme: Für öffentliche Güter erwachsen besondere Probleme:
1. Das Trittbrettfahrer-Problem(2): Es gibt die Versuchung, selbst nicht seinen Anteil an Pflichten beizutragen, dieser Betrag beeinflusst das Gesamtergebnis nämlich nicht merklich. Für das Individuum erscheint der Beitrag der anderen in jedem Fall schon geleistet. Daher muss der Staat die Regelung der entsprechenden öffentlichen Güter übernehmen(3).
>Trittbrettfahrer.
I 268
2. Merkmal öffentlicher Güter: Externalität. Die Produktion dieser Güter geht auch auf Kosten derer, die niemals von ihnen profitieren. >Externalitäten/Wirtschaft.
Es werden auch nicht alle Wünsche berücksichtigt. Bsp Jemand, der sich impfen lässt, hilft anderen ebenso wie sich selbst, auch wenn er niemals dieser Infektion ausgesetzt sein wird. Bsp Auch Umweltschäden werden normalerweise nicht vom Markt reguliert. So werden unter Umständen Rohstoffe zu weit geringeren Kosten produziert, als ihre sozialen Grenzkosten ausmachen. Hier gibt es eine Differenz zwischen privater und sozialer Bilanzierung, die der Markt nicht registriert.
Die Unteilbarkeit öffentlicher Güter (z.B. Infrastruktur, Freiheiten usw.) erfordert es in diesem Fall, dass der Staat die Regelung übernimmt. Problem: sogar in einer Gesellschaft gerechter Personen führt die Isoliertheit individueller Entscheidungen nicht zu der Erfüllung des Allgemeininteresses.
>Öffentliche Güter, >Infrastruktur.

1. Siehe J. M. Buchanan, The Demand and Supply of Public Goods, Chicago, 1968, Kap. IX.
2. Buchanan, Kap. V; Mancur Olson, The Logic of Collective Action, Cambridge, MA, 1965, Kap. I, II.
3. Siehe W.J. Baumol, Welfare Economics and the Theory of the State, London, 1952, Kap. I, VII-IX, XII.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Öffentliches Gut Rawls I 92
Öffentliches Gut/ Soziales Gut/social goods/Rawls: primäre soziale Güter sind Rechte und Freiheiten, Chancen und Befugnisse, Einkommen und Wohlstand. Diese Güter sind sozial wegen ihrer Verbindung mit der Grundstruktur der Gesellschaft; Freiheiten und Befugnisse werden durch die Regeln der größeren Institutionen definiert, Einkommensverteilung und Wohlstand werden von diesen reguliert. Rawls: Die Theorie der Gemeingüter geht auf Aristoteles zurück und wird von so unterschiedlichen Autoren wie Kant und Sidgwick geteilt. Sie ist auch nicht strittig zwischen Utilitarismus und Vertragstheorie.
>Verträge, >Vertragstheorie, >Utilitarismus, >I. Kant, >H. Sidgwick.
I 93
Def Güter/Rawls: Ein Gut ist die Erfüllung eines rationalen Interesses. Wir können davon ausgehen, dass ein rationales Individuum einen Plan hat, der verschiedene Verlangen ohne gegenseitige Störung erfüllt werden können. Def rationaler Plan/Rawls: Ein rationaler Plan sei ein Plan, der nicht verbessert werden kann. D.h. es gibt keinen anderen Plan, der ihm vorgezogen wird.
>Planung.
Def primäre Güter/Rawls: sind solche, die alle benötigen, auch wenn ihre Pläne differieren. Bsp Intelligenz, Wohlstand, Chancen sind Mittel, um Ziele zu erreichen, die eine Person nicht auf anderem Wege erreichen könnte. Im Anfangszustand (einer zu errichtenden Gesellschaft), wo die Menschen noch nicht wissen, welche Rolle sie einnehmen werden, sind diese Güter das, wovon sie wissen, dass sie sie anstreben.
>Schleier des Nichtwissens.
Problem: Ein Verzeichnis der verfügbaren primären sozialen und natürlichen Güter anzufertigen. Unsere Prinzipien, wenn sie in lexikalischer Reihenfolge abgearbeitet werden, helfen dabei.
>Prinzipien/Rawls.
I 266
Öffentliche Güter/Rawls: Öffentliche Güter sind vor allem unteilbar und öffentlich zugänglich(1). Wenn Bürger davon profitieren wollen, muss es so eingerichtet sein, dass alle im gleichen Maß davon profitieren. Bsp Landesverteidigung.
I 267
Das bringt es mit sich, dass öffentliche Güter durch den politischen Prozess und nicht durch den Markt gesteuert werden müssen. Probleme: für öffentliche Güter erwachsen besondere Probleme:
1. Das Trittbrettfahrer-Problem(2): Es gibt die Versuchung, selbst nicht seinen Anteil an Pflichten beizutragen, dieser Betrag beeinflusst das Gesamtergebnis nämlich nicht merklich. Für das Individuum erscheint der Beitrag der anderen in jedem Fall schon geleistet. Daher muss der Staat die Regelung der entsprechenden öffentlichen Güter übernehmen(3).
>Trittbrettfahrer.
I 268
2. Merkmal öffentlicher Güter: Externalität. Die Produktion dieser Güter geht auch auf Kosten derer, die niemals von ihnen profitieren. Es werden auch nicht alle Wünsche berücksichtigt. Bsp Jemand, der sich impfen lässt, hilft anderen ebenso wie sich selbst, auch wenn er niemals dieser Infektion ausgesetzt sein wird. >Externalitäten.
Bsp Auch Umweltschäden werden normalerweise nicht vom Markt reguliert. So werden unter Umständen Rohstoffe zu weit geringeren Kosten produziert, als ihre sozialen Grenzkosten ausmachen. Hier gibt es eine Differenz zwischen privater und sozialer Bilanzierung, die der Markt nicht registriert.
Die Unteilbarkeit öffentlicher Güter (z.B. Infrastruktur, Freiheiten usw.) erfordert es in diesem Fall, dass der Staat die Regelung übernimmt. Problem: sogar in einer Gesellschaft gerechter Personen führt die Isoliertheit individueller Entscheidungen nicht zu der Erfüllung des Allgemeininteresses.
>Umweltschäden.
I 270
Wirtschaftsform: Wie groß der Anteil der öffentlichen Güter an der Gesamtwirtschaft ist, ist von der Wirtschaftsform - sei sie sozialistisch oder privatwirtschaftlich – unabhängig, da der Anteil der sozialen Ressourcen, der für ihre Produktion aufgewendet wird, unabhängig von der Frage des Besitzes der Produktionsmittel. >Sozialismus, >Kapitalismus.

