Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Nagel Nagel : pro Descartes und Frege. - NagelVsHume, NagelVsKant, NagelVsWittgenstein: Vs Begrenzung der Reichweite der Vernunft (Neuerdings solche Begrenzung auch bei Quine, Putnam, Goodman, Rorty).Auch Begrenzung des Anspruchs der Vernunft.

NagE I
E. Nagel
The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979

Nagel I
Th. Nagel
Das letzte Wort Stuttgart 1999

Nagel II
Thomas Nagel
Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990

Nagel III
Thomas Nagel
Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991

NagelEr I
Ernest Nagel
Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982
A priori Mill Höffe I 346
A priori//Mill/Höffe: MillVsKant: Nach Mills Empirismus gibt es im Gegensatz zu Kant und dem Deutschen Idealismus keinerlei vorempirische, sondern lediglich eine empirische, also aposteriorische Erkenntnis. Sogar die Mathematik und die Logik sollen auf Erfahrungen und deren induktiven Verallgemeinerungen beruhen. Wegen der außergewöhnlich vielen Belege für mathematische Aussagen entstehe aber der Anschein der Notwendigkeit.
Höffe I 347
Apriorisches Denken stützt auch falsche Doktrinen und schlechte Institutionen. Praxis/Theorie: Mit diesem Argument stellt Mill die gesamte theoretische Philosophie, einschließlich Wissenschafts- und Erkenntnistheorie, in den Dienst der Praxis. Man kann hier von einem erkenntnistheoretischen Liberalismus sprechen.
Politik: Jedenfalls erhält der kompromisslose Vorrang des empiristischen Standpunktes eine politische Bedeutung, die Ablehnung des Apriorischen einen therapeutischen, genauer: präventiven Zweck.


Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998
Absolutheit Kant I 14
WittgensteinVsKant: In Bezug auf das Absolute gibt es gar nichts zu erkennen.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03
Analogien Kant Strawson V 102
Analogien der Erfahrung/Kant: wir finden sie nicht in den Axiomen der Anschauung - "Erfahrungen sind nur durch die Vorstellung einer notwendigen Verknüpfung der Wahrnehmungen möglich" - transzendentale Ästhetik/Kant: Prinzipien der Sinnlichkeit a priori - transzendentale Analytik: enthält die Deduktion der Kategorien, den Schematismus und die Grundsätze.
V 104
Analogie: soll zeigen, wie die Ordnung der Wahrnehmungen in den Begriffen repräsentiert sein muss - von Kant genial auf die Zeitrelationen reduziert - 1. zwischen den Gegenständen 2. zwischen den Erlebnissen.
Stra V 105
1. Analogie/Kant: Quantum der Substanz in der Natur kann weder vermindert noch vermehrt werden.
V 106
Zeit/Kant: alle Zeitbestimmung setzt etwas Beharrliches voraus - Allein der Raum ist beharrlich.
V 107
StrawsonVsKant: das ist kein Grund dafür, dass die objektive Ordnung räumlich sein muss.
V 108
StrawsonVsKant: man braucht gar kein Erhaltungsprinzip! - Nur ein Re-Identifikationsprinzip für Örter (Gegenstände). - Heute: wir sehen, dass etwas verbrennt, ohne dass Substanz erhalten bleibt.
Stra V 112
2./3. Analogie/Kant: Frage: hätten die Wahrnehmungen auch in umgekehrter Reihenfolge auftreten können? a) Ereignisse: keine Zeitindifferenz
b) Gegenstand: Zeitindifferenz.
V 115
2. Analogie: die Ordnung der Reihenfolge ist nicht nur notwendig, sondern auch eine bestimmte, an die unsere Apprehension gebunden ist. - Kausalität: wenn die Ordnung notwendig ist, ist die Veränderung selber notwendig. StrawsonvsKant: dieser arbeitet hier unbewusst mit zwei Begriffen von Notwendigkeit: begrifflich/kausal
Stra V 116/117
3. Analogie/Kant: der Wechselwirkung gleichzeitig existierender Gegenstände entspricht eine Zeit-Indifferenz der Wahrnehmungen - Strawson: ungleich Kausalität.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Analytizität/Synthetizität Quine I 120
Bleibende Sätze: die Reizbedeutung ist spärlicher. Entsprechend: die Reizsynonymie ist weniger erforschlich > VsAnalytizität.
I 339
Die Materiale Implikation "p impl q" ist nicht gleich "p > q". (> Erwähnung / > Gebrauch) - "impliziert" und "analytisch" sind am besten allgemeine Termini.
V 114
QuineVsAnalytizität: universelle kategorische Sätze, wie Bsp "Ein Hund ist ein Tier" kann man später selbst bilden. Von diesen werden wir nicht sagen, dass sie analytisch oder auch nur wahr wären. Analytizität ist sozial wie die Sprache. Zufällige erste Beispiele sollten keine Sonderstellung haben. Def analytisch/Quine: Analytisch ist ein Satz, wenn jedermann dadurch, dass er die Wörter lernt, die Wahrheit des Satzes lernt. Das ist wegen des Beobachtungscharakters an soziale Gleichförmigkeit gebunden. Bei jedem Menschen gibt es eine verschiedene Menge von zuerst gelernten analytischen Sätzen. Daher >QuineVsAnalytizität.

VI 79
Quine: HolismusVsAnalytizität.
VII (b) 21
Analytisch/QuineVsKant: begrenzt sie auf Subjekt-Prädikat-Form - reformuliert: "wahr kraft Bedeutung, unabhängig von Tatsachen". - VsEssentialismus: Wesen ist willkürlich: ein Zweifüßer muss zweibeinig sein (wegen seiner Füße), aber er muss nicht rational sein! - Relativ!
VII (b) 23
Analytizität/Quine: Analytizität ist a) logisch wahr: "kein unverheirateter Mann ist verheiratet" und ist b) übersetzbar in logische Wahrheit: Junggeselle/unverheirateter Mann. Problem: das stützt sich auf unklare Synonymie. Analytisch/Carnap: Analytisch heißt "wahr unter jeder Zustandsbeschreibung". QuineVsCarnap: das funktioniert nur, wenn die Atomsätze unabhängig voneinander sind. Dies ist nicht so bei Junggeselle/unverheirateter Mann. >Bedeutung/Quine.
VII (b) 28ff
Analytizität/Quine: wir brauchen ein Adverb "notwendig", das so konstruiert ist, dass es die Wahrheit liefert, wenn es auf eine analytische Wahrheit angewendet wird. Aber dann müssten wir schon wissen, was "analytisch" heißt. Problem: Die extensionale Übereinstimmung von Junggeselle/unverheirateter Mann beruht eher auf zufälligen Tatsachen als auf Bedeutung! Analytizität kann nicht bedeuten, dass die Tatsachenkomponente Null wäre: das wäre ein unempiristisches Dogma! >Wahrheit/Quine.
VII (b) 37
Verifikationstheorie/Peirce: die Methode ist die Bedeutung. Dann ist "analytisch" ein Grenzfall: die Methode ist egal. Synonym: Methode der Widerlegung und der Bestätigung ist gleich.
VII (b) 37
Analytisch/Quine: früh: eine Aussage ist analytisch, wenn sie mit einer logisch wahren Aussage synonym ist.
VII (i) 161ff
Analytizität/Quine: ist ungefähr Wahrheit aufgrund von Bedeutung. Das sagt gar nichts über Existenz. >Existenz/Quine.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987
Ästhetik Kant Gadamer I 47
Ästhetik/Urteilskraft/Kant/Gadamer: Was Kant seinerseits durch seine Kritik der ästhetischen Urteilskraft legitimierte und legitimieren wollte, war die subjektive Allgemeinheit des ästhetischen Geschmacks, in der keine Erkenntnis des Gegenstandes mehr liegt, und im Bereich der „schönen Künste“ die Überlegenheit des Genies über alle Regelästhetik. So findet die romantische Hermeneutik und die Historik für ihr Selbstverständnis lediglich in dem Geniebegriff, der durch die kantische Ästhetik zur Geltung gekommen ist, einen Anknüpfungspunkt. >Urteilskraft/Kant. Das eben war die andere Seite der kantischen Wirkung. Die transzendentale Rechtfertigung der ästhetischen Urteilskraft begründete die Autonomie des ästhetischen Bewusstseins, aus der auch das historische Bewusstsein seine Legitimation ableiten sollte.
Die radikale Subjektivierung, die Kants Neubegründung der Ästhetik einschloss, hat so wahrhaft Epoche gemacht. Indem sie jede andere theoretische Erkenntnis als die der Naturwissenschaft diskreditierte, hat sie die Selbstbesinnung der Geisteswissenschaften in die Anlehnung an die Methodenlehre der Naturwissenschaften gedrängt. Sie hat ihr aber zugleich diese Anlehnung erleichtert, indem sie als subsidiäre Leistung das „künstlerische Moment“, das „Gefühl“ und die „Einstellung“ bereitstellte. Vgl. >Methode/Helmholtz, >Geisteswissenschaften/Gadamer.
Wahrheit/Erkenntnis/Kunst/Kant/GadamerVsKant: Die transzendentale Funktion, die Kant der ästhetischen Urteilskraft zuweist, vermag der Abgrenzung gegen die begriffliche Erkenntnis
und insofern der Bestimmung der Phänomene des Schönen und der Kunst zu genügen. Aber geht es an, den Begriff der Wahrheit der begrifflichen Erkenntnis vorzubehalten? Muss man nicht auch anerkennen, daß das Kunstwerk Wahrheit habe? Wir werden noch sehen, dass eine Anerkennung dieser Seite der Sache nicht nur das Phänomen der Kunst, sondern auch das der Geschichte in ein neues Licht rückt. >Wahrheit der Kunst/Gadamer.
Gadamer I 48
Erkenntnis/Geschmack/Kant/Gadamer: man wird anerkennen können, dass Kants Begründung der Ästhetik auf das Geschmacksurteil
Gadamer I 49
den beiden Seiten des Phänomens gerecht wird, seiner empirischen Nicht-Allgemeinheit und seinem apriorischen Anspruch auf Allgemeinheit. Aber der Preis, den er für diese Rechtfertigung der Kritik im Felde des Geschmacks zahlt, besteht darin, daß er dem Geschmack jede Erkenntnisbedeutung abspricht. Es ist ein subjektives Prinzip, auf das er den Gemeinsinn reduziert. In ihm wird nichts von den Gegenständen erkannt, die als schön beurteilt werden, sondern es wird nur behauptet, daß ihnen a priori ein Gefühl der Lust im Subjekt entspricht. Zweckmäßigkeit/Kant: Bekanntlich wird dieses Gefühl von Kant auf die Zweckmäßigkeit gegründet (...). Das ist das Prinzip, das Kant in der ästhetischen Urteilskraft entdeckt. Sie ist hier sich selbst Gesetz. Insofern handelt es sich um eine apriorische Wirkung des Schönen, die zwischen einer bloß sinnlich-empirischen Übereinstimmung in Geschmacksdingen und einer rationalistischen Regelallgemeinheit in der Mitte steht. Der Geschmack ist „Reflexionsgeschmack“.
Inhalt/Geschmack/Kant/Gadamer: (...) die Kultur des moralischen Gefühls [wird] als der Weg bezeichnet, wie der echte Geschmack eine bestimmte unveränderliche Form annehmen
kann(1). Die inhaltliche Bestimmtheit des Geschmacks fällt also aus dem Bereich seiner transzendentalen Funktion heraus. Nur soweit es ein eigenes Prinzip der ästhetischen Urteilskraft gibt, interessiert sich Kant, und deshalb kommt es ihm auf das reine Geschmacksurteil allein an. >Schönheit/Kant.


1.Kant, Kritik der Urteilskraft, S. 264.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Aufklärung MacIntyre Brocker I 659
Aufklärung/Moral/Ethik/MacIntyre: Die Aufklärung stellt für MacIntyre den gescheiterten Versuch dar, mit Hilfe einer universalen Moral auf der Grundlage der Vernunft den nachmittelalterlichen Pluralismus und Eklektizismus zu überwinden.(1) Die Aufklärung habe „unzusammenhängende Bruchstücke eines einst zusammenhängenden Denk- und Handlungssystems“ (2) als Grundlage nehmen wollen. Problem: es gibt Brüche zwischen einer Entteleologisierung des Moralsystems und einer gleichzeitigen Abhängigkeit von einem teleologischen Rahmen.
MacIntyreVsAufklärung: die Suche nach einem moralischen Standpunkt, der von der gesellschaftlichen Ordnung unabhängig zu sein vorgibt, stellt eine Illusion dar. An die Stelle von Gütern, Traditionen und gesellschaftlichen Verhältnissen sind Pflichten, Regeln und Gesetze getreten.
MacIntyreVsKant: in seinen moralischen Schriften ist der „Gedanke, dass Moral etwas anderes als das Befolgen von Regeln ist
Brocker I 660
fast, wenn nicht sogar ganz aus dem Blickfeld verschwunden“.(3)

1. Alasdair MacIntyre, After Virtue. A Study in Moral Theory, Notre Dame, Ind. 1981. Dt: Alasdair MacIntyre, Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart. Erweiterte Neuausgabe, Frankfurt/M. 2006 (zuerst 1987), S. 61.
2. Ebenda S. 80
3. Ebenda S. 313f.

Jürgen Goldstein, „Alasdair MacIntyre, Der Verlust der Tugend“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Außen/innen Stroud I 206
Allgemeines/Besonderes/Skeptizismus/Verifikationismus/Verallgemeinerung/innen/außen/Stroud: Descartes: bei ihm ist das Besondere repräsentativ und kann daher verallgemeinert werden. - VerifikationismusVsVerallgemeinerung: hält sie für verdächtig: nicht Aussagen des Systems auf das Systems selbst anwenden. StroudVsCarnap: das Problem innen/außen ist nicht dasselbe wie das des Allgemeinen und Besonderen.
StroudVsCarnap: der Satz, dass Descartes nicht weiß, ob er am Kamin sitzt ist gar nicht sinnlos, nur in Verbindung mit der skeptischen Vermutung, dass er nicht verifizierbar ist.
Problem: der Verifikationismus käme leicht in die Situation annehmen zu müssen, dass dann unsere ganze Alltagssprache sinnlos ist.
I 211
Naturalisierte Erkenntnistheorie/QuineVsCarnap/Stroud: leugnet die Notwendigkeit eines externen Standpunkts - damit wird das innen/außen-Problem vermieden.
I 214
QuineVsKant: kein a priori-"Wissen".

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984
Axiome Genz II 184
Axiome/Mathematik/Einstein/Genz: die Axiome selbst sind nicht sicher, nur ihr Zusammenhang mit ihren Folgerungen. Und damit sind auch die Konsequenzen der Axiome nicht sicher.
II 188
Axiome/Erkennen/Logik/Kant/GenzVsKant: Kant dachte noch, dass die inhaltlichen Axiome der Euklidischen Geometrie mit dem Parallelenaxiom genauso sicher wahr seien wie die durch die logischen Schlussweisen hergestellten Zusammenhänge der Geometrie. Also gab es für ihn sichere Erkenntnis.

Gz I
H. Genz
Gedankenexperimente Weinheim 1999

Gz II
Henning Genz
Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität München 2002
Begriffe Brandom I 152
Begriff: Man muss viele Begriffe haben, um überhaupt welche zu haben!
I 948
Def Begriff/Frege: der Begriff ist das semantische Korrelat von Prädikaten, und zwar ihre "Bedeutung" nicht ihr "Sinn". Also ist der Begriff durch den Bezug definiert.
I 599f
Begriff: Bloßes unterscheidendes Reaktionsvermögen reicht nicht, um die Anwendung von Begriffen zu erkennen! I 601 Rationalistische Ergänzung: die inferentielle Rolle der Reaktion ist entscheidend.
I 852
Begriff/BrandomVsKant: sollte nicht dualistisch vom Nichtbegrifflichen getrennt werden.
I 853
Begriff/Anschauung/Kant/Brandom: B verhalten sich zu A wie 1. Form zur Materie - 2. Allgemeines zum Besonderen - 3. Wie Spontaneität (Verstandestätigkeit) zur Rezeptivität - BrandomVsKant: diese sind orthogonal und unabhängig - kein Kontrast zum Nichtbegrifflichen - Inhalt des Urteils auch begrifflich - Brandom: ad 1: wenn der Verstand sein Material nicht verändert, ist er überflüssig (> Hegel, Phänomenologie) - ad 3. Kontrast begriffliche/kausale Ordnung: konnte Kant nicht als Kontrast zwischen Begriffen und Ursachen konstruieren.
I 856
Def Begriff/Brandom: inferentielle Rolle - es geht um Relationen zwischen Begriffen (östlich/westlich) nicht um die Relation zwischen Begriff und Gegenstand.
I 860
Begriffliche Gliederung/Brandom/(s): durch Wiederholung (Anapher) - notwendig für kognitive Zwecke - begrifflicher Gehalt: durch Substitution - ((s) oder genauer: Austausch von Rahmen)
I 862
Inferentielle Gliederung: erlaubt im Idealfall Denken und Welt als identisch gegliedert dargestellt aufzufassen - begriffliche Gliederung von Behauptungen: handelt von Einzelgegenständen.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Begriffe Heidegger Begriffe aus M. Heidegger, Sein und Zeit, Tübingen 1993

Heidegger III
Abhängigkeit (der Realität von der Sorge) 212
Angst 182,186, 342
Antike Ontologie (logos bei Platon, Aristoteles, copula) 159,160 Augenblick 427
Auslegung (Vorhaben, Vorsicht, Vorgriff) 150
Ausrichtung 108
Aussage 154 ("als"):158
Aus-sein auf 261
Bedeuten 87
Bedeutsamkeit 364
Begegnen (Ganzheit) 85
Bewandtnis 84
Besorgen 56/57
Bestehen (nicht vorhanden, nicht zuhanden) 333
Bezirk 67,114,248 (Metaphysik),283,398

Charaktere 250 (Existenz: sich vorweg gericht in die Zukunft)
(Faktizität: schon sein in Gewesenheit)
(Verfallenheit: sein bei Gegenwart)


Da 132,263
"Da" (Vereinzelung) 263 Dasein (ist seine Erschlossenheit) 133,134 ("Dass es ist"), 284, (Dasein selbst: Erstreckung) 374

Ego cogito (ich denke etwas) 321
"Einfühlung" 125(Vs)
Ekstasen: Gewesenheit Zukunft Gegenwart 328 Entdecktheit (nicht Daseinsmäßiges) 85,218 (Wahrheit)
Ent-Fernung 105
Entschlossenheit 296/97, 305 Entwurf 145, (=Existenz): 284
Erbe (und Überlieferung) 383
Erkennen 202
Erschlossenheit 75,220,260
Erwarten 262
Evidenz (Vorhandenes) 265
Existenz (=Entwurf) 284
Existenzialien statt Kategorien 44
Existenzialität Struktur der Existenz 16
Existieren 263,284

Faktizität 56,135,222,250,259,284,241,362,379 (F. contra Tatsächlichkeit): 276
Freigabe (Woraufhin; verweist auf Phänomen Welt) 85/86
Freiheit 188
Furcht 140 (Näherung der Nähe)
Fürsorge 121
Gegend 103,368 (>Platz)
Gegenwart (eigentliche: Augenblick) 338
Gerede 168
Gewärtigen 337(uneigentliche Zukunft) Gewissheit 256/57,265
Gewesenheit Gegenwart Zukunft 327
Gewissen 270ff
Gewissenlosigkeit (Bedingung für existentiell "gutes" Handeln) 288
Gewaltsamkeit 311
Geworfenheit 135,179
Grund 284
Handeln (verantwortlich) 288,300

"Idee" (keine Deduktion) 182
Innerzeitigkeit 333
In-Sein, In der Welt sein 53 (wohnen bei, vertraut),188
Jemeinigkeit 240

Kant (VsKant: Zeit: unmittelbar physisch wahrnehmen) 419
Kants Dunkles Zimmer (Orientierung "rechts, links") 109

Lichtung (Erschlossenheit des Daseins): 170 (vor aller Zeitlichkeit): 350

Man 126
Man selbst 129
Mitdasein, Mitsein 118,120,121 (Mitsein als Umsicht) 123
Möglichkeit 187
Neugier (Zerstreuung) 172
Nichtigkeit 285,305
nicht 283,284
"Nichts" 279
Nietzsche (zur Historie) 396

ontisch-ontologisch 8,11,13,185

Platz 368

Raum 368 (109 113)
Region 64,114
Ruf 269ff "Rufer" 274

Sagen 169
Sein zum Tode 266 Selbstheit (Weise) 267ff (Bezeugung, Ruf)
Schicksal 384,386
Schuld (schuldig) 287
Sinn 151
Situation 299 Sorge 192 (sich vorweg schon sein in (der Welt) 198 (Sorge Gedicht, Herder,Vorrang der Sorge vor Leib und Geist)
"Subjekt" (ontologisch) 320,366
Substanz des Menschen ist die Existenz 212
Substanzialität: Seinscharakter der Naturdinge 63

Theorie 358ff
Tod 245,250,258 (Tod anderer, Vertretung): 237
transzendieren 363 (Schwere des Hammers setzt Objektivierung voraus, nicht zuhanden)

Uhr 413
Umschlag Besorgen/Entdecken 360,361
Umsicht 56,69,123,172
Unbestimmtheit 308 Unwahrheit 308

Verfallen 176, (ontisch/ontologisch) 293
Vergessen (Wiederholbarkeit) 399,342,344
Verschlossenheit 348
Verstehen 87,144,145,363 Verstehen (des Anrufs) 288
Verweisung 74,77,78,82 (Zeigen Verweisung Beziehung)
Volksgemeinschaft 384
Vorhandensein = "existentia" (trad.) 42
Vorlaufen 262
Wahl 268, 287
Wahrheit (Entdecktheit und Entdeckend sein) 218,316, (W. vorausgesetzt) 227,316
Welt, "Welt" 64/65, ("weltlich" = innerweltich Seiendes), Weltlichkeit, (die Welt ist nicht mehr) 380
Werden 243
Wiederholung 385
Wissenschaft 358ff
Worum willen (In der Welt Sein des Daseins) 84

Zeichen 76ff
Zeit ("wesentliche") 329, (Zeit Raum): 367, 408 (gewärtigen: Zukunft gegenwärtigen: jetzt, behalten: Gewesenheit) 408, ("Weltzeit" = innerweltliche Zeit, auch vorher) 424
zeitlicher Horizont 365
Zeitlichkeit des Seins, Seinsweise des Daseins temporal 19,23
Zeitlichkeit der Furcht (Angst) 342 (Zeitlichkeit: Seinssinn der Sorge)
Zeitlichkeit der Seinsmodi Verstehen, Befindlichkeit, Verfallenheit 350
Zeitmessung 414
Zeug (im Besorgen begegnend) 68 Zirkel (nicht vitiosus) 152/53,314 (als "Entwurf" zulässig, Grundstruktur der Sorge)
Zuhanden 69,71,324
Zukunft (Zeitlichkeit) 326, (Vorrang):329,330, (eigentliche Z.: Vorlaufen) 336,408

Hei III
Martin Heidegger
Sein und Zeit Tübingen 1993
Begriffe Kant Begriff/Kant: "Anschauungen ohne Begriffe sind blind." (KrV B 75)
Strawson V 22
Begriffe/Kant: nicht jede beliebige Menge von Begriffen ist für uns ausreichend - es müssen Begriffe von beharrlichen und reidentifizierbaren Gegenständen im Raum darunter sein.
V 23
Die Unterscheidungen müssen in den Begriffen selbst angelegt sein, weil es keine "reine Wahrnehmung eines Bezugssystems" gibt.
Stra V 122
Begriffe/Kant/Strawson: Gegenstände dürfen sich nur im Rahmen einer Wiedererkennbarkeit verändern - die entsprechenden Einschränkungen müssen irgendwie in den Begriffen reflektiert sein - es geht aber nicht um eine bestimmte Verknüpfung sondern um die Existent irgendwelcher solcher Verknüpfungen.
V 123
Begriffe für Gegenstände sind immer Zusammenfassungen von kausaler Gesetzmäßigkeit.
Stra V 128
Begriffe/StrawsonVsKant: sind bei ihm noch nicht sozial charakterisiert
Tugendhat I 191
Begriff/Kant: allgemeine Vorstellung, mittelbar - Anschauung/Kant: unmittelbar - Tugendhat: zweideutig: Vorgestelltes oder subjektives Vorgestelltes - Kant pro letzteres - objektive Bedeutung: "nota communis", gemeinsames Merkmal - > = Spezies/Husserl.
Bubner I 105
Erkenntnis/Urteil/Kant: Erkenntnis formuliert sich in Urteilen, die stets Begriffe voraussetzen. Begriff/Kant: in Begriffen muss daher, transzendental gesehen, die Erkenntnisermöglichung durch Urteile bereits garantiert sein.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Begriffsschemata Nietzsche Danto III 54
Begriffsschema/NietzscheVsKant/Nietzsche/Danto: anders als Kant behauptet Nietzsche nicht, dass ein definierter Bestand an Begriffen dem menschlichen Geist, ungeachtet aller Unterschiede zwischen den menschlichen Wesen, innewohne. Vielmehr variieren für Nietzsche die begrifflichen Schemata je nach Gesellschaft. Nach Nietzsche gibt es viele Wege, die Erfahrung zu organisieren, der unsere ist lediglich ein solcher, der sich für uns bewährt hat, an dem jedoch nichts unwandelbar, unantastbar oder notwendig ist. Nichts spricht dagegen, dass die (…) unkonventionellen Erfahrungen (unter einer anderen Struktur) einmal mustergültig werden, so dass die hier und jetzt unkonventionelle Sprache irgendwann und irgendwo einmal landläufige Rede wäre.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Bewegung Leibniz Holz I 133
Bewegung/Leibniz: etwas tritt an den Platz von etwas anderem. ((s) Nicht an die Stelle eines vorher "leeren Raums").
I 134
Das, was alle diese Plätze umfasst, heißt "der Raum". Dafür braucht man auch keine "absolute Realität" von Raum anzunehmen. Raum/Zeit/LeibnizVsKant: Inbegriff möglicher Verhältnisse, aber nicht als Anschauungsformen, sondern real ontologisch als Strukturen des Verhältnisses der materiell Ansichseienden zueinander.

Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Bewusstsein McDowell I 113 ff
Selbstbewusstsein/Kant: "Ich denke", das alle meine Vorstellungen muss begleiten können. Zeitliche Kontinuität. Aber nur formal, sonst cartesianisch.
I 113 ff
Def Person/Locke: "ein denkendes, verständiges Wesen, das Vernunft und Überlegung besitzt, und sich selbst als sich selbst betrachten kann. Auch an verschiedenen Orten und Zeiten.
I 126/27
Bewusstsein/Apperzeption/Kriterium/KantVsLocke: der Witz bei ihm (Paralogismus-Kapitel): ist es gerade, dass das Selbstbewusstsein nichts mit einem Kriterium der Identität zu tun hat! Das Subjekt muss sich nicht anstrengen, um seine Aufmerksamkeit auf ein und dasselbe Ding zu richten! ((s) Das Atmen braucht kein Kriterium für Luft, so wichtig Luft auch sein mag).
I 127
Bewußtsein/McDowell: um den Cartesianismus zu vermeiden, sollte wir nicht vom "Fluss des Bewusstseins" (Bewusstseinsstrom) sprechen, sondern von einer bleibenden Perspektive auf etwas, das selbst außerhalb des Bewusstseins liegt.
I 128
"Ich denke"/Kant/McDowell: ist auch eine dritte Person, deren Weg durch die objektive Welt eine substantielle Kontinuität ergibt. (Evans, Strawson, Paralogismen).
I 129f
McDowellVsKant: es ist unbefriedigend, wenn das Selbstbewusstsein nur die Kontinuität eines Gesichtspunkts, einer Perspektive ohne Körper sein soll. Die Idee der Kontinuität kann nicht ohne die Idee des lebenden Dings gedacht werden. so wenig wie die Verdauung.
Das soll aber nicht heißen, dass körperliche Präsenz immer mit einem Selbstbewusstsein zusammenhängt.
Selbstbewusstsein/Kant: nur Lebewesen mit begrifflichen Fähigkeiten haben Selbstbewusstsein. McDowell pro.

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell
Bewusstsein Rorty Rorty I 60
Bewusstsein: die Antike hatte dafür keinen Namen.
III 37/38
RortyVsRyle/RortyVsDennett: deren Zweifel, ob es etwas wie »Geist« oder "Bewusstsein" gibt, hat mit der Vorstellung von einem Medium zwischen dem selbst unter Realität zu tun, einem Medium, dass Realisten für transparent und Skeptiker für opak gehalten. Rorty: da gibt es gar kein Medium.
VI 176
Bewusstsein/Rorty: Welches Ergebnis wünschen wir uns denn als Resultat unserer Forschung? Warum sollten wir unsere intuitiven Anschauungen verändern wollen? Weder Intuition noch ambitioniertes Streben bieten einen archimedischen Punkt.
Frank I 584
Bewusstsein/Rorty: gibt es im Sinne eines eigenständigen Bereichs von Mentalem in Wirklichkeit gar nicht - mentale Ereignisse sind Konventionen, ein kontingentes Sprachspiel - These: das kann ohne Verlust abgeschafft werden.
Richard Rorty (I970b) : Incorrigibility as th e Mark of the Mental, in: The
Journal of Philosophy 67 (1970), 399-424
Dt.: Unkorrigierbarkeit als das Merkmal des Mentalen, in : Peter Bieri (Ed.) (1981): Analytische Philosophie des Geistes,Königstein 1981 (Philosophie, Analyse und Grundlegung; Bd. 6)


Rorty I 132
Mentales/Ryle/Rorty: These: mentale Zustände wie Meinungen, Wünsche usw. sind Eigenschaften nicht des Bewusstseins, sondern der Person. >Geist/Geistzustand.
III 37
Bewusstsein/Geist/RortyVsRyle/RortyVsDennett: Geist bzw. Bewusstsein sind kein Medium zwischen einem selbst und der Realität.
III 67
Bewusstsein/Kant/Rorty: zwei Teile: a) vernünftig: bei allen gleich b) empirisch, kontingent. - Dagegen: Freud: behandelt Rationalität als einen Mechanismus, der Kontingenzen anderen Kontingenzen anpasst. - Schon Platon: (Staat) Gewissen = verinnerlichte Eltern und Gesellschaft. - Vernunft/Kant: allgemeine Prinzipien - FreudVsKant: zum Besonderen zurückkehren. - Kant: ehrliche Menschen seien paradigmatisch. - Freud: nichts Menschliches ist paradigmatisch.
VI 147
Bewusstsein/Verhalten/Wittgenstein/Rorty: falsche Frage: "Ist das Verhalten eine andere Tatsache als das Bewusstsein?" - Wittgenstein: wir sollten nicht versuchen, zwischen Sprache und Gegenstand zu treten.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Dasein Hegel Höffe I 332
Dasein/Hegel/Höffe: Die Freiheit, (...) begreift [HegelVsKant] nicht negativ als Tun-und-lassen-Dürfen, sondern positiv als «Bei-sich-selbst-Sein-im-anderen». Folgerichtig gibt er sich nicht mit einer allgemeinverträglichen Freiheit zufrieden, sondern
Höffe I 333
zielt auf das «Dasein des freien Willens», wobei «Dasein» so viel wie «volle Wirklichkeit» bedeutet.(1) >Freiheit/Hegel, vgl. >Staat/Hegel, >Sittlichkeit/Hegel.

1. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundriss, 1820
Dialektik Platon Bubner I 34
Dialektik/Platon/Bubner: mehr als Methode, der Dialektiker verfährt mit methodischer Korrektheit, weil er sein hiesiges Lebend wachend, nicht träumend führt.
I 37
DialektikVsRhetorik/Platon/Bubner: die Kenntnis der Methode macht den Philosophen zu einem freien Menschen, während der wirkungsorientierte Redner in den Trug der Worte verstrickt ist. (VsSophisten).
I 38
Sophismus/AristotelesVsPlaton: bedient sich derselben Gründe, um auf Unvollständigkeit der Dialektik zu plädieren, gerade, weil sie es mit der intersubjektiven Redepraxis zu tun hat. Def "Topoi"/Aristoteles: vorwissenschaftliche Gemeinplätze. Die Topik macht das Einleuchtende und Erfolgversprechende am Reden namhaft.
Dialektik/Kant: der negative Ruch haftet der Dialektik bis zu Kant an. Allerdings ist der anhaftende Schein bei Kant als notwendig erkannt.
I 39
Dialektik/HegelVsKant: seine Scheu vor den Widersprüchen offenbare die Begrenztheit seines Verständnisses von Wissenschaft. Die Dialektik müsse eben zu Ende gedacht werden. Kant sei bei dem negativen Resultat stehengeblieben. HegelVsAristoteles: "spekulativer Geist der Sprache": die Einsicht in die sprachlich logische Verwurzelung der Spekulation soll ihr wieder den Rang strenger Methode sichern, den ihr gerade Aristoteles wegen ihrer Bindung an das Sprachliche aberkannt hatte.
I 111
Dialektik/Platon/Bubner: a) Wissenstheorie: die Ungeschiedenheit von wahrem Wissen und Reflexion führt zu einem ganzen Ensemble von Regeln und Strukturen. b) Dialektik bei Platon ist auch das logische Verhältnis zwischen Behauptung und Folgerung.
c) Weise der Bestimmung von Begriffen auseinander. (Auf und Abstiegsverfahren. Der späte Platon entwickelt Ansätze einer Aussagenlogik.


Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Ding an sich Kant I 17
An sich/Kant: Frage: was ist an sich, nämlich über mich hinaus oder ohne mich, aber doch so, dass ich mich selbst erblicke als an sich? - Also: was an mir ist an sich?
Strawson V 33/34
Ding an sich/Kant/StrawsonVsKant: dass die Dinge an sich nicht in Raum und Zeit sein sollen, macht die ganze Lehre unverständlich.
Stra V 95
Ding an sich/Kant: muss selbst gar nicht die Bedingungen der Subjektivität erfüllen - nur die Erscheinung muss sie erfüllen. Dann könnte die Erkenntnis der Dinge höchstens einer prästabilierten Harmonie verdankt werden. - (>KantVsLeibniz).
Stra V 168
Ding an sich/Idealismus/Kant: wenn wir annehmen, dass Dinge unabhängig von unseren Wahrnehmungen existieren, dann müssen sie auch unabhängig von uns existieren (>Realismus/Kant). - Aber das nimmt Kant nicht an! - Kant: sie existieren nur durch unseren Verstand und unsere Sinnlichkeit.
Adorno XIII 40
Ding an sich/VsKant/Adorno: man hat gegen Kant eingewandt, dass wenn die Dinge an sich und damit die Ursachen der Erscheinungen gänzlich unbekannt sind, woher wir dann überhaupt von ihnen reden und von ihnen wissen können.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Ding an sich Nietzsche Danto III 135
Ding an sich/NietzscheVsKant/Nietzsche/Danto: der Gegensatz „Ding an sich“ und „Erscheinung“ ist unhaltbar (…) wie auch die Begriffe „Subjekt“ und „Objekt“ und letztlich auch deren verschiedene Modifikationen z.B. „Materie“, „Geist“ und andere hypothetische Wesen, „Ewigkeit und Unveränderlichkeit des Stoffs“ usw. Wir sind die Stofflichkeit los. ((F. Nietzsche Nachlass, Berlin, 1999, S. 540f).

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Ding an sich Rorty IV (d) 115
Ding an sich/RortyVsKant: er braucht das Noumenale (Ding an sich) nur, um Erscheinung einzuführen - keine Erscheinung ohne Erscheinendes. - So wie Aristoteles eine Form des Formlosen benötigt - und Bsp Spinoza die distinkte Idee des Indistinkten. - Ähnlich: Wittgensteins Schweigen angesichts der Unterscheidung sinnvoll/sinnlos. RortyVsWittgenstein: man muss schon viel wissen, bevor man feststellen kann, dass der Metaphysiker etwas Sinnloses sagt.

