Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Gerechtigkeit Hayek Mause I 197
Gerechtigkeit/Hayek: HayekVsRawls: Hayeks Philosophie der Freiheit versteht Redistribution als unzulässigen Eingriff in die Autonomierechte von Individuen und lehnt sie daher aufgrund ihrer negativen Auswirkungen auf soziale Gerechtigkeit ab. (1)
Hayek These: die übergeordnete Norm ist die der individuellen Autonomie. Begriffe, die diese Autonomie begrenzen, bedürfen der Rechtfertigung. Bsp Re-Distribution: halt dieser Rechtfertigung nicht stand, da der Markt für Hayek unübertroffen effizient ist.
Markt/Hayek: Der Markt benötigt für seine optimale Funktionsfähigkeit nur die Rechtsgleichheit der Marktteilnehmer, eine maximale Vertragsfreiheit und ein minimales soziales Sicherungssystem. Jede weitere Maßnahme zur Umverteilung würde nicht nur den Anreiz zur eigenen Existenzsicherung unterdrücken. Sie hätte zudem auch keine Legitimation: mögliche ungleiche Tauschergebnisse des Marktes sind nicht-intendierte Folge von individuellem Handeln und können aufgrund der fehlenden Intentionalität keine Folgeverantwortlichkeit begründen. (2)
VsHayek: dieser berücksichtigt nicht, dass Interessengruppen Einfluss auf die Preisbildung nehmen können bzw. eine Vielzahl von Leistungen nicht über den Markt erfolgt. (3)
Mause I 203
Gerechtigkeit/Gerechtigkeitstheorien/Hayek: Wo Hayek auf das Prinzip der Leistungsgerechtigkeit setzt, richtet Rawls den Fokus auf die Chancengerechtigkeit, während Sens Prinzip der Teilhabegerechtigkeit der Bedarfsgerechtigkeit sehr nahe kommt. (4)(5) RawlsVsHayek, HayekVsRawls, SenVsRawls, RawlsVsSen, SenVsRawls, SenVsHayek, HayekVsSen.


1. F. A. von Hayek, Die Verfassung der Freiheit. Tübingen 1971.
2. W. Kersting, Kersting, Theorien der sozialen Gerechtigkeit. Stuttgart 2000, S. 60-63.
3.I. Becker, R. Hauser, 2011. Soziale Gerechtigkeit – ein magisches Viereck: Zieldimensionen, Politikanalysen und empirische Befunde. Berlin 2011, S. 31-34.
3. Sven Jochem, Reformpolitik im Wohlfahrtsstaat: Deutschland im internationalen Vergleich. Berlin 2009, S. 68.
4. Vgl. Rieger, Elmar, und Stephan Leibfried, Kultur versus Globalisierung: Sozialpolitische Theologie in Konfuzianismus und Christentum. Frankfurt am Main 2004, S. 44.

Hayek I
Friedrich A. Hayek
The Road to Serfdom: Text and Documents--The Definitive Edition (The Collected Works of F. A. Hayek, Volume 2) Chicago 2007

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Information Hayek Sunstein I 14
Information/Preise/Märkte/Hayek/Sunstein: bei der Lösung des Problems, wie bei Gruppendiskussionen (impliziter) Druck ausgeübt wird, möglicherweise entscheidende Informationen zurückzuhalten, kann ein Preissystem helfen, wie es Friedrich August von Hayek vorgeschlagen hatte. Dieses hat eine ausgesprochene Wirkung auf das Sammeln von Information. Märkte/Hayek: Märkte schaffen Preise für Güter auf eine Weise, die verstreute Informationen verarbeitet, die unter ganz verschiedene Personen verteilt sind. In Märkten haben die Teilnehmer einen extremen Anreiz, Recht zu behalten. Einige Information mag „versteckt“ bleiben, aber wenn es darum geht, einen Profit zu realisieren, wird diese Information für Kunden und Investoren nicht lange verborgen bleiben. Aus diesem Grund reflektieren Marktpreise einen hohen Grad an Information. (Vgl. (1))
Sunstein: man könnte sagen, Märkte schaffen so etwas wie ein „Daily Us“: ((s) Siehe Filterblasen/Sunstein).
SunsteinVsHayek: Seine Argumentation hatte allerdings einen blinden Fleck. Märkte können auch falsche Informationen verarbeiten. Moden können zu inflationären Preisen führen. Das kann sich auch auf Grundstücks- und Immobilienpreise auswirken. (Siehe Märkte/Sunstein, Märkte/Hayek).
I 132
Vorhersagemärkte/Prognosemärkte/prediction markets/Sunstein: Beispiele, in denen Informationsmärkte effizient sind: Bsp Tendenzen von Luftverschmutzung erkennen, Bsp Defizite in öffentlichen Haushalten zu beobachten (2). Bsp Ausbrüche von Krankheiten zu verfolgen und ihre Ausbreitung vorherzusagen, Bsp die Zahlungsfähigkeit von Institutionen zu beobachten. (3)
I 137
Manipulation: Anhänger des Kandidaten Pat Buchanan kauften 2000 große Mengen von Anteilen am IEM (Iowa Electronic Market, einem Vorhersagemarkt für Wahlen) um die Prognosen zu manipulieren. Besser Informierte Anleger nutzten dies jedoch anschließend zu ihrem Vorteil aus.

1. Friedrich Hayek, Law, Legislation, and Liberty, vol. 1: Rules and Order (Chicago: University of Chicago Press, 1973) p. 13.
2. See Abramowicz, “Prediction Markets, Administrative Decisionmaking, and Predictive Cost-Benefit Analysis,” pp. 990–92.
3. ibid. pp. 987-90.

