| Begriff/ Autor/Ismus |
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| Charakterzüge | Sozialpsychologie | Corr I 462 Charakterzüge/Sozialpsychologie/Robinson/Sedikides: Charakterzüge könnten durch Aggregation über mehrere Beobachter hinweg bewertet werden (Funder 1991)(1) oder über aktuelle Stichproben von Erfahrungen und Verhaltensweisen im täglichen Leben (Epstein1983)(2). Dies ist jedoch nicht üblich. Stattdessen bewerten Forscher typischerweise Eigenschaften, indem sie Menschen auffordern, über ihre breiten (d.h. "allgemeinen") Tendenzen zum Denken, Fühlen und Handeln in besonderer Weise selbst zu berichten. >Selbstbeschreibung, >Selbstwissen. Wahrscheinlich besteht also ein enger Zusammenhang zwischen den Merkmalen der Selbstbeurteilung und dem globalen Selbstverständnis. Diese Beobachtung veranlasste Robinson und Clore (2002a)(3) zu der Annahme, dass Eigenberichte über Charakterzüge eher abstrakte oder verallgemeinerte Selbstauffassungen bewerten als solche, die stärker mit momentanen Erfahrungen und Verhaltensweisen verbunden sind. Corr I 463 1) Verallgemeinerte Selbstansichten sind konsistenter mit selbstrelevanten Stereotypen als Bewertungen, die in Erfahrungsstichprobenprotokollen erhalten werden (z.B. sind Frauen emotionaler als Männer: Barrett, Robin, Pietromonaco und Eyssell 1998)(4). 2) Amnestische, autistische oder demente Patienten können zuverlässige und valide Charakterzug-Beurteilungen über das Selbst vornehmen, obwohl sie völlig unfähig sind, sich an bestimmte merkmalsrelevante Erfahrungen oder Verhaltensweisen zu erinnern (z.B. Klein, Loftus und Kihlstrom 1996)(5). 3) Reaktionszeitparadigmen nähern sich dem Punkt an, dass die Bewertungen des Selbst "im Allgemeinen" auf einer wesentlich anderen Grundlage erfolgen als die Bewertungen des Selbst in kürzeren Zeitfenstern (Robinson und Clore 2002b)(6). Kurz gesagt, Charakterzug-Selbstbeurteilungen erschließen generalisierte Überzeugungen über das Selbst etwas unabhängig von momentanen Selbstauffassungen (Robinson und Clore 2002a(3), 2002b(6)). 1. Funder, D. C. 1991. Global traits: a neo-Allportian approach to personality, Psychological Science 2:31–9 2. Epstein, S. 1983. Aggregation and beyond: some basic issues on the prediction of behaviour, Journal of Personality 51: 360–92 3. Robinson, M. D. and Clore, G. L. 2002a. Belief and feeling: an accessibility model of emotional self-report, Psychological Bulletin 128: 934–60 4. Barrett, L. F., Robin, L., Pietromonaco, P. R. and Eyssell, K. M. 1998. Are women the ‘more emotional’ sex?: evidence from emotional experiences in social context, Cognition and Emotion 12: 555–78 5. Klein, S. B., Loftus, J. and Kihlstrom, J. F. 1996. Self-knowledge of an amnesic patient: toward a neuropsychology of personality and social psychology, Journal of Experimental Psychology: General 125: 250–60 6. Robinson, M. D. and Clore, G. L. 2002b. Episodic and semantic knowledge in emotional self-report: evidence for two judgment processes, Journal of Personality and Social Psychology 83: 198–215 Michael D. Robinson and Constantine Sedikides, “Traits and the self: toward an integration”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Denken | Burge | Frank I 691f Denken/Externalismus/Burge: Welche Gedanken man haben kann, hängt davon ab, in welchen Beziehungen man zu seiner Umgebung steht - eine Person braucht ihre Umgebung nicht zu erforschen, um zu wissen, welches ihre Gedanken sind - (eben deshalb nicht). Internalismus/DescartesVsBurge: Die Möglichkeit der Täuschung soll beweisen, dass wir die Welt bezweifeln können, während wir unsere Gedanken autoritativ kennen - also angeblich Unabhängigkeit von der Welt. >Täuschungen. Lösung: ArnauldVsDescartes: Selbst-Wissen nicht hinreichend um zu wissen, dass mentale Ereignisse von Objekten unabhängig sind. - Das cogito liefert kein Wissen über die (indexikalischen, externen) Individuationsbedingungen. >Individuation, >Identifikation, >Externalismus, >Selbstwissen. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Erste Person | Burge | Frank I 687 Autorität/Erste Person/Selbst Wissen/Burge: (pro Descartes) Wir haben "grundlegendes Selbst-Wissen". Bsp "Ich denke (mit genau diesem Gedanken) dass Schreiben Konzentration verlangt. Problem: 1. Folgt der Individualismus aus dem Akzeptieren dieser Cartesianischen Konzeption? 2. Wie ist für den Externalismus (Antiindividualismus) Gewissheit über die eigenen mentalen Zustände möglich? Frank I 706 Selbst-Wissen/Burge: Die Quelle unseres starken epistemischen Anspruchs ist nicht, dass wir eine Menge von den Gegenständen wissen oder dass wir die Umstände (Ermöglichungsbedingungen) besonders gut kennen, sondern erwächst aus der Beschaffenheit und Funktion von selbst evaluierenden Urteilen. Bsp Wenn wir erwägen, dass es gar kein Wasser gibt, betrachten wir unsere Position unberechtigterweise aus der Perspektive einer dritten Person. >Perspektive, >Beschreibungsebenen, >Unkorrigierbarkeit. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Funktionale Erklärung | Burge | Frank I 686 Funktion/Funktionsanalyse/Funktionserklärung/Burge/Bruns: Die Zuschreibung von Funktionen ist nur unter Bezugnahme auf externe Sachverhalte (Externalismus) möglich. ((s) Sonst zirkulär, der Zweck muss außerhalb liegen). >Externalismus, >Zirkularität, >Zuschreibung. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Gedächtnis | Robinson | Corr I 461 Gedächtnis/Charakterzüge/Selbstwissen/Robinson/Sedikides: Merkmale können gewinnbringend als assoziative Gedächtnisstrukturen betrachtet werden, wie sie innerhalb semantischer und affektiver Priming-Paradigmen bewertet werden. Andere Paradigmen der Gedächtnisstruktur haben sich auf individuelle Unterschiede in der Art und Weise konzentriert, wie verschiedene Selbstaspekte organisiert sind (Linville 1985(1); Showers 1992(2)). >Selbstwissen, >Charakterzüge. Individuen listen zunächst ihre wichtigen, aber unterschiedlichen Selbstaspekte auf. Sie weisen dann jedem Selbstaspekt Eigenschaften zu. Individuen unterscheiden sich in dem Maße, in dem ihr Selbstverständnis einfach durch weniger Rollen und mehr Merkmalsüberlappungen zwischen Rollen (...) definiert ist. >Rollen. Diejenigen mit relativ einfachen Selbstbegriffen bewerten das Selbst in einer Weise, die stärker von Erfolgs- oder Misserfolgsfeedback (McConnell und Strain 2007(3)) oder aktuellen Stimmungslagen (Showers und Kling 1996(4)) beeinflusst wird. Solche Ergebnisse werden im Sinne eines höheren Grades der Verteilung der Aktivierung zwischen verschiedenen Selbstaspekten auf niedrigeren Ebenen der Selbstkomplexität verstanden (Linville 1985(1); Showers 1992(2)). >Selbstbeschreibung. 1. Linville, P. W. 1985. Self-complexity and affective extremity: don’t put all of your eggs in one cognitive basket, Social Cognition 3: 94–120 2. Showers, C. 1992. Compartmentalization of positive and negative self-knowledge: keeping bad apples out of the bunch, Journal of Personality and Social Psychology 62: 1036–49 3. McConnell, A.R. and Strain, L. M. 2007. Structure and content of the self, in C. Sedikides and S. Spencer (eds.), The self in social psychology, pp. 51–73. New York: Psychology Press 4. Showers, C. J. and Kling, K. C. 1996. Organization of self-knowledge: implications for recovery from sad mood, Journal of Personality and Social Psychology70: 578–90 Michael D. Robinson and Constantine Sedikides, “Traits and the self: toward an integration”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
EconRobin I James A. Robinson James A. Acemoglu Why nations fail. The origins of power, prosperity, and poverty New York 2012 Robinson I Jan Robinson An Essay on Marxian Economics London 1947 Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Gedächtnis | Sedikides | Corr I 461 Gedächtnis/Charakterzüge/Selbstkenntnis/Robinson/Sedikides: Merkmale können gewinnbringend als assoziative Gedächtnisstrukturen betrachtet werden, wie sie innerhalb semantischer und affektiver Priming-Paradigmen bewertet werden. Andere Paradigmen der Gedächtnisstruktur haben sich auf individuelle Unterschiede in der Art und Weise konzentriert, wie verschiedene Selbstaspekte organisiert sind (Linville 1985(1); Showers 1992(2)). >Selbstwissen, >Charakterzüge. Individuen listen zunächst ihre wichtigen, aber unterschiedlichen Selbstaspekte auf. Sie weisen dann jedem Selbstaspekt Eigenschaften zu. Individuen unterscheiden sich in dem Maße, in dem ihr Selbstverständnis einfach durch weniger Rollen und mehr Merkmalsüberlappungen zwischen Rollen - oder komplexen - definiert ist. >Selbstbeschreibung. >Rollen. Diejenigen mit relativ einfachen Selbstbegriffen bewerten das Selbst in einer Weise, die stärker von Erfolgs- oder Misserfolgsfeedback (McConnell und Strain 2007(3)) oder aktuellen Stimmungslagen (Showers und Kling 1996(4)) beeinflusst wird. Solche Ergebnisse werden im Sinne eines höheren Grades der Verteilung der Aktivierung zwischen verschiedenen Selbstaspekten auf niedrigeren Ebenen der Selbstkomplexität verstanden (Linville 1985(1); Showers 1992(2)). >Selbstwissen, >Selbstbewusstsein, >Selbstbeschreibung. 