VI 129
Ist/sein/Schein/scheinen/Erscheinen/RortyVsKant/Rorty: falsche Unterscheidung zwischen Dingen "an sich" und "für uns".

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Ding an sich Searle III 184
Ding an sich/SearleVsKant: daraus, dass wir es nicht erkennen können folgt nicht, dass es anders ist, als wir es wahrnehmen, oder dass eine Realität jenseits unserer Erkenntnis existiert.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Ding an sich Vaihinger Vaihinger I 333
Ding an sich/F.A. LangeVsKant/Vaihinger wenn das Ding an sich fiktiv ist, dann auch seine Unterscheidung von den Erscheinungen.

Vaihinger I
H. Vaihinger
Die Philosophie des Als Ob Leipzig 1924
Einheit Kant Strawson V 82
Einheit/Bewusstsein/Denken/Subjekt/StrawsonVsKant: die These von der Einheit fußt selber auf einer tieferen Unterscheidung: der zwischen Anschauung und Begriff.
V 83
Strawson: Gegenstände könnten Akkusative sein und eine Folge bilden, sodass keine Unterscheidung zwischen ihr und der Folge der entsprechenden Ereignisse getroffen werden kann. - Solche Gegenstände könnten Sinnesdaten sein und die Begriffe nur von diesen handeln.
V 84
Diese könnte gar nicht zum Begriff eines "Gegenstands" vereinigt werden - Problem: das esse der Erfahrungsobjekte ist ihr percipi und umgekehrt. - Das ist kein Grund für die Unterscheidung von esse und percipi.
Adorno XIII 103
Einheit/Kant/Adorno: nach Kant ist das Einheitsmoment all der subjektiven Fähigkeiten, die den verschiedenen Kritiken zugrunde liegen, eigentlich die Vernunft selber oder der Verstand.
Adorno XIII 122
Einheit/Subjekt/Objekt/Material/Inhalt/Fundierung/Idealismus/Kant/Adorno: man hat aus der Identität der Vernunft einen weiteren Identitätsbegriff abgeleitet, nämlich den der partikularen Identität von Subjekt und Objekt. Das Ich und die gegenständliche Welt sollen miteinander identisch sein, weil jedes gegenständliche Einheitsbewusstsein ein Einheitsbewusstsein von Vernunft sei. Da aber diese gegenständliche Identität bei Kant möglich ist immer nur dadurch, dass sie sich auf ein Gegebenes, auf Material der Sinne bezieht, ist sie nicht rein durchgängig. Material/Kant/Adorno: das, was dem Gegenständlichen jeweils zugrunde liegt, soll nicht selber ein Produkt der Vernunfttätigkeit sein können.

I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Erfahrung Dewey Suhr I 37
Erfahrung/Dewey: Erfahrung schließt von ihrem Wesen her Vollständigkeit und Endgültigkeit aus.
Suhr I 71
Erfahrung/Dewey: Erfahrungen zu machen heißt, einen Versuch mit der Welt machen. Es ist keine Erfahrung, wenn das Kind in die Flamme greift. Es ist erst eine Erfahrung, wenn die Bewegung mit dem Schmerz in Verbindung gebracht wird.
I 72
DeweyVsKant: Im Gegensatz zu Kants Vorstellung von der synthetischen Tätigkeit des Geistes haben wir es nie mit einer chaotischen Mannigfaltigkeit zu tun. Unsere Sinne liefern immer schon interpretiertes Material.
Suhr I 102
Erfahrung/Antike: Der Begriff der Erfahrung bildete sich, als die Künste vor allem Routine waren. Erfahrung: Sammlung vernunftloser Gebräuche. Fertigkeit, nicht Einblick. Erfahrung/Neuzeit: der Begriff bildete sich, als die Künste experimenteller wurden!
I 141
Erfahrung/Dewey: Dinge, die auf bestimmte Weise miteinander interagieren, sind Erfahrung! ("Doppelläufigkeit" des Erfahrungsbegriffs, >Erfahrung/James).
I 150
Erfahrung/Dewey: Kognitive Erfahrung ist immer in nichtkognitive Erfahrung eingebettet. Pro Empirismus.
Eco I 194
Def Erfahrung/Dewey: Eine Erfahrung liegt dann vor, wenn das erfahrene Material in einem Abschluss und einer Vollendung zustrebt. Dann und nur dann integriert es sich. Ein Fließen von etwas zu etwas.

Dew II
J. Dewey
Essays in Experimental Logic Minneola 2004

Suhr I
Martin Suhr
John Dewey zur Einführung Hamburg 1994

Eco I
U. Eco
Das offene Kunstwerk Frankfurt/M. 1977

Eco II
U, Eco
Einführung in die Semiotik München 1972
Erfahrung Nietzsche Danto III 53
Erfahrung/Nietzsche/Danto: (vgl. Wahrheit/Nietzsche (F. Nietzsche, Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne, KGW1/III, 2, S. 374f)). Hier ist von Metaphern die Rede. Metapher/Nietzsche/Danto: Man beachte, dass hier mit Metaphern sprachliche Ausdrucksmittel für Erfahrungen und nicht für Dinge gemeint sind. Dies macht es fast unabwendbar, dass der Ausdruck einer unkonventionellen Erfahrung so gut wie unverständlich sein wird.
Intuition/Erfahrung/Nietzsche/Danto: Nietzsche nennt Erfahrungen hier Intuitionen:
(Von) Intuitionen aus führt kein regelmäßiger Weg in das Land der gespenstischen Schemata, der Abstraktionen: für sie ist das Wort nicht gemacht, der Mensch verstimmt, wenn er sie sieh, oder redet in lauter verbotenen Metaphern und unerhörten Begriffsfügungen, um wenigstens durch das Zertrümmern und Verhöhnen der alten Begriffsschranken dem Eindrucke der mächtigen gegenwärtigen Intuition schöpferisch zu entsprechen. (F. Nietzsche, Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne, KGW1/III, 2, S. 382f)).
Danto III 54
Erfahrung/Kant/NietzscheVsKant/Nietzsche/Danto: Nietzsche nähert sich damit keineswegs Kant an, der es für selbstverständlich hielt, dass Erfahrungen den Formen entsprechen müssten, die ihnen durch eine festgelegte Reihe von Begriffen und Kategorien, also den Bedingungen jeder verständlichen Erfahrung auferlegt werden. Nach Kant erkennen wir die Dinge nicht so, wie sie an sich sind, sondern wie sie uns durch die Logik der Erfahrung dargeboten und wie sie durch ihren apriorischen Apparat vorgeformt werden. Begriffe/Sprache/NietzscheVsKant/Danto: anders als Kant behauptet Nietzsche nicht, dass ein definierter Bestand an Begriffen dem menschlichen Geist, ungeachtet aller Unterschiede zwischen den menschlichen Wesen, innewohne. Vielmehr variieren für Nietzsche die begrifflichen Schemata (>Begriffsschema) je nach Gesellschaft. Nach Nietzsche gibt es viele Wege, die Erfahrung zu organisieren, der unsere ist lediglich ein solcher, der sich für uns bewährt hat, an dem jedoch nichts unwandelbar, unantastbar oder notwendig ist. Nichts spricht dagegen, dass die (…) unkonventionellen Erfahrungen (unter einer anderen Struktur) einmal mustergültig werden, so dass die hier und jetzt unkonventionelle Sprache irgendwann und irgendwo einmal landläufige Rede wäre.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Erkenntnistheorie Rorty I 17
Rorty These: Erkenntnis hat keine Fundamente. >Letztbegründung.
I 163
Def Erkennen/Aristoteles: Eintreten von etwas Gegenständlichem in die Seele.
I 167
Erkenntnisproblem: die nächsten beiden Jahrhunderte philosophischen Denkens hätten vielleicht ganz anders ausgesehen, wäre das "Erkenntnisproblem" in der Begrifflichkeit von Relationen zwischen Propositionen und ihrem Gewissheitsgrad formuliert worden, statt in der Begrifflichkeit vermeintlicher Komponenten von Propositionen. Kant: vollzog die pragmatische Wende nicht. Er handelte nicht von Sätzen sondern von inneren Vorstellungen.
I 167
Erkenntnis/Erkenntnisproblem/Rorty: Relationen zwischen Propositionen - nicht zwischen Komponenten von Propositionen - VsKant: dann braucht man keine Synthesis. - Kant/Rorty: auch er handelte nicht von Sätzen, sondern von inneren Vorstellungen.
I 175
Fundament/Erkenntnis/Rorty: Argumente statt Fundamente! - Vor Locke hätte niemand ein Fundament der Erkenntnis gesucht.
I 191
Def Erkennen/Rorty: die soziale Rechtfertigung von Meinungen. Das Gegenüberstellen von Personen und Sachverhalten. Damit können wir uns des Spiegels der Natur entledigen.
I 210
Erkenntnistheorie/SellarsVsErkenntnistheorie//Rorty: sie verwechselt eine Theorie über innere Episoden mit einer Theorie über die Berechtigung, bestimmte Behauptungen zu machen.
I 248
Erkenntnistheorie/Quine/Rorty: die Erkenntnistheorie hat immer zwischen zwei Kriterien geschwankt: a) kausale Nähe zum physischen Reiz, - b) dem Brennpunkt des Bewusstseins.
I 249
Lösung: das Dilemma löst sich auf, wenn wir bloß von Farbflecken sprechen. - ((s) > Sinnesdaten).
I 271
Rorty: es führt kein Weg von der Psychologie zur Erkenntnistheorie. Kein Weg von der Entdeckung der Vermittlungsinstanzen zu einer Kritik der Meinungen über die Welt.(RortyVsErkenntnistheorie).
I 273
Erkenntnistheoretische Tradition: verwechselte Kausalerklärungen des Erwerbs von Meinungen mit Rechtfertigungen von Meinungen.
I 278
Erkenntnistheorie: kann man im Lehnstuhl betreiben, Psychologie nicht.
V 20f
Erkenntnis/Foucault/Rorty: These: Erkenntnis und Macht sind nie von einander trennbar. RortyVsFoucault: das sind aber keine "Regeln der Sprache".

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Erkenntnistheorie Searle III 184
Ding an sich/SearleVsKant: daraus, dass wir es nicht erkennen können folgt nicht, dass es anders ist, als wir es wahrnehmen, und nicht, dass eine andersartige Realität existiert. Insbesondere folgt aus der Verortung aller Erkenntnis innerhalb unseres kognitiven Systems nicht, dass diese Erkenntnis niemals eine einer von der Erkenntnis unabhängigen Wirklichkeit sein könnte.
III 194
Hintergrund: Moores Hände gehören zum Hintergrund. Sie sind nicht in einem Bankschließfach - der Hintergrund hilft uns, die Wahrheitsbedingungen für unsere Äußerungen festzulegen.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Erkenntnistheorie Vollmer I XX
Evolutionäre Erkenntnistheorie/Vollmer: Konrad Lorenz ist der Vater der Evolutionären Erkenntnistheorie. Vorläufer: Donald Campbell, Popper. - Zwei Bedeutungen: Popper: wissenschaftstheoretisch: Evolution der Erkenntnis (Interaktionistisch, VsIdentitätstheorie) - Lorenz: Evolution der Erkenntnisfähigkeit. (Identitätstheorie).
I 16
Erkenntnis/Geschichte/Qualität/primäre/sekundäre/Vollmer: mit wachsendem Fortschritt wurden mehr und mehr Eigenschaften als subjektiv erkannt - so galt Locke noch Undurchdringlichkeit als primäre Qualität - heute wird nicht einmal mehr Ausdehnung als primäre Qualität angesehen.
I 59
Erkenntnis: ist keine "Spiegelung" der äußeren Welt - aber auch nicht rein algorithmisch - dagegen verkörperte Information/Lorenz: Bsp Pferdehuf: "Abbild" des Steppenbodens - Bsp Flosse "Abbild" des Wassers. - VollmerVsLorenz: irreführende Terminologie - Lösung: Beschaffenheit des Hufs weist auf Beschaffenheit des Bodens hin.
I 73
Erkenntnis/Vollmer: ihre dritte Ebene, die wissenschaftliche Erkenntnis ist nicht genetisch bestimmt. - Es gibt keine "biologischen Wurzeln" der Relativitätstheorie. - Wir sind lediglich der Widerspruchsfreiheit verpflichtet - ansonsten sind wir beim Bilden von Hypothesen frei.
I 173
E-Theorie/Tradition/VollmerVsKant: warum haben wir gerade diese Anschauungsformen und Kategorien? - wie entstehen sie? - Warum sind wir gerade an diese apriorischen Urteile gebunden und nicht an andere?
I 293
Def Erkenntnis: (1983,30): eine adäquate Rekonstruktion und Identifikation äußerer Strukturen im Subjekt - a) ein internes Abbild konstruieren, b) das Modell mit gespeicherten Engrammen vergleichen c) feststellen, wieweit der Gegenstand mit bereits Bekanntem übereinstimmt - dafür ist Gedächtnis erforderlich. - Rekonstruktion ist also nicht Widerspiegelung - unser Erkenntnisbegriff ist enger als jeder Informationsbegriff. - Stegmüller: dreistellige Relation: S erkennt O als A.
I 296
Erkennen/Kutschera: der Schritt vom Nichtwissen zum Wissen - Wissen/Kutschera: nur als wahre Überzeugung zu explizieren - weder Wahrheit noch Subjektivität ist dabei steigerbar.
I 310
Erkenntnistheorie/Vollmer: Aufgaben: - Explikation von Begriffen - Untersuchung unserer kognitiven Fähigkeiten, Vergleich verschiedener kognitiver Systeme - Unterscheidung subjektiver und objektiver Strukturen, deskriptiver und normativer Aussagen, faktischer und konventioneller Elemente - Erhellung der Bedingungen für Erkenntnis - Aufweis von Erkenntnisgrenzen.

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988
Erscheinung Leibniz Holz I 128
Ansich/Erscheinung/Leibniz/Josef König: ihr Verhältnis ist bei Leibniz ein dialektisches. Es entspricht wiederum genau dem Schema des "Übergreifenden Allgemeinen": Das Ansich ist Gattung seiner selbst (!), des Ansich und seines Gegenteils, der Erscheinung.
I 129
Damit ist nicht die Tatsache gemeint, dass die Erscheinung immer die Erscheinung eines Ansich ist, (was ja der Sinn des Wortes ist). KantVsLeibniz: denn dann könnte die Erscheinung ja immer noch verschieden von dem sein, dessen Erscheinung sie ist, und von daher wäre keine Kenntnis des Gegenstands möglich. (So sieht Kant das Verhältnis).
LeibnizVsKant: besteht darauf, dass die Erscheinung dasselbe ist wie das Ansich, das sich in der Erscheinung zeigt.
Die Welt tut das in der Perzeption. Dadurch vervielfältigt sie sich in zweifacher Hinsicht.
1. Als Ganzes aber jeweils unter anderer Perspektive
2. Sie erscheint räumlich als das Auseinandersein der verschiedenen Substanzen,
3. Sie erscheint zeitlich als Abfolge verschiedener Perzeptionen.
Das System der Perzeptionen ist "wohl begründet", weil es nichts anderes ist als die sich selbst beschränkende Aktivität der ursprünglichen Kraft des Ansich.
Der Unterschied zwischen Ansich und Erscheinung ist der Unterschied des Ansich selber! Das ist die Totalität und das Prinzip seines Unterschieds.
I 130
Daher ist die Erscheinung nicht gegen das Ansich abgehoben, sondern eine Art desselben und als solche etwas durchaus Reales. Erscheinung/Welt/Leibniz: die Welt erscheint nun immer nur insofern sie sich als Sosein einer einzelnen Monade ausdrückt.
Phänomenalität/Leibniz: die Weise, in der das Auszudrückende im Ausgedrückten enthalten ist. Jedes Ausgedrückte ist ein Phänomen. Es ist wohl begründet, weil das Ansich, indem es sich ausdrückt, das Phänomen ist, mit ihm identisch ist und es als erscheinendes Ansichseiendes begründet.
Das Phänomen ist der Realität nicht entgegengesetzt (VsKant) sondern gerade ihre spezifische Seinsweise im Vorgang der universellen Repräsentation.
Daher müssen auch alle Perzeptionen in allen einzelnen Substanzen einander entsprechen.
I 131
Einheit/Leibniz: nur so kann es sein, dass alle verschiedenen Monaden ein und dieselbe Erscheinung perzipieren. Das ist die "harmonie universelle" (univerelle Harmonie, s.o.) in Prozessform, in der alle Erscheinungen verknüpft sind, weil sie Erscheinungen desselben Ansich sind.
Phänomen/Repräsentation/Leibniz: das bedeutet nun aber, dass alles Seiende phänomenal ist. (Ebenso wie es zugleich Ansichseiendes ist).
Da Repräsentation bei Leibniz ein universaler und allseitiger Vorgang ist, muss jedes Seiende für jedes andere Seiende Phänomen sein.


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Erscheinung Nietzsche Ries II 29
Erscheinung/NietzscheVsSchopenhauer: Vs Unterscheidung von »Erscheinung« und »Ding an sich« (bei Schopenhauer der Wille). Diese Unterscheidung gibt es nicht mehr, sie war an Platon orientiert.
Danto III 135
Ding an sich/NietzscheVsKant/Nietzsche/Danto: der Gegensatz „Ding an sich“ und „Erscheinung“ ist unhaltbar (…) wie auch die Begriffe „Subjekt“ und „Objekt“ und letztlich auch deren verschiedene Modifikationen z.B. „Materie“, „Geist“ und andere hypothetische Wesen, „Ewigkeit und Unveränderlichkeit des Stoffs“ usw. Wir sind die Stofflichkeit los. ((F. Nietzsche Nachlass, Berlin, 1999, S. 540f).

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Ethik Husserl I 115 ff
HusserlVsHume: keine Gefühlsethik - HusserlVsKant: Vskategorischer Imperativ - HusserlVsKant: formale Verallgemeinerbarkeit genügt nicht, um ethische Richtigkeit zu charakterisieren. - Husserl: ein fiktiver Beobachter muss meine Beurteilung nachvollziehen können. - Mensch: a) passiv, zufällig in Umständen, b) zweckhandelnd, vernünftig.
E. Husserl
I Peter Prechtl Husserl zur Einführung, Hamburg 1991 (Junius)
II "Husserl" in: Eva Picardi et al., Interpretationen - Hauptwerke der Philosophie: 20. Jahrhundert, Stuttgart 1992
Ethik Kant Stegmüller IV 169
Def Hypothetischer Imperativ/Kant: wenn du X willst, tue Y". - Das stützt sich auf ein Kausalwissen - Bsp Imperativ der Geschicklichkeit, Imperativ der Klugheit. - Ohne Wunsch: > Kategorischer Imperativ. MackieVsKant: der kategorische Imperativ ist nicht objektiv gültig. - Zusätzlich braucht man eine Prämisse, in der eine Tatsache über eine Entscheidung vorkommt.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03
Ethik MacIntyre Brocker I 657
Ethik/Allgemeinheit/Allgemeingültigkeit/Moderne/MacIntyre: MacIntyre These: das Streben der Ethik der Moderne nach einer Allgemeingültigkeit, die von jeder Besonderheit befreit ist, beruht auf einer Illusion. (MacIntyreVsKant, MacIntyreVsKategorischer Imperativ). Tugenden/MacIntyre: These: Tugenden kann man nur als Teil einer Tradition besitzen, in der wir sie und unser Verständnis von ihnen von den Vorfahren übernehmen, an deren Anfang die heroischen Gesellschaften stehen (1). Siehe Antike Philosophie/MacIntyre.

1. Alasdair MacIntyre, After Virtue. A Study in Moral Theory, Notre Dame, Ind. 1981. Dt: Alasdair MacIntyre, Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart. Erweiterte Neuausgabe, Frankfurt/M. 2006 (zuerst 1987) S. 170.


Jürgen Goldstein, „Alasdair MacIntyre, Der Verlust der Tugend“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Ethik Nagel III 109f
Ethik/Nagel: Konsequentialismus: These die Folgen der Handlung sind wichtig - nicht, wie die Handlung für den Handelnden ist - NagelVs: es geht um, die Erlaubnis das eigene Leben zu führen - III 111 interne Perspektive: Problem: dass Mord verboten ist gebietet noch nicht, andere daran zu hindern - Utilitarismus: gut/schlecht - interne Perspektive: recht/unrecht.
III 112
Ethik/Nagel: Kernfrage: wie weit darf der interne Standpunkt einbezogen werden? - das Leben ist immer das individuelle Leben. - Es kann nicht sub specie aeternitatis gelebt werden - Grenzen sind immer die individuellen Möglichkeiten.
III ~87
Ethik/Nagel: das Handeln aus der Eigenperspektive hat so starken Wert, dass deontologische Paradoxe nicht auszuschließen sind. - Sie wären nur vermeidbar um den Preis der unpersönlichen Welt.
III 86
Parallele Objektivität/Bewusstsein/Ethik/Nagel: die objektive Welt muss die subjektiven Perspektiven beinhalten - Ethik: die neutralen Gründe die Handlungen des Subjekts mit all ihren scheinbar abergläubischen Gründen berücksichtigen.
II 49
Determinismus/Ethik/Nagel: Verantwortlichkeit gibt es auch bei determinierten Handlungen, wenn die Bestimmung im Innern liegt - durch nichts determinierte Handlungen sind unverständlich.
II 54
Ethik/Recht/Moral/Gott/Theologie/Nagel: eine Tat wird nicht dadurch unrecht, dass Gott existiert.
II 54
Kategorischer Imperativ/NagelVsKant: als Grundlage der Ethik kommt nichts anderes in Frage als ein direktes Interesse am anderen. - II 55 aber: der Grund, jemand anderem nichts böses zu tun, kann nicht in der speziellen Person verankert sein.
II 61
Problem: Moral sollte nicht von der Stärke des Interesses an anderen abhängen.

NagE I
E. Nagel
The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979

Nagel I
Th. Nagel
Das letzte Wort Stuttgart 1999

Nagel II
Thomas Nagel
Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990

Nagel III
Thomas Nagel
Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991

NagelEr I
Ernest Nagel
Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982
Ethik Rorty III 310
Ethik/Rorty: es geht nicht darum, dass wir moralisch verpflichtet wären, Solidarität zu empfinden. Literatur hilft nicht mit Apellen, sondern mit genauer Beschreibung.
III 314
Solidarität wird gemacht, nicht vorgefunden (RortyVsKant; ((s) dieser stützt sich auf Prinzipien , vgl. >Kategorischer Imperativ).
II (d) 79ff
Walzer, Michael: skeptisch gegenüber Begriffen wie »Vernunft« und »universelle moralische Verpflichtung«. VsKant: es gibt keine allen gemeinsame Idee oder ein gemeinsames Prinzip. Def "dünne" Moral: Kants Bild vom Anfang: Grundlage, die ausgebaut wird. WalzerVs.
Def »dichte« Moral: Walzer: jede Moral ist von Anfang an »dicht«: sie ist kulturell integriert. Der Weg geht von anfänglich »dichter« zu später »dünner«, mehr abstrakter Moral. ((s): "dichte" Moral: Moral der Klans. Krieg aller gegen alle!
II (d) 83f
RortyVsKant: wir können widerstreitende Loyalitäten nicht dadurch auflösen, dass wir uns von ihnen vollständig abwenden hin zu etwas, das sich kategorial von Loyalität unterscheidet - der universellen moralischen Verpflichtung, gerecht zu handeln. Wir gehen mit Hegel und Marx: das sogenannte moralische Gesetz ist bestenfalls eine handliche Abkürzung für ein konkretes Gewebe moralischer Praktiken.
VI 256
kategorischer Imperativ/Moral/Ethik/RortyVsKant: Brüderlichkeit aller Menschen ist nicht durch neutrale Kriterien zu begründen.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Ewigkeit Nietzsche Ries II 12
Ewigkeit/Nietzsche: Überwindung der Zeitlichkeit derzeit zur Ewigkeit der in sich kreisenden Zeit. Das ewige Sein der sich selber wollenden Welt.
Danto III 135
Ding an sich/NietzscheVsKant/Nietzsche/Danto: der Gegensatz „Ding an sich“ und „Erscheinung“ ist unhaltbar (…) wie auch die Begriffe „Subjekt“ und „Objekt“ und letztlich auch deren verschiedene Modifikationen z.B. „Materie“, „Geist“ und andere hypothetische Wesen, „Ewigkeit und Unveränderlichkeit des Stoffs“ usw. Wir sind die Stofflichkeit los. ((F. Nietzsche Nachlass, Berlin, 1999, S. 540f).

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Existenz Jonas Brocker I 612
Existenz/Jonas: Jonas‘ Ökologischer Imperativ (siehe Ökologischer Imperativ/Jonas) besagt, dass wir »nicht das Recht haben, das Nichtsein künftiger Generationen wegen des Seins der jetzigen zu wählen oder auch nur zu wagen. Warum wir dieses Recht nicht haben, warum wir im Gegenteil eine Verpflichtung gegenüber dem haben, was noch gar nicht ist und ›an sich‹ auch nicht zu sein braucht, jedenfalls als nicht existent keinen Anspruch auf Existenz hat, ist theoretisch gar nicht leicht und« – so ergänzt er bezeichnenderweise – »vielleicht ohne Religion überhaupt nicht zu begründen« (1). Philosophie/Jonas/Brocker: Damit bekundet Jonas deutlich, dass er eine philosophische Argumentation in der vorliegenden Frage
Brocker I 613
nicht für ausreichend oder zwingend genug hält, um Überzeugungen und Verhaltensweisen nachhaltig zu verändern. BrockerVsJonas: das ist ein performativer Widerspruch gegenüber Jonas‘ eigenem Tun. Außerdem ist fraglich, wie religiöse Grundlagen, von denen Jonas annimmt, dass sie weitgehend verschwunden sind (2), dies sollen leisten können. (3)
Existenz/Jonas: allein, weil die Menschheit sei, sei sie es wert, erhalten zu werden. (4) Die Existenz der Menschheit dürfe nicht als kontingentes biologisches Faktum, als zufälliges Resultat evolutionärer Entwicklungsprozesse angesehen werden, sondern sei eine Wertsetzung der Natur. Siehe auch Generationengerechtigkeit/Jonas.
Problem/JonasVsKant zur Begründung müsse man, trotz Kant, die Möglichkeit einer rationalen Metaphysik einräumen.
Lösung/Jonas: die Frage, warum überhaupt etwas ist und nicht nichts, müsse man dahingehend umformulieren, was es wert sei, zu existieren.
Brocker I 614
Teleologie/Lösung/JonasVsAristoteles: wir müssen Zwecke in der Natur annehmen, statt sie im Handeln des Subjekts zu verorten. (5) Dies sei begründbar durch den in der Natur auffindbaren Selbsterhaltungstrieb allen Lebens. (6)

1. Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation, Frankfurt/M. 1979, S. 36.
2. Hans Jonas, »Warum wir heute eine Ethik der Selbstbeschränkung brauchen«, in: Elisabeth Ströker (Hg.), Ethik der Wissenschaften? Philosophische Fragen, München/Paderborn u. a. 1984, S. 76, 80.
3. Vgl. Oelmüller, Willi, »Hans Jonas. Mythos – Gnosis – Prinzip Verantwortung«, in: Stimmen der Zeit 206, 1988, 349-350.
4. Jonas 1979, S. 92-100.
5. Ebenda S. 138
6. Ebenda S. 142f.

Manfred Brocker, „Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Jonas I
Hans Jonas
Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation Frankfurt 1979

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Form Hegel Adorno XIII 70
Form/Inhalt/Hegel/Erkenntnistheorie/Form/Inhalt/endlich/unendlich/HegelVsKant/Adorno: in der Erkenntnistheorie lehnt Hegel die Kantische Trennung von Form und Inhalt ebenso wie die von Erkenntnis des Endlichen und des Unendlichen mit außerordentlicher Konsequenz ab. Material/Hegel/Adorno: Das Material ist bei Hegel nichts Äußerliches und Zufälliges, sondern selber auch Geist.


A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Freiheit Hegel Höffe I 332
Freiheit/Hegel/Höffe: Das rechts- und staatstheoretische Leitprinzip bildet der freie Wille. >Staat/Hegel. Freier Wille: Von ihm will Hegel zeigen, wie er unter der Bedingung der Moderne, einer Epoche der Entfremdung, nach und nach seine volle, die Entfremdung aufhebende Wirklichkeit erreicht.
HegelVsKant: Hegel weicht von (...) Kant sowohl im Verständnis der Freiheit und des Rechts als auch in der Argumentationsweise deutlich ab. Er teilt jedoch die grundlegende Wertschätzung des Rechts und des Staates. Kant nennt das Recht im Ewigen Frieden den «Augapfel Gottes»(1)
nach Hegels Grundlinien ist es «etwas Heiliges überhaupt» (§ 30)(2).
Die Freiheit, damit beginnen die Unterschiede, begreift er aber nicht negativ als Tun-und-lassen-Dürfen, sondern positiv als «Bei-sich-selbst-Sein-im-anderen». Folgerichtig gibt er sich nicht mit einer allgemeinverträglichen Freiheit zufrieden, sondern
Höffe I 333
zielt auf das «Dasein des freien Willens», wobei «Dasein» so viel wie «volle Wirklichkeit» bedeutet.

1. Kant, Zum ewigen Frieden, 1795, (Fn. zum Ersten Definitivartikel),
2. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundriss, 1820
Frieden Hegel I 338
Frieden/Hegel/Höffe: Dass die Rechtsphilosophie(1) in einer Weltgeschichte als «Schlachtbank» und nicht wie bei Kant im höchsten politischen Gut, dem ewigen Frieden, gipfelt, trägt Hegel kaum Sympathien ein. Von heute aus gesehen, von der Dominanz einer universalistischen Rechtsethik mit dem Gedanken von Menschenrechten und einer zunehmenden Verrechtlichung der zwischenstaatlichen Verhältnisse erscheint Kant als überlegen. HegelVsKant: Überdies verwirft Hegel (...) die Idee eines ewigen Friedens, sieht Kriege als für die «sittliche Gesundheit» der Völker unverzichtbar an und begnügt sich für die zwischenstaatlichen Beziehungen mit einem Völkerrecht, das auf eine Weltrechtsordnung, selbst auf dessen bescheidene Vorstufe, einen Staatenbund, verzichtet.


1. Hegel, Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte 1821-32 hrsg. v. E. Gans 1837
Frieden Marsilius von Padua Höffe I 178
Frieden/Marsilius/Höffe: Der Friede, dessen Segnungen [Marsilius] verteidigt, ist ähnlich wie bei Dante ein zwar gewaltfreies, aber kein konfliktreiches Zusammenleben. Der Gedanke einer an das Recht gebundenen, von ihm gehegten, ansonsten aber freien Konkurrenz ist auch Marsilius fremd. Ein Wesenselement des Politischen, der Kampf von Interessen und der um Macht, verliert dabei an Bedeutung. Ziel: Marsilius' (und Dantes) Friede besteht in einem Ruhezustand; Marsilius spricht gleich zu Beginn von: Friede oder (Wind-)Stille bzw. Ruhe (pax sive tranquillitas).
Frieden/ HegelVsKant/Höffe: In der Behauptung, ein dauernder oder gar ein ewiger Friede würde die sittliche Gesundheit der Völker bedrohen, wird Hegel in seiner Ablehnung von Kants Friedensprojekt dieses Motiv aufnehmen.
Höffe: In Hegels autorenreichen Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie kommt Marsilius jedoch nicht vor.)
Ruhe/Marsilius: Nur in einem als Ruhe konzi-
Höffe I 179
piertem Frieden kann nach Marsilius ein Gemeinwesen seinen Bürgern ein Überleben und ein gutes Leben, nämlich eine umfassende Bedürfnisbefriedigung und ein tugendhaftes Leben, ermöglichen(1). >Gemeinschaft/Marsilius. MarsiliusVsPapsttum: Laut Marsilius ist der Statthalter Gottes auf Erden, der römische Bischof, kein Friedensfürst, sondern die Hauptursache für Unfrieden. >Papsttum/Marsilius.


1. Marsilius, Defensor pacis, I, 4, § 1
Fundierung Rorty VI 246f
Fundament/Dawkins/RortyVsDawkins: (Die These, die Menschen seien nur Vehikel für Gene) - ein unangemessener Fundierungsgedanke. - RortyVsKant: man sollte auch nicht an einer ahistorischen "Natur des Menschen" festhalten. >Letztbegründung.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Geist Hegel Adorno XIII 62
Subjektivität/Idealismus/Geist/Hegel/Adorno: …man ist dann gezwungen, die Subjektivität zu erweitern über das individuelle Bewusstsein hinaus. Bei Hegel heißt das gar die Idee, (…) das ist nun gar nichts anderes als jenes Prinzip des Geistes, das von den einzelnen Menschen und ihrem Inbegriff unabhängig sein soll und das selber, und zwar motivierterweise, das Absolute sein soll, das alles Bedinge erst konstituiert.
XIII 63
Dabei ist stillschweigend die Voraussetzung eingegangen, dass dieses Bewusstsein in den verschiedenen Individuen gleicher Art und gleicher Logizität sei. Wir/Idealismus/Adorno: dieses Wir ist eigentlich selber nur der Inbegriff der empirischen Subjekte, es kann nicht ein konstitutives, transzendentales Subjekt sein.
Adorno XIII 128
Geist/Hegel/Adorno: Wenn bei Hegel die Wahrheit das Ganze sein soll, so als Prozess, dass die Wahrheit sich verwirklicht.
XIII 129
Das ist der neue Begriff des Geistes im prägnanten Sinn, das heißt, Geist ist der Inbegriff der Welt oder der Inbegriff der Realität, soweit sie durch die spezifische geistige Erfahrung des Einzelmenschen hindurchgegangen sind. HegelVsKant/Adorno: diese Erkenntnis bestimmt die Gegenstände als Dinge an sich und nicht als bloße Phänomena.


A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Generationengerechtigkeit Kant Rawls I 291
Generationengerechtigkeit/Kant: dieser sah es als befremdlich an, dass frühere Generationen ihre Last lediglich zugunsten der späteren tragen und das diese als einzige das Glück haben werden, in einem vollendeten Gebäude wohnen zu dürfen. (Kant „Idea for a Universal History with a Cosmopolitan Purpose“, Zitiert aus Hans Reiss (ed.) Kant, Political Writings, Cambridge, 1970, p. 44.) RawlsVsKant: diese Gefühle sind fehl am Platze: die Relation ist asymmetrisch, aber das ist zu beheben. Zunächst stellt sich die Frage der Gerechtigkeit wegen der zeitlichen Erstreckung in nur einer Richtung gar nicht. Was gerecht oder ungerecht sein kann ist die Weise, wie Institutionen mit dieser Situation und mit historischen Möglichkeiten umgehen. Wenn nun alle Generationen mit Ausnahme der ersten profitieren, und jeder von seinen Vorfahren erbt, muss nur ein gerechtes Spar-Prinzip gewählt werden, das sicherstellt, dass Spätere auch von seinen Leistungen profitieren. Die einzige Reziprozität zwischen Generationen ist virtuell. Die Einzelheiten kann jede Generation jedoch für sich selbst regeln.

