Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Autor/Ismus
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Literatur
Literatur
Analytizität/Synthetizität Quine I 120
Bleibende Sätze: die Reizbedeutung ist spärlicher. Entsprechend: die Reizsynonymie ist weniger erforschlich > VsAnalytizität.
I 339
Die Materiale Implikation "p impl q" ist nicht gleich "p > q". (> Erwähnung / > Gebrauch) - "impliziert" und "analytisch" sind am besten allgemeine Termini.
V 114
QuineVsAnalytizität: universelle kategorische Sätze, wie Bsp "Ein Hund ist ein Tier" kann man später selbst bilden. Von diesen werden wir nicht sagen, dass sie analytisch oder auch nur wahr wären. Analytizität ist sozial wie die Sprache. Zufällige erste Beispiele sollten keine Sonderstellung haben. Def analytisch/Quine: Analytisch ist ein Satz, wenn jedermann dadurch, dass er die Wörter lernt, die Wahrheit des Satzes lernt. Das ist wegen des Beobachtungscharakters an soziale Gleichförmigkeit gebunden. Bei jedem Menschen gibt es eine verschiedene Menge von zuerst gelernten analytischen Sätzen. Daher >QuineVsAnalytizität.

VI 79
Quine: HolismusVsAnalytizität.
VII (b) 21
Analytisch/QuineVsKant: begrenzt sie auf Subjekt-Prädikat-Form - reformuliert: "wahr kraft Bedeutung, unabhängig von Tatsachen". - VsEssentialismus: Wesen ist willkürlich: ein Zweifüßer muss zweibeinig sein (wegen seiner Füße), aber er muss nicht rational sein! - Relativ!
VII (b) 23
Analytizität/Quine: Analytizität ist a) logisch wahr: "kein unverheirateter Mann ist verheiratet" und ist b) übersetzbar in logische Wahrheit: Junggeselle/unverheirateter Mann. Problem: das stützt sich auf unklare Synonymie. Analytisch/Carnap: Analytisch heißt "wahr unter jeder Zustandsbeschreibung". QuineVsCarnap: das funktioniert nur, wenn die Atomsätze unabhängig voneinander sind. Dies ist nicht so bei Junggeselle/unverheirateter Mann. >Bedeutung/Quine.
VII (b) 28ff
Analytizität/Quine: wir brauchen ein Adverb "notwendig", das so konstruiert ist, dass es die Wahrheit liefert, wenn es auf eine analytische Wahrheit angewendet wird. Aber dann müssten wir schon wissen, was "analytisch" heißt. Problem: Die extensionale Übereinstimmung von Junggeselle/unverheirateter Mann beruht eher auf zufälligen Tatsachen als auf Bedeutung! Analytizität kann nicht bedeuten, dass die Tatsachenkomponente Null wäre: das wäre ein unempiristisches Dogma! >Wahrheit/Quine.
VII (b) 37
Verifikationstheorie/Peirce: die Methode ist die Bedeutung. Dann ist "analytisch" ein Grenzfall: die Methode ist egal. Synonym: Methode der Widerlegung und der Bestätigung ist gleich.
VII (b) 37
Analytisch/Quine: früh: eine Aussage ist analytisch, wenn sie mit einer logisch wahren Aussage synonym ist.
VII (i) 161ff
Analytizität/Quine: ist ungefähr Wahrheit aufgrund von Bedeutung. Das sagt gar nichts über Existenz. >Existenz/Quine.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Begriffe Putnam VI 392
Begriffe/Ockham/Putnam: Begriffe könnten mentale Einzeldinge (ED) sein, d.h. wenn Zeichen Einzeldinge als "Zeichen" sind, dann ist auch jeder Begriff, den wir von der Relation zwischen Zeichen und Gegenstand haben, wiederum ein Zeichen. >Regress.
PutnamVsOckham: Problem: Diese Relation kann nicht eindeutig identifiziert werden, indem man ein Schild hochhält, mit KUH - oder ein anderes Schild, mit REFERIERT.
VI 393
Andererseits: Wenn Begriffe keine Einzeldinge sind, dann kann es Gebrauchsweisen von Zeichen geben (wenn sie "im Kopf" sind, Putnam pro). >Gebrauch, >Zeichen, >Einzelding, >Referenz, >Relation.
Aber:
Problem: Die Gebrauchsweise greift nicht eindeutig eine Relation zwischen den Termen und "realen Objekten" heraus ((s) "Begriff": hier "Gebrauchsweise von Zeichen").
Wenn Begriffe weder Einzeldinge (Zeichen) noch Gebrauchsweisen sind, bleibt nur das mysteriöse "Erfassen von Formen" übrig.
---
V 40ff
Begriffe/Putnam: Begriffe können nicht mit inneren Vorstellungen identisch sein, weil Begriffe öffentlich sind - sie sind (teilweise) Fähigkeiten, keine Vorkommnisse. ---
I (b) 63
Clusterbegriff/Putnam: Bsp "Mensch" als Liste von Eigenschaften. PutnamVs: Der Sprecher muss keine Kenntnis der Gesetze haben, die Elektronen beherrschen. Auch wenn Referenz "gesellschaftlich" bestimmt" wäre, kann das nicht dem entsprechen, was "jeder Sprecher implizit meint".
>Konvention, >Meinen.