1. Linville, P. W. 1985. Self-complexity and affective extremity: don’t put all of your eggs in one cognitive basket, Social Cognition 3: 94–120 2. Showers, C. 1992. Compartmentalization of positive and negative self-knowledge: keeping bad apples out of the bunch, Journal of Personality and Social Psychology 62: 1036–49 3. McConnell, A.R. and Strain, L. M. 2007. Structure and content of the self, in C. Sedikides and S. Spencer (eds.), The self in social psychology, pp. 51–73. New York: Psychology Press 4. Showers, C. J. and Kling, K. C. 1996. Organization of self-knowledge: implications for recovery from sad mood, Journal of Personality and Social Psychology70: 578–90 Michael D. Robinson and Constantine Sedikides, “Traits and the self: toward an integration”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Geist/ Geistzustand | Burge | Frank I 686 Mentale Zustände/Burge: Mentale Zustände werden in Abhängigkeit von Gegenständen der Umgebung, sozialen Fakten und akzeptierten Theorien identifiziert. >Mentale Zustände, >Individuation. Frank I 690 Mentale Zustände/Selbstgewissheit/Gedanken/kennen/Burge: Vieles von unserem Selbst-Wissen ähnelt dem Wissen, das wir von den Gedanken anderer haben. >Fremdpsychisches BurgeVsDescartes: Das unterschätzte Descartes. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Indexwörter | Burge | Frank I 684 Indexwörter/indexikalische Spezifikation/mentale Zustände/Zwillingserde/Burge/Bruns: a) Die mentalen Zustände werden mit indexikalischen Ausdrücken identifiziert: Bsp "Dies ist Wasser". (Individuation). b) Sie werden nichtindexikalisch identifiziert: Bsp "Wasser ist eine Flüssigkeit". Fazit: Wenn nichtindexikalisch, dann können sie nicht zur Verhaltenserklärung benutzt werden, weil sie ihren Inhalt nicht individuieren. BurgeVsPutnam: zwar behandelt er keine Glaubenszustände, sein Argument funktioniert aber nur, weil er Terme, die natürliche Arten ausdrücken, wie indexikalische Terme analysiert. Frank I 685 Burge These: Auch bei der Individuation nichtindexikalischer mentaler Zustände muss auf externe Gegenstände Bezug genommen werden. "Antiindividualismus" (= Externalismus). Enge Inhalte genügen nicht zur Individuation sie müssen vielmehr selbst durch "weite Inhalte" individuiert werden. >Individuation, >Enger/weiter Inhalt. Inhalt/Zwillingserde/Burge/Bruns: Wenn es auf der Zwillingserde kein Aluminium gibt, hat Hermanns Überzeugung, dass Aluminium ein Metall ist, einen anderen Inhalt. (DavidsonVs: Man kann "Mond" auch verstehen, ohne ihn jemals gesehen zu haben). Weder er noch sein Doppelgänger kennen die atomare Struktur von Aluminium bzw. Zwillingserden-Aluminium. >Zwillingserde. Burges Argument hängt nun ganz davon ab, ob wir bereit sind, den beiden dennoch Überzeugungen über die entsprechenden Leichtmetalle zuzuschreiben. Frank I 707 "hier"/Zwillingserde/Burge: Bsp ich weiß, dass ich hier (anders: auf der Erde!) bin. Mein Wissen beinhaltet mehr als das bloße Wissen, dass ich weiß, dass ich da bin, wo ich bin. Ich habe die normale Fähigkeit, über meine Umgebung nachzudenken. Und ich habe dieses Wissen, weil ich meine - und nicht andere vorstellbare Umgebungen wahrnehme. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Individuation | Burge | Frank I 691 Gedanken/Individuation/Burge: Wie werden unsere Gedanken individuiert? These: Viele Gedanken werden extern individuiert: sie sind notwendigerweise von Beziehungen abhängig, in denen die Person zur physischen oder in einigen Fällen auch zur sozialen Umgebung steht. Meine Gedankenexperimente verfolgen die gemeinsame Strategie, die Geschichte der körperlichen Bewegung, der Oberflächenstimulation und der internen chemischen Vorgänge konstant zu halten. Ich will zeigen, dass einige Gedanken der Person variieren. These: Welche Gedanken man haben kann, hängt davon ab, in welchen Beziehungen man zu seiner Umgebung steht. Frage: Wie können wir von einigen unserer mentalen Ereignisse unmittelbar, nichtempirisch wissen, Frank I 692 wenn ihre Identität von der Umgebung abhängt? >Externalismus. Eine Person braucht die Umgebung nicht zu erforschen, um zu wissen, welches ihre Gedanken sind. ((s) Die Formulierung ist immer "welche Gedanken", "was für Gedanken" das vermeidet die Bezugnahme auf Wahrheitsbedingungen. Der Inhalt soll aber bekannt sein.) >Inhalt. Frank I 700 Gedanken/Individuation/Burge: Wir individuieren unsere Gedanken, indem wir sie und nicht die anderen aus selbst zuschreibende Weise denken. Dieses Wissen ist einfach nicht diskursiv, sondern unmittelbar. >Wissen. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Internalismus | Burge | Frank I 688 BurgeVsInternalismus/Individualismus: Falsche Fortentwicklung des cartesianischen Arguments: Verwechslung der Wahrheitsbindungen mit den Individuierungsbedingungen. 