I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Geschmack Kant Gadamer I 40
Geschmack/Kant/Gadamer: Die lange Vorgeschichte, die dieser Begriff hat, bis er von Kant zum Fundament seiner Kritik der Urteilskraft gemacht wird, lässt erkennen, daß der Begriff des Geschmacks ursprünglich eher ein moralischer als ein ästhetischer Begriff ist. Er beschreibt ein Ideal echter Humanität und verdankt seine Prägung dem Bestreben, sich gegen den Dogmatismus der Schule« kritisch abzuheben. Auf das „Schöngeistige“ wird der Gebrauch des Begriffs erst später eingeengt. >Geschmack/Gracian.
Gadamer I 41
Es gibt in Geschmackssachen bekanntlich keine Möglichkeit zu argumentieren (Kant sagt richtig, es gebe Streit, aber nicht Disputation in Geschmacksdingen(1)), aber nicht nur, weil sich keine begrifflich allgemeinen Maßstäbe
Gadamer I 42
finden lassen, die alle anerkennen müssen, sondern weil man solche nicht einmal sucht, ja, es nicht einmal richtig fände, wenn es solche gäbe.
Gadamer I 43
Der Geschmack ist (...) nicht in dem Sinne ein gemeinschaftlicher Sinn, daß er sich von einer empirischen Allgemeinheit, der durchgängigen Einhelligkeit der Urteile Anderer, abhängig macht. Er sagt nicht, daß jedermann mit unserem Urteil übereinstimmen werde, sondern damit zusammenstimmen solle (wie Kant feststellt(2)). Mode: Gegenüber der Tyrannei, die die Mode darstellt, bewahrt der sichere Geschmack daher eine spezifische Freiheit und Überlegenheit. Darin liegt seine eigentliche und ganz ihm eigene Normkraft, sich der Zustimmung einer idealen Gemeinschaft sicher zu wissen. >Mode/Gadamer.
Gadamer I 48
Kant selbst hat es als eine Art geistiger Überraschung empfunden, daß ihm im Zusammenhang dessen, was dem Geschmack unterliegt, ein über die empirische Allgemeinheit hinausgehendes apriorisches Moment aufging(3). Die „Kritik der Urteilskraft“ ist aus dieser Einsicht entstanden. >Urteilskraft/Kant). Sie ist nicht mehr bloße Kritik des Geschmacks in dem Sinne, in dem der Geschmack Gegenstand der kritischen Beurteilung durch den anderen ist. Sie ist Kritik der Kritik, d. h. sie fragt nach dem Rechte solchen kritischen Verhaltens in Geschmacksdingen.
Nachahmung/Kant: Im Bereich des ästhetischen Geschmacks hat das Vorbild und Muster zwar seine bevorzugte Funktion, aber, wie Kant richtig sagt, nicht in der Weise der Nachahmung, sondern der Nachfolge(4). Das Vorbild und Beispiel gibt dem Geschmack eine Spur, seinen eigenen Gang zu nehmen, nimmt ihm aber die eigentliche Aufgabe nicht ab. »Denn der Geschmack muss ein selbsteigenes Vermögen sein«(5).
Erkenntnis/Geschmack/Kant/Gadamer: man wird anerkennen können, dass Kants Begründung der Ästhetik auf das Geschmacksurteil
Gadamer I 49
den beiden Seiten des Phänomens gerecht wird, seiner empirischen Nicht-Allgemeinheit und seinem apriorischen Anspruch auf Allgemeinheit. Aber der Preis, den er für diese Rechtfertigung der Kritik im Felde des Geschmacks zahlt, besteht darin, daß er dem Geschmack jede Erkenntnisbedeutung abspricht. Es ist ein subjektives Prinzip, auf das er den Gemeinsinn reduziert. In ihm wird nichts von den Gegenständen erkannt, die als schön beurteilt werden, sondern es wird nur behauptet, daß ihnen a priori ein Gefühl der Lust im Subjekt entspricht.
Gadamer I 51
Kunst/Schönheit/Kant/Gadamer: Die Anerkennung der Kunst scheint von der Grundlegung der Ästhetik im „reinen Geschmacksurteil“ aus unmöglich - es sei denn, daß der Maßstab des Geschmacks zu einer bloßen Vorbedingung herabgesetzt wird. >Ästhetik/Kant, >Schönheit/Kant.
Gadamer I 63
Geschmack/Kant/GadamerVsKant: Man tut dem Begriff des Geschmacks Gewalt an, wenn man die Wandelbarkeit des Geschmacks nicht in ihn aufnimmt. Wenn etwas, so ist der Geschmack ein Zeugnis für die Wandelbarkeit aller menschlichen Dinge und die Relativität aller menschlichen Werte. Kants Begründung der Ästhetik auf den Geschmacksbegriff kann von da aus nicht recht befriedigen. Es liegt weit näher, den Geniebegriff, den Kant als transzendentales Prinzip für das Kunstschöne entwickelt, als universales ästhetisches Prinzip zu verwenden. Er erfüllt weit besser als der Begriff des Geschmacks die Forderung, gegen den Wandel der Zeit invariant zu sein. >Genie/Kant.


1. Kant, Kritik der Urteilskraft, 1799, S. 233.
2. Ebenda S. 67
3. Vgl. Paul Menzer, Kants Ästhetik in ihrer Entwicklung, 1952.
4. Kant, Kritik der Urteilskraft, 1799, S. 139, vgl. 200.
5. Kritik der Urteilskraft, § 17 (S. 54).
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Gesellschaft Kant Rawls I 257
Gesellschaft/Wahl/Selbst/Kant/RawlsVsKant/Rawls: in zwei Punkten weiche ich besonders von Kants Konzeption ((s) wie sie im kategorischen Imperativ angelegt ist) ab: 1. Die Wahl (der Prinzipien) als noumenales Selbst nehme ich als die Wahl eines kollektiven (Selbst) an. Diese Wahl muss von anderen Selbsten akzeptiert werden können.
2. Ich nehme an, dass die Parteien wissen, dass sie den Bedingungen des menschlichen Lebens unterliegen. Im Licht dieser natürlichen Beschränkungen werden die Prinzipien gewählt. Bei Kant sieht es so aus, als schlösse er auch die Freiheit Gottes oder die Freiheit reiner Intelligenzen mit ein, diese unterliegen aber nicht den Beschränkungen, die verlangen, Andere als gleichermaßen rationale und freie Wesen anzuerkennen.

I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Gesellschaftsvertrag Hegel Höffe I 333
Gesellschaftsvertrag/Hegel/Höffe: Innerhalb der Überlegungen zum Vertrag verwirft Hegel die neuzeitlichen Muster der Staatslegitimation, die etwa von Hobbes, Spinoza, Locke und Rousseau, auch noch von Kant vertretene Theorie des Gesellschaftsvertrags. HegelVsSpinoza/HegelVsHobbes/HegelVsLocke/HegelVsRousseau/HegelVsKant:Denn ob man einen Vertrag aller mit allen oder einen Vertrag «dieser aller mit dem Fürsten oder der Regierung» annehme - der Staat werde der Willkür der Einzelnen unterworfen(1). In Wahrheit lebe jedermann immer schon im Staat, der den Rang eines Zweckes an und für
Höffe I 334
sich habe. VsHegel/Höffe: Vertragstheoretiker wie Kant würden dem Selbstzweckcharakter aber nicht widersprechen, wohl die legitimatorische und kriteriologische Aufgabe des Gesellschaftsvertrages hervorheben.
Gesellschaftsvertrag/Kant: Als ein «ursprünglicher Contract» und als eine «bloße Idee der Vernunft» gebe er den «Probierstein der Rechtmäßigkeit eines jeden öffentlichen Gesetzes» ab: Der Gesetzgeber darf (...) seine Gesetze nur so geben, «als sie aus dem vereinigten Willen eines ganzen Volks haben entspringen können».(2)


1. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundriss, 1820, § 75
2. Kant, Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis. 1793, II. Folgerung
Gleichberechtigung Kant Höffe I 312
Gleichberechtigung/Kant/Höffe: Obwohl Kant dem vereinigten Volkswillen die Souveränität zuspricht, erhalten nicht alle Bürger das Stimmrecht und mit ihm die aktive Staatsbürgerschaft. Zwar unterscheidet er zu Recht eine aktive von einer passiven Staatsbürgerschaft und billigt den Unmündigen nur die letztere zu. Doch überzeugt es nicht, wenn er aus einer wirtschaftlichen Stellung («Geselle, Dienstbote, ») oder dem Geschlecht («Frauenzimmer»), also aus privatrechtlichen oder gar biologischen Gegebenheiten, eine öffentlich-rechtliche Diskriminierung, die bloß passive Staatsbürgerschaft, ableitet.
HöffeVsKant: Hier sitzt Kant Vorurteilen seiner Zeit auf. Richtig wäre es, die aktive Staatsbürgerschaft an die Rechtsfähigkeit, also Zurechnungsfähigkeit, zu binden (...).
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03
Gottesbeweise Kant Strawson V 194
Kosmologischer Gottesbeweis/StrawsonVsKant: Kant: wenn ein unbeschränktes Wesen existiert, existiert es notw - Strawson: das können wir nicht umkehren: wenn es notwendig existiert, ist es unbeschränkt.
Ontologischer Beweis/Kant: aus widerspruchsfreier Existenz soll notwendige Existenz folgen
- KantVs: einen Begriff bilden ist eine Sache, zu erklären, dass er eine Anwendung hat, eine andere.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Gut/Das Gute Hegel Bubner I 182
Gut/Gute/Hegel/Bubner: der ganze Gedankengang (z.B. der Enzyklopädie) läuft darauf hinaus, dass am Ende die "sich selbst wissende Vernunft" steht, die den Namen des Absoluten verdient, als sie die Totalvermittlung von Wirklichkeit und Wissen darstellt, der nichts äußerlich bleibt. Identität von Ziel und Prozess. Umdeutung der klassischen Idee des Guten unter dem Rubrum der Idee des "Erkennens", die einerseits zwischen dem "Leben" und der "absoluten Idee" andererseits untergebracht ist.
I 184
Def Leben/Hegel: meint die Wirklichkeit von Individuum, Lebensprozess und Gattung so kann "der Logik ihr Gebiet überschritten werden scheinen". Erkennen/Hegel: in der Mitte zwischen realitätsgesättigtem Leben und transparenter Methode liegt die "Idee des Erkennens", die ihrerseits in die
Idee des Wahren" und die
"Idee des Guten" zerfällt.
Hier gibt es statt des üblichen Dreischritts der Hegelschen Dialektik jedoch nur den Zweischritt: wegen des elementaren Subjekt/Objekt Verhältnisses.
Dem subjektiven, theoretischen Begriff des Guten, im Wissen, tritt die "Idee des Guten" im praktischen Handeln entgegen.
Subjekt/Objekt/Hegel/Bubner: unter dem Titel des Erkennens bestimmt Hegel das S/O Verhältnis nach zwei Seiten: Theorie und Praxis. (Nach dem Vorbild AristotelesVsPlatons Trennung des Empirischen und Ideellen). Auch HegelVsKant: "radikale Trennung der Vernunft von der Erfahrung".
I 185
Subjekt/Objekt/Antike/Bubner: davon hat die ganze Antike, und mit ihr Aristoteles gar nichts gewusst!
I 186
Gut/Hegel: die Wahrheit einer in die Wirklichkeit eingepflanzten Zwecksetzung muss über die Handlungsperspektive hinaus als "das Gute" bestimmt werden: Objektivität, "Vernünftigkeit der Welt." Die Endlichkeit unserer Alltagsziele deren Pluralität und mögliche Kollision, sowie ihr postulatorischer Status im Sollen sind bloß als Ausdruck der "Unausgeführtheit" des Guten zu werten.
Das ausgeführte Gute wäre die Aufhebung des Andersseins.
Damit verschwindet auch das inadäquate Subjekt/Objekt Verhältnis, in dessen Zeichen der Metaphysische Gehalt erörtert wurde.
metaphysischer Gehalt/Hegel: dieser muss nun "freie, allgemeine Identität mit sich selbst" genannt werden. Damit ist die dialektische Genese über die Idee des Wahren und die Idee des Guten als abgelegt.
Damit ist das, was "in seinem Anderen seine eigene Objektivität zum Gegenstand hat" die Einheit in der Entzweiung als Aufbauprinzip aller Wirklichkeit.
Nach gelungener Vermittlung haftet ihr nichts mehr von hin und herlaufender Reflexionsarbeit an.
I 187
Parallele zu Aristoteles: Göttliches ewiges Leben aufgrund rein vernünftiger Selbstbetätigung. Gut/Hegel/Bubner: für ihn ist das Gute ein Hilfsausdruck!

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Ich Kant Horwich I 404ff
Ich/Wissen/Kant: Repräsentationen (laut Putnam) - "Empirisches Ich"/Kant/Putnam: ist der Autor "im Spiel", nicht der richtige Autor - dieser ist das transzendentale Ich (außerhalb des Spiels). - Interner Realismus/PutnamVsKant: 1. Autoren im Plural (sozial) - 2. Die in der Geschichte sind die realen!
PutnamVsSkeptizismus: Pointe: es wäre "verrückt" wenn das nur Fiktionen wären, denn ein fiktiver Charakter kann kein realer Autor sein. - Aber dies sind wahre Geschichten.

Stegmüller IV 322
Ich/Kant: "Empirisches Ich": als Ursache wie als Wirkung tätig - "Noumenales Ich": (metaphysisch): überflüssiger, passiver Betrachter - metaphysisches Ich: Adressat des moralischen Sollens.
Strawson V 146
Ich/Subjekt/Hume/Strawson: ist verpflichtet, eine Erklärung der Vorstellung was "Ich" bezeichnet, zu geben. - Als Antirationalist muss er unsere Fiktion erklären. KantVsHume/Stegmüller: Kant braucht das nicht, er braucht dafür empirische Kriterien für die Subjekt-Identität.

Bubner I 108
Ich/Kant/Bubner: es gibt nicht das Ich, dem Vorstellungen anhaften, sondern die verschiedenen Vorstellungen untereinander als die meinigen anzusprechen heißt allererst ein Selbstbewusstsein zu schaffen.
Adorno XIII 64
Ich/transzendentales Subjekt/KantVsHume/Adorno: eben jenes Ich, das von Hume schlechterdings bestritten wird, muss in Wirklichkeit vorausgesetzt sein, um so etwas wie Erfahrung zu konstituieren. Kant hat aber gesehen, dass dieses dem Erfahrungsinhalt gegenüber doch auß0erordenlich verselbständigte transzendentale Subjekt in sich selber (…) eine Dynamik, die über die Erfahrung hinausgeht. Das hat er darin zum Ausdruck gebracht, dass die Vernunft, indem sie über ihren erfahrungsgemäßen Gebrauch hinausgehe, sich notwendig in Widersprüche verwickele, weil dem Denken, wenn es einmal ins Spiel gekommen ist, nicht willkürlich Einhalt geboten werden kann.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Idealismus James Diaz-Bone I 50
Idealismus: JamesVsIdealismus: VsErkenntniskritik als Kritik an den Bedingungen der Möglichkeit des Erkennens("apriorische Metaphysik"; JamesVsKant). Die apriorische Metaphysik sei nicht wirklichkeitsbezogen.
I 75
VsIdealismus: auch "Das Absolute", "Gott", "Materie" sind "rätsellösenden" Namen. Zusammenhang: Bsp Salomo kannte die Namen aller Geister, und da er ihre Namen kannte, konnte er sie seinem Willen unterwerfen. >Magisches Denken; >Absolutheit.


James I
R. Diaz-Bone/K. Schubert
William James zur Einführung Hamburg 1996
Idealismus Kant Strawson V 211
Transzendentaler Idealismus/StrawsonVsKant: nicht-empirisches Wissen/Kant: geometrisches Wissen - aber erst, wenn die Analytik abgeschlossen ist. - StrawsonVs: diese Prämisse leistet nicht mehr als die Definition der zu erforschenden Bedingungen - d.h. diese hängen dann gar nicht vom transzendentalen Idealismus ab. - Und wenn die Prämisse nicht von ihm abhängt, dann der Beweis auch nicht - und damit auch das ganze nicht-empirische Wissen nicht. - Pointe: dann ist es nicht notwendig, sich auf die Lehre zu berufen, dass das, was wir als Gegenstände wahrnehmen, in Wirklichkeit gar keine derartigen Gegenstände seien.
Stra V 213
Def Phänomenalistischer Idealismus: die Behauptung, der zufolge physikalische Dinge nichts sind unabhängig von unseren Wahrnehmungen. - Def problematischer Idealismus: behauptet, dass die Annahme äußerer Gegenstände nur eine Schlussfolgerung aus innerer Wahrnehmung sei. - KantVs: das setzt voraus was falsch ist, nämlich dass Körper unabhängig von unserer Wahrnehmung existieren - was falsch ist, ist der transzendentale Idealismus. (KantVsTranszendentaler Idealismus)
Stra V 222
Transzendentaler Idealismus/Kant: behauptet, er sei ein empirischer Realismus. Selbstbewusstsein muss ein Bewusstsein von bestimmten bewusstseins-unabhängigen Gegenständen einschließen. StrawsonVsKant: das ist sicherlich ein dualistischer Realismus - dieser Dualismus stellt das "unser" in Frage.

Stroud I 129f
Def Dogmatischer Idealismus/Kant/Stroud: die These dass es außer mir keine Welt gibt - KantVs: das wäre eine Aussage über die Welt, die wir untersuchen wollen: das ist absurd.
I 130
Def Problematischer Idealismus: These: dass die von uns unabhängige Welt unwissbar sei. - KantVs: das missdeutet unsere aktuale Situation in der Welt.
Adorno XIII 58
Transzendentaler Idealismus/Kant/Adorno: Kant ist transzendentaler Idealist in dem Sinn, dass er glaubt, dass die Urteile, die wir als gültige Urteile über die empirische Welt fällen können, konstituiert seien durch ursprüngliche Formen unseres Bewusstseins, dass aber dann die so einmal konstituierte Welt als eine je schon konstituierte, in der wir leben, eben die Welt ist, die den Gegenstand unserer Erfahrungen bildet; von deren empirischer Realität dürfen wir deshalb überzeugt sein, weil die Organisationsformen, durch die wir sie transzendental (…) stiften, ihrerseits sich immer auf ein Material beziehen müssen, das selber aus der Erfahrung stammt. KantVsPlaton/Adorno: darin steckt eine Kritik der (Platonischen) Ideen. In diesem Sinn ist er einer der großen Vollstrecker der gesamtnominalistischen Tradition der neueren Aufklärung.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Intern/extern Putnam I (f) 167ff
Wahrheit/Wissen/Kant/Putnam: bei Kant gibt es erstmals eine Trennung von interner und externer Auffassung: laut Putnam: was wir über Qualitäten der Gegenstände sagen, trifft genauso auf unsere Empfindung ("Gegenstände des inneren Sinns") zu. PutnamVsKant/Vs"noumenale Welt": die Frage, ob meine Empfindungen zu verschiedenen Zeiten "wirklich" ähnlich sind ("dieselbe noumenale Eigenschaft" haben), ist sinnlos - meine Empfindung "rot" kann nicht direkt mit noumenalen Gegenständen verglichen werden.
Wahrheit/Kant: "Übereinstimmung der Erkenntnis mit ihrem Gegenstande".
Putnam: das ist aber keine Korrespondenztheorie, sondern jedes Urteil sagt, die noumenale Welt sei als ganzes derart, dass dies die Beschreibung ist, die ein Vernunftwesen konstruieren würde, wenn es die Informationen besitzt, die ein Wesen mit unseren Sinnesorganen erwirbt. - Putnam pro: das ist Wahrheit als ideales Passen.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Interpretation Ricoeur I 24
Interpretation/Zeichen/Ricoeur: (...) ich werde nicht behaupten, dass ich das sinnliche Zeichen interpretiere, wenn ich verstehe, was es sagt. Die Interpretation bezieht sich auf eine intentionale Struktur zweiten Grades, die voraussetzt, dass ein erster Sinn bereits konstituiert ist, wo etwas in erster Linie gemeint ist, dieses Etwas jedoch auf Anderes verweist, das nur durch es gemeint ist. >Zeichen/Ricoeur.
Ricoeur I 33
Interpretation/Tradition/Ricoeur: die Tradition [empfiehlt uns] zwei verschiedene Anwendungen [des Interpretationsbegriffs]; die eine schlägt uns einen zu »kurzen«, die andere einen zu »langen« Interpretationsbegriff vor; diese beiden Variationen in der Ausdehnung des Interpretationsbegriffs spiegeln in etwa jene wieder, die wir bei der Definition des Symbols ins Auge gefasst haben. >Symbol/Ricoeur. A.
Peri hermenias/Interpretation/Aristoteles: liefert einen „zu langen“ Interpretationsbegriff:
I 34
Interpretation ist jeder durch die Stimme hervorgebrachte und Bedeutung tragende Laut - jede phoné semantiké, jede phoné semantiké. In diesem Sinn ist das Nomen schon an sich Interpretation, desgleichen das Verbum, weil wir damit etwas sagen; doch das einfache Sagen (phásis) ist dem totalen Sinn des Logos entnommen; der volle Sinn der hermeneia erscheint also erst mit dem komplexen Sagen, dem Satz, den Aristoteles logos nennt und der sowohl den Befehl, den Wunsch, die Bitte als auch die aussagende Rede umfasst. Die hermeneia, im vollen Sinn, ist die Bedeutung des Satzes.
I 35
Der Bruch zwischen der Bezeichnung und dem Ding hat bereits mit dem Nomen vollzogen, und dieser Abstand markiert den Ort der Deutung. Nicht jede Rede bewegt sich notwendig im Wahren; sie haftet dem Sein nicht an; (...).
(...) der Weg für eine Hermeneutik der doppelsinnigen Bedeutungen [scheint] versperrt zu sein; der Begriff der Bedeutung erheischt die Eindeutigkeit des Sinns: die Definition des Identitätsprinzips im logischen und ontologischen Sinn verlangt diese Eindeutigkeit des Sinns; (...).
I 37
Def Interpretation/Aristoteles: „etwas von etwas aussagen“. Ricoeur: seine Erörterung der vielfachen Bedeutungen des Seienden schlägt eine Bresche in die rein logische und ontologische Theorie der Eindeutigkeit.
B.
Biblische Exegese/Interpretation/Tradition/Ricoeur: „kurzer“ Interpretationsbegriff:
Hermeneutik/Tradition/Ricoeur: die Hermeneutik ist in diesem Sinne die Wissenschaft der Regeln der Exegese, wobei diese verstanden wird als die besondere Auslegung eines Textes. (...) was man herkömmlicherweise die »Vier Bedeutungen der Schrift« genannt hat, bildet den Kern dieser Hermeneutik; (...) Insbesondere wurden hier die Begriffe Analogie, Allegorie, symbolischer Sinn erarbeitet; (...). Diese zweite Tradition verbindet also die Hermeneutik mit der Definition des Symbols durch die Analogie, ohne sie jedoch ausschließlich darauf zu reduzieren.
Was dieser Definition der Hermeneutik durch die Exegese Grenzen setzt, ist zunächst, dass sie sich auf eine sei es monarchische, kollegiale oder klerikale Autorität beruft, z. B. bei der biblischen Hermeneutik, wie sie innerhalb der christlichen Gemeinschaften betrieben wird; (...).
I 38
Mittelalter: Die Tradition der Exegese bietet indes eine gute Ausgangsbasis für unser Unternehmen: der Textbegriff selbst lässt sich in der Tat in analogischem Sinn fassen; das Mittelalter konnte von einer interpretatio naturae sprechen, dank der Metapher vom Buch der Natur; (...). Dieser Begriff des „Textes“ befreit von dem der Schrift. >Traumdeutung/Freud/Ricoeur. Nietzsche: mit ihm wird die gesamte Philosophie Interpretation.
Ricoeur: Dieser Weg ist mit der neuen Problematik der Vorstellung verbunden.
NietzscheVsKant/Ricoeur: Es geht nicht mehr um die Kantische Frage, ob eine subjektive Vorstellung objektive Gültigkeit besitzen kann.
I 39
Freud: (mittlere Definition) für ihn bietet sich nicht allein eine »Schrift« der Deutung dar, sondern jede Gesamtheit von Zeichen, die Sich als ein zu entziffernder Text betrachten lässt, also ebensowohl ein Traum oder ein neurotisches Symptom wie ein Ritus, ein Mythos, ein Kunstwerk, ein Glaubensinhalt. Muss man somit nicht zu unserem Begriff des Symbols als Doppelsinn zurückkehren, ohne dass man schon wüsste, ob der Doppelsinn Verschleierung oder Offenbarung, Lebenslüge oder Zugang zum Heiligen ist? >Sinn/Ricoeur, >Hermeneutik/Ricoeur.
I 46
Interpretation als Übung des Zweifels: [die Schule des Zweifels wird beherrscht von Marx, Nietzsche und Freud]. Es lässt sich relativ leicht feststellen, dass diese drei Unternehmen miteinander gemeinsam haben, das Primat des »Objekts« in unserer Vorstellung des Heiligen sowie die »Erfüllung« des Ziels des Heiligen durch eine Art analogia entis in Frage zu stellen, die uns kraft einer assimilatorischen Intention mit dem Sein verknüpfen soll. Blickt man auf ihre gemeinsame Intention zurück, so findet man darin den Entschluss, das Bewusstsein im ganzen als »falsches« Bewusstsein zu betrachten. Von hier aus nehmen sie, jeder in einem anderen Bereich, das Problem des Cartesischen Zweifels wieder auf, um ihn ins Zentrum der Cartesischen Festung selbst zu tragen. Nach dem Zweifel an der Sache sind wir nun in den Zweifel am Bewusstsein eingetreten. >Hermeneutik/Ricoeur.

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976
Intersubjektivität Mead Habermas IV 146
Intersubjektivität/MeadVsKant/Mead/Habermas: Wenn Motive und Handlungsziele nur unter traditionsabhängigen Deutungen zugänglich sind, kann der einzelne Handelnde für die Fortbildung und die Revision seiner Bedürfnisinterpretationen nicht selbst letzte Instanz sein. Seine Interpretationen wandeln sich vielmehr im Kontext der Lebenswelt der sozialen Gruppen, denen er angehört. Das monologische Prinzip der Kantischen Ethik versagt, wie jedes monologische Verfahren, vor dieser Aufgabe.
MeadVsKant: vom Kantischen Standpunkt nimmt man an,
Habermas IV 147
dass (jeweils) der Standard gegeben ist…Wenn man aber über keinen Standard verfügt, wird einem bei der Entscheidung nicht geholfen. Die einfache Verallgemeinerung des eigenen Handlungsprinzips hilft dabei nicht. (1)
1. G. H. Mead, Mind, Self and Society (Ed) Ch. W. Morris (German) Frankfurt 1969, S.432.

Mead I
George Herbert Mead
Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus Frankfurt 1973

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Kant Nietzsche Ries II 81
Kant/NietzscheVsKant/Zur Genealogie der Moral/Nietzsche: auch er ist Pessimist: »Der Mensch ist ein Tier«.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990
Kant Parsons Habermas IV 379
Kant/Parsons/Habermas: Parsons nimmt kursorisch auf die drei Kantischen Kritiken Bezug und begreift sie als Versuche, die transzendentalen Bedingungen für die Objektivation der äußeren Natur (unter kognitiv-instrumentellen Gesichtspunkten), für die Konstitution der Handlungszusammenhänge (unter moralisch-praktischen Gesichtspunkten) und für den nicht-objektivierenden Umgang mit der eigenen inneren Natur (unter ästhetischen Gesichtspunkten) zu rekonstruieren. (1) Religion/ParsonsVsKant: Religion lässt sich dann auch innerhalb der Grenzen der Vernunft interpretieren, wenn sie das hybride Ergebnis einer Vergegenständlichung transzendentaler Ordnungsleistungen ist. Das genügt Parsons aber nicht. (2)


1.T. Parsons, Action Theory and Human Condition, NY 1978, S. 370f.
2.Ebenda S. 371

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Kant Putnam VI 402ff
Wissen/Ich/Kant/Putnam: Kants Bild von Wissen fasste dieses als „Repräsentation“ auf, eine Art von Spiel. Der Autor dieses Spiels bin ich.
Ich: aber der Autor des Spiels kommt auch in dem Spiel selbst vor.
„empirisches Ich“/Kant/Putnam: der Autor im Spiel ist nicht der “richtige Autor“, er ist das „empirische Ich“.
transzendentales Ich/Kant/Putnam: ist der „reale“ Autor des Spiels. (Außerhalb des Spiels).
Ich/interner Realismus/PutnamVsKant: ich würde sein Bild in zwei Hinsichten modifizieren;:
1. die Autoren (im Plural, mein Bild ist sozial!) schreiben nicht eine, sondern mehrere Versionen.
2. Die Autoren in den Geschichten sind die realen!
PutnamVsSkeptizismus: Pointe: das wäre „verrückt“ wenn das nur Fiktionen wären. Denn ein fiktiver Charakter kann kein realer Autor sein. Aber dies sind wahre Geschichten.

Putnam V 52
Determinismus/Kant: meinte, dass eine solche Verteidigung bestandteil der Rationalität selbst ist. Das Prinzip des Determinismus entdecken wir nicht, sondern wir schreiben es der Welt vor. PutnamVsKant: das geht zu weit. Der Preis wäre eine zu große Komplizierung unseres Wissenssystems.

V 88
Putnam: man könnte Kant so lesen, als habe er als erster die Position des Internalismus bezogen. Natürlich nicht explizit.
V 89
Ich schlage vor, ihn so zu lesen, als sagte er, dass Lockes These über die sekundären Qualitäten auf alle Qualitäten zutrifft: auf die einfachen, die primären und die sekundären.
V 90
Falls alle Eigenschaften sekundäre sind: dann hat alles was wir über einem Gegenstand sagen die Form: er ist so beschaffen, dass er uns auf diese und jene Weise affiziert. Unsere Vorstellungen der Gegenstände sind keine Abbilder geistesunabhängig der Dinge.
PutnamVsKant: heute gilt der Begriff der noumenalen Welt als unnötiges metaphysisches Element in seinem Denken.
V 118
Rationalität/Putnam: ist nicht durch unveränderliche Regelverzeichnisse festgelegt, noch, wie Kant glaubte, unserer transzendentalen Natur ein beschrieben. PutnamVsKant: die ganze Idee einer transzendentalen Natur (noumenal) ist unsinnig.

I (c) 93
Referenz/Theorie/Putnam: man kann es auch ganz kurz sagen. "Elektron" referiert auf Elektronen wie sonst sollten wir innerhalb eines begrifflichen Systems mit "Elektron" als primitivem Terminus sagen, worauf "Elektron" referiert? Das löst auch gewissermaßen das "Dilemma von Quine" und Kant: "Quinesches Dilemma"/Putnam: (auch bei Kant): es gibt eine wirkliche Welt, aber wir können sie nur mit unserem Begriffssystem beschreiben!
PutnamVsQuine/PutnamVsKant: na und? Wie sollten wir sie denn sonst beschreiben? sollten wir das Begriffssystem von jemand anderes verwenden?

I (f) 169
Noumenon/nomenale Welt/PutnamVsKant: wird heute als unnötiges metaphysischen Element angesehen. Eigenschaften/Kant/Putnam: Pointe: der subtile Punkt ist, dass Kant meint, all dies treffe ebenso auf Empfindung ("Gegenstände des inneren Sinns") wie auf äußere Gegenstände zu.
Bsp "E ist so wie dies hier" (wobei man sich auf E konzentriert) heißt: "E ist so wie E".: Kant: in Wirklichkeit ist gar kein Urteil zustande gekommen.
Puntam: bloß ein unartikulierter Laut, ein Geräusch.
I (f) 169/170
Putnam: wenn "rot" andererseits ein echter Klassifikationsausdruck ist, wenn ich behaupte, dass diese Empfindung E zur selben Klasse gehört, wie Empfindungen, die ich zu anderen Gelegenheiten "rot" nenne, dann geht mein Urteil über das hinaus, was unmittelbar gegeben ist. Empfindung/Ähnlichkeit/Noumenon/PutnamVsKant: ob die Empfindungen, die ich zu verschiedenen Zeiten habe, "wirklich" (noumenal) alle ähnlich sind, diese Frage macht gar keinen Sinn!
Das ignoriert Kant völlig!
Die Empfindungen, die ich "rot" nenne, können ebenso wenig direkt mit noumenalen Gegenständen verglichen werden, um zu sehen, ob sie dieselbe noumenale Eigenschaft haben, wie die Gegenstände, die ich "Gold" nenne, direkt mit noumenalen Gegenständen verglichen werden können, um zu sehen, ob sie dieselbe noumenale Eigenschaft haben.
Die Gegenstände sind für mich ähnlich, sie sind für mich rot. Das ist meine Empfindung.
Eigenschaften/PutnamVsKant: wenn er sagt, alle Eigenschaften sind sekundäre (d.h. sie sind Vermögen!) dann wäre das wohl das Vermögen eines noumenalen Gegenstands, in uns den Eindruck von z.B. Kiefernholz hervorzurufen.
I (f) 170/171
An diesem Punkt ist er nahe daran zu sagen, dass er die Korrespondenztheorie aufgibt. Def Wahrheit/Kant: "die Übereinstimmung der Erkenntnis mit ihrem Gegenstande".
PeirceVsKant: das ist eine Nominaldefinition der Wahrheit.
Vermögen/Kant: wird der ganzen noumenalen Welt zugeschrieben.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Kant Rawls I 251
Kant/Gerechtigkeit/Prinzipien/Kategorischer Imperativ/Rawls: Meine Interpretation von Kant konzentriert sich auf den Begriff der Autonomie. RawlsVsHare: Wir sollten Kant nicht in erster Linie in Bezug auf Universalität und Allgemeinheit verstehen. Das wäre eine zu schmale Basis, um eine Moraltheorie zu konstruieren. (Vgl. R. M. Hare, Freedom and Reason, Oxford, 1963, pp. 123f.)
Rawls: für ein vollständiges Verständnis muss man Kants spätere Schriften berücksichtigen.
Moral/Kant/Rawls: Kant beginnt damit, dass moralische Prinzipien rational gewählt werden und rational beurteilt werden.
I 252
Als Gesetzgebung für ein Reich der Zwecke müssen moralische Prinzipien nicht nur für alle zustimmungsfähig sein, sondern auch öffentlich bekannt. Sie müssen von freien und gleichermaßen rationalen Individuen akzeptiert werden können. (Siehe Autonomie/Kant/Rawls). Kategorischer Imperativ/Kant/Rawls: der Schleier des Nichtwissens (in meiner Theorie) beraubt die Personen in der Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft sowieso aller Informationen über ihre zukünftige Position, was zugleich garantiert, dass sie als freie und gleichermaßen rationale Personen entscheiden.
Rawls: damit wird Kants Konzeption mehreres hinzugefügt: z.B. dass die gewählten Prinzipien nicht nur auf Individuen, sondern auf die Gesellschaft angewendet werden. Dennoch glaube ich, dass wir nahe bei Kant bleiben.
I 255
RawlsVsKant: Kant hat nicht gezeigt, dass unser Handeln aus dem moralischen Gesetz heraus unsere Natur auf eine erkennbare Weise zeigt, wie es ein Handeln nach gegenteiligen Prinzipien es nicht tun würde. Lösung/Rawls: unsere Annahme der Anfangssituation mit dem Schleier des Nichtwissens behebt diesen Mangel: wir müssen nur zeigen, dass unsere zu wählenden Prinzipien anwendbar sind. Wir nehmen die Anfangssituation als eine an, die vom noumenalen Selbst in Kants Sinn betrachtet wird. Qua noumenale haben sie die freie Wahl zwischen Prinzipien. Gleichzeitig wollen sie aber ihre Rationalität in der Lebenswelt zum Ausdruck bringen, d.h. ihre Unabhängigkeit von kontingenten Besonderheiten der Natur und der Gesellschaft. Wenn das Argument aus der Vertragstheorie richtig ist (Siehe Vertragstheorie/Rawls), definieren gerade jene Prinzipien das moralische Gesetz.
I 256
Unser Verlangen, uns gerecht zu verhalten, entspringt dann zum Teil dem Wunsch, uns als freie und gleichermaßen rationale Wesen auszudrücken. Ich glaube, deswegen spricht Kant davon, dass es ein Grund für Scham ist, wenn wir uns fehlverhalten und nicht ein Grund für Schuldgefühle.
I 257
Gesellschaft/Wahl/Selbst/Kant/RawlsVsKant/Rawls: in zwei Punkten weiche ich besonders von Kants Konzeption ((s) wie sie im kategorischen Imperativ angelegt ist) ab: 1. Die Wahl (der Prinzipien) als noumenales Selbst nehme ich als die Wahl eines kollektiven (Selbst) an. Diese Wahl muss von anderen Selbsten akzeptiert werden können.
2. Ich nehme an, dass die Parteien wissen, dass sie den Bedingungen des menschlichen Lebens unterliegen. Im Licht dieser natürlichen Beschränkungen werden die Prinzipien gewählt. Bei Kant sieht es so aus, als schlösse er auch die Freiheit Gottes oder die Freiheit reiner Intelligenzen mit ein, diese unterliegen aber nicht den Beschränkungen, die verlangen, Andere als gleichermaßen rationale und freie Wesen anzuerkennen.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Kant Sandel Brocker I 670
Kant/SandelVsRawls/SandelVsKant/SandelVsLiberalismus/Sandel: Kant hat Ethik und Recht vielleicht am konsequentesten vom Fluchtpunkt des guten Lebens abgekoppelt und sich stattdessen vollständig auf eine Theorie des Rechten, verstanden im Sinn der vernünftigen Verallgemeinerbarkeit von Handlungsmaximen, gestützt. Darauf baut Rawls mit seiner Theorie der Gerechtigkeit (1975) auf. Siehe Prinzipien/Rawls. SandelVsRawls, SandelVsKant: propagiert die Priorität einer Vorstellung des guten und gelingenden Lebens (Aristoteles‘ eudaimonia) als Ausgangspunkt. Siehe Liberalismus/Sandel, Recht/Kant, SandelVsRawls.