1. Siehe J. M. Buchanan, The Demand and Supply of Public Goods, Chicago, 1968, Kap. IX.
2. Buchanan, Kap. V; Mancur Olson, The Logic of Collective Action, Cambridge, MA, 1965, Kap. I, II.
3. Siehe W.J. Baumol, Welfare Economics and the Theory of the State, London, 1952, Kap. I, VII-IX, XII.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Oligopole Rothbard Rothbard III 721
Oligopole/VsOligopole/Rothbard: Den Theoretikern des monopolistischen Wettbewerbs zufolge sind die beiden Einflüsse, die die mögliche Existenz des reinen Wettbewerbs sabotieren, die „Produktdifferenzierung“ und das „Oligopol“ oder die geringe Anzahl von Unternehmen, bei denen ein Unternehmen die Handlungen der anderen beeinflusst. Im ersten Fall wird den Herstellern vorgeworfen, dass sie in der Öffentlichkeit eine künstliche Differenzierung der Produkte herbeiführen und sich so einen Teil des Monopols sichern. Und Chamberlin(1) hat ursprünglich versucht, „Gruppen“ von Herstellern, die „leicht“ differenzierte Produkte verkaufen, von altmodischen „Industrien“ von Firmen zu unterscheiden, die identische Produkte herstellen. RothbardVs: Keiner dieser Versuche hat irgendeine Gültigkeit. Wenn ein Produzent ein Produkt herstellt, das sich von dem eines anderen Produzenten unterscheidet, dann ist er eine einzigartige „Industrie“; es gibt keine rationale Grundlage für irgendeine Gruppierung von unterschiedlichen Produzenten, insbesondere bei der Aggregation ihrer Nachfragekurven. Außerdem entscheidet das konsumierende Publikum über die Differenzierung der Produkte auf seiner Werteskala. Diese Differenzierung hat nichts „Künstliches“ an sich, sondern dient dazu, den vielfältigen Bedürfnissen der Verbraucher besser gerecht zu werden.(2)
Es ist natürlich klar, dass Ford ein Monopol auf den Verkauf von Ford-Autos hat, aber es handelt sich um ein vollständiges „Monopol“ und nicht um eine „monopolistische“ Tendenz.
>Monopole/Rothbard.
Es ist auch schwer zu erkennen, welche Unterschiede sich aus der Anzahl der Unternehmen ergeben, die dasselbe Produkt herstellen, insbesondere wenn man den Mythos des reinen Wettbewerbs und der vollkommenen Elastizität verwirft.
>Elastizität.
Es wurde viel über Strategien, „Kriege“ usw. zwischen Oligopolisten gesprochen, aber solche Diskussionen haben wenig Sinn. Entweder sind die Unternehmen unabhängig und konkurrieren daher, oder sie handeln gemeinsam und bilden daher ein Kartell. Eine dritte Alternative gibt es nicht.
Rothbard III 720
Sobald der Mythos der perfekten Elastizität verworfen wurde, wird klar, dass all die langwierigen Diskussionen über die Anzahl und Größe von Unternehmen und Gruppen und Differenzierung usw. irrelevant werden. Sie werden nur für die Wirtschaftsgeschichte relevant, nicht aber für die Wirtschaftsanalyse. VsVs: Man könnte einwenden, dass ein wesentliches Problem des Oligopols darin besteht, dass im Oligopol jedes Unternehmen die Reaktionen der konkurrierenden Unternehmen berücksichtigen muss, während im reinen Wettbewerb oder bei differenzierten Produkten ohne Oligopol jedes Unternehmen in der Gewissheit operieren kann, dass kein Konkurrent seine Handlungen berücksichtigt oder seine Handlungen entsprechend ändert.
>Reiner Wettbewerb/Rothbard.
Nachfrage/Rothbard: Diese angeblichen Schwierigkeiten sind jedoch nicht existent. Es gibt keinen Grund, warum die Nachfragekurve für ein Unternehmen nicht auch die erwarteten Reaktionen anderer Unternehmen enthalten kann.(3)
Die Nachfragekurve eines Unternehmens ist die Menge der Erwartungen eines Unternehmens, wie viele Einheiten seines Produkts die Verbraucher zu einem beliebigen Zeitpunkt zu einer alternativen Preisreihe kaufen werden. Was den Hersteller interessiert, ist die hypothetische Menge der Verbrauchernachfrage zu jedem Preis. Er ist nicht daran interessiert, wie die Verbrauchernachfrage in verschiedenen, nichtexistierenden Situationen aussehen wird.
>Unvollkommener Wettbewerb/Rothbard, >Wettbewerb/Rothbard.

