Lexikon der Argumente


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Individualismus Kelsen Brocker I 139
Individualismus/KelsenVsIndividualismus/Kelsen: Kelsens Kritik am Individualismus ist erstaunlich. In Wesen und Wert (1) geht Kelsen von der Annahme einer Transformation der individuellen zur kollektiven Freiheit des Individuums aus. >Freiheit/Kelsen. KelsenVsLiberalismus: in Äußerungen vor dem Ersten Weltkrieg bescheinigt er dem zeitgenössischen Liberalismus eine apolitische Grundhaltungen erklärt dies mit dessen Individualismus.(2) Für Kelsen gehört der Wirtschaftliche Liberalismus nicht notwendig zur Demokratie.


1. Hans Kelsen, »Vom Wesen und Wert der Demokratie«, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik 47, 1920/1921, 50-85 (Separatdruck: Tübingen 1920). Erweiterte Fassung: Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie, Tübingen 1929 (seitenidentischer Nachdruck:Aalen 1981).
2. Hans Kelsen »Politische Weltanschauung und Erziehung«, in: Annalen für soziale Politik und Gesetzgebung 2, 1913, S. 7


Marcus Llanque, „Hans Kelsen, Vom Wesen und Wert der Demokratie“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Individualismus Ritchie Gaus I 101
Individualismus/Ritchie/Gaus: "Der Mensch in der Gesellschaft", so Mill, "hat keine anderen Eigenschaften als diejenigen, die sich aus den Naturgesetzen des einzelnen Menschen ableiten und in diese aufgelöst werden können" (1963b(1): 879; siehe auch Bentham, 1987(2): Kap. I, S. 4). Spencer stimmte zu: "Die Eigenschaften der Masse sind abhängig von den Eigenschaften ihrer Bestandteile" (1995(3): 1). VsIndividualismus/Gaus: In den letzten Jahren des neunzehnten Jahrhunderts war diese individualistische Sichtweise zunehmend Angriffen ausgesetzt, vor allem von jenen, die von der idealistischen Philosophie beeinflusst waren (...).
RitchieVsSpencer: D. G. Ritchie, der 1891 Spencers Philosophie kritisierte, lehnte ausdrücklich die Idee ab, dass die Gesellschaft einfach ein "Haufen" von Individuen sei, und bestand darauf, dass sie eher einem Organismus mit einem komplexen Innenleben gleicht (1902(4): 13).
Hobhouse/Dewey: Liberale wie L. T. Hobhouse und Dewey weigerten sich, radikal kollektivistische Ansichten wie die von Bernard Bosanquet (2001)(5) zu übernehmen, aber auch sie lehnten den radikalen Individualismus von Bentham, Mill und Spencer ab. Während des größten Teils der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts herrschten solche "organischen" Gesellschaftsanalysen
Gaus I 102
in der liberalen Theorie, sogar in den Wirtschaftswissenschaften vor (siehe A. F. Mummery und J. A. Hobson, 1956(6): 106; J. M. Keynes, 1972: 275).

1. Mill, John Stuart (1963b) A System of Logic: Ratiocinative and Inductive. In J. M. Robson, (Hrsg.), The Ratiocinative and Inductive. In J. M. Robson, (Hrsg.), The Collected Works of John Stuart Mill. Toronto: University of Toronto Press, Bd. VII und VIII.
2. Bentham, Jeremy (1987) Introduction to the Principles of Morals and Legislation. In Utilitarianism and Other Essays, (Hrsg.) Alan Ryan. Harmondsworth: Penguin.
3. Spencer, Herbert (1995) Social Statics. New York: Robert Schalkenback Foundation.
4. Ritchie, D. G. (1902) The Principles of State Interference: Four Essays on the Political Philosophy of Mr. Herbert Spencer, J. S. Mill, and T. H. Green. London: Allen and Unwin.
5. Bosanquet, Bernard (2001) The Philosophical Theory of the States and Related Essays, Hrsg. v. Gerald F. Gaus und William Sweet. Indianapolis: St Augustine.
6. Mummery, A. F. und J. A. Hobson (1956) The Physiology of Industry. New York: Kelly und Millman.
7. Keynes, John Maynard (1972) ‘The end of laissez-faire’. In seinen Essays in Persuasion. London: Macmillan.