I (g) 190
Begriff/Mögliche Welt/Putnam: moderne Semantik: Funktionen über mögliche Welten stellen Begriffe dar. Bsp Der Begriff "diese Statue" ist ungleich dem Begriff "dieses Stück Ton". PutnamVsMögliche Welten: Frage: Gibt es in der wirklichen Welt (der aktualen Welt) einen Gegenstand, auf den der eine dieser Begriffe wesentlich und der andere nur akzidentiell zutrifft? Mögliche Welten liefern zu viele Gegenstände.
PutnamVsKripke/PutnamVsEssentialismus: Kripkes Ontologie setzt Essentialismus voraus, sie kann ihn nicht begründen.
>Ontologie, >Mögliche Welt/Kripke, >Mögliche Welt/Lewis, >Mögliche Welt/Putnam, >Essentialismus.
Modale Eigenschaften sind kein Teil der materialistischen Einrichtung der Welt. Aber Kripke individuiert Gegenstände durch ihre modalen Eigenschaften.
Wesentliche Eigenschaften/Putnam: Wesentliche Eigenschaften habe ich nicht in "parallele Welten", sondern stattdessen in mögliche Zustände der wirklichen Welt verlagert (Bsp eine andere Flüssigkeit als H20 sei Wasser). Das ist insofern essentialistisch, als wir damit die Natur von Wasser entdeckt haben. Wir sagen einfach Wasser soll nichts anderes sein (Intention).
Das ist eben unser Gebrauch und nicht "in die Welt eingebaut" (intrinsisch, Kripke dito). VsMaterialismus: Dem Materialismus hilft diese semantische Lesart nicht, weil sie Referenz schon voraussetzt (Materialismus möchte Referenz aus "intrinsischer" Kausalbeziehung gewinnen).
>Referenz, >intrinsisch, >Materialismus.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Essentialismus Quine Lauener XI 58
QuineVsEssentialismus/Quantifikation/Lauener: die Quantifikation nimmt keine Rücksicht auf die Bezeichnungsweise. Bsp (Ex) Fx ist wahr, wenn es ein Objekt gibt, das das erfüllt, egal wie es bezeichnet wird. Bsp: 9, egal ob Nachfolger von 8 oder Zahl der Planeten ist. >Planeten-Beispiel.
Lauener XI 175
Essentialismus/singulärer Term/allgemeiner Term/Modallogik/Follesdal/Lauener: eine Semantik der Modalitäten muss zwischen singulären Termini einerseits und allgemeinen Termini und Sätzen andererseits unterscheiden: d.h. zwischen Ausdrücken, die eine Referenz ((s)Bezugsgegenstand) haben, und Ausdrücken, die eine Extension ((s) eine angebbare Menge) haben. >Singuläre Termini, >Allgemeine Termini, >Modalitäten.
Quantifikation in opaken Kontexten/Lösung/FollesdalVsQuine: um in opake Kontexte hineinquantifizieren zu können, müssen wir dann diese Kontexte referentiell durchsichtig machen und zugleich extensional opak ((s) undurchsichtig)!
Essentialismus: das ist es, was der Essentialismus meint:
Def referentielle Durchsichtigkeit/Follesdal/Lauener: was für einen Gegenstand wahr ist, trifft auf ihn zu, egal wie wir auf ihn verweisen.
Def extensionale Opazität/Follesdal/Lauener: unter den Prädikaten, die von einem Gegenstand wahr sind, treffen einige notwendig und andere akzidentell zu.