Markus Rothhaar, “Michael Sandel, Liberalism and the Limits of Justice” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Sand I
Michael Sandel
The Procedural Republic and the Unencumbered Self 1984

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Kant Sidgwick Rawls I 254
Kant/SidgwickVsKant/Sidgwick/Rawls: Sidgwick schreibt, dass nichts in Kants Ethik auffallender ist, als die Idee, dass der Mensch sein wahre Selbst dadurch zum Ausdruck bringt, dass er nach dem moralischen Gesetz handelt. Wenn er dagegen bestimmten Bedürfnissen nachgibt, handelt er nach dem Gesetz der Natur. (H. Sidgwick, „The Kantian Conception of Free Will“, Mind, vol.13, 1888, pp. 511-516). SidgwickVsKant/Rawls: diese Idee fällt aber nach Sidgwick in sich zusammen: es scheint für ihn Kants Ansicht zu sein, dass Heiliger und Schurke aufgrund einer freien Wahl zu dem geworden sind, was sie sind (als noumenales Selbst) und gleichzeitig den Kausalgesetzen unterworfen sind (als phänomenales Selbst).
I 255
Kant versäumt es nun nach Sidgwick, zu erklären, warum der Schurke in seinem schlechten Leben nicht genauso sein Selbstsein zum Ausdruck bringt wie der Heilige dies in seinem Leben tut. KantVsSidgwick/KantVsVs/Rawls: Kant sollte erwidern, dass jedes konsistente Handeln nach Prinzipien das Ergebnis einer Entscheidung des noumenalen Selbst sein könnte, dass aber nicht jedes Handeln des phänomenalen Selbst dieses als freies und gleiches rationales Wesen offenbart.
RawlsVsKant: Kant hat nicht gezeigt, dass unser Handeln aus dem moralischen Gesetz heraus unsere Natur auf eine erkennbare Weise zeigt, wie es ein Handeln nach gegenteiligen Prinzipien es nicht tun würde.


Sidgwick I
Henry Sidgwick
Methods of Ethics 2017

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Kategorien Kant I 91
Kategorien/Kant: "Begriffe von Begriffen" - Diese Prinzipien sind die Grundsätze der vorauszusetzenden allgemeinen Beschaffenheit eines möglichen Gegenstandes sinnlicher Anschauung - in einem Urteil wird ein Subjekt in vierfacher Hinsicht bestimmt: Qualität, Quantität, Relation, Modalität.
Strawson V 71
Kategorien/StrawsonVsKant: können nicht aus dem Begriff des objektiven Urteils abgeleitet werden.
Stra V 98
Kategorien/StrawsonVsKant: dieser leitet sie als Liste aus den Formen des Urteils ab - sie sollen nicht-sinnliche Bedeutung haben. - StrawsonVs: dem können wir nicht trauen, wie wir auch der Synthesis nicht trauen.
Vollmer I 25
Kategorien/Kant/Vollmer: heute glaubt man nicht mehr, dass seine Kategorien notwendig sind.
Bubner I 106
Kategorien/Urteile/Kant: Kategorien machen Erkenntnisse überhaupt erst möglich, während wirkliche Erkenntnis von der Zufälligkeit der Erfahrung abhängt.
Adorno XIII 67
Kategorien/Kant/Adorno: Kant bezeichnet seine Kategorien sämtlich als Funktionen.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Kategorischer Imperativ Cavell II 196
Kategorischer Imperativ/CavellVsKant: sollte besser ein Kategorischer Deklarativ sein: eine Beschreibung dessen, was es heißt, moralisch zu sein.
II 197
Kategorischer Deklarativ: sagt, was man tatsächlich tut, wenn man moralisch ist. Er kann nicht gewährleisten, dass man nicht unmoralisch handeln wird.

Cavell I
St. Cavell
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen Frankfurt 2002

Cavell I (a)
Stanley Cavell
"Knowing and Acknowledging" in: St. Cavell, Must We Mean What We Say?, Cambridge 1976, pp. 238-266
In
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen, Stanley Cavell Frankfurt/M. 2002

Cavell I (b)
Stanley Cavell
"Excursus on Wittgenstein’s Vision of Language", in: St. Cavell, The Claim of Reason, Wittgenstein, Skepticism, Morality, and Tragedy, New York 1979, pp. 168-190
In
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen, Stanley Cavell Frankfurt/M. 2002

Cavell I (c)
Stanley Cavell
"The Argument of the Ordinary, Scenes of Instruction in Wittgenstein and in Kripke", in: St. Cavell, Conditions Handsome and Unhandsome: The Constitution of Emersonian Perfectionism, Chicago 1990, pp. 64-100
In
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen, Davide Sparti/Espen Hammer (eds.) Frankfurt/M. 2002

Cavell II
Stanley Cavell
"Must we mean what we say?" in: Inquiry 1 (1958)
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995
Kategorischer Imperativ Mead Habermas IV 142
Kategorischer Imperativ/Kant/Mead/Habermas: Mead nimmt Kants Gedanken von der Allgemeinheit unserer Urteile auf. Er fügt aber hinzu: Wir sind, was wir sind, durch unser Verhältnis zu anderen. Unser Ziel muss daher unvermeidlich ein gesellschaftliches Ziel sein. (1) Habermas: das gibt dem Kantischen Argument eine charakteristische Wendung: die Frage, warum moralische Normen aufgrund ihrer Allgemeinheit soziale Geltung beanspruchen dürfen, wird damit gesellschaftstheoretisch beantwortet:
Habermas IV 143
Mit der Wahrung des Allgemeininteresses steht die Einheit des Kollektivs auf dem Spiel. MeadVsKant: „Kant war der Auffassung, dass wir nur die Form verallgemeinern könnten. Wir verallgemeinern jedoch aus das Ziel.“ (2)
Habermas IV 144
Problem: wie erkennen wir die anderen und umfassenderen Interessen an und bringe sie in eine rationale Beziehung? (3) Die unparteiische Berücksichtigung aller Interessen setzt bereits eine moralische Haltung voraus. Lösung/Mead: wir müssen den kategorischen Imperativ durch ein Verfahren diskursiver Willensbildung ersetzen.
Habermas IV 145
Das Subjekt kann nicht je für sich allein, sondern nur in Gemeinschaft mit allen übrigen Betroffenen prüfen, ob eine bestehende oder empfohlene Norm in allgemeinen Interesse ist. Habermas: Der Prozess der Verinnerlichung stößt hier an eine Grenze (Siehe Verinnerlichung/Mead, Verinnerlichung/Habermas). Der Handelnde kann eine Reaktion antizipieren, sie aber nicht voraussehen.


1. G. H. Mead, Mind, Self and Society (Ed) Ch. W. Morris (German) Frankfurt 1969, S.429f
2. Ebenda S. 430
3. Ebenda S. 439

Mead I
George Herbert Mead
Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus Frankfurt 1973

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Kategorischer Imperativ Mill Höffe I 347
Kategorischer Imperativ/MillVsKant/Mill/Höffe: [Mills] Essay [Utilitarianism](1) beginnt mit allgemeinen Bemerkungen: dass jedes Handeln einen Zweck hat; dass die moralische Richtigkeit einer Handlung sich in der Anwendung eines allgemeinen Gesetzes auf den besonderen Fall erweist; dass in allen Morallehren die Glückseligkeit eine herausragende Rolle spielt; und dass von der Anwendung von Kants kategorischem Imperativ lieber jeder verschont bleiben will.

1. J.St. Mill, Utilitarianism 1861

Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998
Kategorischer Imperativ Rawls I 251
Kategorischer Imperativ/Moral/Kant/Rawls: Kant beginnt damit, dass moralische Prinzipien rational gewählt werden und rational beurteilt werden.
I 254
Kant/SidgwickVsKant/Sidgwick/Rawls: Sidgwick schreibt, dass nichts in Kants Ethik auffallender ist, als die Idee, dass der Mensch sein wahres Selbst dadurch zum Ausdruck bringt, dass er nach dem moralischen Gesetz handelt. Wenn er dagegen bestimmten Bedürfnissen nachgibt, handelt er nach dem Gesetz der Natur. (Sidgwick, „The Kantian Conception of Free Will“, Mind, vol.13, 1888, pp. 511-516).
I 255
Kant versäumt es nun nach Sidgwick, zu erklären, warum der Schurke in seinem schlechten Leben nicht genauso sein Selbstsein zum Ausdruck bringt wie der Heilige dies in seinem Leben tut. KantVsSidgwick/KantVsVs/Rawls: Kant sollte erwidern, dass jedes konsistente Handeln nach Prinzipien das Ergebnis einer Entscheidung des noumenalen Selbst sein könnte, dass aber nicht jedes Handeln des phänomenalen Selbst dieses als freies und gleiches rationales Wesen offenbart.
RawlsVsKant: Kant hat nicht gezeigt, dass unser Handeln aus dem moralischen Gesetz heraus unsere Natur auf eine erkennbare Weise zeigt, wie es ein Handeln nach gegenteiligen Prinzipien es nicht tun würde.
Lösung/Rawls: unsere Annahme der Anfangssituation mit dem Schleier des Nichtwissens behebt diesen Mangel: wir müssen nur zeigen, dass unsere zu wählenden Prinzipien anwendbar sind. Wir nehmen die Anfangssituation als eine an, die vom noumenalen Selbst in Kants Sinn betrachtet wird. Qua noumenale haben sie die freie Wahl zwischen Prinzipien. Gleichzeitig wollen sie aber ihre Rationalität in der Lebenswelt zum Ausdruck bringen, d.h. ihre Unabhängigkeit von kontingenten Besonderheiten der Natur und der Gesellschaft. Wenn das Argument aus der Vertragstheorie richtig ist (Siehe Vertragstheorie/Rawls), definieren gerade jene Prinzipien das moralische Gesetz.
I 256
Unser Verlangen, uns gerecht zu verhalten, entspringt dann zum Teil dem Wunsch, uns als freie und gleichermaßen rationale Wesen auszudrücken. Ich glaube, deswegen spricht Kant davon, dass es ein Grund für Scham ist, wenn wir uns fehlverhalten und nicht ein Grund für Schuldgefühle.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Kausalität Kant Danto I 298
Kausalität/Kant/Danto: wird nicht aus der Erfahrung abgeleitet - dennoch Voraussetzung oder Form der Erfahrung - Vorstellung von Kausalität nicht Kausalität selbst.
Kant I 26
Kausalität/Kant: die Dinge an sich unterliegen nicht der Zeitbedingung, also auch nicht der Kausalität. - (Lösung der dritten kosmologischen Antinomie: nämlich der Antinomie von Kausalität aus Freiheit (die zu den Dingen an sich gehört) und Kausalität nach der Natur (in der Erscheinungswelt)). - KantVsHume: Kausalität gilt nicht für die Dinge an sich. - VsKant: dieser hält sich selbst nicht daran - Verstand: hat seine eigene Kausalität: die "Spontaneität der Begriffe".
I 32
Subjektivität: ergibt sich nicht erst aus der Kausalität (aus Freiheit) sondern aus der Spontaneität der Begriffe - daher beginnt die Metaphysik schon in der Erfahrungswissenschaft.
Vaihinger I 280
Kausalität/Idee/Gott/Kant/Vaihinger: ich lege nur die Idee eines solchen (höchsten) Wesens zum Grunde, um nach der Analogie einer Kausalbestimmung die Erscheinungen als systematisch untereinander verknüpft anzusehen.
Vollmer I 25
Kausalität/Kant: ausserhalb der Kausalität können wir gar keine Erfahrung machen.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005

Vaihinger I
H. Vaihinger
Die Philosophie des Als Ob Leipzig 1924

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988
Kausalität Nietzsche Danto III 120
Kausalität/Nietzsche/Danto. Da es für Nietzsche keine Gegenstände gibt, ist auch der Kausalitätsbegriff ((s) für den getrennte Gegenstände angenommen werden müssen) eine Fiktion. Für Nietzsche steht in Wahrheit ein Kontinuum vor uns. (F. Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft, KGW V, 2. S. 151).
Danto III 135
Kausalität/Nietzsche/Danto: Die kausale Notwendigkeit ist „kein Tatbestand, sondern eine Interpretation.“ ((F. Nietzsche Nachlass, Berlin, 1999, S. 540). Es stellt sich heraus, dass es auf einer Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt beruht. Wenn wir den Begriff des „Dinges“ und damit des Subjekts und Objekts aufgeben, wird damit unweigerlich unsere Kausalitätskonzeption hinfällig. Glauben wir nicht mehr an das wirkende Subjekt, so fällt auch der Glaube an wirkende Dinge, an Wechselwirkung, Ursache und Wirkung zwischen jenen Phänomenen, die wir Dinge nennen. Ding an sich/NietzscheVsKant/Nietzsche/Danto: der Gegensatz „Ding an sich“ und „Erscheinung“ ist unhaltbar (…) wie auch die Begriffe „Subjekt“ und „Objekt“ und letztlich auch deren verschiedene Modifikationen z.B. „Materie“, „Geist“ und andere hypothetische Wesen, „Ewigkeit und Unveränderlichkeit des Stoffs“ usw. Wir sind die Stofflichkeit los. ((F. Nietzsche Nachlass, Berlin, 1999, S. 540f).
Danto III 262
Kausalität/Wille/Nietzsche/Danto: nehmen wir mit Nietzsche an, der Wille sei kausal wirksam. Diese Hypothese widerspricht nicht seiner Polemik gegen jene Vorstellung, der Begriff des Willes können zur Erklärung dienen. In einer nicht revidierten Analyse äußert Nietzsche den Gedanken, die Menschen würden die Kausalität auf frischer Tat ertappen, sobald sie hinsichtlich der Wirkungsweise ihres eigenen Willens Introspektion betreiben. Dann müsste der Methodische Monismus ((s) Ausdruck von Danto) den Willen als einzige Form der Kausalität ansehen. Doch Nietzsches Konzeption des Willens ist nicht rein psychologisch. Vielmehr bestimmt er alle wirkende Kraft als Wille zur Macht (F. Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, KGW VI. 2, S. 51). Siehe Macht/Nietzsche, Prozess/Nietzsche, Wille/Nietzsche.

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Kommunitarismus Barber Brocker I 690
Kommunitarismus/Barber: Barber wird nicht von allen Autoren zum Kommunitarismus gezählt, er vertritt jedoch durchaus die typischen Topoi kommunitaristischer Politik: -Ablehnung einer auf abstrakten Prinzipien basierenden politischen Philosophie ((s) KommunitarismusVsKant),
-den Vorwurf der Herauslösung des Einzelnen aus sozialen Bindungen („Atomismus“) und
-die Unzufriedenheit mit einer rein instrumentellen Sicht politischer Institutionen.
BarberVsKommunitarismus: im Gegensatz zu den Cheftheoretikern des Kommunitarismus hat Barber in der kommunitaristischen Reformbewegung um Amitai Etzioni mitgewirkt.
Varianten des Kommunitarismus: a) substantialistisch: hier wird die Gemeinschaft als ein Gegebenes angesehen, dagegen:
b) prozedural: hier geht es um die gemeinsame Praxis des Beratens und Entscheidens. Barber ist letzterer Variante zuzurechnen. (1)(2)
BarberVsMacIntyre, BarberVsWalzer, BarberVsTaylor: Wenn man Theoretiker wie Michael Walzer, Alasdair MacIntyre und Charles Taylor als Skeptiker einer nationalen Politik der demokratischen Gesellschaft und als Anhänger einer zivilgesellschaftlichen Perspektive ansieht (3), so musste einem Barbers Programm der starken Demokratie als recht radikale und zumutungsreiche Position erscheinen, weil sie der nationalen politischen Gemeinschaft und der Partizipation an politischen Entscheidungen letztlich einen hohen Rang einräumte. (BarberVsTaylor, BarberVsWalzer, BarberVsMacIntyre).


1. Hartmut Rosa, „Fremde zu Nachbarn: die Vision einer demokratischen Bürgerschaft. Rezension zu Benjamin Barber, „Starke Demokratie“, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 43/6, 1995 S. 1066-169.
2. W. Jay Reedy, „The relevance of Rousseau to Contemporary Communitarism. The Example of Benjamin Barber”, in: Philosophy and Social Criticism 21/2, 1995
3. Michael Haus, Kommunitarismus. Einführung und Analyse, Wiesbaden 2003

Michael Haus, „Benjamin Barber, Starke Demokratie“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

PolBarb I
Benjamin Barber
The Truth of Power. Intellectual Affairs in the Clinton White House New York 2001

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Krieg Hegel I 338
Krieg/Hegel/Höffe: Dass die Rechtsphilosophie(1) in einer Weltgeschichte als «Schlachtbank» und nicht wie bei Kant im höchsten politischen Gut, dem ewigen Frieden, gipfelt, trägt Hegel kaum Sympathien ein. Von heute aus gesehen, von der Dominanz einer universalistischen Rechtsethik mit dem Gedanken von Menschenrechten und einer zunehmenden Verrechtlichung der zwischenstaatlichen Verhältnisse erscheint Kant als überlegen. HegelVsKant: Überdies verwirft Hegel (...) die Idee eines ewigen Friedens, sieht Kriege als für die «sittliche Gesundheit» der Völker unverzichtbar an und begnügt sich für die zwischenstaatlichen Beziehungen mit einem Völkerrecht, das auf eine Weltrechtsordnung, selbst auf dessen bescheidene Vorstufe, einen Staatenbund, verzichtet.
I 339
Statt dem Krieg jede Legitimität abzusprechen, hält [Hegel] den Krieg seit seiner Differenzschrift(2) als Wert für «die sittliche Gesundheit der Völker» für notwendig. Er vergleicht den Krieg mit der für Seen segensreichen Wirkung von Wind.
Höffe I 340
Denn wie ohne ihn das Wasser in Fäulnis übergehe, so würde auf «die Völker ein dauernder oder gar ein ewiger Frieden» wirken. Dass es wie bei Seen durch Zufluss von Schmelzwasser, Bächen und Flüssen so bei Völkern gemäß Kants Gedanken der «ungeselligen Geselligkeit» in Form von Ehrsucht, Herrschsucht und Habsucht, generell durch vielfältigen Wettstreit auch innere, das Erstarren verhindernde Bewegungskräfte gibt, wird nicht erwogen. >Kosmopolitismus/Hegel.


1. Hegel, Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte 1821-32 hrsg. v. E. Gans 1837
2. Hegel, Differenz des Fichteschen und Schellingschen Systems der Philosophie, 1801
Kunst Gadamer I 57
Kunst/GadamerVsKant/Gadamer: [Kants] Vorzug des Naturschönen vor dem Kunstschönen ist nur die Kehrseite des Mangels des Naturschönen an bestimmter Aussage. (>Schönheit/Kant, >Natur/Kant). So kann man umgekehrt den Vorzug der Kunst vor dem Naturschönen darin sehen, daß die Sprache der Kunst anspruchsvolle Sprache ist, die sich nicht der stimmungshaften Ausdeutung frei und unbestimmt darbietet, sondern uns bedeutungshaft bestimmt anspricht. Und es ist das Wunderbare und Geheimnisvolle der Kunst, daß dieser bestimmte Anspruch dennoch keine Fessel für unser Gemüt ist, sondern den Spielraum der Freiheit im Spiele unserer Erkenntnisvermögen gerade recht öffnet. KantVsVs/Gadamer: Kant wird dem durchaus gerecht, wenn er sagt(1) die Kunst müsse „als Natur anzusehen“ sein, d. h. gefallen, ohne den Zwang von Regeln zu verraten.

I 121
Kunst/Gadamer: Die These ist (...), dass das Sein der Kunst nicht als Gegenstand eines ästhetischen Bewußtseins bestimmt werden kann, weil umgekehrt das
I 122
ästhetische Verhalten mehr ist, als es von sich weiß. Es ist ein Teil des Seinsvorganges der Darstellung und gehört dem Spiel als Spiel wesenhaft zu. >Darstellung/Gadamer, >Spiel/Gadamer, >Ästhetisches Bewusstsein/Gadamer.


1. I. Kant, Kritik der Urteilskraft, 1799, S. 179ff.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Kunst Kant Gadamer I 52
Kunst/Schönheit/Kant/Gadamer: Beurteilung nach einem Ideale der Schönheit ist (...) , wie Kant sagt, kein bloßes Urteil des Geschmacks.
Gadamer I 53
(...) um als Kunstwerk zu gefallen, muss etwas zugleich mehr als nur geschmackvoll-gefällig sein. Anmerkung: GadamerVsAdorno/GadamerVsJauß: Leider wird noch immer, auch von T. W. Adornos "Ästhetischer Theorie" (Schriften Band 7, S. 22ff.) oder von H. R. Jauss (Ästhetische Erfahrung und literarische Hermeneutik. Frankfurt 1982, S. 29f.) die kantische Analyse des Geschmacksurteils für die Kunst-Theorie missbraucht.
Schien eben noch eigentliche Schönheit jede Fixierung durch Zweckbegriffe auszuschließen (>Schönheit/Kant), so wird hier umgekehrt selbst noch von einem schönen Wohnhaus, einem schönen Baum, schönen Garten usw. gesagt, es ließe sich von ihm kein Ideal vorstellen, »weil diese Zwecke durch ihren Begriff nicht genug bestimmt und fixiert sind, folglich die Zweckmäßigkeit beinahe so frei ist, als bei der vagen Schönheit«.
Nur von der menschlichen Gestalt, gerade weil sie allein einer durch einen Zweckbegriff fixierten Schönheit fähig ist, gibt es ein Ideal der Schönheit! Diese von Winckelmann und Lessing(1) aufgestellte Lehre gewinnt in Kants Grundlegung der Ästhetik eine Art Schlüsselstellung.
Denn gerade an dieser These zeigt sich, wie wenig eine formale Geschmacksästhetik (Arabeskenästhetik) dem kantischen Gedanken entspricht. >Schönheit/Kant.
Gadamer I 55
Kant/Gadamer: Gerade mit jener klassizistischen Unterscheidung von Normalidee und Ideal der Schönheit vernichtet Kant die Grundlage, von der aus die Vollkommenheitsästhetik in der vollendeten Sinnfälligkeit jegliches Seienden seine unvergleichbar einzigartige Schönheit findet. Jetzt erst vermag „die Kunst“ zu einer autonomen Erscheinung zu werden. Ihre Aufgabe ist nicht mehr Darstellung der Naturideale - sondern die Selbstbegegnung des Menschen in Natur und menschlich-geschichtlicher Welt. Kants Nachweis, daß das Schöne begrifflos gefällt, hindert also durchaus nicht, dass nur das Schöne, das uns bedeutsam anspricht, unser volles Interesse findet. Gerade die Erkenntnis der Begrifflosigkeit des Geschmacks führt über eine Ästhetik des bloßen Geschmacks hinaus.(2) >Kunst/Hegel, >Interesse/Kunst/Kant, >Kunstwerk/Kant, >Natur/Kant.
Gadamer I 58
Def Kunst/Kant/Gadamer: Kants Definition der Kunst als der „schönen Vorstellung von einem Dinge« trägt dem Rechnung, sofern sogar das Häßliche in der Darstellung durch die Kunst schön ist. GadamerVsKant: Dennoch kommt das eigentliche Wesen der Kunst in der Abhebung gegen das Naturschöne schlecht heraus. Wenn der Begriff eines Dinges nur schön dargestellt würde, so wäre das ja wieder nur Sache einer „schulgerechten« Darstellung und erfüllte nur die unerlässliche Bedingung aller Schönheit.
KantVsVs: Kunst ist gerade auch nach Kant mehr als „schöne Vorstellung eines Dinges“ sie ist Darstellung ästhetischer Ideen, d. h. von etwas, das über allen Begriff hinaus liegt. Der Begriff des Genies will diese Einsicht Kants formulieren. >Genie/Kant.


1. Lessing, Entwürfe zum Laokoon Nr. 20 b; in Lessings Sämtl. Schriften ed. Lach-
mann, 1886ff., Bd. 14, S. 415.
2. Kant sagt ausdrücklich, dass „die Beurteilung nach einem Ideale der Schönheit kein
bloßes Urteil des Geschmacks sei“.(K. d. U. S. 61). Vgl. dazu meinen Aufsatz Gadamer, Die Stellung
der Poesie im Hegel'schen System der Künste( Hegel-Studien 21, (1986).
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Kunst Schiller Gadamer I 61
Kunst/Schiller/Gadamer: Die Begründung der ästhetischen Urteilskraft auf ein Apriori der Subjektivität sollte eine ganz neue Bedeutung gewinnen, als sich der Sinn der transzendentalphilosophischen Reflexion bei den Nachfolgern Kants veränderte. Wenn der metaphysische Hintergrund, der den Vorzug des Naturschönen bei Kant begründete und den Geniebegriff an die Natur zurückband, nicht mehr besteht, stellt sich in einem neuen Sinne das Problem der Kunst. Geschmack/Urteilskraft/SchillerVsKant: Schon die Art, wie Schiller Kants „Kritik der Urteilskraft“ aufnahm und für den Gedanken einer „ästhetischen Erziehung“ die ganze Wucht seines moralpädagogischen Temperaments einsetzte, ließ den Standpunkt der Kunst gegenüber dem kantischen Standpunkt des Geschmacks und der Urteilskraft in den Vordergrund treten.
Vom Standpunkt der Kunst aus verschiebt sich nun das Verhältnis der kantischen Begriffe des Geschmacks und des Genies von Grund auf. Der umfassendere Begriff musste der des Genies werden - umgekehrt musste das Phänomen des Geschmacks sich entwerten.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Kunstwerke Kant Gadamer I 57
Kunstwerk/Kant/Gadamer: Unterschied zur Natur: Im Hinblick auf die Idee einer intelligiblen Bestimmung der Menschheit gewinnt die Natur als schöne Natur eine Sprache, die sie zu uns führt.(1) Natürlich beruht auch die Bedeutsamkeit der Kunst darauf, dass sie uns anspricht, daß sie dem Menschen ihn selbst in seiner moralisch bestimmten Existenz vorstellt. Aber die Kunstprodukte sind nur, um uns so anzusprechen - Naturobjekte dagegen sind nicht, um uns so anzusprechen. Gerade darin liegt das bedeutsame Interesse des Naturschönen, daß es uns dennoch unsere moralische Bestimmung bewusst zu machen vermag. >Interesse/Kant.
Kunst kann uns dieses Sichfinden des Menschen in absichtsloser Wirklichkeit nicht vermitteln. Dass der Mensch sich in der Kunst selbst begegnet, ist ihm nicht die Bestätigung von einem anderen seiner selbst her.
GadamerVsKant: (...) [Kant] stellt das Phänomen der Kunst nicht unter den ihm angemessenen Maßstab. Man kann die Gegenrechnung aufmachen. Der Vorzug des Naturschönen vor dem Kunstschönen ist nur die Kehrseite des Mangels des Naturschönen an bestimmter Aussage. So kann man umgekehrt den Vorzug der Kunst vor dem Naturschönen darin sehen, daß die Sprache der Kunst anspruchsvolle Sprache ist, die sich nicht der stimmungshaften Ausdeutung frei und unbestimmt darbietet, sondern uns bedeutungshaft bestimmt anspricht. Und es ist das Wunderbare und Geheimnisvolle der Kunst, dass dieser bestimmte Anspruch dennoch keine
Fessel für unser Gemüt ist, sondern den Spielraum der Freiheit im Spiele unserer Erkenntnisvermögen gerade recht öffnet.
KantVsVs: Kant wird dem durchaus gerecht, wenn er sagt(2) die Kunst müsse „als Natur anzusehen“ sein, d. h. gefallen, ohne den Zwang von Regeln zu verraten.
Kant/Gadamer: Wir beachten nicht die absichtsvolle Übereinstimmung des Dargestellten mit bekannter Wirklichkeit. Nicht darauf sehen wir es an, wem es ähnlich ist. Wir messen nicht seinen Anspruchssinn an einem uns schon wohlbekannten Maß, sondern im Gegenteil wird dieses Maß, der auf unbegrenzte Art „ästhetisch erweitert“.(3)

Gadamer I 99
Kunstwerk/Kant/Gadamer: Wenn man [der] Kritik an der Lehre von der unbewussten Produktivität des Genies Rechnung tragen will (>Künstler/Gadamer), sieht man sich aufs neue vor das Problem
gestellt, das Kant durch die transzendentale Funktion, die er dem Geniebegriff zuwies, gelöst hatte. (>Genie/Kant, >Genie/Gadamer).
Was ist ein Kunstwerk, und wie unterscheidet es sich von einem handwerklichen Produkt oder gar von einem „Machwerk“, d. h. von etwas ästhetisch Minderwertigem? Für Kant und den Idealismus
definierte sich das Kunstwerk als das Werk des Genies. Seine Auszeichnung, das vollendet Gelungene und Musterhafte zu sein, bewährte sich darin, dass es dem Genuss und der Betrachtung einen unausschöpfbaren Gegenstand des Verweilens und Deutens bot. Dass der Genialität des Schaffens eine Genialität des Genießens entspricht, lag schon in Kants Lehre von Geschmack und und Genie, und ausdrücklicher noch lehrten das K. Ph. Moritz und Goethe. >Geschmack/Kant, >Geschmack/Gadamer.


1. I.Kant, Kritik der Urteilskraft, 1799, § 42
2. Ebenda, S. 179f.
3. Ebenda.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Letztbegründung Leibniz Holz I 50
Def Evidenz/Gewissheit/a priori/Leibniz: die Gewissheit (der Notwendigkeit identischer Sätze A = B) stützt sich weder auf Empirie noch auf Deduktion, sondern auf eine apriorische Einsicht.
I 50
Rationalismus/HolzVsLeibniz: Problem für eine sich "wissenschaftlich" verstehende Philosophie: diese "unmittelbare Einsichtigkeit" sogenannter Letztbegründungen führt auf eine andere epistemologische Ebene. Gefahr des irrationalistischen Umschlags!
I 51
Damit ist die Gewissheit der Axiome nicht mehr abgesichert. Leibniz insistiert aber darauf, sie aus der "Evidenz der Identität" (mit sich selbst) bewiesen werden müssen.
Holz I 51
Letztbegründung/Beweis/Axiome/Evidenz/Leibniz/Holz: hier wird die Geltung des Identitätssatzes (A = B bzw. A = A ) als Erfahrungswert genommen! Es geht also nicht darum, dass die Prädikate im Subjekt inhärent sind. Diese Voraussetzung ist in sich selbst nicht mehr ableitbar. Evidenz ist keine logische Kategorie.
Die Geltung des Identitätssatzes darf also nicht nur rein logisch begründet werden. Sie hat eine vorprädikativen Ursprung.
Logik/Husserl: hat die Abstinenz der Logik von ihrem Erkenntnisgehalt nachdrücklich zurückgewiesen.
I 52
Letztbegründung/Beweis/Axiome/Evidenz/Leibniz/Holz: wir brauchen also einen anderen Typus von Sätzen als den offen oder virtuell identischen.
Holz I 75
Grund/Leibniz: kann nur durch das Durchlaufen der ganzen series rerum gefunden werden. Er ist nun aber deshalb nicht außerhalb der series rerum zu finden, sondern vollständig innerhalb, allerdings nicht am Anfang, sondern als die Reihe als Ganzes! Unterschied: während der unendliche Verstand außerhalb des Ganzen stehen müßte (als Abbildender) (vielleicht auch ein "unbewegter Beweger" usw.) muss der Grund (als Totalität der Reihe) innerhalb der Reihe sein.
Grund/Leibniz: der universelle letzte Grund (Gesamtheit der Reihe der Dinge, Welt, ultima ratio) ist auch für den endlichen Verstand notwendig, weil es sonst überhaupt nichts gäbe.
Holz I 83
Letztbegründung/LeibnizVsKant: macht den subjektphilosophischen Radikalismus nicht mit. Wie vor ihm Spinoza und nach ihm Hegel hat er von der seit Descartes unverzichtbaren Subjektreflexion aus einen nicht subjektiven Seinsgrund finden wollen, der sich in den Vernunftwahrheiten ausdrückt. Dafür reichen zwei Prinzipien aus:
1. Prinzip des Widerspruchs
2. Das Prinzip des zureichenden Grundes. (Kann auf das Widerspruchsprinzip zurückgeführt werden).
Da außerdem das Identitätsprinzip aus der Sinneswahrnehmung eingesehen wird, dürfen wir den Prinzipien der Sachen selbst (also ihrer ontischen Realität) die in unserem Denken vorausgesetzte Vernunft (ihre Logizität) zuschreiben.
Das ist ebenso panlogisch wie das System Hegels.
I 84
Im Universum und seinen Teilen ist so Logik niedergeschlagen und verkörpert.
Holz I 123
Letztbegründung/Existenz/Leibniz: zu begründen, warum es überhaupt etwas gibt bedeutet also, im Wesen der Möglichkeiten das Prinzip anzugeben, das der Minimalisierung der Verwirklichungstendenzen entgegenwirkt. Nun stellt sich heraus, dass die beiden Prinzipien:
1. Identitätsprinzip (Alles ist mit sich identisch")
2. Varietätsprinzip ("Verschiedenes wird von mir wahrgenommen") logisch, aber nicht ontologisch ausreichen, um die Existenz der Welt überhaupt zu begründen.
Man kann damit zwar vom Einzelnen auf Verschiedenes und auf einen gewissen Zusammenhang schließen und von daher begründen, warum etwas Bestimmtes (und nicht etwas anderes an seiner Stelle) ist,
I 124
Es bleibt aber unbegründet, warum überhaupt etwas ist. Das fehlende ontologische Zwischenglied findet Leibniz in einem dritten Axiom, das er zu den absolut ersten Wahrheiten zählt:
These: Alles Mögliche strebt nach Existenz und existiert daher, wenn nicht etwas anderes, das auch zur Existenz strebt es daran hindert und mit dem ersten unverträglich ist.
Das ist nach Leibniz beweisbar unter der Voraussetzung der Tatsachenwahrheit, dass wir überhaupt etwas wahrnehmen.
Außerdem machen wir ja die Erfahrung der Veränderung, dass etwas zu existieren beginnt, was vorher nicht da war. (Aber eben vorher möglich war).
Es kann nun aber a priori kein Grund ausgemacht werden, warum etwas stärker strebt als ein anderes, der Grund muss also im System der Ko Ordination (der gegenseitigen Hemmungen) gesucht werden.
Daraus folgt, dass immer diejenige Verbindung der Dinge existiert, in der am meisten existiert.


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Liberalismus Kant Brocker I 670
Liberalismus/Staat/Kant: Kant hat Ethik und Recht vielleicht am konsequentesten vom Fluchtpunkt des guten Lebens abgekoppelt und sich stattdessen vollständig auf eine Theorie des Rechten, verstanden im Sinn der vernünftigen Verallgemeinerbarkeit von Handlungsmaximen, gestützt. Darauf baut Rawls mit seiner Theorie der Gerechtigkeit (1975) auf. Siehe Prinzipien/Rawls. SandelVsRawls, SandelVsKant: propagiert die Priorität einer Vorstellung des guten und gelingenden Lebens (Aristoteles‘ eudaimonia) als Ausgangspunkt. Siehe Liberalismus/Sandel. Siehe Recht/Begründung/Kant.