1. H. Chamberlin, Theory of Monopolistic Competition, und Mrs. Joan Robinson, Economics of Imperfect Competition. Für eine klare Diskussion und einen Vergleich der beiden Werke siehe Robert Triffin, Monopolistic Competition and General Equilibrium Theory (Cambridge: Harvard University Press, 1940).
2. 112] In jüngster Zeit hat Professor Chamberlin diesen Punkt eingeräumt und in einer Reihe bemerkenswerter Artikel seine Anhänger verblüfft, indem er das Konzept des reinen Wettbewerbs als Wohlfahrtsideal ablehnte. Chamberlin erklärt nun: „Das Wohlfahrtsideal selbst... wird korrekt als monopolistischer Wettbewerb beschrieben.... [Dies] scheint sehr direkt aus der Erkenntnis zu folgen, dass die Menschen individuell sind, unterschiedliche Geschmäcker und Wünsche haben und zudem räumlich weit verstreut sind.“ Chamberlin, Towards a More General Theory of Value, S. 93-94; auch ebd., S. 70-83; E.H. Chamberlin und J.M. Clark, „Discussion“, American Economic Review, Papers and Proceedings, Mai 1950, S. 102-04; Hunter, „Product Differentiation and Welfare Economics“, S. 53 3-52; Hayek, „The Meaning of Competition“ in Individualism and the Economic Order, S. 99; und Marshall I. Goldman, „Produktdifferenzierung und Werbung: Some Lessons from Soviet Experience“, Journal of Political Economy, August 1960, S. 346-57.
3. Diese Definition der Nachfragekurve für das Unternehmen war der herausragende Beitrag von Frau Robinson, der leider kürzlich von ihr zurückgewiesen wurde. Triffin warf Frau Robinson vor, dem Problem der „oligopolistischen Unbestimmtheit“ auszuweichen, während sie dieses Pseudoproblem tatsächlich sauber gelöst hatte. Siehe Robinson, Economics of lmperfect Competition, S. 21. Zu anderen Aspekten des Oligopols siehe Willard D. Arant, „Competition of the Few Among the Many“, Quarterly Journal of Economics, August 1956, S. 327-45.

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Politische Ökonomie Rawls I 259
Politische Ökonomie/Rawls: Darunter verstehe ich ökonomische Arrangements und politische Gestaltungen sowie die Hintergrundinstitutionen, die damit im Zusammenhang stehen. Wohlfahrtsökonomik/Wohlfahrtsökonomie/welfare economics/K. J. Arrow/Rawls:
Arrow definiert Wohlfahrtsökonomie ähnlich(1)(2)(3).
Wohlfahrt/Rawls: Diesen Ausdruck gebrauche ich nicht, weil er an den Utilitarismus erinnert. (RawlsVsUtilitarismus).
>Utilitarismus, >Wohlfahrtsökonomik, >Wohlfahrtsstaat.
Die Theorie der Gerechtigkeit als Fairness behandelt soziale Formen als geschlossene Systeme. Ein ökonomisches System wird auch von existierenden Bedürfnissen und Notwendigkeiten geformt. Die jetzige Zusammenarbeit von Menschen bei der Befriedigung dieser Bedürfnisse beeinflusst die Weise, wie die Bedürfnisse in der Zukunft aussehen werden. Diese Dinge sind bekannt und werden von so unterschiedlichen Autoren wie Marx und Marshall geteilt(4). (Siehe Brian Barry, Political Argument, London, 1965).
>Fairness/Rawls, >Gesellschaft/Rawls.
I 260
Gesellschaftsordnung/Rawls: Problem: wie wirkt sich diese wechselseitige Beeinflussung von Bedürfnissen, Befriedigung und neuen Bedürfnissen in der Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft, wo die Menschen hinter einem Schleier des Nichtwissens in Bezug auf ihre spätere Position stehen, auf die mögliche Gestaltung aus? Lösung: Es werden nur die allgemeinsten Annahmen über primäre öffentliche Güter (z.B. Freiheiten) gemacht.
>Schleier des Nichtwissens.
I 263
Ökonomie/Uneinigkeit/RawlsVsArrow, K. J/Rawls: anders als K. J. Arrow(5) annimmt, ist Uneinigkeit zwischen Parteien kein besonderes Merkmal des Idealismus. Innerhalb der Vertragstheorie ist sie Teil der Anfangssituation einer zu errichten Gesellschaft. Sie formt den Inhalt der Theorie der Gerechtigkeit als Fairness. Diese versucht, Kants Begriff des Reichs der Zwecke mit dem der Autonomie und dem Kategorischen Imperativ zu verbinden. Damit können wir metaphysische Annahmen vermeiden. >Vertragstheorie, >Zwecke/Kant, >J.K. Arrow.

1. Siehe K.J. Arrow und Tibor Scitovsky, Readings in Welfare, Homewood, 1969, S. 1.
2. A. Bergson, Essays in Normative Economics, Cambridge, MA, 1966, S. 35-39, 60-63, 68f.
3. Amartya Sen, Collective Choice and Social Welfare, San Francisco, 1970, S.56-59.
4. Siehe Brian Barry, Political Argument, London, 1965.
5. K.J. Arrow, Social Choice and Individual Values 2. Ed. New York, 1963, S.74f, 81-86.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Praxeologie Rothbard Rothbard III 73
Praxeologie/Rothbard: Um die Beziehung und die Unterscheidungen zwischen der Praxeologie und jeder der anderen Disziplinen zusammenzufassen, können wir sie wie folgt beschreiben:
Warum der Mensch verschiedene Ziele wählt: Psychologie.
Was die Ziele des Menschen sein sollten: Philosophie der Ethik. auch: Philosophie der Ästhetik.
Wie man Mittel einsetzt, um Ziele zu erreichen: Technik.
Was die Ziele des Menschen sind und waren und wie der Mensch die Mittel eingesetzt hat, um sie zu erreichen: Geschichte. Die formalen Implikationen der Tatsache, dass der Mensch Mittel einsetzt, um verschiedene gewählte Ziele zu erreichen: Praxeologie.