1. Descartes stellt die Frage, ob unsere Gedanken in kontrafaktischen Situationen wahr sind: sie sind es nicht. Pointe: Dabei wird vorausgesetzt, dass die Gedanken identisch sind mit den entsprechenden aus der ursprünglichen Situation! D.h. die Individuierungsbedingungen bleiben konstant, die Wahrheitsbedingungen ändern sich. Zwillingserde/BurgeVs: tatsächlich ist es umgekehrt: die Individuierungsbedingungen ändern sich. >Zwillingserde, >Individuation. Wir wissen, welche Gedanken wir in der aktuellen Situation haben und können uns vorstellen, dass sie falsch sind. Wir wüssten auch in einer kontrafaktischen Situation, welche Gedanken wir in dieser Situation hätten. Aber wir haben in der aktuelle Situation kein wissen über Gedanken, die wir in kontrafaktischen Situationen hätten. Daher kann der Cartesianismus nicht den Internalismus stützen. >Cartesianismus. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Kultur | Braidotti | Braidotti I 82 Kultur/Natur/Braidotti: Der Ausgangspunkt bleibt für mich das Natur-Kultur-Kontinuum, aber mittlerweile müssen wir in diesen Rahmen die monistische Einsicht einfügen, dass wir alle, wie Lloyd es ausdrückt, „Teil der Natur“ sind (1994)(1). Diese Aussage, die sie in eine monistische Ontologie einbettet, die auf Spinozas Philosophie basiert, ist sowohl ernüchternd als auch inspirierend. Für uns Bürgerinnen und Bürger des dritten Jahrtausends kommt erschwerend hinzu, dass wir tatsächlich in einem Natur-Kultur-Kontinuum leben, das sowohl technologisch vermittelt als auch global durchgesetzt ist. >Monismus, >Dualismus, >Tiere/Braidotti, >Posthumanismus/Braidotti, >Post-Anthropozentrismus/Braidotti. Das bedeutet, dass wir weder von einer Theorie der Subjektivität ausgehen können, die einen naturalistischen Fundamentalismus als selbstverständlich voraussetzt, noch können wir uns auf eine sozialkonstruktivistische und damit dualistische Theorie des Subjekts stützen, die die ökologische Dimension verleugnet. Stattdessen muss eine kritische Theorie potenziell widersprüchliche Anforderungen erfüllen. Die erste besteht darin, einen dynamischen und nachhaltigen Begriff von vitalistischer, sich selbst organisierender Materialität zu entwickeln; die zweite besteht darin, den Rahmen und die Reichweite von Subjektivität entlang der transversalen Linien post-anthropozentrischer Beziehungen zu erweitern, die ich im vorigen Abschnitt skizziert habe. Die Vorstellung von Subjektivität als einer Assemblage, die nicht-menschliche Akteure einschließt, hat eine Reihe von Konsequenzen. >Subjektivität/Braidotti. Sie impliziert erstens, dass Subjektivität nicht das ausschließliche Vorrecht des Anthropos ist, zweitens, dass sie nicht an die transzendentale Vernunft gebunden ist, drittens, dass sie von der Dialektik der Anerkennung losgelöst ist, und schließlich, dass sie auf der Immanenz der Beziehungen beruht. Die Herausforderung für die kritische Theorie ist gewaltig: Wir müssen das Subjekt als eine transversale Einheit begreifen, die den Menschen, unsere genetischen Nachbarn, die Tiere und die Erde als Ganzes umfasst, und zwar in einer verständlichen Sprache. 1. Lloyd, Genevieve. 1994. Part of Nature: Self-knowledge in Spinoza’s Ethic. Ithaca, NY: Cornell University Press. |
Braidotti I Rosie Braidotti The Posthuman Cambridge, UK: Polity Press 2013 |
| Repräsentation | Burge | Frank I 686 Repräsentation/Antiindividualismus/(=Externalismus)/Burge: Ein interner Zustand repräsentiert deshalb Sachverhalte in der Welt, weil er diese Funktion im Lauf der Evolution erhalten hat. >Externalismus. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Selbst | Persönlichkeitspsychologie | Corr I 459 Selbst/Persönlichkeitspsychologie/Robinson/Sedikide: Warum sind Charakterzüge im Laufe der Zeit so stabil? Swann (z.B. Swann und Schroeder 1995)(1) behauptet, dass Menschen motiviert sind, stark vertretene Ansichten über das Selbst zu bestätigen und nicht zu widerlegen (siehe auch Sedikides 1995)(2). So ist es wahrscheinlich, dass ein gegebenes Selbstverständnis (z.B. dass das Selbst stark neurotisch ist) seine eigene Realität durch merkmalskonsistente Prozesse im Zusammenhang mit der Eigenprüfung schafft (Swann, Rentfrow und Guinn 2002)(3). Siehe auch Tamir (2005)(4). >Charakterzüge. Die Selbstentwicklung spiegelt ein Motiv wider, das Selbst so positiv wie möglich zu sehen (Sedikides und Gregg 2008(5); Sedikides und Strube 1997)(6). Anhand dieses Motivs kann man erklären, warum Individuen (a) ihre eigenen Eigenschaften als sozial wünschenswerter ansehen als die durchschnittliche Person (Alicke und Govorun 2005)(7); (b) mehrdeutige Ausdrücke von Charakterzügen so interpretieren, dass sie das Selbst am besten widerspiegeln (Dunning, Meyerowitz und Holzberg 1989)(8); (c) Fragen