Gaus, Gerald F. 2004. „The Diversity of Comprehensive Liberalisms.“ In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Individualismus Spencer Gaus I 101
Individualismus/Spencer/Gaus: "Der Mensch in der Gesellschaft", so Mill, "hat keine anderen Eigenschaften als diejenigen, die sich aus den Naturgesetzen des einzelnen Menschen ableiten und in diese aufgelöst werden können" (1963b(1): 879; siehe auch Bentham, 1987(2): Kap. I, S. 4). Spencer stimmte zu: "Die Eigenschaften der Masse sind abhängig von den Eigenschaften ihrer Bestandteile" (1995(3): 1). VsIndividualismus/Gaus: In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts wurde diese individualistische Sichtweise zunehmend angegriffen, vor allem von denjenigen, die von der idealistischen Philosophie beeinflusst waren (...). D. G. Ritchie, der 1891 Spencers Philosophie kritisierte, lehnte ausdrücklich die Idee ab, dass die Gesellschaft einfach ein "Haufen" von Individuen sei, und bestand darauf, dass sie eher einem Organismus mit einem komplexen Innenleben gleicht (Ritchie 1902(4): 13). >Individualismus/Ritchie.


1. Mill, John Stuart (1963b) A System of Logic: Ratiocinative and Inductive. In J. M. Robson, (Hrsg.), The Ratiocinative and Inductive. In J. M. Robson, (Hrsg.), The Collected Works of John Stuart Mill. Toronto: University of Toronto Press, Bd. VII und VIII.
2. Bentham, Jeremy (1987) Introduction to the Principles of Morals and Legislation. In Utilitarianism and Other Essays, hrsg. v. Alan Ryan. Harmondsworth: Penguin.
3. Spencer, Herbert (1995) Social Statics. New York: Robert Schalkenback Foundation.
4. Ritchie, D. G. (1902) The Principles of State Interference: Four Essays on the Political Philosophy of Mr. Herbert Spencer, J. S. Mill, and T. H. Green. London: Allen and Unwin.


Gaus, Gerald F. 2004. „The Diversity of Comprehensive Liberalisms.“ In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Spencer I
Herbert Spencer
The Man versus the State Indianapolis 2009