Markus Rothhaar, “Michael Sandel, Liberalism and the Limits of Justice” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Logik Kant Strawson V 64
Logik/Kant: trägt nicht den Bedingungen Rechnung, die die Gegenstände erfüllen müssen. - Logik macht von Begriffen Gebrauch, aber nicht vom Inhalt der Erkenntnis. - Allgemeine Logik: abstrahiert - transzendentale Logik: hat ein Mannigfaltiges der Sinnlichkeit vor sich liegen.
V 68
Es kann keine bestimmte Weise geben, in der wir über Gegenstände der Erfahrung denken müssen, damit wahrheitsfunktionale Zusammensetzung von Aussagen möglich wäre. - Die Möglichkeit der Zusammensetzung kann nicht von unserer Verfügung über irgendeinen weiteren Begriff a priori von einem Gegenstand überhaupt abhängen. StrawsonVsKant: "metaphysische Deduktion": fehlgeschlagener Versuch, die Kategorien aus der Logik abzuleiten.
Strawson: die Logik bringt Kant überhaupt nicht weiter.

Bubner I 105
Logik/KantVsTadition: alt: während die herkömmliche Logik die Begriffslehre der darauf aufbauenden Urteilslehre vorausschickt, geht neu: die transzendentale Logik umgekehrt vor und orientiert die fundamentalen Kategorien bereits an der Synthesisleistung der Urteile.
I 106
Die kategoriale Vorstrukturierung durch Begriffe a priori konstituiert Gegenstände als Gegenstände und "macht" sie damit zum Thema möglicher Erkenntnisurteile .((s) Reflexiv, Kritik). Bsp der "schwarze Mensch" und "der Mensch ist schwarz": im ersten Fall bloß als schwarz gedacht (problematisch)
im zweiten als solcher erkannt!
Beide Male aber derselbe Verstand durch dieselben Handlungen!
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Mathematik Frege I 121
Folgerung/Mathematik/Frege: die mathematischen Folgerungen sind in den Definitionen schon enthalten. - FregeVsKant: daher sollten sie nicht nur synthetisch, sondern auch analytisch genannt werden.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993
Metaphysik Leibniz Holz I 13
Metaphysik/Leibniz/Holz: die innere Einheit seines Werks ist nur von der Metaphysik her zu begreifen. Seine Position liegt zwischen Kant und Hegel: er zeigt LeibnizVsKant die Alternative einer Metaphysik als Wissenschaft auf, indem er ihre Methode zeigt,
LeibnizVsHegel: zeigt die Möglichkeit einer Metaphysik, die nicht auf eine absolut idealistische Weise begründet ist.
Holz I 24
Metaphysik/Holz: sie bekommt bei Leibniz die wissenschaftliche Theorieform einer nicht empirisch verifizierbaren Theorie des Gesamtzusammenhangs der Welt. Nicht länger "Vorstellungen" vom Ganzen, sondern transempirische Konstruktion der plausibelsten und explanativsten Form.
Holz I 81
Metaphysik/Leibniz: da das nach Zirkel aussieht hat z.B. Descartes eine Begründung in Gott gesucht. Aber metaphysisch kann der Zirkel nicht aufgelöst werden, denn Metaphysik beruht ja gerade auf einer lückenlosen Verknüpfung!
Auch logisch bleibt der Zirkel erhalten.
Das System muss also irgendwo durchbrochen werden:
Lösung/Leibniz: unhintergehbare Funktion der Sinneswahrnehmung. Und zwar nicht als "ersten Grund", sondern als außerlogischen materiellen Anfang des Reflexionsverhältnisses. als quasi "archimedischen Punkt" (Außen).
Leibniz ist sich dieser Bruchstelle durchaus bewusst.
Die metaphysische Notwendigkeit kann ihrerseits nicht mehr aus Gründen abgeleitet werden.
I 82
Metaphysik/Leibniz/Holz: im Bereich der Vernunftwahrheiten (z.B. Mathematik) ist die Reduktion bis zum Identitätsprinzip real möglich.
Holz I 119
Leibniz These: der Strukturcharakter der Monade bewirkt, dass überhaupt etwas ist. Die Struktur verbürgt die Einheit des Seins und ist das Sein der Einheit.
Metaphysik/Einheit/Welt/Letztbegründung/Leibniz: der Begriff des Einzelnen ist ein Weltbegriff. Darum ist die innerweltlich wissenschaftliche Begründung, die dem Besonderen in seiner Besonderheit gegeben wird, angewiesen auf ein metaphysisches (dahinterliegendes) Prinzip, das das Sein der Welt intelligibel macht.


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Metaphysik Rorty III 14
Metaphysiker: Bsp Hegel: trotz historischer Verwirklichung der Wahrheit immer noch Annäherung an etwas Feststehendes.
III 129f
Metaphysik: Fragen nach dem Unveränderlichen, möglicherweise Verborgenen, das den Erscheinungen zugrunde liegt. Typisch: Sokrates Fragen. (»Immanente Natur«). (HeideggerVs). Insofern dem gesunden Menschenverstand verbunden! Ergibt keine Neubeschreibung, sondern analysiert alte Beschreibungen mit Hilfe anderer alter Beschreibungen. Der Metaphysiker nennt alles andere »relativistisch«. Er nimmt an, dass unsere Tradition keine Probleme stellen kann, die sie nicht zu lösen vermag. Metaphysik: meint, es gebe eine Verbindung zwischen Neubeschreibung und Macht, und die richtige Neubeschreibung könne uns befreien.

IV (c) 77ff
Metaphysik/Heidegger/Rorty: Heidegger meinte, er könnte der Metaphysik - (die Vorstellung einer einzigen Wahrheit) - entkommen, indem er Sein und Wahrheit geschichtlich fasst.
VI 154ff
Metaphysik: möchte unseren Wunsch, freundlich zu sein, durch ein Argument gestützt sehen, das eine Selbstbeschreibung enthält. Sie soll ein Glanzlicht auf ein allen Menschen gemeinsames Wesentliches werfen Transzendenz: die Annahme, es gäbe etwas, mit dem wir vielleicht nicht in Verbindung stehen. RortyVs: das gibt es nicht! Unsere Überzeugungen sind selbst weltliche Gegenstände in ständiger kausaler Wechselwirkung mit anderen.
Rorty: dass wir offen halten, ob wir die Welt später vielleicht einmal anders beschreiben werden, hat nichts mit Transzendenz zu tun.
VI 480
Transzendenz/DavidsonVsKant/Rorty: braucht man nicht.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Mill Höffe Höffe I 346
Mill/Höffe: MillVsKant: Nach Mills Empirismus gibt es im Gegensatz zu Kant und dem Deutschen Idealismus keinerlei vorempirische, sondern lediglich eine empirische, also aposteriorische Erkenntnis.
Erklärung: Wissenschaftliche Erklärungen, die auch in den Humanwissenschaften (moral sciences) möglich seien, bestehen in der Unterordnung von Einzelereignissen unter geeignete Gesetze.
Mathematik: Sogar die Mathematik und die Logik sollen auf Erfahrungen und deren induktiven Verallgemeinerungen beruhen. Dass die Mathematiker mit
Höffe I 347
einer anderen Methode zu argumentieren meinen, erkennt der Philosoph durchaus an. Die entsprechende Ansicht hält er aber für eine Illusion, die Notwendigkeit mathematischer Aussagen sei bloß psychologischer Natur. Wegen der außergewöhnlich vielen Belege für mathematische Aussagen entstehe aber der Anschein der Notwendigkeit. Theorie/Mill.
Höffe I 348
Utilitarismus/Ethik/HöffeVsMill: Problem: Da Mill jede Art von apriorischen Aussagen ablehnt, kann er sie auch für die Ethik nicht zulassen. Eine erfahrungsfreie Begründung moralischer Verbindlichkeiten bleibt für ihn ausgeschlossen. Die Alternative, ein konsequenter Empirismus, schließt sich - im Gegensatz zu jeder «apriorischen» Oder «intuitionistischen Schule» - einer «induktiven Schule» der Ethik an. Da aber das utilitaristische Leitprinzip alles Handeln leiten soll, bildet es dessen Vorgabe, die Mill nicht aus der Erfahrung begründet, sodass sie den verfemten vorempirischen Charakter annehmen dürfte.

Höffe I
Otfried Höffe
Geschichte des politischen Denkens München 2016
Moral Durkheim Habermas IV 77
Moral/Durkheim/Habermas: a) These: Moral beginnt dort, wo die Bindung an eine wie immer geartete Gruppe beginnt. (1)
Habermas IV 78
b) Mead: In Anlehnung an Kant: ein moralisch handelndes Subjekt muss sich zwar einer Autorität unterwerfen, (…) aber doch so, dass es selbst die Verpflichtungen übernimmt und sich die moralischen Forderungen zu eigen macht. Das Individuum ist nicht einer äußerlichen Gewalt, sondern einer Ehrfurcht gebietenden Autorität ausgesetzt. MeadVsKant: Mead für die bindende Kraft der Verpflichtung gleichzeitig auf Zwang und Attraktion zurück. Das Moralisch Gute ist zugleich das Erstrebenswerte. Es könnte nicht als Ideal wirksam werden (…) wenn es nicht die Befriedigung realer Bedürfnisse in Aussicht stellte. (2)
Habermas IV 79
Das Heilige erweckt die gleiche ambivalente Haltung wie die moralische Autorität, denn das Heilige ist mit einer Aura umgeben, die gleichzeitig abschreckt und anzieht, terrorisiert und bezaubert. (3) Aus dieser strukturellen Analogie schließt Durkheim auf eine sakrale Grundlage der Moral.
Habermas IV 80
Moral/Durkheim: These: die moralischen Regeln beziehen ihre bindende Kraft letztlich aus der Sphäre des Heiligen. Das erklärt, warum sie Gehorsam finden, ohne dass sie mit äußeren Sanktionen verknüpft sind. (4) Problem: wie kann eine säkularisierte Moral dann Bestand haben? Sicher hat sie keinen Bestand, wenn die Säkularisierung eine Profanierung bedeutete. (Siehe Heiliges/Durkheim). Denn damit würde das moralische Grundphänomen des verpflichtenden Charakters zum Verschwinden gebracht, wie in allen empiristisch ansetzenden Ethiken.
DurkheimVsSpencer: in Spencers Ethik zeigt sich eine vollkommene Unkenntnis des Wesens der Verpflichtung. Für ihn ist die Strafe nichts anderes als die mechanische Folge der Handlung. Das aber heißt, die Merkmale der moralischen Obligation von Grund auf zu verkennen. (5)


1.E. Durkheim, Sociologie et philosophie, Paris 1951, German Frankfurt 1967, S.86f
2.Ebenda S. 96.
3.Ebenda S. 86
4.Ebenda S. 125
5.Ebenda S, 95

Durkheim I
E. Durkheim
Die Regeln der soziologischen Methode Frankfurt/M. 1984

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Moral Kant Stegmüller IV 299
Moral/Ethik/Kant: muss unbedingt gelten - > Kategorischer Imperativ. - Als hypothetische Imperative ("wenn Du das willst, tue...") wären sie überflüssig.
IV 429
Moral/Kant/Stegmüller: ist autonom: das moralisch Richtige ist in sich selbst richtig und verpflichtend - es kann kraft der praktischen Vernunft erkannt werden. - Jedes Vernunftwesen ist so kompetent, sich die moralischen Gebote selbst zu geben. - Wenn es göttliche Belohnung gäbe, würde Moral durch Eigeninteresse verdorben. - > Rawls: Schleier des Nichtwissens. -
IV 430
Gott/praktische Vernunft/Kant: dennoch fordert die Moral von uns, dass wir uns das höchste Gut zum Ziel setzen - daher muss eine von der Natur verschiedene Ursache der Natur gefordert werden. - Das höchste Gut ist in der Welt nur möglich, wenn eine oberste Ursache der Natur angenommen wird.
IV 431
Ausserdem ist die Unsterblichkeit notwendig, damit ein unendlicher Fortschritt zum ersten Glied des höchsten Gutes möglich ist. MackieVsKant: das ist ein falscher Übergang von "sollte" zu "müsste möglich sein".
IV 433
MackieVsKant: Die konsequente Anerkennung der Autonomie der Moral hätte ihn eher zu einer stoischen Auffassung bringen sollen: dass die Moral keiner anderen Glückseligkeit bedürfe als die des Bewusstseins der Rechtschaffenheit selbst.
Strawson V 134
Moral/Kant: brauchen wir, damit die Beschränkungen des Wissens nicht den Materialismus und Atheismus bestärken.
Vaihinger 306
Moral/Kant/Vaihinger: die theoretische Vernunft verbietet, eine moralische Weltordnung anzunehmen - die praktische Vernunft gebietet es, das Gute unbedingt zu tun.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Moral McGinn I 148
Moral/Kant: zur Moral brauche ich nichts weiter, als dass Freiheit sich nicht selbst widerspricht. ~ McGinn: die Moral hat es aber nicht nötig, dass die Freiheit weiter einzusehen wäre.
I 149
Werte/Transzendentaler Naturalismus/McGinn: Zusammenhang unserer Praxis von Lob und Tadel mit dem TN: Kant: äußert sich in etwa so: zu vernünftigem Lob und Tadel ist es nicht nötig, dass wir das Wesen der Willensfreiheit begreifen, sondern dass wir über ihre Existenz Bescheid wissen. McGinnVsKant: das ist sicher richtig, zieht aber unser Gefühl für Rechtfertigung in Zweifel.
Ethische Werturteile haben eine Grundlage, die für uns unklar und nicht recht greifbar ist, und darüber hinaus quer zu den in uns angelegten Kategorien des Verstandes verläuft.

McGinn I
Colin McGinn
Die Grenzen vernünftigen Fragens Stuttgart 1996

McGinn II
C. McGinn
Wie kommt der Geist in die Materie? München 2001
Moral Walzer Rorty II 83
Moral/WalzerVsKant/Walzer/Rorty: Def "dünne Moral": Kants universalistische Basis. - WalzerVsKant: diese gibt es nicht - dagegen: "dichte" Moral/Walzer: kulturell integriert - der Weg geht von anfänglich dichter zu dünner Moral.
II 85
WalzerVsKant: Loyalität vor Prinzipien - (laut Rorty).

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Natur Kant McDowell I 122f
Natur/Kant/McDowell: die Natur ist bei ihm gleich dem Reich der Naturgesetze. Er kennt nicht den Begriff der zweiten Natur, obwohl der sehr wohl den Begriff der Bildung kennt. Aber eben nicht als Hintergrund. Zweite Natur/McDowell: These: es gibt Vorschriften der Natur, egal ob man für sie empfänglich ist oder nicht. Das ist die Folge richtiger Erziehung. "Naturalismus der zweiten Natur", "Naturalisierter Platonismus".

Vollmer II 48
Def Natur/Kant: das Dasein der Dinge, sofern es nach allgemeinen Gesetzen bestimmt ist" - Natur/VollmerVsKant: unnötig eng und petitio principii: weil die Allgemeingültigkeit der Kategorien dadurch zu einer analytischen Konsequenz dieser Definition wird. - (Das ist zirkulär).



Gadamer I 56
Natur/Kant/Gadamer: Während der durch Rousseau belehrte Kant den allgemeinen Rückschluss von der Verfeinerung des Geschmacks am Schönen überhaupt auf das sittliche Gefühl ablehnt, ist es mit dem Sinn für die Schönheit der Natur nach Kant eine eigene Sache. Dass die Natur schön ist, weckt nur bei dem ein Interesse, der »vorher schon sein Interesse am Sittlich-Guten wohlgegründet hat«. Das Interesse am Schönen in der Natur ist also »der Verwandtschaft nach moralisch«. Indem es die absichtslose Übereinstimmung der Natur zu unserem von allem Interesse unabhängigen Wohlgefallen bemerkt, mithin eine wunderbare Zweckmäßigkeit der Natur für uns, weist es auf uns als auf den letzten Zweck der Schöpfung, auf unsere „moralische Bestimmung“.(1) >Interesse/Kant. Gerade weil wir in der Natur keine Zwecke an sich antreffen und dennoch Schönheit, d. h. eine Zweckmäßigkeit zum Zweck unseres Wohlgefallens, gibt uns Natur damit einen „Wink“, daß wir wirklich der letzte Zweck, der Endzweck der Schöpfung sind. Die Auflösung des antiken Kosmosgedankens, der dem Menschen im Allgefüge des Seienden seinen Platz gab
Gadamer I 57
und jedem Seienden seinen Zweck der Vollkommenheit, gibt der Welt, die aufhört, als eine Ordnung absoluter Zwecke schön zu sein, die neue Schönheit, für uns zweckmäßig zu sein. Sie wird „Natur“ deren Unschuld darin besteht, daß sie nichts vom Menschen und seinen geselligen Lastern weiß. Gleichwohl hat sie uns etwas zu sagen. Im Hinblick auf die Idee einer intelligiblen Bestimmung der Menschheit gewinnt die Natur als schöne Natur eine Sprache, die sie zu uns führt. >Kunstwerk/Kant.


1. I.Kant, Kritik der Urteilskraft, § 42
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Naturalisierte Erkenntnistheorie Stroud I 209
Skeptizismus/naturalisierte Erkenntnistheorie/ET/Stroud: S wird unvermeidlicher, je mehr wir die externe (distanzierte) Position einnehmen und Belege betrachten - es gibt keine unabhängige Information über die Welt - Bsp Raum mit Monitoren. - Gehirne im Tank/GIT - Kant: eine solche Unterscheidung zwischen Sinneserfahrung und anderem Wissen würde uns von der Welt abschneiden.
I 211
QuineVs: gilt nur für die traditionelle Erkenntnistheorie - Lösung: wir müssen nur eine "distanzierte" Position vermeiden. - QuineVsKant: so geht auch die Untersuchung des allgemeinen menschlichen Wissens!
I 211
Naturalisierte Erkenntnistheorie/QuineVsCarnap/Stroud: leugnet die Notwendigkeit eines externen Standpunkts - damit innen/außen-Problem vermieden.
I 214
QuineVsKant: kein a priori-Wissen.
I 250
Naturalisierte Erkenntnistheorie/NE/Wissen/Unterbestimmtheit/Skeptizismus/StroudVsQuine: Naturalisierte Erkenntnistheorie muss erklären: wie verursachen entferntere Ereignisse nähere? - wie wird unser überschießender Glaube verursacht? - aber das würde sie nicht erklären - (wie die "Lücke" zwischen Daten und Wissen überbrückt wird.) - Stroud: deshalb nicht, weil es gar keinen Sinn macht zu sagen, dass hier in einer Kausalkette eine Lücke klafft - dann kann man auch nicht von Unterbestimmtheit reden - dass ein Ereignis ein anderes "unterbestimmt". - ((s) Es gibt keine "Ursache, die nicht hinreichend" wäre.) Unterbestimmtheit/Quine: Bsp Wahrheiten über Moleküle sind unterbestimmt durch Wahrheiten über alltägliche Dinge.
Lücke/Stroud: Quine hat mit einer Lücke zu tun, weil er von Information ((s) Inhalt) spricht, nicht von bloßen Ereignissen.
I 251
Input/Stroud: der einzelne Input ist nicht "mager" - ((s) nur als Massenterm) - nicht mager, wenn er als Ereignis aufgefasst wird - also können wir bei Ereignissen nicht von Unbestimmtheit reden! StroudVsQuine: Problem: wenn der Input zu mager ist, erfordert der Übergang zum Überfließenden Output Bewusstsein - der "Beleg" muss auch einer sein!
I 253
Naturalisierte Erkenntnistheorie/KantVsQuine/StroudVsQuine: wir können nicht alle unsere Glauben als "Projektionen" betrachten. Und wir dürfen keine epistemische Priorität ((s) dass Sinneseindrücke näher an uns sind als die äußeren Gegenstände) annehmen.

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984
Naturalismus Rorty I 169
Naturalismus/Rorty: das Nachdenken der Psychologen über Stimuli und Reaktionen. (Das ist nicht philosophisch, weil es nicht nach Ursachen sucht.) (RortyVsKant: Kant verwechselt hier Grund und Ursache).
I 324
Def Naturalisierung: etwas zum Fundament erklären. >Naturalisierte Erkenntnistheorie.
VI 138
Def Naturalismus/Rorty: a) Es gibt keine Bewohner der Raum-Zeit, der nicht in einem einzigen Netz kausaler Beziehungen mit allen übrigen Bewohner verbunden wäre b) Jede Erklärung besteht darin, dass man dem Gegenstand in diesem Netz seine Stelle zuweist.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Negation Frege Chisholm II 181ff
Negation/Frege/Simons: Problem: negative Sachverhalte - Lösung: einfach zwei Wahrheitswerte (w/f) und eine Funktion, die die beiden vertauscht - WittgensteinVsFrege: Verbindung sollte nicht als Funktion dargestellt werden - Operator N: formt aus einem Satz seine konjugierte Negation: das Behauptete (die vorkommenden Variablen) sind falsch - Schreibweise: x^ alle Werte von x. - Negation/Simons: hat immer nur kleinste Reichweite: Atomsätze. - Operator N: negiert immer die Disjunktion, nie die Konjunktion, wegen Wittgensteins Bedürfnis nach Atomen. - Ontologie: bloß Komplexe und die Verben E! und N.
Frege IV 61
Negation/Verneinung/Urteil/FregeVsKant: dieser spricht von bejahenden und verneinenden Urteilen. - Das ist ganz unnötig - auch ein verneinendes Urteil ist ein einfaches Urteil.
IV 64
Verneinung/Negation/Frege: ist nicht gleichrangig mit dem Urteilen. - Es ist kein "entgegengesetzter Pol" zum Urteilen.
IV 69
Kennzeichnung/Nebensatz/Teilsatz/Name/Frege: Bsp "die Verneinung des Gedankens, daß 3 größer ist als 5" - dieser Ausdruck bezeichnet hier ein bestimmtes Einzelnes. - Dieses Einzelne ist ein Gedanke. - Der bestimmte Artikel macht den ganzen Ausdruck zu einem Einzelnamen, einem Vertreter eines Eigennamens.
IV passim
Gedanke/Frege: zu jedem Gedanken gehört seine Verneinung als selbständiger zweiter Gedanke. - Gedanken werden nicht ausgedacht sondern gefaßt. - Ihre Wahrheit ist nicht ihr Gedachtwerden. - Sie sind zeitlos, und zwar gerade, weil sie immer eine Zeitbestimmung mit sich führen müssen. - So wird aus "heute" "gestern" und aus "Ich" "Er" (zwei Gedanken). - Durch Ersetzung von "Pferd" durch "Mähre" ändert sich der Gedanke nicht, nur die Färbung.
Tugendhat II 66f
Negation/Frege: keine Eigenschaft - nicht immer mit Negationszeichen. - Bsp "Christus ist unsterblich" nicht an sich verneinend. - Das Negationszeichen betrifft nur den propositionalen Gehalt. - Beweis: Negation in Teilsätzen: behauptet wird nur der ganze Satz. - Im Teilsatz (nichtbehauptend) gehört das "nicht" von vornherein zum propositionalen Gehalt.
Tugendhat II 12
Proposition/Frege/Tugendhat: Negation bezieht sich immer auf den propositionalen Gehalt, nicht die Behauptung.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Normen Brandom I 83
Normen/Brandom: entstehen nicht aus gemeinschaftlichem Handeln, das gibt es nicht. - Gemeinschaft darf nicht personifiziert werden. - Immer geht es um einzelne Mitglieder.
I 84
Grundlegend: Ich-Du-Beziehung statt Ich-Wir-Beziehung. - Gemeinschaft: Frage: wie viel Übereinstimmung genügt? - Brandom: es gibt immer Autoritäten und Experten.
I 96
Normen/Brandom: entstehen aus unserem Tun, sie sind nicht Teil der Natur der Dinge.
I 105ff
Normen/Brandom: sind abhängig von Gemeinschaft: sie sind unsere Normen. - Begriffe: sind unabhängig von der Gemeinschaft, die Tatsachen entscheiden über sie. - Begriffe sind nichtdiskursiv: Diskussionen entscheiden nicht über sie.
I 867
Normen/Brandom: normative Einstellungen haben Vorrang- Festlegungen sind nicht von sich aus kausal wirksam. - Normen sind keine Gegenstände in der Kausalordnung. - Die Rede von Status kann nicht die Rede von tatsächlich eingenommenen Einstellungen ersetzen. - Was aus p folgt, kann nicht mit meiner tatsächlichen Kontoführung identifiziert werden. - Kontoführung: phänomenalistische Auffassung der Normen, aber das ist ein normativer Phänomenalismus.
I 898
Normen/Brandom: unsere eigenen Praktiken begegnen uns schon mit internen Normen - 1. Im Gewand deontischer Status: Festlegungen und Berechtigungen - (im Auge des Betrachters) - 2. Die Richtigkeiten selbst werden reflektiert (Kontoführung).
II 52
Normen/HegelVsKant: nicht nur noumenal sondern sozial verankert.
II 54
Normen/Hume: auf Wünsche zurückgeführt - BrandomVsHume: Erklärung durch Festlegung auf Muster praktischer Inferenz - d.h. Was ist ein Wunsch und was nicht?

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Öffentliches Gut Kant Höffe I 309
Öffentliches Gut/Gemeinschaftsgut/Kant/Höffe: Nach dem Völkerrechtslehrer Hugo Grotius (1583 - 1645), seiner wirkungsmächtigen Schrift Über das Kriegs- und Friedensrecht(1), ist die Erde samt ihren Früchten zunächst ein Gemeineigentum der Menschheit. Privateigentum entsteht durch eine vertragliche Übereignung gewisser Teile davon. LockeVsGrotius: Im Gegensatz dazu behauptet Locke, woran sich Rousseau im Gesellschaftsvertrag anschließt: Nach dem Vorbild von Ackerbau und Handwerk wird Eigentum durch Arbeit erworben, mit der man den Gegenstand bedürfnisgerecht herrichtet.
KantVsGrotius: Kant stimmt Lockes Ansicht zu, das primäre Eigentum entstehe nicht aus vertraglicher Übereinkunft, sondern aus einem ursprünglichen Erwerben. Die Arbeitstheorie hingegen lehnt er ab. Die Arbeit setze nämlich ein Material voraus, das mir schon gehören müsse, sodass sie keinen ursprünglichen Rechtstitel begründe.
Grundbesitz/Besiedelung: Kant kritisiert die verbreitete Vorstellung eines ursprünglich herrenlosen Bodens. In Wahrheit trifft der Ersterwerber nicht auf Niemandsland, sondern auf Gemeinbesitz, also nicht auf rechtsfreie Gegenstände,
Höffe I 310
sondern auf die Gemeinschaft aller Mitbesitzer. Auf die Frage, wie es dann zu einem Privateigentum kommen kann, antwortet Kant: nur einseitig, als Bemächtigung (Okkupation). VsKant: Kritiker sehen in dieser Ansicht die Parteinahme für ein Faustrecht. In Wahrheit handelt es sich bei der schlechthin ersten Bemächtigung nicht um das Einem-anderen-etwas-Wegnehmen, sondern um die ursprüngliche Aneignung von etwas, das bisher noch keiner Privatperson gehört.
Aufenthaltsrecht: Vor allen üblichen Rechtsakten haben die Menschen das Recht, dort zu sein, «wohin sie die Natur, oder der Zufall (ohne ihren Willen) gesetzt hat»(2).


1. H. Grotius, De jure belli ac pacis, 1625, II, Kap. 2-3
2. Kant, Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre § 13
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03
Ökologischer Imperativ Jonas Brocker I 609
Ökologischer Imperativ/Jonas: in Anlehnung an Kants Kategorischen Imperativ entwickelt Jonas einen „ontologischen Imperativ“, der im Sein selbst gründe. JonasVsKant: dessen Kategorischer Imperativ ist anders verortet. Def Ontologischer Imperativ/Jonas: „Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf der Erde“. „Gefährde nicht die Bedingungen für den indefiniten Fortbestand der Menschheit.“ (1)
Andernorts wird dieser Jonas‘sche Imperativ auch „Ökologischer Imperativ“ genannt.
Andere Formulierung von Jonas: „Handle so, dass die Folgen deines Tuns mit einem künftigen menschenwürdigen Dasein vereinbar sind, d.h. mit dem Anspruch der Menschheit, auf unbeschränkte Zeit zu überleben.“ (2)
Brocker: die Formulierungen zeigen, dass es Jonas nicht allein um das physische Überleben geht, sondern auch um die Qualität dieses Lebens (echtes menschliches Leben“).
((s)VsJonas: die Formulierungen sind jedoch, wenn man sie nicht sowieso zirkulär nennen will, schwächer als die Kants, denn es wird nicht auf ein Prinzip Bezug genommen.)
Lösung/Jonas: Jonas stellt Forderungen auf, die das individuelle wie das kollektive Leben fortan bestimmen müssten:
„Heuristik der Furcht“/Jonas: Ausgehend von einer »Heuristik der Furcht« (3) müsse jeder vor einer Handlung so viel Wissen als möglich über die denkbaren Konsequenzen und »Fernwirkungen« seines Tuns sammeln (4). Es müsse der schlechten Prognose stets Vorrang vor der guten eingeräumt werden.
Zur ethischen Begründung siehe Teleologie/Jonas, Ethik/Jonas, Menschheit/Jonas, Existenz/Jonas, Sein/Jonas.


1.Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation, Frankfurt/M. 1979, S. 36
2. Hans Jonas, »Warum wir heute eine Ethik der Selbstbeschränkung brauchen«, in: Elisabeth Ströker (Hg.), Ethik der Wissenschaften? Philosophische Fragen, München/Paderborn u. a. 1984, 75-86.
3. Jonas 1979, S. 8, 64
4. Ebenda S. 9, 28.


Manfred Brocker, „Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Jonas I
Hans Jonas
Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation Frankfurt 1979

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Pflicht Durkheim Habermas IV 75
Pflicht/Durkheim/Habermas: Durkheim These wir werden auf empirischem Wege den Begriff der Pflicht auf eine Weise definieren, der dem Kantischen Begriff sehr nahe ist. (1)
Habermas IV 78
MeadVsKant: Mead für die bindende Kraft der Verpflichtung gleichzeitig auf Zwang und Attraktion zurück. Das Moralisch Gute ist zugleich das Erstrebenswerte. Es könnte nicht als Ideal wirksam werden (…) wenn es nicht die Befriedigung realer Bedürfnisse in Aussicht stellte. (2)

1.E. Durkheim, Sociologie et philosophie, Paris 1951, German Frankfurt 1967, S. 85
2.Ebenda S. 96.

Durkheim I
E. Durkheim
Die Regeln der soziologischen Methode Frankfurt/M. 1984

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Phänomene Leibniz Holz I 128
Phänomen/LeibnizVsKant: darf nicht kantisch als vom Wesen getrennt aufgefasst werden! Vielmehr bildet der "mundus intelligibilis" die Grundlage für den "mundus sensibilis". Dieser ist auch keine Verdoppelung, sondern eine "Übersetzung".
Das Phänomenale ist das Substanzielle selbst, aber unter Bedingungen der Imagination, für die Räumlichkeit und Zeitlichkeit maßgeblich sind.


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Politik Sandel Brocker I 676
Politik/Prinzipien/SandelVsRawls/SandelVsKant/Sandel: Bezieht man die Dimension der Intersubjektivität mit ein, kann Politik nicht darin bestehen, einmal eine Reihe von Gerechtigkeitsprinzipien festzulegen, die dann für alle Zeiten gleichsam nur noch von Politik und Rechtsprechung verwaltet würden. Politik muss vielmehr in der ständigen, demokratischen Auseinandersetzung um das Gute des Gemeinwesens bestehen.
Brocker I 677
Damit steht Sandel in der Tradition des Aristotelismus bzw. des Republikanismus. (1) (RepublikanismusVsKant, RepublikanismusVsLiberalismus, AristotelesVsKant). HegelVsKant/Rothhaar: das ist auch ein Echo der Kritik Hegels an Kant: dieser vernachlässige die Intersubjektivität der Subjekte; für Kant sei das Subjekt letztlich am transzendentalen Subjekt ausgerichtet. (2) (Siehe Intersubjektivität/Sandel, Prinzipien/Rawls.)
Politik/Sittlichkeit/Sandel: Sandels Entwurf einer Politikphilosophie erinnert stark an das Konzept der “Sittlichkeit”, das Hegel in den Grundlinien der Philosophie des Rechts entwickelt. (3)
Der Raum des Politischen wäre dann der Raum der lebendigen Auseinandersetzung um das Gute und nicht ein Raum der apriorischen Formulierung von Gerechtigkeitsprinzipien.


1. Michael Sandel, Democracy’s Discontent. America in Search of a Public Philosophy, London/Cambridge Mass. 1996, S. 4-8.
2. Steven B. Smith, Hegel Critique of Liberalism. Rights in Context, London/Chicago 1991, S. 4.
3. Allen W. Wood, Hegel’s Ethical Thought, Cambridge/New York 1991, S. 202.


Markus Rothhaar, “Michael Sandel, Liberalism and the Limits of Justice” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Sand I
Michael Sandel
The Procedural Republic and the Unencumbered Self 1984

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Pragmatismus James Diaz-Bone I 68
Pragmatismus/James: der Begriff wird zum ersten Mal von James 1898 verwendet. Er beruft sich aber auf Peirce, 1878.
I 68f
Zeichen/Peirce/ VsKant: Vs Konstruktion vom transzendentalen Subjekt: Pragmatismus ist diejenige Methode, die erfolgreiche sprachliche und gedankliche Kommunikation und klare Ideen ermöglicht. Für Peirce ist jeder Gedanke Zeichen.
I 70
Pragmatismus/Peirce: voluntaristische Handlungstheorie. Def Voluntarismus: Wille als Grundprinzip des Seins.
I 76
Pragmatismus: wie ein Korridor in der Mitte vieler Zimmer, er gehört allen, die ihn benutzen. Begriff/Pragmatismus: Er hält alle Begriffe für Hypothesen. Verwendung ist immer persönlicher Entschluß.
I 78
Wir leben nicht um zu denken, sondern wir denken, um zu leben.
I 79
Wissenschaft/James: Wissenschaften, comon sense und einzelnes Bewusstsein haben eines gemeinsam: sie sollen die menschliche Anpassungsfähigkeit steigern.
I 88
PragmatismusVsKorrespondenztheorie: Übereinstimmung bei James weicht die Dichotomie wahr/falsch auf. (>Verwirklichung, >Anpassung).
I 102
VsPragmatismus: dass James Wahrheit mit Bewährung verwechsele: es kann niemals festgestellt werden, ob eine Beobachtung richtig übersetzt ist. (>Basissatzproblem).



James I
R. Diaz-Bone/K. Schubert
William James zur Einführung Hamburg 1996
Raum Kant I 85
Raum/Relationismus/Relationalismus/Leibniz: (laut Kant): besteht nur vermöge des gegenseitigen Verhältnisses der Dinge in ihm. - KantVsLeibniz: Gegen-Beispiel: Inkongruenz von rechter und linker Hand oder Spiegelbild - eine Umstülpung stellt hier nicht die Identität wieder her. ((s) Das müsste sie aber, wenn nur die Relationen eine Rolle spielten.) - ((s) Chiralität/VsRelationismus).
Strawson V 28
Raum/Zeit/Kant: Totalität: scheint uns eine Disjunktion aufzuzwingen: entweder begrenzt, es gibt ein letztes Element, oder unbegrenzt. - Da die Antinomien empirisch nicht entscheidbar sind, ist damit bestätigt, dass Raum und Zeit nur als Erscheinungen und nicht als Dinge an sich existieren. StrawsonVsKant: es ist nicht klar, dass es keine empirische Lösung gibt.
Stra V 48
Raum/Zeit/Kant: nicht von den Dingen produziert, sondern von den Subjekten - Raum und Zeit sind Bewusstseinszustände - Bewusstseinszustand: niederrangig, bloss Wirkung von Dingen, nicht deren Zustände.
V 49
Raum erwächst nicht aus Erfahrung, sondern Erfahrung setzt Raum voraus.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Raum Leibniz Holz I 132
Raum/Leibniz: ist die Ordnung. Er ist kein Ansichseiendes, sondern die Struktur einer materiellen Vielheit, die ihrerseits das eigentliche substantielle Ansich im sich selbst beschränkenden Wesen der ursprünglichen Kraft besitzt. Es gibt keinen (unendlichen) "leeren Raum". Die Vorstellung davon wäre eine zwecklose Handlung: arbeiten, ohne etwas damit zu tun. Für niemand ergäbe sich eine beobachtbare Veränderung.
Der Raum erscheint nur in der gegenseitigen Repräsentation.
Räumlichkeit ist etwas anderes als Raum.
Raum und Zeit sind etwas Ideales.
I 133
Raum außerhalb der Welt ist nur imaginär. (Schon die Scholastik vertrat diese Ansicht). Raum/Leibniz: die Anordnung der Dinge bewirkt in der Perzeption die Erscheinung von Raum.