auswählen, die ihre positiven (versus negativen) Eigenschaften bestätigen können (Sedikides 1993)(9); und (d) ein besseres Gedächtnis für Rückmeldungen im Zusammenhang zu ihren positiven (versus negativen) Eigenschaften ausbilden (Sedikides und Green 2000)(10). Heterogenität des Selbst: Bei der Selbstbeschreibung erwähnen Einzelpersonen wichtige Beziehungen, soziale Rollen, Ziele und Motive, Vorlieben und Werte sowie Regeln und Strategien der Selbstregulierung (Markus 1983(11); McConnell and Strain 2007(12)). >Selbstregulation, >Selbstbeschreibung. Wenn Einzelpersonen ihre Eigenschaften in Bezug auf verschiedene Rollenkontexte bewerten (z.B. in der Schule gegenüber zu Hause), unterscheiden sich ihre Eigenschaften in einer Weise, die für einen bestimmten Rollenkontext spezifisch ist (Donahue und Harary 1998(13)). Es wurde versucht, rollenspezifische Tendenzen in allgemeinere Eigenschaftsmodelle zu integrieren (Wood and Roberts 2006)(14). >Rollen. Corr I 460 Hierarchien: Das Selbst ist hierarchisch organisiert. Seine abstraktesten Merkmale werden erfasst, wenn Individuen sich im Allgemeinen charakterisieren, unabhängig vom Kontext oder der sozialen Rolle (Schell, Klein und Babey 1996)(15). Untere Ebene: Hier umfassen soziale Rollen Aspekte der Persönlichkeit, die zwar verallgemeinert, aber spezifisch für die jeweilige Rolle sind (Donahue und Harary 1998)(13). Auf der untersten Abstraktionsebene sind Selbstansichten tages-(Kernis, Grannemann und Barclay 1989)(16) oder augenblicksspezifisch (Heatherton und Polivy 1991)(17). Solche Ebenen des Selbst funktionieren unterschiedlich. So variiert beispielsweise das momentane Selbstwertgefühl von Tag zu Tag erheblich, während dies für das globale Selbstwertgefühl nicht zutrifft (Heatherton und Polivy 1991)(17). >Selbstwissen, >Selbstachtung, >Selbstbewusstsein. 1. Swann, W. B. and Schroeder, D. G. 1995. The search for beauty and truth: a framework for understanding reactions to evaluations, Personality and Social Psychology Bulletin 21: 1307–18 2. Sedikides, C. 1995. Central and peripheral self-conceptions are differentially influenced by mood: tests of the differential sensitivity hypothesis, Journal of Personality and Social Psychology 69: 759–77 3. Swann, W. B., Rentfrow, P. J. and Guinn, J. 2002. Self-verification: the search for coherence, in M. R. Leary and J. P. Tangney (eds.), Handbook of self and identity, pp. 367–83. New York: Guilford Press 4. Tamir, M. 2005. Don’t worry, be happy?: Neuroticism, trait-consistent affect regulation, and performance, Journal of Personality and Social Psychology 89: 449–61 5. Sedikides, C. and Gregg, A. P. 2008. Self-enhancement: food for thought, Perspectives on Psychological Science 3: 102–16 6. Sedikides, C. and Strube, M. J. 1997. Self-evaluation: to thine own self be good, to thine own self be sure, to thine own self be true, and to thine own self be better, in M. P. Zanna (ed.), Advances in experimental social psychology, vol. XXIX, pp. 209–69. New York: Academic Press 7. Alicke, M. D. and Govorun, O. 2005. The better-than-average effect, in M. D. Alicke, D. A. Dunning and J. I. Krueger (eds.), The self in social judgement, pp. 85–106. Philadelphia, PA: Psychology Press 8. Dunning, D., Meyerowitz, J. A. and Holzberg, A. D. 1989. Ambiguity and self-evaluation: the role of idiosyncratic trait definitions in self-serving assessments of ability, Journal of Personality and Social Psychology 57: 1082–90 9. Sedikides, C. 1993. Assessment, enhancement, and verification as determinants of the self-evaluation process, Journal of Personality and Social Psychology 65: 317–38 10. Sedikides, C. and Green, J. D. 2000. On the self-protective nature of inconsistency/negativity management: using the person memory paradigm to examine self-referent memory, Journal of Personality and Social Psychology 79: 906–22 11. Markus, H. 1983. Self-knowledge: an expanded view, Journal of Personality 51: 543–65 12. McConnell, A. R. and Strain, L. M. 2007. Structure and content of the self, in C. Sedikides and S. Spencer (eds.), The self in social psychology, pp. 51–73. New York: Psychology Press 13. Donahue, E. M. and Harary, K. 1998. The patterned inconsistency of traits: mapping the differential effects of social roles on self-perceptions of the Big Five, Personality and Social Psychology Bulletin 24: 610–19 14. Wood, D. and Roberts, B. W. 2006. Cross-sectional and longitudinal tests of the personality and role identity structural model (PRISM), Journal of Personality 74: 779–809 15. Schell, T.L., Klein, S. B. and Babey, S. H. 1996. Testing a hierarchical model of self-knowledge, Psychological Science 7: 170-3 16. Kernis, M. H., Grannemann, B. D. and Barclay, L. C. 1989. Stability and level of self-esteem as predectors of anger arousal and hostelity, Journal of Personality and Social Psychology 56: 1013-22 17. Heatherton, T. F. and Polivy, J. 1991. Development and validation of a scale for measuring state self-esteem, Journal of Personality and Social Psychology 60: 895-910 Michael D. Robinson and Constantine Sedikides, „ Traits and the self: toward an integration“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press |