Quine VII (b) 21
QuineVsEssentialismus: was als wesentlich angesehen wird, ist willkürlich: ein rationaler Zweifüßer muss zweibeinig sein (wegen seiner Füße), aber er muss nicht rational sein. Denn Letzteres ist relativ.
VII (h) 151ff
QuineVsModallogik: Die Modallogik macht den Essentialismus notwendig, d.h. man kommt nicht ohne notwendige Züge der Objekte selbst aus, weil man auf die Quantifikation nicht verzichten kann. Eigentlich gibt es aber nichts Notwendiges an den Objekten "selbst", sondern nur in der Weise der Bezugnahme (>Referenz).
VII (h) 156
Barcan-Formel: Man muss einen Aristotelischen Essentialismus akzeptieren, wenn man die quantifizierte Modallogik zulassen will. ((s) Daher bezeichnet sich Kripke als Essentialisten.) > Barcan-Formel.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Q XI
H. Lauener
Willard Van Orman Quine München 1982
Essentialismus Stalnaker I 71
Essentialismus/heute/VsQuine: Die meisten Modallogiker heute akzeptieren den Essentialismus. QuineVsEssentialismus: Es ist falsch, zu sagen, eine Beschreibung sei besser als eine andere, weil sie wesentliche Eigenschaften eines Gegenstands besser charakterisiert. >Wesentliche Eigenschaft, >Mögliche Welten, >Modallogik.
I 72
Wesen/Essentialismus/wesentliche Eigenschaft/LeibnizVsQuine/Stalnaker: These: Jede Eigenschaft jedes Individuums konstituiert sein Wesen und nur die Existenz des Dings als ganze ist kontingent. >Leibniz.
I 74
Anti-Essentialismus/quantifizierte Modallogik/Stalnaker/Fazit: Um die beiden zu verbinden brauchen wir echte semantische Bedingungen für atomare Prädikate. Grund:
(Ex)N(Fx) > (x)N(Fx)
ist ein Theorem, nicht aber seine Substitutionsinstanz
(Ex)N(Rxy) > (x)N(Rxy).
(Wenn etwas notwendig Vater von x ist, dann ist alles notwendig Vater von x.)
Es können natürlich nur intrinsische Prädikate in Frage kommen, aber das wird vorausgesetzt und nicht erklärt.
>Intrinsisch.
I 85
Essentialismus/Stalnaker: Fragen über den Essentialismus sind Fragen darüber, inwieweit es sinnvoll und möglich ist, zu abstrahieren. >Abstraktion.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Identität Mouffe Gaus I 283
Staatsbürgerschaft/Identität/Mouffe/Mottier: Mouffe (1992)(1) (...) gründet ihren Begriff von Staatsbürgerschaft sowohl auf einer Kritik als auch auf einer kritischen Wiederaneignung des Liberalismus. Mouffes Projekt der 'pluralistischen Demokratie' stützt sich jedoch auch stark auf postmoderne und poststrukturalistische Argumente (...). >Demokratie/Mouffe; vgl. >Identität/Postmoderne, >Gender/Poststrukturalismus.
MouffeVsEssentialismus: In der Tat nimmt Mouffe eine antiessentialistische Position gegenüber der Staatsbürgerschaft ein und betont die soziale und politische Konstruktion von Geschlechtsidentitäten. Bestimmte Feministinnen befürchten, dass antiessentialistische Positionen die Möglichkeiten für politische Aktionen und Mobilisierung rund um die Identität der Frauen einschränken. Für Mouffe ist die Kritik an essenzialistischen Identitäten im Gegenteil sogar eine Voraussetzung für eine wirklich feministische Politik.
Geschlechtsunterschied: Die vordringlichste Aufgabe besteht ihrer Ansicht nach darin, den Prozess der sozialen Konstruktion zu erkennen, durch den der Geschlechtsunterschied als strukturierender Faktor der sozialen Unterordnungsverhältnisse so wichtig geworden ist. Nach Mouffe ist es gerade innerhalb
Gaus I 284
dieser Prozesse, in denen die wirklichen Machtverhältnisse in der Gesellschaft bestimmt werden. Daher ist eine Perspektive, die sich nur auf die Folgen des Geschlechtsunterschiedes konzentriert - ob "Gleichbehandlung" bedeutet, dass Frauen und Männer unterschiedlich oder gleich behandelt werden sollten - in ihren Augen bedeutungslos. MouffeVsPateman/MouffeVsElshtain: Mouffes Antiessentialismus führt sie dazu, Feministinnen zu kritisieren, die sich vor allem für die Aufwertung weiblicher Werte einsetzen, wie z.B. Pateman oder Elshtain (wenn auch aus unterschiedlichen Perspektiven). Für Mouffe, wie auch für Judith Butler (1990)(2), ist eine solche Position problematisch, da sie die Existenz homogener Identitäten wie "Männer" und "Frauen" voraussetzt.
Staatsbürgerschaft: Im Gegensatz zu Pateman und Young ist Mouffe der Meinung, dass die Lösung nicht darin besteht, Geschlechts- oder andere Gruppenmerkmale für den Begriff der Staatsbürgerschaft relevant zu machen, sondern im Gegenteil, ihre Bedeutung zu verringern. Das Projekt einer radikalen und demokratischen Staatsbürgerschaft, das sie vorschlägt, impliziert eine Konzeption von Staatsbürgerschaft, die weder geschlechtsspezifisch noch geschlechtsneutral ist und auf einer wirklichen Gleichheit und Freiheit aller Bürger beruht. Sie schlägt im Gegenteil vor, sich auf politische Fragen und Ansprüche zu konzentrieren und nicht auf vermeintlich fixierte und wesentliche Geschlechtsidentitäten. Dementsprechend muss die Unterscheidung zwischen dem privaten und dem öffentlichen Bereich von Fall zu Fall neu definiert werden, je nach Art der politischen Forderungen, und nicht auf eine feste und dauerhafte Weise.