Wirtschaftswissenschaften: Welches Verhältnis besteht zwischen Praxeologie und ökonomischer Analyse? Die Ökonomie ist ein Teilbereich der Praxeologie - bisher der einzige vollständig ausgearbeitete Teilbereich.
Logik/Rothbard: Es wurde vorgeschlagen, dass, da die Praxeologie und die Ökonomie logische Argumentationsketten sind, die auf einigen allgemein bekannten Prämissen beruhen, sie, um wirklich wissenschaftlich zu sein, gemäß den symbolischen Notationen der mathematischen Logik ausgearbeitet werden sollten.(1)
RothbardVs: Dies ist eine merkwürdige Fehleinschätzung der Rolle der mathematischen Logik oder „Logistik“. Zunächst einmal ist es die große Qualität von verbalen Sätzen, dass jeder einzelne sinnvoll ist.
((s) Zu logischen Symbolen siehe >Verknüpfungen/Philosophie.)
Andererseits sind die algebraischen und logischen Symbole, wie sie in der Logistik verwendet werden, an sich nicht sinnvoll. In der Praxeologie wird das Handlungsaxiom als wahr vorausgesetzt, und von diesem (zusammen mit einigen empirischen Axiomen - wie der Existenz einer Vielzahl von Ressourcen und Individuen) werden durch die Regeln der logischen Schlussfolgerung alle Sätze der Wirtschaftswissenschaften abgeleitet, von denen jeder einzelne verbal und sinnvoll ist.
Rothbard III 306
Praxeologie/Nutzwert/Messung/Rothbard: Das Hauptproblem der Nutzentheorie, das von den mathematischen Autoren vernachlässigt wurde, ist die Größe der Einheit. Unter der Annahme der mathematischen Kontinuität ist dies überhaupt kein Problem; es könnte kaum eines sein, wenn die mathematisch konzipierte Einheit unendlich klein und daher buchstäblich größenlos ist. In einer praxeologischen Analyse des menschlichen Handelns wird dies jedoch zu einer grundlegenden Frage. Die relevante Größe der Einheit hängt von der jeweiligen Situation ab, und in jeder dieser Situationen wird diese relevante Einheit zur Grenzeinheit. Es gibt nur eine einfache ordinale Beziehung zwischen den Nutzen der unterschiedlich großen Einheiten. >Nutzen/Rothbard, >Grenznutzen/Rothbard, >Grenznutzen des Geldes/Jevons.
Rothbard III 308
Der Fehler bei der Argumentation auf der Grundlage von „Gleichgültigkeit“ besteht darin, dass die Tatsache übersehen wird, dass ein Problem, das im Bereich der Psychologie wichtig ist, im Bereich der Praxeologie, zu der die Ökonomie gehört, keine Bedeutung haben kann. Die Psychologie befasst sich mit dem Problem, wie oder warum das Individuum Werteskalen bildet, und für diese Frage ist es relevant, ob das Individuum zwischen verschiedenen Alternativen entscheidungsfreudig oder eher „indifferent“ ist.
>Indifferenzkurve/Rothbard.
Die Praxeologie hingegen ist eine logische Wissenschaft, die auf der Existenz von Handlungen an sich beruht; sie ist daran interessiert, reale Handlungen in ihrem universellen Sinn zu erklären und zu interpretieren, statt in ihrem konkreten Inhalt. Ihre Diskussion über Werteskalen ist daher eine Schlussfolgerung aus der Natur menschlichen Handelns und kein spekulativer Aufsatz über die inneren Vorgänge des Geistes. Folglich ist es für die Praxeologie irrelevant, ob ein Mensch, der sich zwischen den Alternativen A und B entscheiden muss, eine feste und entschiedene Wahl trifft oder ob er sich durch Münzwurf entscheidet. Dies ist ein Problem der Psychologie; die Praxeologie beschäftigt sich nur mit der Tatsache, dass er wählt (…).
Behaviorismus/Rothbard: Die Praxeologie basiert auch nicht auf der behavioristischen Psychologie. Tatsächlich sind ihre Prinzipien, soweit die Praxeologie die Psychologie berührt, das Gegenteil von denen des Behaviorismus.
>Behaviorismus/Philosophie.

1. Vgl. G.J. Schuller, "Rejoinder," American Economic Review, March, 1951, p. 188. Für eine Erwiderung siehe Murray N. Rothbard, "Toward a Reconstruction ofUtility and Welfare Economics" in Mary Sennholz, ed. on Freedom and Free Enterprise: Essays in Honor of Ludwig von Mises (Princeton, N.J.: D. Van Nostrand, 19 5 6), p. 227. Siehe auch Boris Ischboldin, "A Critique of Econometrics," Review ofsocial Economy, September, 1960, pp. 110—27; and Vladimir Niksa, "The Role of Quantitative Thinking in Modern Economic Theory," Review ofSocial Economy, September, 19 59, pp. 151-73.