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
| Selbstbewusstsein | Burge | Frank I 688 Überzeugung/Selbst Wissen/Selbstbewusstsein/Burge: Frage: Wie ist Selbst-Wissen externalistisch zu erklären? ("Die eigenen Gedanken kennen"). >Externalismus. Lösung/Burge: um einen Gedanken von der Welt zu haben, müssen wir nicht seine Individuationsbedingungen kennen. Bsp Um in der Zwillingserde zu glauben, dass Aluminium ein Metall ist, müssen wir die Mikrostruktur nicht kennen und Aluminium nicht von irgendeinem anderen Metall unterscheiden können. >Zwillingserde. Der reflexive Gedanke von Herrmann: "Ich denke, dass Aluminium ein Metall ist" hat zum Teil dieselben Individuierungsbedingungen wie der Gedanke, dass Aluminium ein Metall ist. Evans: ähnlich: Bei der Selbstzuschreibung sind die Augen auf die Welt gerichtet, nicht nach innen auf die internen Zustände. >Selbstzuschreibung, >Glaubensobjekte. Bsp "Glaubst du, dass es einen dritten Weltkrieg geben wird? Dafür sind dieselben externen Sachverhalte relevant wie für die Frage Frank I 689 "Wird es einen dritten Weltkrieg geben?" (s)Vs: für den Glauben müssen aber noch Bedingungen dazukommen! Der Krieg kann vor der Tür stehen, ohne dass man das realisiert. Jemand könnte "leichtgläubiger sein als jemand anderes. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Selbstidentifikation | Burge | Frank I 696 Selbst-Wissen/Burge: hier individuiert man seine Gedanken so, dass man die einzelnen als Token und als Typen von Gedanken weiß. Wir wissen, welche Gedanken wir denken. >Selbst-Wissen. Zwillingserde: Problem: wie kann man aber die eigenen Gedanken individuieren, wenn man die richtigen empirischen Bedingungen noch nicht von den falschen empirischen Bedingungen unterschieden hat? >Zwillingserde. Es ist klar, dass wir die Bedingungen für das Denken eines bestimmten Gedankens im Denken dieses Gedankens voraussetzen müssen! Einige davon können nur empirisch erkannt werden. Bsp Um an etwas als Wasser zu denken, muss man in einer kausalen Beziehung zu Wasser stehen. >Kausaltheorie der Referenz. Bsp Aber um zu denken, dass Wasser eine Flüssigkeit ist, nicht! Hier müssen die (komplexen) Bedingungen nur vorausgesetzt zu werden. Frank I 697 Selbst Wissen/Burge: Wissen der eigenen Gedanken ist Denken zweiter Stufe. Aber der erste Gedanke ist nicht bloß Objekt, sondern das Selbst-Wissen vollzieht sich im selben Akt. >Gedankenobjekte. Deshalb sind die Bedingungen für beide dieselben. Auch hier braucht man die Ermöglichungsbedingungen nicht zu kennen! Es reicht, dass sie erfüllt sind. Sowohl empirische wie auch reflexive Gedanken setzten Bedingungen voraus, die ihre Inhalte festlegen. In beiden Fällen können einige davon nur empirisch erkannt werden. Warum folgt daraus nicht, dass man nicht wissen kann, dass man denkt, dass das und das der Fall ist, es sei denn, man unternimmt eine empirische Untersuchung, die zeigt, dass die Bedingungen, dass das und das der Fall ist, erfüllt sind? Die Antwort ist verwickelt, sie hat damit zu tun, dass man "irgendwo anfangen" muss. Frank I 700 Selbst-Wissen/Wahrnehmungswissen/Burge: bisher haben wir die Ähnlichkeiten hervorgehoben. Aber es gibt auch Unterschiede: Selbst Wissen: her ist die Forderung nach einer Unterscheidung von Zwillingserden-Gedanken noch absurder als bei den Wahrnehmungs-Gedanken. Frank I 702 Selbst-Wissen/Burge: unterscheidet sich in diesen beiden Hinsichten a) und b) vom Wahrnehmungswissen: wer sich beim Selbst Wissen irrt, zeigt, dass mit ihm etwas nicht stimmt (im Gegensatz zu falscher Wahrnehmung). Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Selbstwissen | Burge | Frank I 687 Autorität/Erste Person/Selbst-Wissen/Burge: (pro Descartes) Wir haben "grundlegendes Selbst-Wissen". Bsp "Ich denke (mit genau diesem Gedanken) dass Schreiben Konzentration verlangt. Problem: 1. Folgt der Individualismus aus dem Akzeptieren dieser Cartesianischen Konzeption? 2. Wie ist für den Externalismus (Antiindividualismus) Gewissheit über die eigenen mentalen Zustände möglich? Frank I 706 Selbst-Wissen/Burge: Die Quelle unseres starken epistemischen Anspruchs ist nicht, dass wir eine Menge von den Gegenständen wissen oder dass wir die Umstände (Ermöglichungsbedingungen) besonders gut kennen, sondern erwächst aus der Beschaffenheit und Funktion von selbst evaluierenden Urteilen. Bsp Wenn wir erwägen, dass es gar kein Wasser gibt, betrachten wir unsere Position unberechtigterweise aus der Perspektive einer dritten Person. >Perspektive, >Beschreibungsebenen, >Unkorrigierbarkeit. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