1. Mouffe, Chantal (1992) 'Feminism, citizenship and radical democratic politics'. In Judith Butler and Joan Scott, Hrsg., Feminists Theorise the Political. New York: Routledge, 22-40.
2. Butler, Judith (1990) Gender Trouble: Feminism and the Subversion of Identity. New York: Routledge.

Véronique Mottier 2004. „Feminism and Gender Theory: The Return of the State“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Modale Eigenschaften Putnam I (g) 189
Wesen/Essenz/Kripke: Bsp Statue: Die Statue und das Stück Ton sind zwei Gegenstände! Die Tatsache, dass das Stück Ton eine modale Eigenschaft besitzt, nämlich, "ein Ding zu sein, das kugelförmig gewesen sein könnte" fehlt der Statue.
VsKripke: Das hört sich zunächst merkwürdig an: Bsp Wenn ich die Statue auf die Waage stelle, messe ich dann zwei Gegenstände?
Bsp Ebenso merkwürdig ist es auch zu sagen, ein menschliches Wesen sei nicht mit der Aggregation seiner Moleküle identisch.
Intrinsische Eigenschaften/Putnam: Bsp Angenommen es gäbe "intrinsische Verbindungen" meiner Gedanken zu äußeren Gegenständen, dann gibt es vielleicht in meinem Gehirn einen Raumzeitbereich mit mengentheoretischen Verbindungen mit einem abstrakten Gegenstand, der gewisse äußere Gegenstände beinhaltet.
Dann wird dieser Raumzeit-Bereich ähnliche mengentheoretische Verbindungen mit anderen abstrakten Entitäten haben, die andere äußere Gegenstände beinhalten. >Intrinsisch, >extrinsisch.
Dann kann der Materialist sicherlich sagen, dass meine "Gedanken" gewisse äußere Gegenstände intrinsisch beinhalten, indem er diese Gedanken mit einer bestimmten abstrakten Entität identifiziert.
Problem: Wenn diese Identifikation aber ein Zug der Wirklichkeit selbst sein soll, dann muss es in der Welt wirklich Essenzen in einem Sinn geben, den die Mengenlehre nicht erklären kann.
Wesen/wesentliche Eigenschaften/PutnamVsKripke: Kripkes Ontologie setzt Essentialismus voraus, sie kann nicht dazu dienen, ihn zu begründen.
>Essentialismus, >Wesen.
I (g) 190
Begriff/mögliche Welt/Putnam: moderne Semantik: Funktionen über mögliche Welten stellen Begriffe dar. Bsp Der Begriff "diese Statue" ist ungleich dem Begriff "dieses Stück Ton". PutnamVsMögliche Welten: Frage: Gibt es in der wirklichen Welt einen Gegenstand, auf den der eine dieser Begriffe wesentlich und der andere nur akzidentiell zutrifft? Mögliche Welten liefern zu viele Gegenstände.
PutnamVsKripke/PutnamVsEssentialismus: Kripkes Ontologie setzt Essentialismus voraus, sie kann ihn nicht begründen. Modale Eigenschaften sind kein Teil der materialistischen Einrichtung der Welt, aber Kripke individuiert Gegenstände durch ihre modalen Eigenschaften.