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Selbstbestimmung Politische Theorien Gaus I 259
Selbstbestimmung/Politische Philosophie/Kukathas: Im neunzehnten Jahrhundert war der Nationalismus mit
Gaus I 260
dem Liberalismus verbündet als das Prinzip der Nationalität zum Freiheitsprinzip berufen wurde - und dies auch gegen die Fremdherrschaft. Mazzini: Der Liberalismus von Mazzini befürwortete zum Beispiel die Vereinigung Italiens als nationale Republik, aus der die französische, österreichische und päpstliche Macht vertrieben wurde.
Mill: und John Stuart Mill sah eine gemeinsame Nationalität als Voraussetzung für eine (liberale) repräsentative Regierung.
Kukathas: Dies hat dazu geführt, dass die Ansprüche auf die Staatsangehörigkeit in zweierlei Hinsicht neu überdacht wurden.
Liberalismus/Nicht-Liberalismus: In diesem Licht mag nationale Selbstbestimmung unproblematisch erscheinen, als Ideal könnten dies Liberale und Nichtliberale gleichermaßen bereitwillig akzeptieren: Liberale, weil sie die Selbstbestimmung bevorzugen, und Nichtliberale, weil sie die nationale Gemeinschaft bevorzugen. Doch die Dinge sind nicht so einfach. Zunächst einmal ist die Frage, wer das "Selbst" ist, das ein Recht auf Selbstbestimmung hat, immer und unausweichlich umstritten. Selbst wenn Menschen innerhalb einer Grenze das Recht haben, sich selbst zu regieren, wie soll die Grenze gezogen werden: Wer soll einbezogen und wer ausgeschlossen werden (Barry, 1991(1); 2001(2): 137)?
Kultur/Gruppenzugehörigkeit: Theoretiker wie Raz und Margalit (1990)(3) versuchen, das Problem zu lösen, indem sie die Gruppenzugehörigkeit an die Kultur knüpfen und vorschlagen, dass "umschließende Gruppen" eine Reihe von Merkmalen aufweisen, die ihnen eine Einheit verleihen, die es ihnen ermöglicht, Ansprüche auf Selbständigkeit und damit Selbstbestimmung zu erheben. Zentral für solche Gruppen ist eine gemeinsame Kultur, aber nicht weniger wichtig ist die Tatsache, dass die Menschen in ihnen sich gegenseitig als Mitglieder anerkennen und ihre Mitgliedschaft als wichtig für ihre eigene Selbstidentifikation betrachten. Es ist jedoch auch wichtig, anzuerkennen, dass das Selbstbestimmungsrecht nur von einer Gruppe genossen werden kann, die in einem Gebiet die Mehrheit hat (1990(3): 441).
VsIndividualismus: Was Raz und Margalit als unerwünschte Illusion ablehnen, ist das individualistische Prinzip der Zustimmung: "Es ist nicht wünschenswert, da die wichtigeren menschlichen Gruppierungen auf einer gemeinsamen Geschichte und auf den Kriterien einer nicht-freiwilligen (oder zumindest nicht völlig vertraglichen) Mitgliedschaft beruhen müssen, um den Wert zu haben, den sie haben" (1990(3): 456).
Konsens/KukathasVsRaz/KukathasVsMargalit: Es ist jedoch schwer vorstellbar, dass die Zustimmung in irgendeiner Form der Selbstbestimmung keine bedeutende Rolle spielen kann, wenn Selbstbestimmung etwas mehr bedeuten soll als die Bestimmung des Lebens der einen durch den Willen der anderen. Und viele andere Theorien der Selbstbestimmung geben der Zustimmung eine wesentliche Rolle als zentral für jede Darstellung der politischen Legitimität. >Konsens.
Beran: Zu den nachhaltigsten Einwänden gegen die Bedeutung der Zustimmung gehört die in den Schriften von Harry Beran, insbesondere in seiner Verteidigung des Sezessionsrechts, das für die Legitimität des liberalen Staates von zentraler Bedeutung ist (Beran, 1984(4); 1987(5); siehe aber auch Green, 1988(6); und Simmons, 2001(7)) (...). >Politische Sezession.


1. Barry, Brian (1991) 'Self-government revisited'. Democracy and Power. Oxford: Clarendon, 156-86.
2. Barry, Brian (2001) Cultuæ and Equality: An Egalitarian Critique of Multiculturalism. Oxford: Polity. 3.Raz and Margalit 1990
4. Beran, Harry (1984) 'A liberal theory of secession'. Political Studies, 32:21-31.
5. Beran, Harry (1987) The Consent Theory of Political Obligation. London: Croom Helm.
6. Green, Leslie (1988) The Authority of the State. Oxford: Oxford University Press.
7. Simmons, A. John (2001) Justification and Legitimacy: Essays on Rights and Obligations. Cambridge: Cambridge University Press.

Kukathas, Chandran 2004. „Nationalism and Multiculturalism“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Täuschungen Burge Frank I 687
Täuschung/Descartes/Burge: Descartes weist auf eine kausale Lücke zwischen Welt und Wirkungen hin. Unterschiedliche externe Ursachen können dieselben Wirkungen hervorrufen.
Descartes: die Ursachen unterscheiden sich von dem, was wir über sie denken.
Individualismus: will daraus schließen, dass unsere Gedanken über die Welt falsch sind.
BurgeVsIndividualismus: wir wissen aber, welche Gedanken wir haben, selbst wenn sie falsch sind.
D.h. wir wissen auch in kontrafaktischen Situationen, welche Gedanken wir haben. (Zwillingserde).
Antiindividualismus These in kontrafaktischen Situationen haben wir aber andere Gedanken als in der aktuellen Situation (Zwillingserde).
Nach Descartes müsste also der Antiindividualismus falsch sein.


Tyler Burge (1988a): Individualism and Self-Knowledge, in: The Journal of
Philosophy 85 (1988), 649-663

Burge I
T. Burge
Origins of Objectivity Oxford 2010

Burge II
Tyler Burge
"Two Kinds of Consciousness"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994