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Überproduktion Rothbard Rothbard III III 725
Überproduktion/VsÜberproduktion/Rothbard: Die vielleicht wichtigste Schlussfolgerung der Theorie des monopolistischen oder unvollkommenen Wettbewerbs ist, dass die reale Welt des monopolistischen Wettbewerbs (in der die Nachfragekurve für jedes Unternehmen notwendigerweise fällt) der idealen Welt des reinen Wettbewerbs (in der kein Unternehmen seinen Preis beeinflussen kann) unterlegen ist. Diese Schlussfolgerung wurde einfach und effektiv durch den Vergleich zweier Gleichgewichtszustände ausgedrückt: unter den Bedingungen des reinen und des monopolistischen Wettbewerbs. >Monopolistischer Wettbewerb/Rothbard, >Reiner Wettbewerb/Rothbard,
>Wettbewerb/Rothbard, >Gleichgewicht.
Rothbard III 727
Die einzige Annahme, die wir beim Zeichnen der Durchschnittskostenkurve brauchen, ist, dass es für jede Anlage in jedem Produktionszweig einen optimalen Punkt der Produktion gibt, d. h. ein bestimmtes Produktionsniveau, bei dem die durchschnittlichen Stückkosten ein Minimum erreichen. Alle Produktionsniveaus, die niedriger oder höher als das Optimum sind, haben höhere Durchschnittskosten. Reiner Wettbewerb: Bei reinem Wettbewerb, bei dem die Nachfragekurve für jedes Unternehmen vollkommen elastisch ist, (...) wird sich jedes Unternehmen schließlich so anpassen, dass seine (...) Kurve (...) im Gleichgewicht ist; (...)
Monopolistischer Wettbewerb: (...) Monopolistischer Wettbewerb führt zu höheren Preisen und weniger Produktion - d. h. zu einem niedrigeren Lebensstandard - als reiner Wettbewerb. Außerdem findet die Produktion nicht am Punkt der minimalen Durchschnittskosten statt - eindeutig ein soziales „Optimum“, und jede Fabrik wird auf einem niedrigeren als dem optimalen Niveau produzieren, d.h. sie wird „Überkapazitäten“ haben. Dies war der „Wohlfahrtsfall“ der Theoretiker des monopolistischen Wettbewerbs.
III 728
Vs: (...) Chamberlin und andere haben gezeigt, dass diese Analyse nicht zutrifft, wenn wir den Wunsch der Verbraucher nach Vielfalt als ein zu befriedigendes Gut ansehen.(1) Viele andere wirksame und fundierte Angriffe wurden aus verschiedenen Richtungen vorgebracht. Ein grundlegendes Argument ist, dass die Situationen des reinen und des monopolistischen Wettbewerbs nicht miteinander verglichen werden können, weil die AC-Kurven in der Tat nicht dieselben wären. Chamberlin(2,3) hat seinen Revisionismus auch in diesem Bereich fortgesetzt und erklärt, dass die Vergleiche völlig unzulässig sind, dass die Anwendung des Konzepts des reinen Wettbewerbs auf bestehende Unternehmen zum Beispiel bedeuten würde, dass eine sehr große Anzahl ähnlicher Unternehmen angenommen wird, die das gleiche Produkt herstellen. Würde man dies z.B. bei General Motors tun, würde dies bedeuten, dass GM entweder konzeptionell in zahlreiche Fragmente aufgeteilt oder aber vervielfacht werden müsste. Im Falle einer Aufteilung wären die Stückkosten zweifellos höher, und das „wettbewerbsfähige Unternehmen“ hätte mit höheren Kosten zu kämpfen und müsste mit höheren Preisen auskommen. Dies würde eindeutig den Verbrauchern und dem Lebensstandard schaden; Chamberlin folgt also Schumpeters Kritik, dass das „monopolistische“ Unternehmen durchaus niedrigere Kosten haben kann und wahrscheinlich auch haben wird als sein „rein wettbewerbsfähiges“ Gegenstück. Wenn wir uns andererseits die Vermehrung einer sehr großen Anzahl von General-Motors-Konzernen in der bestehenden Größe vorstellen, können wir dies unmöglich mit der heutigen Welt in Verbindung bringen, und der ganze Vergleich wird absurd.(4)
1. Und die mit der sinkenden Nachfragekurve verbundene Produktdifferenzierung kann durchaus die Vertriebs- und Kontrollkosten senken (sowie das Wissen der Verbraucher verbessern), so dass der vermeintliche Anstieg der Produktionskosten mehr als ausgeglichen wird. Kurz gesagt, die obige AC-Kurve ist in Wirklichkeit eine Produktionskosten- und keine Gesamtkostenkurve, wobei die Vertriebskosten vernachlässigt werden. Vgl. Goldman, „Produktdifferenzierung und Werbung“. Darüber hinaus wäre eine echte Gesamtkostenkurve dann nicht unabhängig von der Nachfragekurve des Unternehmens, wodurch die übliche „Kostenkurven“-Analyse zunichte gemacht würde. Siehe Dewey, Monopoly in Economics and Law, S. 87.
2. H. Chamberlin, Theory of Monopolistic Competition, und Mrs. Joan Robinson, Economics of Imperfect Competition. Für eine klare Diskussion und einen Vergleich der beiden Werke siehe Robert Triffin, Monopolistic Competition and General Equilibrium Theory (Cambridge: Harvard University Press, 1940).
3. Kürzlich hat Professor Chamberlin diesen Punkt eingeräumt und in einer Reihe bemerkenswerter Artikel seine Anhänger verblüfft, indem er das Konzept des reinen Wettbewerbs als Wohlfahrtsideal ablehnte. Chamberlin erklärt nun: „Das Wohlfahrtsideal selbst... wird korrekt als monopolistischer Wettbewerb beschrieben .... [Dies] scheint sehr direkt aus der Erkenntnis zu folgen, dass die Menschen individuell sind, unterschiedliche Geschmäcker und Wünsche haben und zudem räumlich weit verstreut sind.“ Chamberlin, Towards a More General Theory of Value, S. 93-94; auch ebd., S. 70-83; E.H. Chamberlin und J.M. Clark, „Discussion“, American Economic Review, Papers and Proceedings, Mai 1950, S. 102-04; Hunter, „Product Differentiation and Welfare Economics“, S. 53 3-52; Hayek, „The Meaning of Competition“ in Individualism and the Economic Order, S. 99; und Marshall I. Goldman,
„Produktdifferenzierung und Werbung: Some Lessons from Soviet Experience“, Journal of Political Economy, August 1960, S. 346-57.
4. Siehe Chamberlin, „Measuring the Degree of Monopoly and Competition“ und „Monopolistic Competition Revisited“ in Towards a More General Theory of Value, S. 45-83.