Wesentliche Eigenschaften/Putnam: Wesentliche Eigenschaften habe ich nicht in "parallele Welten" sondern statt dessen in mögliche Zustände der wirkliche Welt verlagert (Bsp eine andere Flüssigkeit als H20 sei Wasser). Das ist insofern essentialistisch, als wir damit die Natur von Wasser entdeckt haben. Wir sagen einfach Wasser soll nichts anderes sein (Intention). Das ist eben unser Gebrauch und nicht "in die Welt eingebaut" (intrinsisch) (Kripke dito).
VsMaterialismus: Dem Materialismus hilft diese semantische Lesart nicht, weil sie Referenz schon voraussetzt (Materialismus möchte Referenz aus "intrinsischer" Kausalbeziehung gewinnen).
>Materialismus, >Referenz, >Intrinsisch.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Notwendigkeit Wiggins II 285
Notwendigkeit/QuineVsAristoteles/VsEssentialismus: nicht unabhängig von unserer Spezifikation der Objekte. >Essentialismus, >Notwendigkeit/Quine, >Wesen.
II 292
Wiggins: Operator "es ist notwendig dass.." schafft opake Kontexte: Bsp für Jekyll gehalten zu werden ist nicht dasselbe wie für Hyde gehalten zu werden, auch wenn Jekyll = Hyde. >Opazität, >Überzeugungen, >Sprecherintention.
Auch starre Designatoren nicht in Kontexten mit "es ist möglich, dass.." austauschbar (und wahrscheinlich auch nicht in "notw...).
>Operatoren, >Rigidität.
II 301
Notwendig/Wiggins: analog zu innerer/äußerer Negation: Tradition: Den Unterschied nach der ersten Methode zu verwischen: Bsp "notwendigerweise ist Sokrates ein Mensch" und "Sokrates ist notwendigerweise ein Mensch". Wiggins pro zweite Methode.
>Erfüllung für Sätze mit "notw": Wiggins pro Existenz als notwendige Eigenschaft - >Existenzgeneralisierung.
II 303
Notwendig/de dicto/Wiggins: Folgendes ist einfach falsch: Bsp
notwendigerweise (x)(x = Cicero) > (x ist ein Mensch)

de dicto: ist es wahr? Wenn ja, erhalten wir das falsche:

notwendigerweise (Ez)(x)(x = z > (x ist ein Mensch).

Wiggins I
D. Wiggins
Essays on Identity and Substance Oxford 2016

Wiggins II
David Wiggins
"The De Re ’Must’: A Note on the Logical Form of Essentialist Claims"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976
Querweltein- Identität Quine II 158f
Identifikation zwischen möglichen Welten: hängt ab von den Prädikaten - für Körper auch von Raumverdrängung, Zusammensetzung usw, daher nicht "querweltein" (von Welt zu Welt). - "Derselbe Gegenstand" ist nichtssagend.
II 149
Mögliche Welt/Quine: anschauliche Weise, essentialistische Philosophie geltend zu machen - um einen Gegenstand in einer möglichen Welt zu identifizieren, sind wesentliche Eigenschaften notwendig. (QuineVsEssentialismus).
>Mögliche Welten/Quine.