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| Skeptizismus | Burge | Frank I 698 Skeptizismus/Burge: Fast alle gegenwärtig verteidigten Antworten mit Ausnahme der transzendentalen, stimmen darin überein, dass Wahrnehmungswissen nicht gerechtfertigt werden muss, indem separat sichergestellt wird, dass die Ermöglichungsbedingungen (keine Attrappen, keine Spiegeltäuschungen) erfüllt sind. Vgl. >Scheunenfassaden, >Kausaltheorie des Wissens, >Umstände. Das trifft auf Verlässlichkeitstheorie, auf Mooresche Theorien, die auf der Unmittelbarkeit der Wahrnehmung bestehen, zu und auch auf Quine, der der Meinung ist, dass Skeptizismus nur schlechte Empirie ist. >Gewissheit. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
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| Täuschungen | Burge | Frank I 687 Täuschung/Descartes/Burge: Descartes weist auf eine kausale Lücke zwischen Welt und Wirkungen hin. Unterschiedliche externe Ursachen können dieselben Wirkungen hervorrufen. Descartes: Die Ursachen unterscheiden sich von dem, was wir über sie denken. Individualismus: Der Skeptizismus will daraus schließen, dass unsere Gedanken über die Welt falsch sind. BurgeVsIndividualismus: Wir wissen aber, welche Gedanken wir haben, selbst wenn sie falsch sind. >Selbst-Wissen, >Gedankenobjekte. D.h. Wir wissen auch in kontrafaktischen Situationen, welche Gedanken wir haben. >Zwillingserde. Antiindividualismus These: In kontrafaktischen Situationen haben wir aber andere Gedanken als in der aktuellen Situation (Zwillingserde). Nach Descartes müsste also der Antiindividualismus falsch sein. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
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| Transzendentales | Burge | Frank I 699 Transzendental/Burge: Transzendentale Garantien sind bestenfalls allgemein. >Allgemeinheit, >Verallgemeinerung, >Gedanken, >Inhalt. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Typ-/Token-Identität | Burge | Frank I 686 Def typ-identisch/Burge/Bruns: Hermann und sein Doppelgänger auf der Zwillingserde sind, physikalisch beschrieben, typ-identisch, sie haben die gleichen nichtrelationalen physischen Eigenschaften. >Zwillingserde, >Eigenschaften, >Beschreibung. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Wesen | Burge | Frank I 698 Wissen/Denken/Ermöglichungsbedingungen/Burge: Wir verlangen nicht, dass jemand sich erst versichert, dass das Licht nicht durch einen Spiegel umgelenkt wird oder dass er keine Attrappe vor sich hat, wenn er nach einem Brötchen greift. >Täuschungen, >Scheunenfassaden, >Kausaltheorie des Wissens, >Umstände. Tatsächlich gehört es zu unserem gemeinsamen Verständnis der Objektivität der Wahrnehmung, dass es keine allgemeine Garantie dafür gibt, etwas von einer Nachahmung zu unterscheiden. Die Möglichkeit der Täuschung (Irrtum) gehört zum Wesen der Objektivität der Wahrnehmung. Das gilt alltäglich, aber sogar in der Philosophie gilt, dass Wahrnehmungswissen kein Wissen über die Ermöglichungsbedingungen erfordert. >Wahrnehmung. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Wirkung | Burge | Frank I 698 Wissen/Denken/Ermöglichungsbedingungen/Burge: Wir verlangen nicht, dass jemand sich erst versichert, dass das Licht nicht durch einen Spiegel umgelenkt wird oder dass er keine Attrappe vor sich hat, wenn er nach einem Brötchen greift. Tatsächlich gehört es zu unserem gemeinsamen Verständnis der Objektivität der Wahrnehmung, dass es keine allgemeine Garantie dafür gibt, etwas von einer Nachahmung zu unterscheiden. Die Möglichkeit der Täuschung (Irrtum) gehört zum Wesen der Objektivität der Wahrnehmung. >Wahrnehmung, >Objektivität, >Kausaltheorie des Wissens. Das gilt alltäglich, aber sogar in der Philosophie gilt, dass Wahrnehmungswissen kein Wissen über die Ermöglichungsbedingungen erfordert. Frank I 704 Wissen/Selbstwissen/Inhalt/Wahrnehmungswissen/Burge: wenn die Hintergrundbedingungen derart verschieden sind, dass im eigenen selbst referentiellen Denken ein anderes Bezugsobjekt vorliegt, dann sind sie auch derart verschieden, dass ein anderer Gedanke vorliegt. >Selbst-Wissen. Aber die Person bleibt in derselben reflexiven Position, um wiederum auf autoritative Weise zu wissen, was sie