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977
Wirtschaft Buchanan Boudreaux I 79
Wirtschaft/Buchanan/Boudreaux/Holcombe: In einer seiner früheren Arbeiten, „Economics, Welfare, and Political Economy“(1), die 1959 veröffentlicht wurde, identifizierte Buchanan zwei unterschiedliche, aber miteinander verbundene Rollen, die der Ökonom legitimerweise spielen kann. Die erste ist die des „Ökonomen“ an sich; die zweite ist die des „politischen Ökonomen“. Die einzige Aufgabe des Ökonomen an sich besteht darin, das Verständnis der Menschheit für die Funktionsweise der Wirtschaft zu verbessern, einschließlich der Frage, wie sich die Wirtschaftstätigkeit bei Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds wahrscheinlich verändert.
Boudreaux I 80
Politik: Dabei kann es sich um politische Veränderungen handeln, wie z. B. Änderungen der Steuersätze oder neue Vorschriften, aber auch um Veränderungen anderer Faktoren, wie z. B. ungünstiges Wetter, das die Ernteerträge verringert. Wirtschaftswissenschaftler verfolgen dieses Ziel durch Forschung und Analysen, die es ihnen ermöglichen, Vorhersagen über die Auswirkungen solcher Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld zu treffen. Politische Ökonomie: Wenn der Wirtschaftswissenschaftler in die Rolle des politischen Ökonomen schlüpft, dann deshalb, um den Bürgern zu helfen, sich für bessere Regeln zu entscheiden, unter denen sie leben. Dennoch besteht die Aufgabe des politischen Ökonomen nicht wie die des Ökonomen darin, seine eigenen Werte oder Präferenzen anderen aufzudrängen.
Politische Entscheidungen: Es ist weder die Aufgabe eines Ökonomen noch eines politischen Ökonomen, diese oder jene Politik zu empfehlen, geschweige denn darauf zu bestehen. Eine solche Rolle, so Buchanan, sei nur dem Einzelnen in seiner Eigenschaft als Bürger vorbehalten. Die Aufgabe des politischen Ökonomen besteht lediglich darin, Änderungen von Regeln und Institutionen vorzuschlagen, denen der einzelne Bürger entweder zustimmen oder sie ablehnen kann - akzeptieren oder ablehnen. Im Idealfall, so Buchanan, würde die Zustimmung Einstimmigkeit oder etwas, das dem sehr nahe kommt, erfordern.
Politik als Austausch: Wenn alle oder fast alle Menschen einer Regeländerung zustimmen müssen, dann kann man getrost davon ausgehen, dass jede vorgeschlagene Regeländerung, die durch eine solche Abstimmung gebilligt wird, wirklich sozial vorteilhaft ist und nicht nur einigen Individuen auf Kosten anderer nützt.
>Zustimmung/Buchanan.
Das ist der Kern des Konzepts der Politik als Austausch. wahrscheinlich geändert werden, wenn sich das wirtschaftliche Umfeld ändert. Dabei kann es sich um politische Änderungen handeln, wie z. B. Änderungen der Steuersätze oder neue Vorschriften, aber auch um Änderungen anderer Faktoren, wie z. B. ungünstige Wetterbedingungen, die die Ernteerträge verringern. Wirtschaftswissenschaftler verfolgen dieses Ziel durch Forschung und Analysen, die es ihnen ermöglichen, Vorhersagen über die Auswirkungen solcher Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds zu treffen.
Politische Ökonomie: Wenn der Ökonom in die Rolle des politischen Ökonomen schlüpft, dann deshalb, um den Bürgern zu helfen, sich für bessere Regeln zu entscheiden, unter denen sie leben. Dennoch besteht die Aufgabe des politischen Ökonomen wie die des Ökonomen nicht darin, seine eigenen Werte oder Präferenzen anderen aufzudrängen. Es ist weder die Aufgabe des Ökonomen noch die des politischen Ökonomen, diese oder jene Politik zu empfehlen, geschweige denn darauf zu bestehen. Eine solche Rolle, so Buchanan, sei dem Einzelnen nur in seiner Eigenschaft als Bürger vorbehalten. Die Aufgabe des politischen Ökonomen besteht lediglich darin, Änderungen von Regeln und Institutionen vorzuschlagen, denen der einzelne Bürger entweder zustimmen oder sie ablehnen kann - akzeptieren oder ablehnen. Im Idealfall, so Buchanan, würde die Zustimmung Einstimmigkeit oder etwas, das dem sehr nahe kommt, erfordern. Wenn alle oder fast alle Menschen einer Regeländerung zustimmen müssen, dann kann man getrost davon ausgehen, dass jede vorgeschlagene Regeländerung, die durch eine solche Abstimmung gebilligt wird, wirklich von sozialem Nutzen ist und nicht nur einigen Personen auf Kosten anderer Vorteile bringt. Das ist die Essenz der Idee von Politik als Austausch.
>Sozialvertrag/Buchanan, >Gesellschaft/Buchanan.
Boudreaux I 97/98
Wirtschaft/Buchanan/Boudreaux/Holcombe: Buchanan bestand darauf, dass der Schwerpunkt der wirtschaftlichen Analyse auf Märkten, d. h. auf Institutionen des Austauschs, und nicht auf der Zuweisung von Ressourcen liegen sollte. Buchanan sagt über Ökonomen, die „sich ausschließlich mit der Verteilung knapper Ressourcen auf konkurrierende Zwecke oder Verwendungen befassen..., dass dies keine legitime Tätigkeit für Wirtschaftswissenschaftler ist, wie ich die Disziplin definieren möchte“ (Buchanan, 1964(2): 216). Der Grund, warum Buchanan auf dieser Unterscheidung bestand (...), ist, dass man, wenn man die wirtschaftliche Tätigkeit als eine Übung in der Ressourcenzuteilung begreift, unwissentlich annimmt, dass die Gesellschaft eher wie ein riesiges empfindungsfähiges Individuum mit ganz eigenen Präferenzen ist. Angesichts ihrer Präferenzen und ihres Einkommens gibt es für die Gesellschaft nur eine „richtige“ Art zu „wählen“ - dass es eine optimale Verteilung der Ressourcen gibt.
>Gruppenverhalten/Buchanan.
Gesellschaft/Buchanan: Aber, (...) die Gesellschaft ist kein riesiges empfindungsfähiges Individuum mit eigenen Vorlieben und einem Gehirn, das Entscheidungen trifft. Die Gesellschaft ist die komplexe Interaktion vieler Individuen, von denen jedes seine eigenen Ziele verfolgt.
>Gesellschaft/Buchanan.
Lösung/Buchanan: Eine „Wirtschaft“, so Buchanan, ist der Name, den wir dem fortlaufenden Prozess vieler verschiedener Individuen (und anderer Organisationen, einschließlich Haushalten und Unternehmen) geben, die ihre eigenen, individuell gewählten Ziele verfolgen, ohne ein übergreifendes gemeinsames Ziel wie „das Ziel der Volkswirtschaft“.(3)
Boudreaux I 100
Die ingenieurwissenschaftliche Perspektive, vor der Buchanan warnte, führt dazu, dass Individuen und Unternehmen als bloße Rädchen in einer großen Maschine betrachtet werden, als Mittel, um der Wirtschaft zu helfen, ein großes Ergebnis zu erzielen. Als Werturteil lehnte Buchanan, der in der individualistischen, klassisch-liberalen Tradition stand, dieses Verständnis von Individuen ab. Darüber hinaus wies Buchanan als objektiver Wirtschaftswissenschaftler darauf hin, dass diese ingenieurwissenschaftliche Auffassung von der Wirtschaft schlichtweg falsch ist. Da die Wirtschaft kein empfindungsfähiges Wesen mit Zwecken ist, hat sie keine Ziele, die verfolgt und erreicht werden können. Die Wirtschaft ist nichts anderes als das, was ungeplant und unbeabsichtigt entsteht, wenn unzählige empfindungsfähige Individuen in Verfolgung ihrer eigenen Ziele miteinander tauschen.
1. James M. Buchanan. (1959). “ Positive Economics, Welfare Economics, and Political Economy ” The Journal of Law & Economics, Vol. 2 (Oct., 1959), pp. 124-138.
2. Buchanan, James M. (1964). “What Should Economists Do?” Sothern Economic Journal (January).
3. Ibid.