Hintikka I 137
QuineVsModallogik: Problem der Querwelteinidentifikation. Querwelteinidentifikation/cross-identification/Quine/(s): Problem der Identitätsbedingungen. Wenn keine Identitätsbedingungen gegeben sind, ist die Frage sinnlos, ob ein Individuum „dasselbe wie“ eins in einer anderen möglichen Welt ist.
HintikkaVsQuine: mein modifizierter Ansatz geht über die Reichweite von Quines Kritik hinaus.
Weltlinien/Hintikka: werden von uns fixiert, nicht von Gott. Dennoch sind sie nicht willkürlich. Ihre Begrenzungen sind durch Kontinuität von Raum und Zeit, Erinnerung, Lokalisierung usw. gegeben.
HIntikka I 138
Es kann sogar sein, dass unsere Präsuppositionen sich als falsch herausstellen. Daher kann es keine Menge von Weltlinien geben, die alle möglichen Welten umfassen, die wir in der alethischen Modallogik brauchen. Modallogik/Quantifikation/Quine/Hintikka: eine realistische Interpretation der quantifizierten alethischen Modallogik ist unmöglich. Aber aus Gründen, die tiefer gehen als Quine angenommen hat.
Querwelteinidentifikation/HintikkaVsQuine: ist nicht intrinsisch unmöglich.
Quine/Hintikka: hat das in letzter Zeit sogar mit Einschränkungen anerkannt.
Lösung/Hintikka: Querwelteinidentifikation als Re-Identifikation.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996
Staatsbürgerschaft Mouffe Gaus I 283
Staatsbürgerschaft/Identität/Mouffe/Mottier: Mouffe (1992)(1) (...) gründet ihre Konzeption von Staatsbürgerschaft sowohl auf einer Kritik als auch auf einer kritischen Wiederaneignung des Liberalismus. Mouffes Projekt der 'pluralistischen Demokratie' stützt sich jedoch auch stark auf postmoderne und poststrukturalistische Argumente (...). >Demokratie/Mouffe, vgl. >Identität/Postmoderne, >Gender/Poststrukturalismus.
MouffeVsEssentialismus: In der Tat nimmt Mouffe eine antiessentialistische Position gegenüber der Staatsbürgerschaft ein und betont die soziale und politische Konstruktion von Geschlechtsidentitäten. Bestimmte Feministinnen befürchten, dass antiessentialistische Positionen die Möglichkeiten für politische Aktionen und Mobilisierung rund um die Identität der Frauen einschränken. Für Mouffe ist die Kritik an essenzialistischen Identitäten im Gegenteil sogar eine Voraussetzung für eine wirklich feministische Politik.
Geschlechtsunterschied: Die vordringlichste Aufgabe besteht ihrer Ansicht nach darin, den Prozess der sozialen Konstruktion zu erkennen, durch den der Geschlechtsunterschied als strukturierender Faktor der sozialen Unterordnungsverhältnisse so wichtig geworden ist. Nach Mouffe ist es gerade innerhalb
Gaus I 284
dieser Prozesse, in denen die wirklichen Machtverhältnisse in der Gesellschaft bestimmt werden. Daher ist eine Perspektive, die sich nur auf die Folgen des Geschlechtsunterschiedes konzentriert - ob "Gleichbehandlung" bedeutet, dass Frauen und Männer unterschiedlich oder gleich behandelt werden sollten - in ihren Augen bedeutungslos. MouffeVsPateman/MouffeVsElshtain: Mouffes Antiessentialismus führt sie dazu, Feministinnen zu kritisieren, die sich vor allem für die Aufwertung weiblicher Werte einsetzen, wie z.B. Pateman oder Elshtain (wenn auch aus unterschiedlichen Perspektiven). Für Mouffe, wie auch für Judith Butler (1990)(2), ist eine solche Position problematisch, da sie die Existenz homogener Identitäten wie "Männer" und "Frauen" voraussetzt.
Staatsbürgerschaft: Im Gegensatz zu Pateman und Young ist Mouffe der Meinung, dass die Lösung nicht darin besteht, Geschlechts- oder andere Gruppenmerkmale für den Begriff der Staatsbürgerschaft relevant zu machen, sondern im Gegenteil, ihre Bedeutung zu verringern. Das Projekt einer radikalen und demokratischen Staatsbürgerschaft, das sie vorschlägt, impliziert eine Konzeption von Staatsbürgerschaft, die weder geschlechtsspezifisch noch geschlechtsneutral ist und auf einer wirklichen Gleichheit und Freiheit aller Bürger beruht. Sie schlägt im Gegenteil vor, sich auf politische Fragen und Ansprüche zu konzentrieren und nicht auf vermeintlich fixierte und wesentliche Geschlechtsidentitäten. Dementsprechend muss die Unterscheidung zwischen dem privaten und dem öffentlichen Bereich von Fall zu Fall neu definiert werden, je nach Art der politischen Forderungen, und nicht auf eine feste und dauerhafte Weise.

