Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]

Screenshot Tabelle Begriffes

 

Finden Sie Gegenargumente, in dem Sie NameVs…. oder….VsName eingeben.

Erweiterte Suche:
Suchbegriff 1: Autor oder Begriff Suchbegriff 2:Autor oder Begriff

zusammen mit




Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 4 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Autor
Eintrag
Eintrag
Literatur
Literatur
Hegel Honneth Brocker I 791
Hegel/Honneth: Hegels Jenaer Programm (1) muss als Bruch mit dem sozialphilosophischen Mainstream seiner Zeit verstanden werden; dieser war in seinem Verständnis sozialer Beziehungen vom Paradigma des „Kampfes um Selbsterhaltung“ dominiert gewesen. (HegelVsMachiavelli, HegelVsHobbes). Honneth: Dagegen rückt bei Hegel eine komplexere Logik der Praxis in den Vordergrund, nämlich diejenige, die sich aus dem „Kampf der Subjekte um die wechselseitige Anerkennung ihrer Identität“ (2) heraus entfaltet. Dabei geht es den Subjekten nicht mehr ausschließlich um knappe Ressourcen für das eigene Überleben, sondern um die eigene Identität bzw. um die Gewinnung einer positiven Selbstbeziehung. Siehe Identität/Honneth.
Brocker I 792
HonnethVsHegel: dieser hat mit seiner bewusstseinsphilosophischen Wende (die bereits in den Jenaer Schriften anhebt) letztlich die entscheidenden Anregungen seiner anerkennungstheoretischen Konzeption unbenutzt gelassen. Siehe Anerkennung/Honneth.

1. Vgl. G.W.F. Hegel, Jenaer Schriften 1808-1807 Frankfurt, 1986.
2. Axel Honneth, Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte, mit einem neuen Nachwort, Frankfurt/M. 2014 (zuerst 1992) S.11

Hans-Jörg Sigwart, „Axel Honneth, Kampf um Anerkennung“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Honn I
A. Honneth
Das Ich im Wir: Studien zur Anerkennungstheorie Frankfurt/M. 2010

Honn II
Axel Honneth
Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte Frankfurt 2014

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Menschen Hobbes I 218
Mensch/Hobbes/Höffe: Auch wenn Hobbes einem Absolutismus das Wort redet, wird schon bei ihm der Mensch als Mensch zum Subjekt und Maß der politischen Ordnung. Es ist allerdings nicht das Wesen gleicher Würde, weder in deren säkularen Bestimmung als Sprach- und Vernunftbegabung noch in der religiösen Bestimmung als Gottebenbildlichkeit. Menschenrechte: Ohnehin kann im Naturzustand von Menschenrechten oder Grundrechten keine Rede sein. Entscheidend ist die gleiche Schwäche und Verletzlichkeit. Durch List oder durch Verbindung mit anderen können nämlich die Schwächeren selbst den Stärksten töten.
Infolgedessen läuft das für den Menschen natürliche Glücksverlangen Gefahr, dass sich die Menschen gegenseitig ins Elend stürzen.
>Naturzustand, >Bürgerkrieg.
Hobbes/VsMachiavelli: Diese Gefahr entspringt nicht wie bei Machiavelli einem (aus politischem Realismus gespeisten) pessimistischen Menschenbild. Nach Hobbes sind die Menschen nicht, wie Machiavelli im Fürst sagt, «undankbar, wankelmütig, verlogen, heuchlerisch und raffgierig» (1).
Krieg aller gegen alle/Hobbes: Das Elend geht vielmehr auf ein Zusammenleben ohne ein Gemeinwesen zurück: Ohne Staatlichkeit leben die Menschen in einem Zustand des Krieges aller gegen alle.
Aggression/Bürgerkrieg/Hobbes/Höffe: (...) mit der latenten, nicht notwendig aktuellen Gewalttätigkeit im Naturzustand behauptet Hobbes nicht, der Mensch sei von Natur aus aggressiv und destruktiv. >Krieg/Hobbes.
Die menschlichen Leidenschaften sind für ihn wertfreie Antriebskräfte, die man realistischerweise so hinnimmt, wie sie sind. Der Mensch ist nicht in einem moralischen Sinn antisozial, sprich böse; er ist nicht einmal unschuldig böse. Seine Grundleidenschaft, das Streben nach freier Selbsterhaltung und nach Glück (...) führt zu der (...) unvermeidlich asozialen Tendenz, der Neigung zur Gewalt.
>Machiavelli.