EconBuchan I
James M. Buchanan
Politics as Public Choice Carmel, IN 2000

Boudreaux I
Donald J. Boudreaux
Randall G. Holcombe
The Essential James Buchanan Vancouver: The Fraser Institute 2021

Boudreaux II
Donald J. Boudreaux
The Essential Hayek Vancouver: Fraser Institute 2014
Wohlfahrtsökonomik Neoklassiker Mause I 269ff
Wohlfahrtsökonomik/Neoklassiker: Wohlfahrtsökonomik ein wesentlicher Teil des neoklassischen Paradigmas. Sie bedient sich des methodologischen Individualismus und verfolgt den Grenznutzenansatz. Sie ist utilitaristisch ausgerichtet, d.h. dass die jeweilige Nutzenschätzung der Individuen berücksichtigt wird. (Benthamsche Wohlfahrtsfunktion (1)).
W = W(y1, y2, …, yn)
Methodisches Problem: die individuellen Nutzenschätzungen werden wiederum zu einem gesellschaftlichen Wohlfahrtswert aggregiert. Dieser kann nicht individualistisch fundiert werden.
Mause I 270
Problem: diese Form von Umverteilung kann zu Ungerechtigkeiten führen, wenn die individuelle pekuniäre Situation der Individuen nicht berücksichtigt wird. Lösung: man muss einen Schritt zurückgehen und die allgemeine funktionale Form einer Bergson-Samuelson-Wohlfahrtsfunktion verwenden. (2)(3)
Wohlfahrtsmaximum: eine Bedingung für sein Erreichen ist Pareto-Effizienz.
Def Pareto-Effizienz: besteht, wenn kein Mitgleid der Gesellschaft besser gestellt werden kann, ohne ein anderes Mitglied schlechter zu stellen. Wenn diese Bedingung nicht erfüllt ist, sind noch Effizienzreserven zu nutzen.
Weitere Bedingung für eine optimale Finanzpolitik: es darf keine ungenutzten Potentiale für Tauschgewinne geben, d.h. dass die einzelnen Güter zu den Konsumenten alloziiert werden.
Problem: es gibt theoretisch unendlich viele Allokationen, die Pareto-effizient sind, aber nur eine maximiert die gesellschaftliche Wohlfahrt.
Def Erster Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomik: jedes Marktgleichgewicht stellt bei vollständigem Wettbewerb und Abwesenheit von externen Effekten Pareto-Effizienz her.
Def Zweiter Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomik: jedes dieser Marktgleichgewichte kann durch eine entsprechende Verteilung von Ressourcen in der Ausgangssituation ohne Effizienzverluste erreicht werden. (4)