Hayek I
Friedrich A. Hayek
The Road to Serfdom: Text and Documents--The Definitive Edition (The Collected Works of F. A. Hayek, Volume 2) Chicago 2007

Sunstein I
Cass R. Sunstein
Infotopia: How Many Minds Produce Knowledge Oxford 2008

Sunstein II
Cass R. Sunstein
#Republic: Divided Democracy in the Age of Social Media Princeton 2017
Märkte Hayek Mause I 71
Markt/Hayek: These: Die wichtigsten gesellschaftlichen Institutionen (wie etwa der Markt) seien nicht das Produkt bewusster Planung, sondern unbewusster sozialer Evolution. Und diese soziale Evolution dürfe nicht behindert, sondern müsse für die Herausbildung institutioneller Innovationen offen gehalten werden.


Gaus I 246
Märkte/Hayek/D'Agostino: "[D]er Kosmos des Marktes wird und konnte nicht von einem solchen einheitlichen Maßstab von Zielen regiert werden; er dient der Vielzahl separater und inkommensurabler Ziele aller seiner einzelnen Mitglieder" (1976(1): 108). D'Agostino: Wir sehen es vielmehr als eine Frage, die an Individuen delegiert und durch den Preismechanismus vermittelt wird. Die Antwort auf die Frage "Was soll produziert und wie soll es verteilt werden?" ist also schlicht und einfach das Ergebnis der Antworten der Individuen über die Marktmechanismen auf die Frage "Was will ich und wie bereit bin ich, dafür zu bezahlen? Diese (soziale) Option ist faktisch die beste, bei der jeder Einzelne die Güter, für die er bereit und in der Lage ist, zu bezahlen, als seinen Anteil an den in seiner Gesellschaft produzierten Gütern hält.
Andere Optionen, bei denen alle Individuen unabhängig von ihren eigenen Einschätzungen einen gewissen "normalen" Anteil an Grundgütern halten oder bei denen der Anteil der Individuen zwar unterschiedlich ist, aber nicht an die eigenen Zahlungen der Individuen "angeglichen" wird, werden vom System, das durch die Prinzipien der Tauschfreiheit definiert ist, dieser speziellen Option untergeordnet. Vgl. >Diversität/Liberalismus.
(Dies ist die Begründung, relativ zur Ideologie des Marktes, für das Prinzip des "user pays", das in jüngster Zeit bei Gütern, einschließlich Dienstleistungen, die traditionell von Organisationen des öffentlichen Sektors produziert wurden, viel angewandt wurde).
Vielfalt/D'Agostino: In der hier entwickelten Darstellung ist der Markt ein (spezifisch liberales) Instrument, um Kohärenz zu erreichen, ohne die Vielfalt zu opfern. Wie Hayek sagte, "ist es der große Vorteil des Marktes, der eine Einigung über Ziele unnötig [Repräsentativität] und eine Versöhnung divergierender Zwecke möglich macht [Kohärenz]" (1976(1): 112).
VsHayek: Gewiss vermuten und argumentieren einige Theoretiker aus verschiedenen theoretischen Perspektiven, dass die Art der "Versöhnung divergierender Zwecke", die insbesondere die Marktmechanismen der Dezentralisierung erleichtern, tatsächlich über eine verdeckte (und illegitime) Normalisierung der Subjekte funktioniert und daher im Gegensatz zur Hayek'schen Ideologie von einer (manipulierten) "Einigung über die Ziele" abhängt.


1. Hayek, Friedrich (1976) Law, Legislation and Liberty. Vol. 2, The Mirage of Social Justice. Chicago: University of Chicago Press.


D’Agostino, Fred 2004. „Pluralism and Liberalism“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Hayek I
Friedrich A. Hayek
The Road to Serfdom: Text and Documents--The Definitive Edition (The Collected Works of F. A. Hayek, Volume 2) Chicago 2007

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Moral Hayek Sunstein I 123
Moral/Hayek/Sunstein: Hayek These: Moralität ist selbst ein Produkt vieler Geister, die im Lauf der Zeit viele Entscheidungen treffen, die eine Menge von Prinzipien entstehen lassen, die wahrscheinlich von keinem individuellen Geist und keiner individuellen Theorie erfasst werden. Hayek These: Unsere Moral stattet uns mit Möglichkeiten aus, die größer sind als die, die uns die Vernunft verschaffen könnte. (1)
Sunstein I 124
Sunstein: Hayeks Fazit ist, dass viele Geister über die Zeit hinweg für ((s) das Entstehen der) Moralität verantwortlich sind. SunsteinVsHayek: er berücksichtigt nicht die Auswirkungen von Gruppendruck auf das Zurückhalten von Information (>Informationskaskaden). Gerade dies kann dazu beitragen, dass überkommene Moralvorstellungen sich länger als nötig durchhalten. (Siehe Politik/Sunstein, Kommunikation/Sunstein).

1. Friedrich Hayek, “The Origins and Effects of Our Morals: A Problem for Science,” in The Essence of Hayek, 318, 330.

Hayek I
Friedrich A. Hayek
The Road to Serfdom: Text and Documents--The Definitive Edition (The Collected Works of F. A. Hayek, Volume 2) Chicago 2007

Sunstein I
Cass R. Sunstein
Infotopia: How Many Minds Produce Knowledge Oxford 2008

Sunstein II
Cass R. Sunstein
#Republic: Divided Democracy in the Age of Social Media Princeton 2017