1. Machiavelli, Il Principe Kap. XVII

Hobbes I
Thomas Hobbes
Leviathan: With selected variants from the Latin edition of 1668 Cambridge 1994
Naturrecht Spinoza Höffe I 235
Naturrecht/SpinozaVsThomas/SpinozaVsAristoteles: Spinoza behält zwar den überlieferten Ausdruck des Naturrechts bei, gibt ihm aber eine grundlegend neue, ausschließlich naturalistische Bedeutung. Gemäß deren Prinzip Selbsterhaltung beinhaltet das Naturrecht keinerlei moralischen oder anderweitig normativen Anspruch. Vgl. >Naturrecht/Aristoteles.
SpinozaVsMachiavelli: Im Gegenteil darf jeder Mensch, also nicht wie bei Machiavelli nur der Fürst, tun, was die Moral zu verbieten pflegt, er darf mit Gewalt oder List agieren.
>N. Machiavelli.
Ohne jedes Pflichtmoment definiert, besteht das vorstaatliche Recht in nichts anderem als der eigenen naturalen Macht (potentia). Mit dieser fällt ein subjektives Recht - der berechtigte Anspruch einer Person - mit ihrer Fähigkeit, ihr Recht durchzusetzen, zusammen.(1)
>Freiheit, >Staat, >Gesellschaft, >Individuen, >Gemeinschaft, >Recht, >Rechte.


1.Spinoza, Tractatus theologico-politicus

Spinoza I
B. Spinoza
Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002
Verfassung Spinoza Höffe I 235
Verfassung/Spinoza/Höffe: Spinoza(1) setzt bei den Grundlagen von Recht und Staat an, zeigt, dass es weder möglich noch nötig ist, alles auf die höchsten Gewalten zu übertragen, und erschließt aus der Staatsverfassung und Geschichte der Hebräer einige politische Lehrsätze. Er erklärt, das Recht in geistlichen Dingen, einschließlich der Entscheidung über den äußeren religiösen Kult, stehe allein den höchsten Gewalten zu, und endet mit dem Argumentationsziel des gesamten Traktats: dass in einem freien Staat zwar nicht jeder handeln darf, wie er will, dass es ihm jedoch erlaubt ist, zu denken, was er will, und zu sagen, was er denkt. >Staat/Spinoza, >Freiheit/Spinoza.
Das für die Rechts- und Staatsphilosophie grundlegende Kapitel 16(2) bricht mit der traditionellen, bis in die spanische Spätscholastik reichenden aristotelisch-stoisch-thomistischen Naturrechtstheorie.
>Naturrecht, >Aristoteles, >Stoa, >Thomas von Aquin.
Naturrecht/SpinozaVsThomas/SpinozaVsAristoteles: Spinoza behält zwar den überlieferten Ausdruck des Naturrechts bei, gibt ihm aber eine grundlegend neue, ausschließlich naturalistische Bedeutung. Gemäß deren Prinzip Selbsterhaltung beinhaltet das Naturrecht keinerlei moralischen oder anderweitig normativen Anspruch.
>Geltungsansprüche.
SpinozaVsMachiavelli: Im Gegenteil darf jeder Mensch, also nicht wie bei Machiavelli nur der Fürst, tun, was die Moral zu verbieten pflegt, er darf mit Gewalt oder List agieren.
>N. Machiavelli.
Ohne jedes Pflichtmoment definiert, besteht das vorstaatliche Recht in nichts anderem als der eigenen naturalen Macht (potentia). Mit dieser fällt ein subjektives Recht - der berechtigte Anspruch einer Person - mit ihrer Fähigkeit, ihr Recht durchzusetzen, zusammen.
>Recht, >Rechte, >Freiheit, >Gesellschaft.
SpinozaVsRationalismus: Der in der Ethik methodisch kompromisslose Rationalist Spinoza lehnt hier erstaunlicherweise jeden Rückgriff auf die Ratio ab. Damit räumt
Höffe I 236
er innerhalb seiner Metaphysik dem inhaltlichen Naturalismus den Vorrang vor dem methodischen Rationalismus ein. >Rationalismus.
Der für die Überwindung des Naturzustandes erforderliche Staatsvertrag ist nur unter Nützlichkeitserwägungen gültig.
>Vertragstheorie/Spinoza.


1.Spinoza, Tractatus theologico-politicus
2. Ebenda, Kap 16

Spinoza I
B. Spinoza
Spinoza: Complete Works Indianapolis 2002