1. Mouffe, Chantal (1992) 'Feminism, citizenship and radical democratic politics'. In Judith Butler and Joan Scott, Hrsg., Feminists Theorise the Political. New York: Routledge, 22-40.
2. Butler, Judith (1990) Gender Trouble: Feminism and the Subversion of Identity. New York: Routledge.

Véronique Mottier 2004. „Feminism and Gender Theory: The Return of the State“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Wesen Dennett I 277
Wesensform/Wesen/Dennett: Nichts, was so kompliziert ist, dass es interessant wird, kann eine Wesensform haben. ((s) Grund: wenn es aus mehreren Teilen besteht, kann es sich nur allmählich entwickelt haben, unter Verwerfung unbrauchbarer Teile. Daher zu keinem Zeitpunkt wesentlich. Natürlich auch nicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt.)
I 574
DennettVsEssentialismus: hat sie Bsp Getränkeautomat in Nichts aufgelöst. Genauso: Bsp Frosch: er hätte in freier Wildbahn genauso nach Futterkügelchen geschnappt, wenn sie ihm in die Quere gekommen wären. Disjunktion: in gewisser Weise ist "Fliege oder Kügelchen" ein natürlicher Typus für Frösche. Sie unterscheiden nicht von Natur aus zwischen beiden.
Auf der anderen Seite ist die Disjunktion kein natürlicher Typus: er kommt in der Natur nicht vor.
>Disjunktion, >Essentialismus.

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Wesen Wiggins II 286
Wesen/RussellVsEssentialismus: Die Frage nach dem Wesen ist eine rein linguistische Frage, beim Vorliegen welcher Eigenschaften wir einen Namen gebrauchen. - Also haben Namen vielleicht Wesen, Dinge können kein Wesen haben. Vgl. >Merkmal/Frege, >Essentialismus.
Sokrates nicht stabiler als die Dinge, die ihm zustoßen. - "Mr Smith" ist ein Kollektivname von Vorkommnissen, d.h. er bezeichnet etwas völlig unwissbares.
Wiggins pro: Eine Ontologie der Ereignisse ist möglich: (M. Proust: Häuser, Straßen, flüchtig wie die Jahre, dünne Erlebnisschichten).
>Namen, >Notwendigkeit, vgl. >Bündeltheorie, >Identifikation, >Individuation.

Wiggins I
D. Wiggins
Essays on Identity and Substance Oxford 2016

Wiggins II
David Wiggins
"The De Re ’Must’: A Note on the Logical Form of Essentialist Claims"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
Essentialismus VsEssentialismus Pro Stalnaker I 121
Plantinga pro Essentialismus aber PlantingaVsextremer Essentialismus - StalnakerVsEssentialismus

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
VsEssentialismus Field, Hartry I 38
FieldVsEssentialismus: diese Operatoren sind nichtessentialistisch und daher ziemlich ungewöhnlich in der Modallogik. ((s) FieldVsKripke: nicht-essentialistische Modaloperatoren). These weniger karge Begriffe sind mit äußerster Vorsicht zu behandeln (Letzte Essays). Sie sind nicht sinnlos, im Gegenteil, man kann oft eine "hygienische" Erklärung von ihnen geben, indem man sie in Begriffen logischer Möglichkeit usw. (sogar essentialistischer) gibt.