denkt. Bsp Bei einer langsamen Umstellung von der Erde auf die Zwillingserde, sind die epistemischen Ansprüche berechtigt, wenn die Person jeweils denkt, "ich denke gerade, dass Wasser/Zwillingserden-Wasser eine Flüssigkeit ist". Sie hat in beiden Fällen recht. >Zwillingserde. Burge: Die Tatsache, dass die Person von der Umstellung nichts weiß, ist für die Wahrheit und Berechtigung der Urteile irrelevant! ((s) Wegen der Interaktion mit der Umgebung? Dann darf aber nur ein "naiver Gebrauch" von "Wasser" vorliegen?) Auf die Frage einer Person, die die Umstellung bemerkt hat "Denke ich jetzt an Wasser oder an Zwillingserden-Wasser?" lautet die Antwort offensichtlich: an beides! Weil beide Begriffe gebraucht werden! >Gebrauch. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
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| Zwillingserde | Burge | Frank I 669 Zwillingserde/Burge: Weitergehende Gedankenexperimente (ohne Sprache): Bsp Aluminium/ Zwillingserden-Aluminium: jemand, der in einer Umgebung ohne Aluminium aufwächst, kann keine "Aluminium-Gedanken" haben. Die linguistischen Gewohnheiten der sozialen Gemeinschaft sind offensichtlich irrelevant! Donald Davidson (1987) : Knowing One's Own Mind, in: Proceedings and Adresses of the American Philosophical Association LX (1987),441 -4 58 Frank I 689 Zwillingserde/Burge: Der Wechsel von der Erde zur Zwillingserde zieht nach einer gewissen Zeit (Lernsituation) eine Veränderung des primären Glaubens nach sich und diese wiederum eine Veränderung des reflexiven Glaubens. Frank I 694 Zwillingserde/Burge: Würde man heimlich zwischen Erde und Zwillingserde hin und hergeschoben, bemerkte man sicherlich keinen Unterschied an einem Merkmal der Welt oder im eigenen Bewusstsein. Pointe: Aber das erfasst noch nicht den Gedanken, dass die beiden Leben vom Erleben und Empfinden her gleich wären! Die Gedanken würden nicht im Moment des Wechselns sich ändern. (Lernsituation "natürliche Lerngeschichte", Putnam dito). Fra I 695 Heimlicher Wechsel zwischen Erde und Zwillingserde das ist "die klassische kalifornische Phantasiegeschichte". Ginge der Wechsel ständig hin und her, könnte man keine Angaben über die heimische Erde machen. Die Person würde keine Unterschiede in ihre Gedanken vorfinden, in der Art wie die Dinge sich "anfühlen". Burge: ich glaube, dass es für die Wechsel allgemeine Prinzipien gibt, dass sie aber keine trennscharfen Fälle liefern. Nun ist aber die ursprüngliche Idee, dass wenigstens einige Aspekte des eigenen mentalen Lebens durch die chemische Zusammensetzung des Körpers fixiert werden. ("reine phänomenale Empfindungen"). Wenn man den Begriff nicht mag, kann man ihn ersetzen durch etwas, das sich aus der Abstraktion von der Diskriminationsunfähigkeit ergibt, durch Abstraktion von ihrer Unfähigkeit, mentale Ereignisse unter den Wechselbedingungen zu unterscheiden. Problem: Die Person hat unterschiedliche Gedanken, kann sie aber nicht unterscheiden: VsAutorität! >Autorität der Ersten Person, >Unkorrigierbarkeit. Zwillingserde/Burge: Die den Wechseln ausgesetzte Person hätte verschiedene Gedanken, wäre aber nicht in der Lage, die Situationen zu vergleichen und festzustellen, wann und wo die Unterschiede eintraten. >Situationen. Fehler: Daraus zu schließen, dass die Person nicht wissen könnte, welche Gedanken sie hat, es sei den sie führe eine empirische Untersuchung durch. Frank I 696 Es wäre aber absurd, empirisch verfahren zu müssen, um zu wissen, welche Gedanken wir denken. Frank I 707 Selbst Wissen/Zwillingserde/Burge: Bsp Mein Wissen, dass ich gerade denke, dass Quecksilber ein Metall ist, hängt von der Fähigkeit ab, den Gedanken zu denken - nicht explizieren - zu können. Ich bin ein kompetenter Benutzer des Worts in meiner Umgebung. Das verlangt nicht, dass ich meine Umgebung von einer Zwillingsumgebung unterscheiden kann! Bedeutung und Referenz sind in meiner Umgebung verankert anstatt in einer Umgebung, in der die Bedeutung der Wortform eine andere wäre. >Bedeutung, >Referenz. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Burge I T. Burge Origins of Objectivity Oxford 2010 Burge II Tyler Burge "Two Kinds of Consciousness" In Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996 Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |
| Begriff/ Autor/Ismus |
Pro/Versus |
Eintrag |
Literatur |
|---|---|---|---|
| Externalismus self-knowledge | Versus | Frank I 686 Externalismus: auch Millikan und Dretske, wie Burge - VsExternalismus: Searle, Fodor. Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of Philosophy 85 (1988), 649-663 |
Fra I M. Frank (Hrsg.) Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994 |