Erscheinung/"wohlgegründet"/Leibniz: die Erscheinung von Raum ist "wohlgegründet" wenn sie auf die Vielheit der Dinge zurückbezogen wird.
Raum ist "imaginär" oder "ideal" wenn die Vielheit als Ansich isoliert von den Dingen gesehen wird. (s) z.B. als Menge?

Bewegung/Leibniz: etwas tritt an den Platz von etwas anderem. ((s) Nicht an die Stelle eines vorher "leeren Raums").
I 134
Das, was alle diese Plätze umfasst, heißt "der Raum". Dafür braucht man auch keine "absolute Realität" von Raum anzunehmen.
Raum/Zeit/LeibnizVsKant: Inbegriff möglicher Verhältnisse, aber nicht als Anschauungsformen, sondern real ontologisch als Strukturen des Verhältnisses der materiell Ansichseienden zueinander.

Ansich/Leibniz: ist die Kraft. Zwei Aspekte:
1. Intensional als Kraftpunkt
2. Extensional in den Wirkungen.


Lei II
G. W. Leibniz
Philosophical Texts (Oxford Philosophical Texts) Oxford 1998

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Realität Kant Strawson V 76
Realität/Wirklichkeit/StrawsonVsKant: warum sollten die Gegenstände des Bewusstseins nicht eine von diesem unterschiedene (unabhängige) Existenz haben, auch wenn sie Punkt für Punkt mit den Erlebnissen übereinstimmen?
Stra V 156
"Alles könnte anders sein"/StrawsonVsKant: der Begriff, dass alles mit Bezug auf den gegenwärtigen Zeitpunkt anders angeordnet sei, ist völlig leer (> Davidson: "Wenn sich herausstellte, dass alles anders ist..."; > Skeptizismus/Davidson). - Ebenso leer: die Annahme einer Veränderung in den externen zeitlichen Relationen.
Stra V 231
Wirklichkeit/Erscheinung/Kant: sinnlos zu bestreiten, dass es jenseits unserer Erfahrung etwas gibt, wie es für Blinde sinnlos wäre zu bestreiten, dass die Gegenstände noch weitere Eigenschaften haben - was wir bestreiten müssen ist, dass jeder weitere Aspekt der Wirklichkeit in irgendeiner Art systematischen Verbindung mit den Aspekten steht, die wir bereits kennen. Noumenale Welt/StrawsonVsKant unnötig, überhaupt Unerkennbares anzunehmen. - Stattdessen "bescheidenes Noumenon": das, was wir noch entdecken können.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Recht Kant Brocker I 670
Recht/Begründung/Kant: Kants Konzeption des Rechten beruht auf der Annahme eines transzendentalen Subjekts, dessen Befähigung zur moralischen Autonomie darin begründet liegt, dass es nicht Teil der von Naturgesetzen determinierten Erscheinungswelt ist und sich daher am Gedanken der Verallgemeinerbarkeit selbst orientieren kann, statt aufgrund seiner Neigungen, Triebe und Wünsche zu handeln. Transzendentales Subjekt/Kant: besitzt insofern rein formalen Charakter, als es weder bestimmte Inhaltliche Zwecke verfolgt, noch Präferenzen besitzt.
Subjektivität/Kant: diese Subjektivität ist frei und gleichwohl individuiert, als jedes transzendentale Subjekt sich rein auf sich selbst als Freiheitswesen bezieht.
RawlsVsKant: Rawls versucht, Kant ohne diese „metaphysischen“ (genauer gesagt transzendentalphilosophischen) Voraussetzungen zu reformulieren.
Brocker I 671
SandelVsRawls: dieser Versuch Rawls‘ scheitert, weil Rawls implizit eine Theorie des „Selbst“ zugrunde legen muss, die von Kants Theorie nicht wesentlich unterschieden ist. Kants Theorie und der deontologische Liberalismus sei nicht vor den Schwierigkeiten zu retten, die das kantische Subjekt mit sich bringt. (1) Transzendentales Subjekt/Rawls: Rawls „Schleier des Nichtwissens“ in einem angenommenen Ausgangszustand einer zu errichtenden Gesellschaft, bei dem die Menschen nicht wissen, welche Rolle sie später spielen werden, ist der Versuch, Kants transzendentales Subjekt ohne metaphysische Annahmen zu rekonstruieren. Siehe Schleier des Nichtwissens/Rawls.


1. Michael Sandel, Liberalism and the Limits of Justice, Cambridge/New York 1998 (zuerst 1982), S. 14.


Markus Rothhaar, “Michael Sandel, Liberalism and the Limits of Justice” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018



Höffe I 304
Recht/Letztbegründung/Kant/Höffe: [Kant erklärt]metaphysische Überzeugungen selbst für eine Rechts- und Staatstheorie, sofern sie philosophisch seinwill, als unverzichtbar.
Höffe I 306
Kant gliedert sein Moralsystem, die Metaphysik der Sitten, in zwei Teile: die Rechtslehre als Inbegriff dessen, was die Menschen einander schulden, und die Tugendlehre als Inbegriff der verdienstlichen Mehrleistungen. Für beide vertritt er ein allgemeines Gesetz von moralischem Rang. Beim allgemeinen Rechtsgesetz kommt es im Unterschied zum allgemeinen Tugendgesetz nicht auf die innere Triebfeder an, weshalb man das Rechtsgesetz zwar befolgen, das Befolgen aber nicht zur Maxime seiner Handlung machen muss. Der Rechtsmoral genügt die äußere Handlung, sofern man sie im Verhältnis zu den äußeren Handlungen anderer Personen, das heißt für Kant: anderer zurechnungsfähiger Wesen, betrachtet. Für das Recht zählt allein das äußere Zusammenleben, das in moralischer Bedeutung Sich einem streng allgemeinen Gesetz zu unterwerfen hat: «Handle äußerlich so, dass der freie Gebrauch deiner
Willkür mit der Freiheit von jedermann nach einem allgemeinen Gesetze zusammen bestehen könne»(1).
Zwang/Recht/Kant: Zum bloßen Begriff des Rechts, zeigt Kant schlüssig, gehört eine Zwangsbefugnis. Hier, im Gegensatz zu einem philosophischen Anarchismus, bestreitet Kant die Ansicht, zwischen Menschen dürfe es keinerlei Zwang geben.
KantVsLocke: In den moralisch erlaubten Zwang geht aber nicht wie in Lockes Naturzustand eine Strafbefugnis ein; es handelt sich nur um das Recht auf Unrechtsabwehr. Man darf beispielsweise einen Diebstahl verhindern oder sich das Diebesgut zurückholen, aber weder den Dieb verletzen noch sich mehr als das Gestohlene nehmen. >Eigentum/Kant, >Rechtsstaatlichkeit/Kant, >Staat/Kant.


1.Kant, Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre § C
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Reduktionismus Damasio Churchland II 486
KantVsReduktionismus: Das Selbst wird niemals erforscht werden, es ist nur in der höchst abstrakten Begrifflichkeit der "transzendentalen Apperzeption" zu denken. DamasioVsKant: wir haben eine viel sichere Grundlage in unserem Körper mit seiner Haut, seinen Knochen, seinen Muskeln, den Gelenken, inneren Organen usw.

Damasio I
Antonio R. Damasio
Descartes ’ Irrtum: Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn München 2004

Churla I
Paul M. Churchland
Matter and Consciousness Cambridge 2013

Churli I
Patricia S. Churchland
Touching a Nerve: Our Brains, Our Brains New York 2014

Churli II
Patricia S. Churchland
"Can Neurobiology Teach Us Anything about Consciousness?" in: The Nature of Consciousness: Philosophical Debates ed. Block, Flanagan, Güzeldere pp. 127-140
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996
Reflexion Hegel Gadamer I 348
Reflexion/Hegel/Gadamer: [Hegels Reflexionsphilosophie verdeutlichen wir an seiner] bekannte[n] Polemik(1) gegen Kants „Ding an sich“. Kant: Kants kritische Grenzsetzung der Vernunft hatte die Anwendung der Kategorien auf die Gegenstände möglicher Erfahrung beschränkt und das Ding an sich, das den Erscheinungen zugrunde liegt, für prinzipiell unerkennbar erklärt.
HegelVsKant: Hegels dialektische Argumentation wendet dagegen ein, dass die Vernunft, indem sie diese Grenze ziehe und die Erscheinung von dem Ding an sich unterscheide, diesen Unterschied in Wahrheit als ihren eigenen erweise. Sie gelange damit keineswegs an eine Grenze ihrer selbst, sondern sei vielmehr ganz bei sich selbst, indem sie diese Grenze setze. Denn das heiße, dass sie sie auch schon überschritten habe.
Grenze/Hegel: Was eine Grenze zur Grenze macht, schließt ja immer zugleich das ein, wogegen das durch die Grenze Eingegrenzte grenzt. Es ist die Dialektik der Grenze, nur zu sein, indem sie sich aufhebt.
Ding an sich/Hegel: So ist auch das Ansichsein, das das Ding an sich im Unterschied zu seiner Erscheinung charakterisiert, nur für uns an sich. Was sich an der Dialektik der Grenze in logischer Allgemeinheit zeigen
Gadamer I 349
lässt, spezifiziert sich für das Bewusstsein in der Erfahrung, dass das von ihm unterschiedene Ansichsein das Andere seiner selbst ist und dass es in seiner Wahrheit erst gewusst werde, wenn es als Selbst gewusst werde, d, h. im vollendeten absoluten Selbstbewusstsein sich selber wisse. >Hegel/Gadamer, >Anerkennung/Hegel. Gadamer: Die Polemik gegen den absoluten Denker ist selber ohne Position. Der archimedische Punkt, die Hegelsche Philosophie aus den Angeln zu heben, kann in der Reflexion nie gefunden werden. Das gerade macht die formale Qualität der Reflexionsphilosophie aus, dass es keine Position geben kann, die nicht in die Reflexionsbewegung des zu sich selbst kommenden Bewusstseins einbezogen ist. Das Pochen auf die Unmittelbarkeit - sei es die der leiblichen Natur, sei es die des Ansprüche stellenden Du, sei es die der undurchdringlichen Tatsächlichkeit des geschichtlichen Zufalls oder die der Realität der Produktionsverhältnisse - hat sich immer schon selbst widerlegt, sofern es selber kein unmittelbares Verhalten, sondern ein reflektierendes Tun ist.
Gadamer I 351
Platos mythische Widerlegung des dialektischen Sophisma, so einleuchtend sie scheint, [ist] für das moderne Denken nicht befriedigend. >Sophisten/Platon. HegelVsPlaton: Hegel kennt keine mythische Begründung der Philosophie. Vielmehr gehört ihm der Mythos zur Pädagogie. Am Ende ist es die Vernunft, die sich selber begründet. Indem Hegel die Dialektik der Reflexion dergestalt als die totale Selbstvermittlung der Vernunft durcharbeitet, ist er dem argumentativen Formalismus, den wir mit Plato sophistisch nannten, grundsätzlich überlegen. Seine Dialektik ist daher auch gegen die leere Argumentation des Verstehens, die er die „äußere Reflexion“ nennt, nicht minder polemisch wie der platonische Sokrates.


1. Hegel, Enzyklopadie der Philosophischen Wissenschaften, § 60

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Relationen Hume Deleuze I 121/122
Relation/KantVsHume: Relationen sind den Vorstellungen nicht äußerlich. HumeVsKant: jede Relation ist ihren Termen äußerlich - Bsp Gleichheit ist keine Eigenschaft der Figuren selbst - Bsp benachbarte und entfernte Figuren erklären nicht, was Nachbarschaft und Entfernung ist - Relation setzt eine Synthese voraus.
Raum/Zeit: im Geist nur Komposition, zur Relation durch Fiktion - Bsp Assoziation: schafft Relation, erklärt aber nicht, dass Entfernung eine Relation ist.
Deleuze I 135
Relationen/Hume: lassen sich nicht von der Erfahrung ableiten, sie sind Wirkungen der Assoziationsprinzipien - den Dingen äußerlich (Atomismus). KantVsHume: nicht äußerlich - Kant: daher kritische Philosophie statt Empirismus.
Deleuze I 139
KantVsHume: Relationen sind insofern von der Natur der Dinge abhängig, als die Dinge als Phänomene eine Synthese voraussetzen, die sich aus derselben Quelle speist wie die Synthese der Relationen. - Deshalb ist die Kritische Philosophie kein Empirismus. - Es gibt ein a priori, d.h. die Einbildungskraft ist produktiv.
Deleuze I 145
Kausalität/Hume: ist die einzige Beziehung, aus der sich etwas schließen lässt.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

Deleuze I
Gilles Deleuze
Felix Guattari
Was ist Philosophie? Frankfurt/M. 2000

Hum I
G. Deleuze
David Hume , Frankfurt 1997
Relevanz Leeds I 381f
Relevanz/Eindeutigkeit/Rolle/Erklärung/Wahrheit/Leeds: die Uneindeutigkeit von T zeigt aber nicht, dass T keine entscheidende Rolle spielt - es zeigt nur, dass andere, wahrheits-ähnliche Relationen gleich wichtig sind. Analogie zur Metrik: dass man Physik in Nicht-Standard-Raumzeit aufstellen kann, zeige nicht, dass Erklärungen, die von Metrik Gebrauch machen keine Erklärungen wären.
Erklärung/LeedsVs: das ist eine schlechte Analogie: der Grund, warum Physiker eine bestimmte Erklärung bevorzugen ist, dass es hier einen wohlverstandenen Sinn gibt, in dem konkurrierende Erklärungen als wesentlich äquivalent betrachtet werden können. - falsche Erklärung: "Die meisten Sätze unserer Theorie sind T": das ist ganz leer: Angenommen, die Theorie ist konsistent und unvollständig - dann würde folgen, dass sie als "wahr" herauskommt unter verschiedenen inkompatiblen W-Prädikaten. - "Erfolg" wäre dann, irgendeins der W-Prädikate zu akzeptieren. - Wenn wir die Atomphysik schon akzeptieren, brauchen wir keine W-Theorie die erklärt, warum die Atomphysik funktioniert.
Lösung/Leeds: das richtige Explanandum ist nicht, dass einige Theorien funktionieren, sondern, dass wir (zufällig?) einige Theorien haben, die funktionieren. - Pointe: T könnte doch noch wichtig werden: nur nach T wäre es kein Zufall.
I 384
Falsch: Wahrheit dann in Begriffen unserer Methode zu definieren. LeedsVsKant: das wäre wie seine Kopernikanische Wende: wir könnten beliebig unser Schema wechseln. - Problem: 1. Dann könnten wir nicht mehr sagen, dass unsere Induktion uns auch schaden könnte-
2. Wir könnten nicht mehr sagen, dass unsere Theorien erfolgreich sind weil sie wahr sind.

Leeds I
Stephen Leeds
"Theories of Reference and Truth", Erkenntnis, 13 (1978) pp. 111-29
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994
Religion Parsons Habermas IV 379
Religion/Systemtheorie/Parsons/Habermas: Parsons nimmt kursorisch auf die drei Kantischen Kritiken Bezug und begreift sie als Versuche, die transzendentalen Bedingungen für die Objektivation der äußeren Natur (unter kognitiv-instrumentellen Gesichtspunkten), für die Konstitution der Handlungszusammenhänge (unter moralisch-praktischen Gesichtspunkten) und für den nicht-objektivierenden Umgang mit der eigenen inneren Natur (unter ästhetischen Gesichtspunkten) zu rekonstruieren. (1) Religion/ParsonsVsKant: Religion lässt sich dann auch innerhalb der Grenzen der Vernunft interpretieren, wenn sie das hybride Ergebnis einer Vergegenständlichung transzendentaler Ordnungsleistungen ist. Das genügt Parsons aber nicht. (2)
Habermas IV 380
Das System der Ordnungsleistungen muss derart in eine System der obersten Kontrollwerte oder der finalen Strukturen umgedeutet werden, dass es als eine Welt von supraempirischen Entitäten mit anderen Welten interagieren kann. HabermasVsParsons: Wie bei Comte und den St. Simonisten, so mündet auch bei Parsons in den ohnmächtigen Versuch, für die sozialintegrativen Funktionen einer in ihrer Substanz angegriffenen Religion einen gesellschaftstheoretischen Ersatz zu schaffen. (3).


1.T. Parsons, Action Theory and Human Condition, NY 1978, S. 370f.
2.Ebenda S. 371
3. A.W. Gouldner, The Coming Crisis of Sociology, NY, 1974; (German) Hamburg 1974, S. 300ff.

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Republik Kant Höffe I 314
Republik/Kant/Höffe: [Die Republik ist] durch drei Prinzipien(1) definiert - durch - die Freiheit der Mitglieder,
- die Abhängigkeit von einer gemeinsamen Gesetzgebung und
- der Gleichheit der Staatsbürger.
Höffe: [Damit] entspricht eine Kantische Republik weitgehend einer freiheitlich-rechtsstaatlichen Demokratie.
Höffe I 316
Frieden/Kant: These: der globale Friedensbund [wird] vor allem durch zwei Antriebskräfte befördert werde, durch die Erfahrung mit den Schrecken des Krieges und durch die Errichtung von Republiken, denn weil deren Bürger die Kriegslasten zu tragen hätten, seien sie «ihrer Natur nach zum ewigen Frieden geneigt». HöffeVsKant: Da rechtsstaatliche Demokratien das Selbstinteresse ihrer Bürger anerkennen, werden sie zwar, wie Kant sagt, «sich sehr bedenken, ein so schlimmes Spiel anzufangen». Sie sind ohne Zweifel friedensgeneigt und kriegszögerlich, denn wenige Kriege versprechen einen Per-saldo-Vorteil. Grundsätzlich kriegsfeindlich und ebenso grundsätzlich friedfertig sind sie aber kaum.


1. Kant, Zum ewigen Frieden, 1795
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03
Reziprozität Rawls I 103
Reziprozität/Rawls: Bsp zwei repräsentative Menschen in einer Gesellschaft, A sei weniger, B stärker begünstigt. A kann die Vorteile, die B zukommen, akzeptieren, wenn dies seine eigenen Erwartungen verbessert. Wäre B nicht in seiner Position, ginge es A noch schlechter. Das legt ein Schema der sozialen Kooperation voraus, ohne das niemand ein befriedigendes Leben hätte. Differenzprinzip/Rawls: sichert, dass alle dieser Kooperation zustimmen. (Siehe Differenzprinzip/Rawls).
I 291
Reziprozität/Sparen/Generationengerechtigkeit/Rawls: die Generationen sollen sich fragen, wieviel sie bereit sind, anzusparen, wenn alle anderen dasselbe tun. Dadurch sollen sie ein Prinzip des gerechten Sparens aufstellen, dass für alle gilt.
I 288
Einzig die Angehörigen der allerersten Generation profitieren nicht davon, aber niemand weiß in der Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft, zu welcher Generation er gehört.
I 290
Reziprozität/Rawls: Das Prinzip der Reziprozität wird meist angewendet, wenn es um einen Ausgleich von Vorteilen geht. Aber man kann der früheren Generation nichts zurückgeben. Das ist der Spezialfall für die Reziprozität beim Sparen.
I 291
Alexander Herzen und auch Kant beklagten die Ungerechtigkeit, dass die Späteren von den Leistungen der Früheren profitieren, ohne etwas zurückzugeben. RawlsVsKant/RawlsVsHerzen: diese Gefühle sind fehl am Platze: die Relation ist asymmetrisch, aber das ist zu beheben. Zunächst stellt sich die Frage der Gerechtigkeit wegen der zeitlichen Erstreckung in nur einer Richtung gar nicht. Was gerecht oder ungerecht sein kann ist die Weise, wie Institutionen mit dieser Situation und mit historischen Möglichkeiten umgehen. Wenn nun alle Generationen mit Ausnahme der ersten profitieren, und jeder von seinen Vorfahren erbt, muss nur ein gerechtes Spar-Prinzip gewählt werden, das sicherstellt, dass Spätere auch von seinen Leistungen profitieren. Die einzige Reziprozität zwischen Generationen ist virtuell. Die Einzelheiten kann jede Generation jedoch für sich selbst regeln.
I 292
Lösung/Rawls: Individuen als Teil einer Familienlinie anzunehmen, die sich fortsetzt. Das weitere wird von den beiden Prinzipien der Gerechtigkeit geregelt.
I 293
Kein Benachteiligter aus irgendeiner Generation kann sich dann beklagen, dass andere nicht ihren Teil beitragen. Menschen in verschiedenen Generationen haben Pflichten und Verpflichtungen einander gegenüber wie es Zeitgenossen haben. Die gegenwärtige Generation kann nicht tun was ihr beliebt sondern muss sich so verhalten, wie die Prinzipien es vorschreiben, die in der Anfangssituation gewählt würden, in der niemand weiß, welche Rolle er selbst spielt.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Schönheit Gadamer I 481
Schönheit/Gadamer: Philosophie: Der Begriff des Schönen, der im 18. Jahrhundert mit dem des Erhabenen die zentrale Stellung innerhalb der ästhetischen Problematik zu teilen hatte und der im Laufe des 19. Jahrhunderts durch die ästhetische Kritik am Klassizismus vollends eliminiert werden sollte, war bekanntlich ehedem ein universaler metaphysischer Begriff und hatte innerhalb der Metaphysik, d. h. der allgemeinen Lehre vom Sein, eine Funktion, die keineswegs auf das Ästhetische im engeren Sinne beschränkt war.
Hermeneutik/Gadamer: Es wird sich zeigen, dass dieser alte Begriff des Schönen auch einer
umfassenden Hermeneutik zu dienen vermag, wie sie uns aus der Kritik an dem Methodologismus der Geisteswlssenschaften erwachsen ist.
Etymologie: Das griechische Wort für das deutsche „schön« heißt kalon. Zwar gibt es dazu keine völligen Entsprechungen im Deutschen, auch nicht, wenn wir das Vermittelnde pulchrum heranzögen. Aber das griechische Denken hat eine gewisse Determination auf die Bedeutungsgeschichte des deutschen Wortes ausgeübt, so dass wesentliche Bedeutungsmomente beiden Worten gemeinsam sind. Mit dem Zusatz „schön“ unterscheiden wir von dem, was wir Technik nennen, d. h. von „mechanischen“ Künsten, die Nützliches herstellen. Ähnlich ist es
mit Wortverbindungen wie: schöne Sittlichkeit, schöne Literatur, schöngeistig us w. In all diesen Verwendungen steht das Wort in einem ähnlichen Gegensatz wie das griechische kalon zum Begriff des chresimon. Alles, was nicht zum Notwendigen des Lebens gehört, sondern das Wie des Lebens,
das eu zen betrifft, also all das, was die Griechen unter Paideia verstanden, heißt kalon. Die schönen Dinge sind solche, deren Wert für sich selbst einleuchtet. Man kann nicht nach dem Zweck fragen, dem sie dienen.
I 483
Natur/Schönheit/Gadamer: Wie man sieht, ist eine solche Bestimmung des Schönen eine universale ontologische. Natur und Kunst bilden hier keinerlei Gegensatz, Das heißt natürlich, dass gerade auch im Hinblick auf Schönheit der Vorrang der Natur unbestritten ist. Die Kunst mag innerhalb des Gestaltganzen der Naturordnung ausgesparte Möglichkeiten künstlerischer Gestaltung wahrnehmen und auf diese Weise die schöne Natur der Seinsordnung perfektionieren. Aber das bedeutet keineswegs, dass in erster Linie in der Kunst „Schönheit“ anzutreffen ist. Solange die Ordnung des Seienden als selber göttlich oder als Gottes Schöpfung verstanden wird - und das letztere gilt bis ins 18. Jahrhundert hinein - kann auch der Ausnahmefall der Kunst nur im Horizont dieser Seinsordnung verstanden werden.
(...) erst mit dem 19, Jahrhundert [legt sich] die ästhetische Problematik (...) auf den Standpunkt
der Kunst um (...). (...) dem [liegt] ein metaphysischer Vorgang zugrunde (...). Eine solche Umlegung auf den Standpunkt der Kunst setzt ontologisch eine gestaltlos gedachte bzw. eine von mechanischen Gesetzen regierte Seinsmasse voraus. Der menschliche Kunstgeist, der aus mechanischer Konstruktion Nützliches bildet, wird auch alles Schöne schließlich von dem Werk seines eigenen Geistes her verstehen.
I 484
Ordnung/Maß/Rationalität/Ästhetik/KantVsSubjektivismus: So unbefriedigend uns die durch Kant angebahnte Entwicklung zum Subjektivismus in der neueren Ästhetik erschien, Kant hat die Unhaltbarkeit des ästhetischen Rationalismus überzeugend erwiesen. >Ästhetik/Kant. GadamerVsKant: Nur ist es eben nicht richtig, die Metaphysik des Schönen allein auf die Maßontologie und die teleologische Seinsordnung zu gründen, auf die sich der klassizistische Schein der rationalistischen Regelästhetik letztlich beruft. Die Metaphysik des Schönen fällt in
Wahrheit mit solcher Anwendung des ästhetischen Rationalismus nicht zusammen. Der Rückgang auf Plato lässt vielmehr noch eine ganz andere Seite am Phänomen des Schönen kenntlich werden, und diese ist es, die uns für unsere hermeneutische Fragestellung interessiert. >Schönheit/Platon.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Schönheit Kant Gadamer I 50
Schönheit/Kant/Gadamer: die Lehre Kants von der freien und anhängenden Schönheit(1) [ist] merkwürdig und vielumstritten. Kant diskutiert hier den Unterschied des „reinen“ und des „intellektuierten“ Geschmacksurteils, der dem Gegensatz der "freien" und der (einem Begriffe) „anhängenden“ Schönheit entspricht. Reine Schönheit des reinen Geschmacksurteils/Kant: Bsp die freie Naturschönheit und - im Bereich der Kunst - das Ornament.
„Anhängende“ (begrifflich bestimmte) Schönheit/Kant: Bsp Mensch, Tier, Gebäude.
Gadamer I 51
Gadamer: (...) so ist damit indirekt umschrieben, was alles ein „Objekt unter einem bestimmten Begriffe« vorstellt und deshalb zur bedingten, unfreien Schönheit zu zählen ist: das ganze Reich der Poesie, der bildenden Kunst und der Baukunst, ebenso wie alle Naturdinge, die wir nicht derart auf ihre Schönheit allein hin ansehen wie die Zierblume. >Kunstwerk/Kant, >Naturschönes/Hegel.
Gadamer I 52
Begriffliche Schönheit/Kant/Gadamer: (...) gewiss ist nicht dort von Schönheit die Rede, wo ein bestimmter Begriff des Verstandes durch die Einbildungskraft schematisch versinnlicht wird, sondern nur da, wo die Einbildungskraft mit dem Verstande in freier Übereinstimmung ist, d. h. wo sie produktiv sein kann. Aber dies produktive Bilden der Einbildungskraft ist am reichsten nicht dort, wo sie schlechthin frei ist, (...) sondern dort, wo sie in einem Spielraum lebt, den das Einheitsstreben des Verstandes ihr nicht so sehr als Schranke aufrichtet, wie zur Anregung ihres Spieles vorzeichnet.
Ideal der Schönheit/Kant: Ein Ideal der Schönheit gibt es (...) nur von der menschlichen Gestalt: in dem ‚Ausdruck des Sittlichen‘ „ohne welches der Gegenstand nicht allgemein gefallen würde«. Beurteilung nach einem Ideale der Schönheit ist dann freilich, wie Kant sagt, kein bloßes Urteil des Geschmacks.
Gadamer I 53
Nur von der menschlichen Gestalt, gerade weil sie allein einer durch einen Zweckbegriff fixierten Schönheit fähig ist, gibt es ein Ideal der Schönheit! Diese von Winckelmann und Lessing(2) aufgestellte Lehre gewinnt in Kants Grundlegung der Ästhetik eine Art Schlüsselstellung. Denn gerade an dieser These zeigt sich, wie wenig eine formale Geschmacksästhetik (Arabeskenästhetik) dem kantischen Gedanken entspricht.
Normalidee/Kant: Die Lehre vom Ideal der Schönheit gründet sich auf die Unterscheidung von Normalidee und Vernunftidee Oder Ideal der Schönheit. Die ästhetische Normalidee findet sich bei allen Gattungen der Natur. Wie ein schönes Tier (...) auszusehen hat, das ist ein Richtmaß der Beurteilung des einzelnen Exemplars. Diese Normalidee ist also eine einzelne Anschauung der Einbildungskraft als das »zwischen allen einzelnen Individuen schwebende Bild der Gattung«. Aber die Darstellung solcher Normalidee gefällt nicht durch Schönheit, sondern bloß, »weil sie keiner Bedingung, unter welcher allein ein Ding dieser Gattung schön sein kann, widerspricht«. Sie ist nicht das Urbild der Schönheit, sondern bloß der Richtigkeit.
Menschliche Gestalt: Das gilt auch von der Normalidee der menschlichen Gestalt. Aber an der
menschlichen Gestalt gibt es ein wirkliches Ideal der Schönheit in dem „Ausdruck des Sittlichen“. (...) man nehme das zusammen mit der späteren Lehre von den ästhetischen Ideen und der Schönheit als Symbol der Sittlichkeit. Dann erkennt man, daß mit der Lehre vom Ideal der Schönheit auch der Ort für das Wesen der Kunst vorbereitet ist.
Gadamer I 54
Gadamer: Was Kant sagen will, ist offenbar dies, daß bei der Darstellung der menschlichen Gestalt der dargestellte Gegenstand und das, was als künstlerischer Gehalt in dieser Darstellung zu uns spricht, eines sind. Es kann keinen anderen Gehalt dieser Darstellung geben, als schon in Gestalt und Erscheinung des Dargestellten zum Ausdruck kommt.
Gadamer I 55
Ideale/Kant/Gadamer: Gerade mit jener klassizistischen Unterscheidung von Normalidee und Ideal der Schönheit vernichtet Kant die Grundlage, von der aus die Vollkommenheitsästhetik in der vollendeten Sinnfälligkeit jegliches Seienden seine unvergleichbar einzigartige Schönheit findet. Jetzt erst vermag „die Kunst“ zu einer autonomen Erscheinung zu werden. >Kunst/Kant, >Kunst/Hegel.
Gadamer I 492
Schönheit/Kant/Gadamer: Kants grundlegende Bestimmung des ästhetischen Wohlgefallens als eines interesselosen Wohlgefallens meint nicht nur das Negative, dass der Gegenstand des Geschmacks weder als nützlich gebraucht, noch als gut begehrt wird, sondern sie meint positiv, dass das „Dasein“ dem ästhetischen Gehalt des Wohlgefallens, dem „reinen Anblick“ nichts hinzufügen kann, weil eben das ästhetische Sein Sichdarstellen ist. Moral: Erst vom moralischen Standpunkt aus gibt es ein Interesse am Dasein des Schönen, z. B. an dem Gesang der Nachtigall, dessen täuschende Nachahmung nach Kant etwas moralisch Beleidigendes ist.
Wahrheit/GadamerVsKant: Ob aus dieser Verfassung des ästhetischen Seins wirklich folgt, dass
Wahrheit hier nicht gesucht werden dürfe, weil hier nichts erkannt werde, ist freilich die Frage, Wir haben in unseren ästhetischen Analysen die Enge des Erkenntnisbegriffs bezeichnet, der Kants Fragestellung hier bedingt, und hatten von der Frage nach der Wahrheit der Kunst aus den Weg in die Hermeneutik gefunden, in der sich Kunst und Geschichte für uns zusammenschlossen. >Hermeneutik/Gadamer.


1. Kant, Kritik der Urteilskraft, § 16ff.
2. Lessing, Entwürfe zum Laokoon Nr. 20 b; in Lessings Sämtl. Schriften ed. Lachmann, 1886ff., Bd. 14, S. 415.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Selbstbewusstsein Castaneda Frank I 211ff
Selbstbewusstsein/Fichte: alles Bewusstsein schließt Selbstbewusstsein ein - CastanedaVs: Vermischung von externer (gegen andere) und interner (der flüchtigen Iche untereinander) Reflexivität - CastanedaVsKant: nicht Apperzeption, sondern umgekehrt! - kein Ich ist nacktes isoliertes Individuum, sondern Sammelpunkt von Verbindungen - Scheinproblem: wie man zugleich Subjekt und Objekt der Selbstreflexion sein könnte: geht von einem falschen monolithischen Selbst aus.
I 231f
Selbstbewusstsein/Castaneda: beruht auf einer Basis von Überzeugungen, die aus einer Hierarchie von Kräften, Dispositionen und Neigungen besteht. - Unterste Stufen: metaphysisch, Selbstverständlichkeiten - postuliert unendlich viele Aspekte.