1. Jean Hindriks & Gareth D. Myles, Intermediate public economics, Cambridge, MA, 2013.
2. Bergson, Abram. 1938. A reformulation of certain aspects of welfare economics. Quarterly Journal of Economics 52 (7), 1938, S. 314– 344.
3. Paul A. Samuelson, The foundations of economic analysis. Cambridge, MA 1947.
4. Nicola Acocella, The foundations of economic policy: Values and techniques. Cambridge 1998 S. 72-77.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Zeitpräferenz Rawls I 293
Zeitpräferenz/Rationalität/Sidgwick/Rawls: Rationalität impliziert, dass sie für die gesamte Spanne unseres Lebens gilt; dass etwas früher oder später geschieht, ist kein Grund, es stärker oder weniger stark zu berücksichtigen. Allerdings mag die unmittelbare Gegenwart oder nächste Zukunft einen Ausschlag geben bei der Beurteilung von Sicherheit oder Wahrscheinlichkeit und wir sollten berücksichtigen, wie unsere unmittelbare Situation sich auswirkt. >H. Sidgwick, >Rationalität, >Rationalität/Rawls.
I 294
Aber nichts davon rechtfertigt eine Bevorzugung eines Gutes wegen seiner zeitlichen Positionierung.(1)(2)
I 294
Zeitpräferenz/Generationengerechtigkeit/Rawls: Sidgwick These: Dass etwas früher oder später geschieht, ist kein Grund, es stärker oder weniger stark zu berücksichtigen. >Zeitpräferenz/Sidgwick.
Amartya Sen These: Die Situation ist symmetrisch: Es gibt keinen Grund für die Parteien, der reinen Positionierung im Zeitverlauf ein besonderes Gewicht zu geben.
>Zeitpräferenz/Sen.
I 295
Rawls: Dass wir eine Zeitpräferenz zurückweisen, ist nicht inkompatibel damit, dass wir Unsicherheiten und wechselnde Umstände in Betracht ziehen. Es schließt auch nicht aus, dass zeitlich begrenzte Investmentfonds Zinsen zahlen. Ausgeschlossen wird nur, dass in der Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft eine bestimmte Generation bevorzugt wird. >Umstände, >Generationengerechtigkeit.
Demokratie: Frage: widerspricht dies nicht den Prinzipien der Demokratie, die erfordern, dass die Wünsche der gegenwärtigen Generation berücksichtigt werden(3)(4)?
I 296
Rawls: Das hängt von der Interpretation ab. Nachdem der öffentliche Wille zum Ausdruck gebracht ist, kann er nicht übergangen werden.
I 297
Für eine allgemeinere Gestaltung sind aber zunächst unsere Prinzipien der Gerechtigkeit ausschlaggebend. >Prinzipien/Rawls.

1. H. Sidgwick The Methos of Ethics, 7. Ed. London, 1907, S. 381.
2. Siehe auch F.P. Ramsey, „A Mathematical Theory of Saving“, Economic Journal, Bd. 38, 1928.
(Nachdruck in Arrow and Scitovsky, Readings in Welfare Economics).
3. Vgl. A. Sen, „On Optimizing the Rate of Savings“, Economic Journal, 71, (1960) S. 482.
4. S. A. Marglin, „The Social Rate of Discount and the Optimal Rate of Investment“, Quarterly Journal of Iconomics, Bd. 77 (1963), S. 100-109.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Zeitpräferenz Sidgwick Rawls I 293
Zeitpräferenz/Rationalität/Sidgwick/Rawls: Rationalität impliziert, dass sie für die gesamte Spanne unseres Lebens gilt; dass etwas früher oder später geschieht, ist kein Grund, es stärker oder weniger stark zu berücksichtigen. >Rationalität, >Zeit, >Vergangenheit, >Gegenwart, >Zukunft.
Allerdings mag die unmittelbare Gegenwart oder nächste Zukunft einen Ausschlag geben bei der Beurteilung von Sicherheit oder Wahrscheinlichkeit und wir sollten berücksichtigen, wie unsere unmittelbare Situation sich auswirkt.
>Wahrscheinlichkeit, >Situation, >Handlungen.
Rawls I 294
Aber nichts davon rechtfertigt eine Bevorzugung eines Gutes wegen seiner zeitlichen Positionierung.(1) >Rechtfertigung.

1. H. Sidgwick The Methos of Ethics, 7nd ed. London, 1907, p. 381.
Siehe auch
F.P. Ramsey, „A Mathematical Theory of Saving“, Economic Journal, vol. 38, 1928., Nachdruck in Arrow and Scitovsky, Readings in Welfare Economics.

Sidgwick I
Henry Sidgwick
Methods of Ethics 2017

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005