Hector-Neri Castaneda (1989): Self-Consciousness, I-Structures and
Physiology, in: Manfred Spitzer/Brendan A. Maher (eds.) (1989): Philosophy and Psychopathology, Berlin/Heidelberg/New York 1989, 118-145

Cast I
H.-N. Castaneda
Phenomeno-Logic of the I: Essays on Self-Consciousness Bloomington 1999

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Selbstbewusstsein Kant Strawson V 22
Selbstbewusstsein/Kant: dafür müssen wir zwischen Folgen unserer Erfahrung und Folgen von Gegenständen der Erfahrung unterscheiden können.
Stra V 215
Selbstbewusstsein/Kant: a) "ursprüngliches": bloß Denken nicht Anschauen - b) empirisches Selbstbewusstsein. StrawsonVsKant: das sind nur Zaubersprüche, wenn wir auf "erscheinen" keine Zeitform anwenden dürfen, wir sollen wir es dann verstehen? - soll es unzeitlich der Fall sein, dass etwas zeitlich erscheint? - alter Glaube, dass Vernunft unzeitlich sei und dennoch in uns.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Skeptizismus Kant Stroud I 128
Skeptizismus/Kant: es bleibt ein Skandal der Philosophie, dass die Existenz der Dinge außerhalb von uns allein aufgrund von Glauben akzeptiert werden muss. KantVsDescartes: die Relation zwischen philosophischer Frage und Alltagswissen ist indirekter und komplexer als er dachte - ((s) Aber für Kant ist die Wahrnehmung äußerer Dinge sehr direkt.)
Stroud I 136
KantVsSkeptizismus: zwei Stufen: 1. Äußere Dinge beweisen (hat Moore geschafft) - 2. Die allgemeine Möglichkeit solcher Beweise zeigen -
Stroud I 138
Stroud: Problem: wir haben noch keinen bestimmten Wortlaut (Satz) mit dem Kant seinen Realismus formulieren würde und den Moore beweisen könnte.
Stroud I 142
Alltagswissen ist unproblematisch, vollständig und muss nicht bewiesen werden.
Stroud I 140
Skeptizismus/KantVsSkeptizismus: kann nie zu einer Konklusion gelangen aufgrund der von ihm selbst akzeptierten Prämissen.
Stroud I 147
KantVsDescartes: dieser geht nicht tief genug und verlässt sich zu stark auf "Zeugnisse" - (Belege, Beweise) - wichtiger: die Bedingungen der Möglichkeit - > Davidson: Kant: keine Untersuchung unseres Wissens könnte zeigen, dass wir immer etwas anderes wahrnehmen als die unabhängigen Objekte, die wir um uns herum annehmen. Lösung/Kant: "Kopernikanische Wende": Idealität aller Erscheinungen. - Wir haben nur davon direktes Bewusstsein, was zu uns gehört. Unsere Wahrnehmung hängt von unserem Vermögen ab. - Falsch: dass unsere Erfahrung den Dingen gemäß sein müsste, sondern umgekehrt.
Stroud I 149
Äußere Dinge/Gegenstände/Welt/Realität/Kant/Stroud: alle unsere Wahrnehmung, ob innere oder äußere, und alle "äußeren Objekte der Wahrnehmungen... müssen wir als Repräsentationen betrachten, von dem, wovon wir unmittelbar bewusst werden können. - ((s) Das Ding ist also die Repräsentation unseres Bewusstseins. - > Transzendentaler Idealismus - begründet den a priori-Charakter unseres Wissens von Raum und Zeit (Geometrie) - Daher können die Dinge nicht unabhängig von unseren Gedanken und Erfahrungen existieren.
Stroud I 163
StroudVsKant: dass wir uns unserer Erfahrungen bewusst sein müssen, ist die Wiederkehr der "epistemischen Priorität" (von Descartes).
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984
Sparen Rawls I 291
Sparen/Generationengerechtigkeit/Reziprozität/Rawls: die Generationen sollen sich fragen, wieviel sie bereit sind, anzusparen, wenn alle anderen dasselbe tun. Dadurch sollen sie ein Prinzip des gerechten Sparens aufstellen, dass für alle gilt.
I 288
Einzig die Angehörigen der allerersten Generation profitieren nicht davon, aber niemand weiß in der Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft, zu welcher Generation er gehört.
I 289
Das Prinzip des gerechten Sparens zwingt aber nicht dazu, auf ewig weiter zu sparen. Details sind zu späteren Zeitpunkten zu klären. Jede Generation hat ihre eigenen, angemessenen Ziele. Generationen sind einander ebenso wenig unterworfen wie Individuen es sind. Keine Generation hat besondere Ansprüche.
I 290
Sparen/Sparrate/Wohlstand/Rawls: das letzte Stadium einer Gesellschaft muss keines des Überflusses sein. Das Prinzip der Gerechtigkeit fordert nicht frühere Generationen zu sparen, damit spätere mehr haben. Vielmehr geht es beim Sparen um die Ermöglichung einer besseren Ausprägung einer gerechten Gesellschaft und gleicher Freiheiten. Wenn mehr angespart wird, ist es für andere Zwecke. Es wäre ein Missverständnis zu denken, die Verwirklichung einer guten und gerechten Gesellschaft müsse warten bis ein hoher Lebensstandard erreicht ist. Reziprozität/Rawls: Das Prinzip der Reziprozität wird meist angewendet, wenn es um einen Ausgleich von Vorteilen geht. Aber man kann der früheren Generation nichts zurückgeben. Das ist der Spezialfall für die Reziprozität beim Sparen.
I 291
Alexander Herzen und auch Kant beklagten die Ungerechtigkeit, dass die Späteren von den Leistungen der Früheren profitieren, ohne etwas zurückzugeben. (Kant „Idea for a Universal History with a Cosmopolitan Purpose“, Zitiert aus Hans Reiss (ed.) Kant, Political Writings, Cambridge, 1970, p. 44.; Zitat A. Herzen aus Isaiah Berlin’s Einführung zu Franco Venturi, Roots of Revolution, New York, 1960 p. xx.) RawlsVsKant/RawlsVsHerzen: diese Gefühle sind fehl am Platze: die Relation ist asymmetrisch, aber das ist zu beheben. Zunächst stellt sich die Frage der Gerechtigkeit wegen der zeitlichen Erstreckung in nur einer Richtung gar nicht. Was gerecht oder ungerecht sein kann ist die Weise, wie Institutionen mit dieser Situation und mit historischen Möglichkeiten umgehen. Wenn nun alle Generationen mit Ausnahme der ersten profitieren, und jeder von seinen Vorfahren erbt, muss nur ein gerechtes Spar-Prinzip gewählt werden, das sicherstellt, dass Spätere auch von seinen Leistungen profitieren. Die einzige Reziprozität zwischen Generationen ist virtuell. Die Einzelheiten kann jede Generation jedoch für sich selbst regeln.
I 292
Spargerechtigkeit/Gerechtes Sparen/Rawls: wir nehmen die fiktive Anfangssituation einer zu errichtenden Gesellschaft als Gegenwart und uns selbst als Teilnehmer an. Diese Situation beinhaltet Angehörige aller möglichen Generationen. Niemand weiß, welcher Generation er selbst angehört. So gibt es für niemand einen Grund, zu sparen – entweder haben frühere Generationen gespart oder nicht. Daran kann man jetzt nichts ändern.
Lösung/Rawls: Individuen als Teil einer Familienlinie anzunehmen, die sich fortsetzt. Das weitere wird von den beiden Prinzipien der Gerechtigkeit geregelt. (Siehe Prinzipien/Rawls.) So wie das erste Gerechtigkeitsprinzip und das Prinzip der fairen Chancengleichheit die Anwendung des Differenzprinzips (siehe Differenzprinzip/Rawls) innerhalb einer Generation begrenzt, so begrenzt das Prinzip des gerechten Sparens seine Anwendung zwischen den Generationen.
I 293
Kein Benachteiligter aus irgendeiner Generation kann sich dann beklagen, dass andere nicht ihren Teil beitragen.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Staat Hegel Mause I 47
Staat/Gesellschaft/Hegel: Hegel rekonstruiert das Verhältnis der sozialen Ordnung des Marktes zur politischen Ordnung des konstitutionell-monarchischen Staates im Rahmen einer Theorie moderner „Sittlichkeit“ (1), die er anhand der drei institutionalisierten Sozialisations- und Handlungssphären der „Familie“, der „bürgerlichen Gesellschaft“ und des „Staates“ beschreibt. (2)
I 48
Bürgerliche Gesellschaft/Hegel: diese bezeichnet Hegel als „Not- und Verstandesstaat“ (3), den er vom „Staat“ als „Wirklichkeit der sittlichen Idee“ (4), also vom ‚Staat‘ des dritten Sittlichkeits-Abschnitts, unterscheidet. (5) HegelVsRousseau: Hegel rekonstruiert den monarchisch-konstitutionellen Staat als überindividuellen sittlichen Kommunikations- und Sinnzusammenhang zu rekonstruieren und damit das republikanische Primat der Politik über die Wirtschaft. MarxVsHegel, Staat/Marx.


Brocker I 794
Staat/Hegel/HonnethVsHegel/Honneth: anstatt die sittliche Sphäre des Staates als ein intersubjektives Verhältnis reziproker Anerkennungsakte zu begreifen (siehe Intersubjektivität/Hegel), behandelt Hegel in seinen späteren Schriften den Staat so, als sei dieser eine vor aller Interaktion immer schon bestehende Entität. Konsequenterweise seien es nur mehr die vertikal gedachten Beziehungen, die die Individuen „zur übergeordneten Instanz des Staates“ als „der Verkörperung des Geistes“ unterhalten, „die in seinem Ansatz unversehens die Rolle übernehmen, die in einem anerkennungstheoretischen Konzept der Sittlichkeit doch eigentlich bestimmte, höchst anspruchsvolle Formen der wechselseitigen Anerkennung hätten spielen müssen“. (6) Lösung/HonnethVsHegel: daraus ergibt sich die Aufgabe, Hegels spekulative Kategorien durch erfahrungswissenschaftliche Konzepte zu ersetzen und damit
Brocker I 795
„empirisch kontrollierbar“ zu machen. (7)

Hans-Jörg Sigwart, „Axel Honneth, Kampf um Anerkennung“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


1.G. W. F. Hegel Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundrisse. Werke 7, Hrsg. Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel, Frankfurt a. M. 1989, S. 292.
2.Ebenda S. 307.
3.Ebenda S. 340
4.Ebenda S. 389
5.Vgl. K. Löwith, Von Hegel zu Nietzsche. Der revolutionäre Bruch im Denken des neunzehnten Jahrhunderts, Hamburg 1986, S 261-264.
6. Axel Honneth, Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte, mit einem neuen Nachwort, Frankfurt/M. 2014 (zuerst 1992) S. 98
7. Ebenda S. 150


Höffe I 331
Staat/Hegel/Höffe: Hegel entwickelt sein System des politischen Denkens, die Rechts- und Staatsphilosophie, vor dem Hintergrund seines mittlerweile ausgebauten philosophischen Systems.(1) HegelVsKant: Gegen die - angeblich bei Kant drohende - Gefahr einer rein gedachten
Höffe I 332
Konstruktion normativer Ansprüche wird der Gegenstandsbereich der Rechts- und Staatsphilosophie erheblich erweitert. Statt sich mit einer normativen Theorie, einer apriorischen Rechts- und Gerechtigkeitstheorie zu begnügen, kommt es Hegel auch auf die motivationalen, gesellschaftlichen und vor allem institutionellen Faktoren an (...). Philosophische Rechtsphilosophie/Hegel: „(...) hat die Idee des Rechts, (...) den Begriff des Rechts und dessen Verwirklichung zum Gegenstande“.(2)
Staat: (...) [ist das] „sittliche Universum“, [das es] als etwas Vernünftiges zu begreifen gilt.
Freiheit: Das rechts- und staatstheoretische Leitprinzip bildet der freie Wille. Von ihm will Hegel zeigen, wie er unter der Bedingung der Moderne, einer Epoche der Entfremdung, nach und nach seine volle, die Entfremdung aufhebende Wirklichkeit erreicht. >Freiheit/Hegel, >Sittlichkeit/Hegel.
Höffe I 336
Den Höhepunkt der Sittlichkeit, ihre Synthese, zugleich den Gipfel von Hegels gesamter Rechtsphilosophie, bildet als «vermitteltes Bei-sich» der Staat, der jetzt weit mehr als lediglich ein Not- und Verstandesstaat ist. Als ein Gemeinwesen im wörtlichen Sinn ist er die für das Gemeinwohl zuständige öffentliche Institution, die «Wirklichkeit der sittlichen Idee». Weil in ihr die Freiheit ihre vollendete Gestalt erlangt, ist es für den Menschen nicht «etwas Beliebiges», sondern «höchste Pflicht», also erneut ein kategorischer Imperativ, Mitglied eines Staates zu sein. [Dies ist eine] moderne, nämlich nicht mehr eudaimonie-, sondern freiheitsbasierte Weise (...).
Erst im Zusammenleben von Freien und Gleichen kann [der Mensch] nämlich beide, sowohl seine Vernunftnatur als auch seine auf Recht und Gerechtigkeit hin angelegte Natur, vollenden. >Gesellschaft/Hegel.
Höffe I 337
Vom abstrakten Recht über die Moralität entwickelt sich die «ldee des an und für sich freien Willens» schließlich zur Einheit und Wahrheit beider Momente. In ihr, der Sittlichkeit, wiederum schreitet Hegel vom natürlichen Geist, der «Familie», über das Stadium der Entzweiung, die «bürgerliche Gesellschaft», zur objektiven Freiheit, dem „Staat“ voran. Innerhalb des Abschnitts «Der Staat» jedoch kommt es überraschenderweise statt zu einer weiteren Stufung jetzt zu einem Rückschritt. Denn der Gegensatz zum freien Willen, die vollen Rechtsverhältnisse und das sittliche Ganze, wird schon auf der ersten Stufe, dem «inneren Staatsrecht», erreicht. Auf der zweiten Stufe dagegen, dem «äußeren Staatsrecht», wird das sittliche Ganze der Zufälligkeit ausgesetzt. Und der letzte Abschnitt wird hinsichtlich des freien Willens ambivalent bestimmt.

1. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundriss, 1820
2. Ebenda § 1

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Subjekte Dilthey Gadamer I 227
Subjekt/Dilthey/Gadamer: (...) [Dilthey] gab (...) der historischen Schule recht: es gibt nicht ein allgemeines Subjekt, sondern nur geschichtliche Individuen. Die Idealität der Bedeutung ist nicht einem transzendentalen Subjekt zuzuordnen, sondern erwächst aus der geschichtlichen Realität des Lebens. Es ist das Leben selbst, das sich auf verständliche Einheiten hin ausfaltet und gestaltet, und es ist das einzelne Individuum , von dem diese Einheiten als solche verstanden werden. Das ist der selbstverständliche Ausgangspunkt für Diltheys Analyse. Der Zusammenhang des Lebens, wie er dem einzelnen aufgeht (und in der biographischen Erkenntnis von anderen nacherlebt und verstanden wird), wird durch die Bedeutsamkeit bestimmter Erlebnisse gestiftet. Von ihnen aus, wie von einer organisierenden Mitte her, bildet sich die Einheit eines Lebensverlaufs, genau wie sich die Sinngestalt einer Melodie ergibt - nicht aus dem bloßen
Nacheinander der ablaufenden Töne, sondern von den musikalischen Motiven her, die ihre Gestalteinheit bestimmen. >Zusammenhang/Dilthey.

Gadamer I 250
Subjekt/DiltheyVsLocke/DiltheylVsHume/DiltheyVsKant/Gadamer: »In den Adern des erkennenden Subjekts, das Locke, Hume und Kant konstruieren, rinnt nicht wirkliches Blut«.(1) Dilthey selbst ging auf die Lebenseinheit zurück, auf den „Standpunkt des Lebens“ und ganz ähnlich ist Husserls „Bewusstseinsleben“ ein Wort, das er anscheinend von Natorp übernommen hat, bereits ein Anzeiger für die sich später breit durchsetzende Tendenz, nicht nur einzelne Bewusstseinserlebnisse, sondern die verhüllten, anonymen impliziten Inten-
Gadamer I 251
tionalitäten des Bewusstseins zu studieren und auf diesem Wege das Ganze aller objektiven Seinsgeltung verständlich zu machen. Später heißt das: die Leistungen des „leistenden Lebens“ aufklären. >Subjektivität/Husserl.

1. Dilthey, Ges. Schriften, Bd. 1. S. XVIII.

Dilth I
W. Dilthey
Gesammelte Schriften, Bd.1, Einleitung in die Geisteswissenschaften Göttingen 1990

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Subjekte Hegel Bubner I 184
Subjekt/Objekt/Hegel/Bubner: unter dem Titel des Erkennens bestimmt Hegel das Subjekt/Objekt Verhältnis nach zwei Seiten: Theorie und Praxis. (Nach dem Vorbild AristotelesVsPlatons Trennung des Empirischen und Ideellen). Auch HegelVsKant: "Radikale Trennung der Vernunft von der Erfahrung".
I 185
Subjekt/Objekt/Antike/Bubner: davon hat die ganze Antike, und mit ihr Aristoteles gar nichts gewusst!

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Subjekte Nietzsche Ries II 75
Subjekt/Prädikat/Jenseits von Gut und Böse/Nietzsche: schaffen die Agitation von »Täter« und »Tun«.
Ries II 97
Subjekt/NietzscheVsKant: Befürchtung, das Subjekt werde sich als etwas primär Vielfältiges erweisen
Ries II 98
Subjekt/Nietzsche: Ausdruck für unseren Glauben an die Einheit. Fiktion. ((s) NietzscheVsKant).
Ries II 108
Subjekt/Nietzsche: »Ich komme zu früh.«
Danto III 133
Subjekt/Nietzsche/Danto: die Idee eines Gegenstands ist bei Nietzsche unter Verdacht geraten und damit auch die Idee eines denkenden Gegenstands oder Subjekts.
Danto III 134
Selbst/Nietzsche/Danto: Das psychologische und das grammatische Subjekt sind zwei Seiten derselben Medaille. Zu guter Letzt glauben wir an unsere eigene Erfindung und setzen wir ein „Selbst“ fest, das von „seinen“ eigenen Tätigkeiten unterschieden ist und zu ihnen in ursächlicher Beziehung steht. Weil die Ural-altaische Sprachfamilie eine nur schwach entwickelte Subjektform besitzt wird jeder mit einer derartigen Sprache aufgewachsene Philosoph „mit großer Wahrscheinlichkeit anders ‚in die Welt‘ blicken und auf anderen Pfaden zu finden sein als Indogermanen oder Muselmänner.“ (F. Nietzsche Jenseits von Gut und Böse, KGW VI.,2 S. 29).
Danto III 134
Ich/Nietzsche/Danto: (Die Vernunft) glaubt an’s „Ich“, an’s Ich als Sein, an’s Ich als Substanz und projiziert den Glauben an die Ich-Substanz auf alle Dinge – es schafft erst damit den Begriff ‚Ding‘…Das Sein wird überall als Ursache hineingedacht, untergeschoben; aus der Konzeption ‚Ich‘ folgt erst, als abgeleitet, der Begriff ‚Sein‘… (F. Nietzsche, Götzen-Dämmerung, KGW VI,3 S. 71.)

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Substanz Descartes Adorno XIII 68
Substanz/Descartes/Adorno: Die denkende Substanz wird bei Descartes einfach als eine Substanz und nicht als eine Tätigkeit bestimmt. DescartesVsKant, DescartesVsSpontaneität.
Adorno XIII 154
Substanz/Descartes/Adorno: Der Substanzbegriff wird bei Descartes definiert als das, quod nulla re indiget ad existendum, was keines anderen Dinges zu seiner Existenz bedarf. Man könnte folgern, dass es mit absoluter Notwendigkeit sein muss.
Esfeld I 211
Substanz/Descartes: Substanz ist bei Descartes unzerstörbar, kann niemals aufhören zu sein, aber der menschliche Körper, da er sich von anderen unterscheidet, geht äußerst leicht unter. Esfeld: deshalb ist nur der körperliche Bereich insgesamt eine Substanz.
Leibniz: versteht Descartes so, dass dieser lediglich meint, dass alle Körper eine Natur haben. Der einzige Grund, den Leibniz dafür gibt ist, dass es evident sei, dass die Welt ein Aggregat ist.
I 212
Substanz/Kant: Nur das Ganze der Materie beharrt bei allem Wechsel. (Wie Descartes). Materie/Descartes: "körperlich", "materiell" und "ausgedehnt" sind bei ihm synonym.
EsfeldVsDescartes: seine Position ist doppeldeutig:
a) keine Substanz kann auf hören zu existieren, daher können wir nur eine Substanz zulassen.
b) auf der anderen Seite nimmt er an, dass die Teile der körperlichen Substanz selbst Substanzen sind! Es soll einen realen Unterschied zwischen den Teilen geben.
Def realer Unterschied/Descartes: Unterschied zwischen Substanzen.
Materie/Raum/Descartes/Esfeld: Materie = Raum! Die Materie mit dem Raum zu identifizieren impliziert, dass die Physik rekonstruiert werden kann, ohne auf materielle Dinge zusätzlich zum Raum festgelegt zu sein.
Weitere Konsequenz: Gebiete des Raums mögen physikalische Eigenschaften haben, aber sie können sich nicht bewegen.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974

Es I
M. Esfeld
Holismus Frankfurt/M 2002
Substanz Kant Strawson V 187
Substanz/StrawsonVsKant: es ist sogar nach seinen eigene Prinzipien falsch, aus der Veränderlichkeit der Dinge auf eine zugrunde liegende Substanz zu schließen. - Denn wenn sie Bedingung der Erfahrung sein soll, dann ist das Argument zirkulär.
Holz I 31
Substanz/Spinoza: ist bei ihm ihrem Wesen nach einzig, unendlich und unteilbar. Substanz/HegelVsSpinoza: wer von der Denkvoraussetzung der substantiellen Einheit der Welt und der Erfahrungsvoraussetzung der qualitativen Verschiedenheit der Seienden (der Mannigfaltigkeit) ausgeht, kann diese Mannigfaltigkeit nur als Erscheinungsformen oder Aspekte der einen Substanz begreifen, in der "alles was man für wahr gehalten hatte, untergegangen ist".
Damit ist jedoch die tatsächliche Voraussetzung des Denkens, die Unterschiedenheit der Denkinhalte, preisgegeben! Die Gefahr sah Leibniz.
I 32
Hegel: man darf nicht "die Vielheit in der Einheit verschwinden lassen". Wenn die Deduktion nur als Reduktion möglich wäre, (wie bei Spinoza), wäre das die Selbstaufhebung der Welt im Denken.
Kant: zieht daraus die Konsequenz, die Einheit der Welt in der Priorität des Denkens zu begründen. Die Einheit ist dann nur transzendental oder subjektiv idealistisch begründet.
HegelVsKant: versucht die Substanzmetaphysik zu erneuern, die die Einheit des Seins in der Einheit eines Seienden begründen möchte: Die Selbstentfaltung des absoluten Geistes in der Weltgeschichte.

I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Holz I
Hans Heinz Holz
Leibniz Frankfurt 1992

Holz II
Hans Heinz Holz
Descartes Frankfurt/M. 1994
Synthesis Kant Danto I 133
Synthetisch a priori/Kant: vor jeder Erforschung der Welt erkennbar - Daran knüpft er die bloße Möglichkeit, überhaupt Philosophie zu betreiben. - Denn sie ist nichtempirisch. Analytisch/Kant: Bsp "Jede Ursache hat eine Wirkung". - Nicht analytisch: "Alle Ereignisse haben Ursachen". - Es gehört nicht zur Bedeutung von "Ereignis", dass es eine Ursache hat. - Aber dennoch synthetisch a priori: - Bsp "Jedes Ereignis hat eine Ursache". - (Variation von Leibniz’ Gesetz). - Es definiert, was es für das Universum heißt, verstandesmäßig erfassbar zu sein.
Danto I 211
Erfahrung/Repräsentation/Kontinuität/Internalismus/Danto: Kontinuität ist nicht in der Erfahrung gegeben. - Sonst gäbe es gar nicht die Frage, ob Existenz kontinuierlich ist. - Lösung/Kant: geistige Synthesis.

Strawson V 26
Synthesis/Kant: der Prozess der Produktion der Einheit der Erfahrung. - Es kann kein empirisches Wissen über die Synthesis geben - das Wissen wird durch sie erst erlangt.
Stra V 81
Synthesis/Kant: bewusst, aber nicht wie ich mir erscheine, sondern nur, dass ich bin. - Denken, nicht Anschauen. - Kant/Strawson: Kants Synthesis beruht auf Unterscheidung der Vermögen von Sinnlichkeit und Verstand. StrawsonVs: Wir versuchen es ohne sie.

Bubner I 100
Urteil/Synthesis/Kant: die Einheit des synthetisch Zusammengefassten gibt dem fraglichen Verhältnis der Begriffe erst die nötige Bestimmtheit. Diese Bestimmtheit trägt des Weiteren den Gegenstandsbezug, der im Urteil als Erkenntnisanspruch stets mit enthalten ist. "Allein die Synthesis ist doch dasjenige, was eigentlich die Elemente zu Erkenntnissen sammelt und zu einem gewissen Inhalt vereinigt."
Das gelingt dadurch, dass Kant Def Begriffe mit Vorstellungsinhalten gleichsetzt.
I 103
Synthesis/Kant: sie ist ursprünglich einig und für alle Verbindung gleich geltend. Der Hinweis auf die Handlung scheint auch die Frage der Einheit zu beantworten. ((s) weil aus Tätigkeit, nicht aus den Objekten herrührend). Sie enthält drei Momente.
1. das gegebene Mannigfaltige
2. das Verbinden
3. die Einheit Dabei existiert kein unabhängiger "Einheitspol", der sozusagen als ein weiteres neben den vielen zu verbindenden Elementen erscheint.
Die Einheit steht dem Vielen nicht als isoliertes Prinzip gegenüber.
Daher spricht der Idealismus von der Identität von Identität und Nichtidentität.
I 104
Einheit/SynthesisIdealismus/Kant: der Ort der Einheitlichkeit lässt sich jetzt bezeichnen, es ist der reine Handlungscharakter der Synthesis. Dieser Handlungscharakter geht über alle Einzelverknüpfungen hinaus, liegt allem tatsächlichen Zusammenstellen voraus und ist durch noch so viele synthetische Akte niemals zu erschöpfen.
I 108
Synthesis/VsKant: seine Nachfolger haben die Schwäche aufgedeckt, daß es für den obersten Punkt dieser Gedankenkette keine Evidenz gibt.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Synthetisches Nietzsche Danto III 112
Synthetisches /Realität/NietzscheVsKant/Nietzsche/Danto: Nietzsche pflichtet der Kantischen Revision des Empirismus nicht in allen Belangen bei; (…) wir können nicht anders als im Einklang mit gewissen synthetischen Urteilen a priori denken: Statt zu fragen, wie synthetische Urteil a priori möglich sind, sollten wir fragen, warum sie nötig sind. Warum sie geglaubt werden müssen, und warum sie dennoch falsch sein könnten! (F. Nietzsche Jenseits von Gut und Böse, KGW VI.,2 S. 29).

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Synthetisches Wittgenstein Hintikka I 204
synthetisch a priori/HusserlVsKant/WittgensteinVsKant/Hintikka: als Beispiele stammen aus der Erfahrung.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989
Terminologien Hume Deleuze I 7
Affektion/Hume: 1. Affektivität (über die Sinneseindrücke) - 2. Das Soziale (über den Verstand)
Deleuze I 23
Affekt/Affektion/Hume: 1. Effekte der Assoziation (bringt Allgemeinheit, Regel) - 2. Effekte des Affekts (verleiht Inhalt, ermöglicht praktisches und moralisches Handeln) - Affekt ist keine Repräsentation - Vernunft: bestimmt nicht das Handeln - Affekt: bestimmt das Handeln.
Deleuze I 31
Sympathie/Hume: veranlaßt uns, von unseren Interessen abzusehen - Grundlage der Moral - aber nur in Bezug auf Nahestehende, Verwandte - > Parteilichkeit. - Der Mensch ist weniger egoistisch als parteiisch - so geht die Sympathie doch nicht über das Einzelinteresse oder den Affekt hinaus. Mensch/Hume: von Natur aus egoistisch - Moral/Hume: nicht vom Instinkt abhängig.
Deleuze I 49
Lebendigkeit/Hume: Problem: die allgemeine Regel kennt keinen Besitzer, sie ist abstrakt - Gleichförmigkeit des wahren moralischen Urteils: nicht lebendig.
Deleuze I 56
Allgemeine Regel: Einheit einer Reflexion und einer Extension - (hier immer Ausweitung) - der Affekt greift über sich hinaus, weil er sich reflektiert - die allgemeine Regel ist der in der Einbildungskraft reflektierte Affekt.
Deleuze I 66
Affekt/Einbildungskraft/Hume: Problem: wie ist ihre Beziehung, die den Affekt befähigt, eine komplexe Wirkung zu entfalten?
I 67
Lösung: die Prinzipien des Affekts übersteigen den Geist (wie die Prinzipien der Assoziation). - Bsp die Einbildungskraft geht leicht vom Entferntesten zum Nächsten über, aber nicht umgekehrt - Bsp vom Bruder zum Ich, aber nicht umgekehrt. - Affekt: verleiht diesen Verbindungen einen Sinn.
Deleuze I 71f
Gewohnheit/Hume: Paradox: sie bildet sich stufenweise aus und ist zugleich ein Prinzip der menschlichen Natur. - Ein Prinzip ist die Gewohnheit, Gewohnheiten anzunehmen. - So ist die Herausbildung selbst ein Prinzip (= Erfahrung).
Deleuze I 89
Def Finalität/purpose/Hume/Deleuze: Die Finalität wird gedacht, nicht erkannt: als die ursprüngliche Übereinstimmung der Prinzipien der menschlichen Natur mit der Natur selbst - Einheit des Ursprungs und der qualitativen Bestimmtheit - vier Prinzipien: Vernunft, Instinkt, Zeugung, Wachstum.
Deleuze I 118
Affekt/Hume: wird vom Körper produziert: a) unmittelbar aus sich selbst: Bsp Hunger - b) mit anderen Ursachen: Freude, stolz, Demut usw. - Die Natur hat auch dem Geist gewisse Triebe verliehen.
Deleuze I 139f
Transzendenz/Kant/Deleuze: das Denken geht über die Einbildungskraft hinaus, ohne sich von ihr zu lösen - das Transzendentale macht die Transzendenz immanent. Etwas = X. - HumeVsKant: bei ihm nichts Transzendentales - stattdessen: Finalität: die Übereinstimmung des Subjekts mit dem Gegebenen (nicht zufällig). - (Die Übereinstimmung setzt eine Verbindung der Momente des Subjekts voraus.)
Deleuze I 160
Lebhaftigkeit/lebhaft/vivacity/Hume: Ursprung des Geistes - Grundmerkmal des Eindrucks - kein Produkt der Prinzipien.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953, 1988)
II Norbert Hoerster, "Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes" aus J. Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

Deleuze I
Gilles Deleuze
Felix Guattari
Was ist Philosophie? Frankfurt/M. 2000

Hum I
G. Deleuze
David Hume , Frankfurt 1997
Terminologien Jonas Brocker I 609
Terminologie/Jonas: in Anlehnung an Kants Kategorischen Imperativ entwickelt Jonas einen „ontologischen Imperativ“, der im Sein selbst gründe. JonasVsKant: dessen Kategorischer Imperativ ist anders verortet. Def ontologischer Imperativ/Jonas: „Handle so, dass di Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf der Erde“. „Gefährde nicht die Bedingungen für den indefiniten Fortbestand der Menschheit.“ (1)
Andernorts wird dieser Jonas‘sche Imperativ auch „Ökologischer Imperativ“ genannt.
Andere Formulierung von Jonas: „Handle so, dass die Folgen deines Tuns mit einem künftigen menschenwürdigen Dasein vereinbar sind, d.h. mit dem Anspruch der Menschheit, auf unbeschränkte Zeit zu überleben.“ (2)


1.Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation, Frankfurt/M. 1979, S. 36
2. Hans Jonas, »Warum wir heute eine Ethik der Selbstbeschränkung brauchen«, in: Elisabeth Ströker (Hg.), Ethik der Wissenschaften? Philosophische Fragen, München/Paderborn u. a. 1984, 75-86.


Manfred Brocker, „Hans Jonas, Das Prinzip Verantwortung“ in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Jonas I
Hans Jonas
Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation Frankfurt 1979

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Theorien Mill Höffe I 346
Theorie/Mill/Höffe: MillVsKant: Nach Mills Empirismus gibt es im Gegensatz zu Kant und dem Deutschen Idealismus keinerlei vorempirische, sondern lediglich eine empirische, also aposteriorische Erkenntnis. Sogar die Mathematik und die Logik sollen auf Erfahrungen und deren induktiven Verallgemeinerungen beruhen. Wegen der außergewöhnlich vielen Belege für mathematische Aussagen entstehe aber der Anschein der Notwendigkeit.
Höffe I 347
Erkenntnis/Mill: Gegen die Möglichkeit streng erfahrungsfreier Aussagen sprechen laut Mill nicht nur wissenschaftstheoretische Gründe, zusätzlich das erkenntnistheoretische, zugleich ideologiekritische Interesse, das Denken von den Scheuklappen einer dogmatischen Metaphysik zu befreien. Apriorisches Denken stützt auch falsche Doktrinen und schlechte Institutionen.
Praxis/Theorie: Mit diesem Argument stellt Mill die gesamte theoretische Philosophie, einschließlich Wissenschafts- und Erkenntnistheorie, in den Dienst der Praxis. Man kann hier von einem erkenntnistheoretischen Liberalismus sprechen.
Politik: Jedenfalls erhält der kompromisslose Vorrang des empiristischen Standpunktes eine politische Bedeutung, die Ablehnung des Apriorischen einen therapeutischen, genauer: präventiven Zweck.


Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998
Theorien Millikan I 332
Theorie/Wahrheit/Wissen/Millikan: in rationalistischem Sinn können wir niemals wissen, ob eine Theorie wahr ist.


Höffe I 346
Theorie/Mill/Höffe: MillVsKant: Nach Mills Empirismus gibt es im Gegensatz zu Kant und dem Deutschen Idealismus keinerlei vorempirische, sondern lediglich eine empirische, also aposteriorische Erkenntnis. Sogar die Mathematik und die Logik sollen auf Erfahrungen und deren induktiven Verallgemeinerungen beruhen. Wegen der außergewöhnlich vielen Belege für mathematische Aussagen entstehe aber der Anschein der Notwendigkeit.
Höffe I 347
Erkenntnis/Mill: Gegen die Möglichkeit streng erfahrungsfreier Aussagen sprechen laut Mill nicht nur wissenschaftstheoretische Gründe, zusätzlich das erkenntnistheoretische, zugleich ideologiekritische Interesse, das Denken von den Scheuklappen einer dogmatischen Metaphysik zu befreien. Apriorisches Denken stützt auch falsche Doktrinen und schlechte Institutionen.
Praxis/Theorie: Mit diesem Argument stellt Mill die gesamte theoretische Philosophie, einschließlich Wissenschafts- und Erkenntnistheorie, in den Dienst der Praxis. Man kann hier von einem erkenntnistheoretischen Liberalismus sprechen.
Politik: Jedenfalls erhält der kompromisslose Vorrang des empiristischen Standpunktes eine politische Bedeutung, die Ablehnung des Apriorischen einen therapeutischen, genauer: präventiven Zweck.


Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Unbewusstes Freud Searle I 197
Searle: Im Gegensatz zu Freuds Begriff des Unbewussten ist der kognitionswissenschaftliche Begriff des Unbewussten nicht potentiell bewusst.
Rorty V 47
Unbewusstes/unbewusst/Rorty: zwei Bedeutungen: 1. Mehrere gut artikulierte Glaubens und Wunschsysteme (durchaus rational).
2. Brodelnde Masse in artikulierter instinkthafter Kräfte, bei denen Widerspruchsfreiheit keine Rolle spielt. Hätte Freud sich auf diese Bedeutung beschränkt, hätte er unser Selbstbild im Wesentlichen unverändert gelassen.
V 47/48
Freud/Rorty: das Neue bei ihm ist, dass das unbewusste Ich kein stummes, störrisches torkelndes Tier ist, sondern ein Intellektuellen ebenbürtiges Gegenüber. Hätte sich die Psychoanalyse auf die Neurosen beschränkt, hätte sie niemals die Aufmerksamkeit der Intellektuellen auf sich gezogen. Unbewusstes/Ich/Rorty: das Unbewusste als rationaler Gegenspieler. Ich kann auch entdecken, dass mein Unbewusstes besser Bescheid wusste als ich selbst. Das diskreditiert die Vorstellung von einem »wahren« Ich.
V 60
FreudVsPlaton/FreudVsKant/FreudVsDescartes/Rorty: das Unbewusste, unser Gewissen, ist nichts Unveränderliches, nicht einmal ein zentraler Teil. Alle Teile sind gleichberechtigt. Mechanisierung, Verfahren, uns selbst zu verändern.
V 61
Def Gewissen/Freud/Rorty: Erinnerungen an idiosynkratische Ereignisse. Kein Ersatz für moralische Überlegung.

Freud I
S. Freud
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse Hamburg 2011

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Unendlichkeit Cantor Thiel I 165
Unendlich/CantorVsKant: "vager, instinktloser Gebrauch des Unendlichkeitsbegriffs". Cantor: These das "potentiell Unendliche" (Prozess) setzt das "aktual Unendliche" ("ein in allen Teile festes, bestimmtes Quantum") voraus, da zur Ausführung eines Prozesses "ein geebneter Weg und fester Boden unbedingt erforderlich sind".

Wollen wir analog zu den Grundzahlen, welche die "Größe" endlicher Mengen "messen" auch "Maße der Größe" unendlicher Mengen einführen, so werden diese neuen Zahlen angesichts der Auseinandertretens von Größe und eindeutiger Zuordenbarkeit bei unendlichen Bereichen nicht alle Eigenschaften der Grundzahlen teilen können. Hier gilt nicht immer n + n ungl. n. Auch gilt ϑ + ϑ = ϑ.
I 166
Cantor hat für die "Anzahl" den Buchstaben Aleph eingeführt. Bei Ao bezeichnet der Index dass dieses Anzahl nur die erste in einer selbst unendlichen Reihe unendlich großer Anzahlen, der "transfiniten" Zahlen sein sollte. Die als Ao + Ao+ formulierte Eigenschaft ist nicht absurd, sondern ein "Rechengesetz" im Bereich der transfiniten Zahlen.
I 167
WittgensteinVs: die Lehre von den transfiniten Zahlen krankt daran, dass sie von falschen Bildern begleitet ist. "Etwas daran ist unendlich" suggeriert: "etwas daran ist riesig". Aber was an Ao ist riesig?. Nichts. Bsp Wittgenstein: Ich habe etwas unendliches gekauft! - Es war ein Lineal mit unendlichem Krümmungsradius."
Bertrand Russell Die Mathematik und die Metaphysiker 1901 in: Kursbuch 8 Mathematik 1967
17
Cantor/Russell: Cantor stellte fest, dass alle angeblichen Beweise, die gegen die Unendlichkeit sprachen, auf einem bestimmten Grundsatz fußten: Die betreffende Maxime lautet, dass eine Menge, die in einer anderen enthalten ist, weniger Elemente hat, als die Menge, in der sie enthalten ist. Diese Maxime gilt aber nur für endliche Zahlen. Das führte geradenwegs zur Definition des Unendlichen:
Def unendlich: eine Menge ist unendlich, wenn sie sich aus Mengen zusammensetzt, die ebenso viele Elemente enthalten wie sie selbst.


T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995
Unendlichkeit Kant Strawson V 174
Unendlich/StrawsonVsKant: nicht-kantisch: jede kosmologische Reihe präsentiert eine unendliche Zahl von Möglichkeiten. - Aber das heißt nicht, dass die Antwort eine unendliche Zahl involviert. - Aber jede der unendlich vielen Antworten, die eine endliche Zahl erwähnt, kann wahr sein. - Das stellt den Begriff unendlich in Bezug auf Mengen mit empirisch unterscheidbaren Gegebenheiten in Frage. Das stellt die Paradoxien des Unendlichkeitsbegriffs nicht in Frage, aber empirische Gegenstände müssen diese Eigenschaften nicht aufweisen.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993
Ursachen Nietzsche Ries II 100
Ursache/Wirkung/Nietzsche: glauben wir nicht mehr an das wirkende Subjekt, so fällt auch der Glaube an wirkende Dinge, an Wechselwirkung, Ursache und Wirkung. Es fällt auch das »Ding an sich« weil dies im Grunde die Konzeption eines »Subjekts an sich« ist. Der Gegensatz »Ding an sich« und »Erscheinung« ist unhaltbar, damit fällt auch der Begriff »Erscheinung«. (NietzscheVsKant).

Nie I
Friedrich Nietzsche
Sämtliche Werke: Kritische Studienausgabe Berlin 2009

Nie V
F. Nietzsche
Beyond Good and Evil 2014

Ries II
Wiebrecht Ries
Nietzsche zur Einführung Hamburg 1990
Urteilskraft Gadamer Gadamer I 36
Urteilskraft/Geisteswissenschaften/Gadamer: Der „Gesunde Menschenverstand“ (...) ist (...) durch Urteilskraft entscheidend charakterisiert. (>Sensus communis, >Common sense.) Die Einführung des Wortes im 18. Jahrhundert will also den Begriff des iudicium angemessen wiedergeben, der als eine geistige Grundtugend zu gelten hat. Sensus communis: Im selben Sinne betonen die englischen Moralphilosophen, daß die moralischen und ästhetischen Beurteilungen nicht der reason gehorchen, sondern den Charakter des sentiment (bzw. taste) haben, und ähnlich sieht Tetens, einer der Repräsentanten der deutschen Aufklärung, im sensus communis ein „iudicium ohne Reflexion“(1).
Urteilskraft:In der Tat ist die Tätigkeit der Urteilskraft, ein Besonderes unter ein Allgemeines zu subsumieren, etwas als Fall einer Regel zu erkennen, logisch nicht demonstrierbar. Die Urteilskraft befindet sich daher in einer grundsätzlichen Verlegenheit wegen eines Prinzips, das ihre Anwendung leiten könnte. Sie würde für die Befolgung dieses Prinzips selber wieder einer anderen Urteilskraft bedürfen, wie Kant scharfsinnig bemerkt(2). Sie kann daher nicht im allgemeinen gelehrt, sondern nur von Fall zu Fall geübt werden und ist insofern mehr eine Fähigkeit, wie es die
Sinne sind. Sie ist etwas schlechthin Unerlernbares, weil keine Demonstration aus Begriffen die Anwendung von Regeln zu leiten vermag. ((s) VVgl. >Regelfolgen).
Aufklärung: Konsequenterweise hat die deutsche Aufklärungsphilosophie deshalb die Urteilskraft nicht dem höheren Vermögen des Geistes zugerechnet, sondern dem niederen Erkenntnisvermögen. Sie hat damit eine Richtung eingeschlagen, die von dem ursprünglich römischen Sinn von sensus communis weit abgeht und die scholastische Tradition fortführt. Das sollte für die Ästhetik
eine besondere Bedeutung erhalten. >Urteilskraft/Baumgarten.
I 37
Urteilskraft/GadamerVsKant/Gadamer: Die Allgemelnheit, die dem Urteilsvermögen zugeschrieben wird, ist gar nichts so „gemeines“ wie Kant darin sieht. Urteilskraft ist überhaupt nicht so sehr eine Fähigkeit als eine Forderung, die an alle zu stellen ist. Alle haben genug „gemeinen Sinn“ d. h. Urteilsvermögen, daß man ihnen den Beweis von „Gemeinsinn“ von echter sittlich-bürgerlicher Solidarität, d. h. aber: Urteil über Recht und Unrecht, und Sorge für den „gemeinen Nutzen“ zumuten kann. Das ist es, was V icos Berufung auf die humanistische Tradition so imposant macht, daß er gegenüber der Logisierung des Begriffs des Gemeinsinns die ganze inhaltliche Fülle dessen festhält, was in der römischen Tradition dieses Wortes lebendig war (...).
Shaftesbury/Gadamer: Ebenso war Shaftesburys Aufgreifen dieses
I 38
Begriffs, wie wir sahen(>Sensus communis/Shaftesbury), zugleich eine Anknüpfung an die politisch-gesellschaftliche Überlieferung des Humanismus. Der sensus communis ist ein Moment des bürgerlich-sittlichen Seins. Auch wo dieser Begriff, wie im Pietismus oder in der Philosophie der Schotten(>Reid), eine polemische Wendung gegen die Metaphysik bedeutet, bleibt er damit noch in der Linie seiner ursprünglichen kritischen Funktion. Dagegen ist Kants Aufnahme dieses Begriffs in der „Kritik der Urteilskraft“ ganz anders akzentuiert(3). >Urteilskraft/Kant.

1. Tetens, Philosophische Versuche über die menschliche Natur und ihre Entwicklung,
Leipzig 1777, 1, 520.
2. Kant, Kritik der Urteilskraft 17992, S. Vll. 3. Kritik der Urteilskraft, S 40.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Verschiedenheit Demokrit Adorno XIII 202
Verschiedenheit/Demokrit/Adorno: Wie kommt es zu der Verschiedenheit der Dinge? Das Problem aller antiken Philosophie bestand darin, ein einheitliches Prinzip anzugeben, aus dem sich alles erklärt und mit dem man gegen die unendliche Vielfalt der Naturmythologie reagieren konnte.
XIII 203
Atome/Demokrit/Adorno: haben nicht etwa innere Zustände, sondern nur mechanische. Diese Vorstellung, dass eigentlich das Wesen der Dinge nur von außen und nicht von innen her zu fassen sei und dass es ein Inneres eigentlich nicht gebe hat eine ungeheure Konsequenz für die gesamte Geschichte der Wissenschaften gehabt.
XIII 204
AristotelesVsDemokrit/Adorno: These: die Objektivität und Wirklichkeit der Formen sei den Dingen selber immanent. Naturwissenschaft: die neuere Naturwissenschaft hat diese Aristotelische und mittelalterliche Anschauung kritisiert und nicht mehr versucht, von innen her, von diesen Formen her die Materie zu begreifen. Man hat einfach von außen Beobachtungen gemacht und registriert.
Das ist VsKant, VsLeibniz, VsWolff.
Lager: Leibniz, Wolff pro Aristoteles.

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Verstand Kant I 87
Def Verstand/Kant: das Vermögen der Begriffe. Auch der reine Verstand kann Erkenntnisquelle sein, für »philosophische« Erkenntnis, und für formal-logische. Begriff/Kant: nichts als die Synthesis ist möglicher Anschauungen, die a priori nicht gegeben sind. Philosophische Sätze sind deshalb immer allgemeine Grundsätze für mögliche empirische Anschauungsverbindung, zum Beispiel der Grundsatz der Kausalität.
I 93
»Innere« Handlungen des Verstandes/Kant: »innerer Sinn, dessen Form die Zeit ist«. - Die Bilder, welche die objektiven Einheiten der Dinge vorschreiben, sind Bilder des Ich von sich in der Zeit. - Die Einheit des Bewusstseins des Gegenstands ist dann zugleich die Einheit des Gegenstands. - > Schematismus: erkennt Kategorien als geeignet als Anschauungsbestimmungen.
I 99
Verstand/Kant: Begriff - Urteilskraft: Urteil - Vernunft: Schluss. - Alle drei bilden die Vernunft in weiteren Sinn.
Münch III 327
Def Verstand/Kant: das Vermögen der Regeln . Für Kant ist der Verstand getrennt von der Anschauung. Holenstein: der entsprechende moderne Begriff ist Intelligenz.
Elmar Holenstein, Mentale Gebilde, in: Dieter Münch (Hg) Kognitionswissenschaft, Frankfurt 1992

Strawson V 24
Verstand/Kant: allgemeine Funktionen auch ohne Sinnlichkeit. - Reine Verstandesbegriffe: = Kategorien.
V 25
Schematismus: Übergang zu Kategorien-in-Gebrauch. - Nur Zeit, ohne Raum. - Transzendentale Deduktion: jede Kategorie muss in der Erfahrung eine Anwendung haben. StrawsonVsKant: das ist logisch fehlerhaft.

Bubner I 103
Kant/neu: Verstandeshandlung besteht im Urteilen, Tafel reiner Verstandesfunktionen, die aber in Ansehung alles Objekts unbestimmt sind. Aus der Handlung ergibt sich die Vereinigungsleistung. Sie ist nicht von außen angestoßen! >Synthesis/Kant.

Adorno XIII 105
Verstand/Kant/Adorno: soweit es sich um die Vernunft handelt, die sich auf die Möglichkeit bezieht, Inhaltliches, Materiales zu erkennen, spricht Kant von Verstand. Verstandestätigkeit/Kant: ist die Vernunfttätigkeit, die sich auf ein Material bezieht, das ir azus den Sinnen zugekommen ist und das sie vereinheitlicht und sich mit dessen Synthesis befasst.
Vernunft/Kant: hier soll diese Tätigkeit nicht mehr gebunden sein an ein solches Material, sondern frei davon sein. In der kognitiven oder noologischen Bedeutung gibt die Vernunft uns wenigstens die Regulative, in deren Sinn unsere Erfahrung von Sinnlichem fortschreiten soll. Vernunft in diesem prägnanten Sinn wäre als die Fähigkeit, Ideen zu erkennen.
Vernunft/Kant/Adorno: in einem dritten Sinn gibt die Vernunft in vollkommener Freiheit ihre Objekte sich selbst. Das ist der praktische Gebrauch der Vernunft. Paradoxerweise sind wir hier nach Kant gerade
Adorno XIII 106
nicht gebunden an einen Stoff. Praktische Vernunft/Kant/Adorno: unsere Vernunft oder wir verhalten uns praktisch, insofern wir rein nach der Vernunft und nach ihren Zwecken handeln, ohne dass wir diese Zwecke uns vorgeben ließen.
Zweck/Kant/Adorno: Damit dürfen wir uns diese nur von unserem eigenen Prinzip, dem, innersten Prinzip der Subjektivität selber vorgeben lassen.
Vernunft/Kant/Adorno: ist dann eine absolute Tätigkeit des Geistes im Gegensatz zu einer durch Materialen eingeschränkten. Damit wird sie zu einer höheren und gewissermaßen zur Gegeninstanz des Verstandes.
Adorno XIII 110
Verstand/Kant/Adorno: diejenige Vernunfttätigkeit, die sich bezieht auf die Ordnungsfunktionen, die wir gegenüber einem uns nach Kant von außen zukommenden und in sich chaotischen, nicht strukturierten, in sich ganz unbestimmten Material ausüben. Vernunft/Kant: reflektiert noch einmal auf den Verstand, auf den Gebrauch, den der Verstand von sich selbst macht und danach beurteilt, entscheidet, ob er im Sinne der Zwecke, die er sich
Adorno XIII 111
sich selbst gibt, ein höhergearteter sei.
Adorno XIII 112
Vernunft/Hegel/Adorno: bei Hegel und schon bei Kant finden sich Anklänge der Verdinglichung der Vernunft in dem Sinne, dass der gemeine Mann nicht zu viel nachdenken soll.
Adorno XIII 113
Vernunft/Horkheimer/Adorno: Problem: die Vernunft soll das Prinzip der Freiheit, aber gleichzeitig auch ein Gesetz und insofern etwas schlechterdings Repressives sein. In ihrem Begriff selber ist das Verhältnis von Freiheit und Zwang aber eigentlich nicht artikuliert worden.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

A I
Th. W. Adorno
Max Horkheimer
Dialektik der Aufklärung Frankfurt 1978

A II
Theodor W. Adorno
Negative Dialektik Frankfurt/M. 2000

A III
Theodor W. Adorno
Ästhetische Theorie Frankfurt/M. 1973

A IV
Theodor W. Adorno
Minima Moralia Frankfurt/M. 2003

A V
Theodor W. Adorno
Philosophie der neuen Musik Frankfurt/M. 1995

A VI
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften, Band 5: Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Drei Studien zu Hegel Frankfurt/M. 1071

A VII
Theodor W. Adorno
Noten zur Literatur (I - IV) Frankfurt/M. 2002

A VIII
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 2: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen Frankfurt/M. 2003

A IX
Theodor W. Adorno
Gesammelte Schriften in 20 Bänden: Band 8: Soziologische Schriften I Frankfurt/M. 2003

A XI
Theodor W. Adorno
Über Walter Benjamin Frankfurt/M. 1990

A XII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 1 Frankfurt/M. 1973

A XIII
Theodor W. Adorno
Philosophische Terminologie Bd. 2 Frankfurt/M. 1974
Verstehen Vico Pfotenhauer IV 61
Wahrheit//Vico: These: verum et factum convertuntur – das Wahre ist mit dem Gemachten konvertibel, also gleichbedeutend. Siehe hierzu K. Löwith Vicos Grundsatz: verum et factum convertuntur. In: Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse, Heidelberg 1968. Geschichte/Vico/Verstehen/Kant/Pfotenhauer: Kant nahm diesen Gedanken Vicos in modifizierter Form auf. Er ging davon aus, dass praktische Handeln als eine vernunftbegleitete Tätigkeit möglich sei. Dies könne gegenüber der Kontingenz des bloßen faktischen Geschehens sichtbar werden. Bedingung sei, dass dieses praktische Handeln eben der Vernunft als einer normativen, wertsetzenden Kraft unterstellt ist.
Geschichte/HegelVsKant/Hegel: Hegel wollte demgegenüber den Grundsatz praktischer Philosophie als verpflichtende Aussage über die tatsächliche Verlaufsrichtung der Historie verstanden wissen. Das Geschehen in der Geschichte wäre demnach als fortschreitende Selbstverwirklichung der Menschengattung im Zeichen geistiger Spontaneität zu deuten.
Pfotenhauer IV 62
Verstehen/Vico/Dilthey: Dilthey wollte an Vicos Grundsatz von der prinzipiellen Verständlichkeit der historischen Phänomene festhalten. Dies sollte gegen die positivistische Indifferenz geltend gemacht werden, die Geschichte und Natur in gleicher Weise zu betrachten entschlossen war. (DiltheyVsComte). Dilthey These: Dilthey schlug vor, das Geschehen unter dem Gesichtspunkt der Zwecksetzungen interessierter, wertorientierter Subjekt zu deuten. (M. Riedel Verstehen oder erklären? Stuttgart 1978, S. 19ff).

Vico I
Giambattista Vico
Prinzipien einer neuen Wissenschaft über die gemeinsame Natur der Völker Hamburg 2009

Pfot I
Helmut Pfotenhauer
Die Kunst als Physiologie. Nietzsches ästhetische Theorie und literarische Produktion. Stuttgart 1985
Verstehen Vollmer I 80
Def Anschaulichkeit/Vollmer: etwas ist anschaulich, wenn es transformiert werden kann. Bsp Planetarium - Molekülmodelle.
I 173
Verstehen/VollmerVsKant: beantwortet nicht: warum können wir einander verstehen? - Wie ist intersubjektives Wissen möglich? - Können die Kategorien als vollständig erwiesen werden? - (Vollmer: Nein!).

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988
Völkerrecht Hegel I 338
Völkerrecht/Hegel/Höffe: Dass die Rechtsphilosophie(1) in einer Weltgeschichte als «Schlachtbank» und nicht wie bei Kant im höchsten politischen Gut, dem ewigen Frieden, gipfelt, trägt Hegel kaum Sympathien ein. Von heute aus gesehen, von der Dominanz einer universalistischen Rechtsethik mit dem Gedanken von Menschenrechten und einer zunehmenden Verrechtlichung der zwischenstaatlichen Verhältnisse erscheint Kant als überlegen. HegelVsKant: Überdies verwirft Hegel (...) die Idee eines ewigen Friedens, sieht Kriege als für die «sittliche Gesundheit» der Völker unverzichtbar an und begnügt sich für die zwischenstaatlichen Beziehungen mit einem Völkerrecht, das auf eine Weltrechtsordnung, selbst auf dessen bescheidene Vorstufe, einen Staatenbund, verzichtet.


1. Hegel, Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte 1821-32 hrsg. v. E. Gans 1837
Wahrheit der Kunst Gadamer I 47
Wahrheit der Kunst/GadamerVsKant/Gadamer: Die transzendentale Funktion, die Kant der ästhetischen Urteilskraft zuweist, vermag der Abgrenzung gegen die begriffliche Erkenntnis und insofern der Bestimmung der Phänomene des Schönen und der Kunst zu genügen. (>Urteilskraft/Kant, >Urteilskraft/Gadamer, >Geschmack/Gadamer, >Ästhetik/Kant).
Aber geht es an, den Begriff der Wahrheit der begrifflichen Erkenntnis vorzubehalten? Muss man nicht auch anerkennen, daß das Kunstwerk Wahrheit habe?
I 87
Ist das ästhetische Verhalten überhaupt eine dem Kunstwerk gegenüber angemessene Haltung? Oder ist das, was wir „ästhetisches Bewusstsein« nennen, eine Abstraktion? Man kann jedenfalls nicht bezweifeln, dass die großen Zeiten der Geschichte der Kunst solche waren, in denen man sich ohne alles ästhetische Bewusstsein und ohne unseren Begriff von mit Gestaltungen umgab, deren religiöse oder profane Lebensfunktion für alle verständlich und für niemanden nur ästhetisch genussreich war. Lässt sich auf sie der Begriff des ästhetischen Erlebnisses überhaupt anwenden, ohne ihr wahres Sein zu verkürzen?
Der Wendepunkt scheint bei Schiller zu liegen, der den transzendentalen Gedanken des Geschmacks in eine moralische Forderung umwandelte und als Imperativ formulierte: Verhalte dich ästhetisch!(1) Schiller hat in seinen ästhetischen Schriften die radikale Subjektivierung, durch die Kant das Geschmacksurteil und seinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit transzendental gerechtfertigt hatte, aus einer methodischen in eine inhaltliche Voraussetzung gewandelt. >Wahrheit der Kunst/Schiller.
I 88
Wenn (...) der Gegensatz von Wirklichkeit und Schein den Begriff der Kunst prägt, ist der umfassende Rahmen, den die Natur bildet, gesprengt. Die Kunst wird ein eigener Standpunkt und begründet einen eigenen autonomen Herrschaftsanspruch.
I 103
Wahrheit der Kunst/Gadamer: Die Berufung auf die Unmittelbarkeit, auf das Geniale des Augenblicks, auf die Bedeutung des kann vor dem Anspruch der menschlichen Existenz auf Kontinuität und Einheit des Selbstverständnisses nicht bestehen. Die Erfahrung der Kunst darf nicht in die Unverbindlichkeit des ästhetischen Bewußtseins abgedrängt werden. Vgl. >Erlebniskunst/Gadamer. Diese negative Einsicht bedeutet positiv: Kunst ist Erkenntnis und die Erfahrung des Kunstwerks macht dieser Erkenntnis teilhaftig.
Problem: es [war] eine methodische Abstraktion zum Zwecke einer ganz bestimmten, transzendentalen Begründungsleistung (...), die Kant bewog, die ästhetische Urteilskraft ganz auf den Zustand des Subjektes zu beziehen. Wenn diese ästhetische Abstraktion in der Folge jedoch inhaltlich verstanden und in die Forderung verwandelt wurde, die Kunst „rein ästhetisch“ zu verstehen, so sehen wir jetzt, wie diese Abstraktionsforderung zu der wirklichen Erfahrung der Kunst in einen unauflösbaren Widerspruch gerät.



1. So kann man zusammenfassen, was in den Briefen »Über die ästhetische Erziehung
des Menschen«, etwa im 15. Brief, begründet wird: »es soll eine Gemeinschaft zwischen
Formtrieb und Stofftrieb, d. h. ein Spieltrieb sein«.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Wahrheit der Kunst Hegel Gadamer I 103
Wahrheit der Kunst/Hegel/Gadamer: Ausgangsproblem: Die Berufung auf die Unmittelbarkeit, auf das Geniale des Augenblicks, auf die Bedeutung des kann vor dem Anspruch der menschlichen Existenz auf Kontinuität und Einheit des Selbstverständnisses nicht bestehen. Die Erfahrung der Kunst darf nicht in die Unverbindlichkeit des ästhetischen Bewusstseins abgedrängt werden. Vgl. >Erlebniskunst/Gadamer. Diese negative Einsicht bedeutet positiv: Kunst ist Erkenntnis und die Erfahrung des Kunstwerks macht dieser Erkenntnis teilhaftig.
Kunst als Erkenntnis/GadamerVsKant: Das lässt sich schwerlich zur Anerkennung bringen, wenn man mit Kant Wahrheit der Erkenntnis an dem Erkenntnisbegriff der Wissenschaft und dem Wirklichkeitsbegriff der Naturwissenschaft misst. Es ist notwendig, den Begriff der Erfahrung weiter zu fassen, als es Kant tat, so dass auch die Erfahrung des Kunstwerkes als Erfahrung verstanden werden kann.
Hegel/Gadamer: [In Hegels Vorlesungen zur Ästhetik] ist auf eine großartige Weise der Wahrheitsgehalt, der in aller Erfahrung von Kunst liegt, zur Anerkennung gebracht und zugleich mit dem geschichtlichen Bewusstsein vermittelt. Die Ästhetik wird damit zu einer Geschichte der Weltanschauungen, d. h. zu einer Geschichte der Wahrheit, wie sie im Spiegel der Kunst sichtbar wird. Damit ist die Aufgabe grundsätzlich anerkannt, die wir formulierten, in der Erfahrung
der Kunst selbst die Erkenntnis von Wahrheit zu rechtfertigen. >Weltanschauung/Hegel.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Wahrheit der Kunst Kant Gadamer I 103
Wahrheit der Kunst/Kant/Gadamer: es [war] eine methodische Abstraktion zum Zwecke einer ganz bestimmten, transzendentalen Begründungsleistung (...), die Kant bewog, die ästhetische Urteilskraft ganz auf den Zustand des Subjektes zu beziehen. Wenn diese ästhetische Abstraktion in der Folge jedoch inhaltlich verstanden und in die Forderung verwandelt wurde, die Kunst „rein ästhetisch“ zu verstehen, so sehen wir jetzt, wie diese Abstraktionsforderung zu der wirklichen Erfahrung der Kunst in einen unauflösbaren Widerspruch gerät.
Problem/Gadamer: Die Berufung auf die Unmittelbarkeit, auf das Geniale des Augenblicks, auf die Bedeutung des kann vor dem Anspruch der menschlichen Existenz auf Kontinuität und Einheit des Selbstverständnisses nicht bestehen. Die Erfahrung der Kunst darf nicht in die Unverbindlichkeit des ästhetischen Bewusstseins abgedrängt werden. Vgl. >Erlebniskunst/Gadamer.
Diese negative Einsicht bedeutet positiv: Kunst ist Erkenntnis und die Erfahrung des Kunstwerks macht dieser Erkenntnis teilhaftig.
Kunst als Erkenntnis/GadamerVsKant: Das lässt sich schwerlich zur Anerkennung bringen, wenn man mit Kant Wahrheit der Erkenntnis an dem Erkenntnisbegriff der Wissenschaft und dem Wirklichkeitsbegriff der Naturwissenschaft misst. Es ist notwendig, den Begriff der Erfahrung weiter zu fassen, als es Kant tat, so daß auch die Erfahrung des Kunstwerkes als Erfahrung verstanden werden kann. >Wahrheit der Kunst/Hegel, >Weltanschauung/Hegel.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Wahrnehmung Kant Strawson V 126
Wahrnehmung/Kant/Strawson: zwischen veridischer und nicht-veridischer Wahrnehmung können wir nur unterscheiden, wenn die allgemeinen Bedingungen objektiver Zeitbestimmung (objektiver Wahrnehmung) erfüllt sind.
V 169f
Wahrnehmung/Kant: diese existiert aber sehr wohl "an sich selber"! - Problem: dann wiederholt sich die Frage nach dem Anfang der Reihe. StrawsonVsKant: redet immer von unseren Wahrnehmung. - Aber deine Wahrnehmungen sind mir nicht gegeben.

Stroud I 164
Wahrnehmung/Kant/Stroud: er kann direkte Wahrnehmung unabhängiger Dinge empirisch gesprochen nur akzeptieren, weil er sie nicht transzendental gesprochen akzeptiert. - Direkte Wahrnehmung: nur von abhängigen Dingen möglich. - Bsp Repräsentationen. KantVsTranszendentaler Realismus: dieser müsste dann außerdem noch unabhängige Dinge annehmen. Problem: dann müssten wir unsere Repräsentationen als diesen Dingen inadäquat bezeichnen. StroudVsKant: dann bin ich gefangen in meiner Subjektivität. - Damit ist der transzendentale Idealismus kaum vom Skeptizismus zu unterscheiden.
StroudVsKant: nach ihm ist die beste Wissenschaft (Physik usw.) möglich, aber immer noch von unserer Subjektivität abhängig.
I. Kant
I Günter Schulte Kant Einführung (Campus) Frankfurt 1994
Externe Quellen. ZEIT-Artikel 11/02 (Ludger Heidbrink über Rawls)
Volker Gerhard "Die Frucht der Freiheit" Plädoyer für die Stammzellforschung ZEIT 27.11.03

Strawson I
Peter F. Strawson
Einzelding und logisches Subjekt Stuttgart 1972

Strawson II
Peter F. Strawson
"Truth", Proceedings of the Aristotelian Society, Suppl. Vol XXIV, 1950 - dt. P. F. Strawson, "Wahrheit",
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Strawson III
Peter F. Strawson
"On Understanding the Structure of One’s Language"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Strawson IV
Peter F. Strawson
Analyse und Metaphysik München 1994

Strawson V
P.F. Strawson
Die Grenzen des Sinns Frankfurt 1981

Strawson VI
Peter F Strawson
Grammar and Philosophy in: Proceedings of the Aristotelian Society, Vol 70, 1969/70 pp. 1-20
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Strawson VII
Peter F Strawson
"On Referring", in: Mind 59 (1950)
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Stroud I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984
Welt Lorenz Vollmer I XIV
Weltbild/LorenzVsKant: in keinem Organismus begegnen wir einem Weltbild, das im Widerspruch stünde zu dem, was wir Menschen von der Außenwelt glauben - der Vergleich der Weltbilder verschiedener Arten hilft uns, die Begrenzungen unseres eigenen Weltbildapparates zu erwarten und anzuerkennen -

Lo II
K. Lorenz
On Aggression
Wirklichkeit Goodman I 18ff
Wirklichkeit/Welt/Realität/Goodman: Die vielen Stoffe, aus denen man Welten erzeugt - Materie, Energie, Wellen, Phänomene - werden zusammen mit den Welten erzeugt. Aber nicht aus dem nichts, sondern aus anderen Welten. Unser Erschaffen ist ein Umschaffen. Den Anfang sollte man der Theologie überlassen. Keine Hoffnung auf feste Grundlage.
Die Rede von unstrukturiertem Inhalt oder Gegebenem widerlegt sich selbst, denn Rede kann nicht unstrukturiert sein.
I 18
Kant: der Begriff eines reinen Inhalts ist leer.
I 34
...sollten wir aufhören, von richtigen Versionen zu sprechen als ob jede ihre eigene Welt wäre und sollten alle als Versionen von ein und derselben neutralen, zugrunde liegenden Welt anerkennen? Goodman These: Die so wiedergefundene Welt ist, wie früher bemerkt, eine Welt ohne Arten, ohne Ordnung, ohne Bewegung, ohne Ruhe und ohne Struktur. - Eine Welt, für oder gegen die zu kämpfen sich nicht lohnt.
II 70f
Wirklichkeit/Goodman: die gesamte Wirklichkeit, auch Raum und Zeit sind beschreibungsabhängig, VsKant, VsSalmon, VsRead - Denkbar: Raum-Zeit-Punkte existieren nicht die ganze Zeit! - Lösung: Summengegenstand p+t ----
IV 44
Realität/Goodman: Nichts wird durch einen bloßen Beschluss verwirklicht. Das Eingeständnis, dass es viele Standards der Richtigkeit gibt, lässt daher die Unterscheidung zwischen richtig und verkehrt nicht zusammenbrechen.

G IV
N. Goodman
Catherine Z. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989

Goodman I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

Goodman II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

Goodman III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997
Wissen Vollmer I 206
Wissen/VollmerVsKant: nach den Kantianer können wir faktisch nur wissen, was durch die Sinne gegeben ist. - Dann können wir nicht wissen, Bsp dass die Erde sich bewegt - Bsp dass der Raum nichteuklidisch ist. - Dann dürfen auch Quarks und Schwarze Löcher niemals Objekte der empirischen Wissenschaft werden, weil sie unanschaulich sind.

Vollmer I
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd. I Die Natur der Erkenntnis. Beiträge zur Evolutionären Erkenntnistheorie Stuttgart 1988

Vollmer II
G. Vollmer
Was können wir wissen? Bd II Die Erkenntnis der Natur. Beiträge zur modernen Naturphilosophie Stuttgart 1988
Zeichen Peirce Berka I 29
Zeichen/Logik/Peirce: in Logik müssen alle drei Arten von Zeichen vorkommen - Symbole: ohne sie gibt es keine Allgemeinheit - Allgemeinheit: für Schlussfolgerungen wesentlich.
I 30
Problem: Das Symbol allein sagt nichts über den Gegenstand aus. - Durch einen allgemeinen Term kann ein Gegenstand nur angedeutet werden.
I 29
Symbol/Peirce: sagt nichts über den Gegenstand aus.(1)
I 30
Schlussfolgerung/Peirce: braucht zusätzlich zu Symbol (für Wahrheit) und Index (beide zusammen zur Satzbildung) noch das 3. Zeichen: Icon: denn Folgerung besteht in der Beobachtung, dass dort, wo gewisse Relationen bestehen, gewisse andere Relationen gefunden werden können. - Diese Relationen müssen durch ein Icon dargestellt werden. - Bsp Der Mittelbegriff des Syllogismus muss tatsächlich in beiden Prämissen auftreten.(1)
1. Ch. S. Peirce, On the algebra of logic. A contribution to the philosophy of notation. American Journal of Mathematics 7 (1885), pp. 180-202 – Neudruck in: Peirce, Ch. S., Collected Papers ed. C. Hartstone/P. Weiss/A. W. Burks, Cambridge/MA 1931-1958, Vol. III, pp. 210-249

Diaz-Bone I 68f
Zeichen/Peirce/VsKant: Vs Konstruktion vom transzendentalen Subjekt: Pragmatismus ist diejenige Methode, die erfolgreiche sprachliche und gedankliche Kommunikation und klare Ideen ermöglicht. Für Peirce ist jeder Gedanke Zeichen.
Eco I 114
Zeichen/Peirce/Eco: triadische Form: Basis: Symbol (Repräsentem) Objekt (das es repräsentiert) Spitze: Interpretant (dies möchten viele Autoren mit Signifikat oder Referenz gleichsetzen).

Peir I
Ch. S. Peirce
Philosophical Writings 2011

Berka I
Karel Berka
Lothar Kreiser
Logik Texte Berlin 1983

James I
R. Diaz-Bone/K. Schubert
William James zur Einführung Hamburg 1996

Eco I
U. Eco
Das offene Kunstwerk Frankfurt/M. 1977

Eco II
U, Eco
Einführung in die Semiotik München 1972

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
eliminat. Materialism VsKant Pro Frank I 578
Rorty pro eliminativer Materialismus: knüpft an Feyerabend an - RortyVsKant, RortyVsDescartes
Fra I 584
Foucault: Mensch verschwindet, Rorty: Mentales verschwindet).

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Mathematik Kant Field I 79
Def Logizismus/Field: ist die These, daß Mathematik ein Teil der Logik sei. Das ist VsKant: der leugnet, daß Mathematik analytisch ist, weil die Rechnungen synthetisch sind. Und für die Rechnungen brauchen wir dann die Zahlen als Entitäten.

Field I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Field II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Field III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

Field IV
Hartry Field
"Realism and Relativism", The Journal of Philosophy, 76 (1982), pp. 553-67
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994
Moores Hä Stroud, B. I 83
Existenzbeweis/Skeptizismus/Bsp Moores Hände/Problem der Außenwelt/Moore/Stroud: (Moore Proof of the external world, 1959, 127ff). MooreVsKant: Moore denkt, daß er den Existenzbeweis liefern kann.
I 108
Stroud: These: es ist nicht immer möglich, ein Bestreiten von Wissen damit zu widerlegen, daß man sich auf ein bestimmtes bekanntes Ding beruft.
Realismus Stroud, B. I 151
metaphysischer Realismus/Kant/Stroud: (Die These, daß es Dinge gibt, die von uns unabhängig sind) erweist sich daher empirisch als wahr. Wegen der empirischen Unterscheidung zwischen unabhängigen Dingen (Steinen) und von uns abhängigen Dingen (Traum). B. (empirischer epistemischer Realismus).
"unabhängig"/epistemisch/Kant/Stroud: dasselbe kann man über den epistemischen Aspekt sagen: Bsp wir unterscheiden in der Erfahrung zwischen Dingen die wir direkt (Bsp im Tageslicht in mittlerer Entfernung) und solche, die wir indirekt (Bsp über Spiegel oder Bildschirm) wahrnehmen.
I 152
Lösung (s.u.): selbst hier gibt es eine einzelne Unterscheidung: der Begriff der "direkten" Wahrnehmung sollte dann nicht selbst als "empirisch" verstanden werden. Die These des empirischen Realismus ist dann selbst eine "transzendentale" These. Lösung/Kant/Stroud: wenn er die Wörter "abhängig", "unabhängig" und "transzendental" gebraucht, ist er Idealist.
transzendental/Stroud: eine transzendentale These kann nicht empirisch bestätigt oder widerlegt werden.
...I 163
StroudVsKant: so scheint hier die These von der "epistemischen Priorität" wieder.

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 2 Thesen von Autoren angrenzender Fachgebiete:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Moral Oakeschott, M. Rorty III 106
Moral/Oakeshott/Rorty: These: »Eine Moral ist weder ein System allgemeiner Prinzipien noch Regeln, sondern eine Volkssprache. (VsKant).

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Supernatur Santayana, G. Rorty VI 263
Def "Supernaturalismus"/Santayana: die Verwechslung von Idealen und Macht. RortyVsKant: das ist der einzige Grund hinter Kants These, es sei nicht nur freundlicher, sondern auch vernünftiger, Fremde nicht auszuschließen.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000