Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Literatur
Common Sense Mill Rawls I 304
Common Sense/Mill/Rawls: die Maximen der Gerechtigkeit können nicht allein auf den Common Sense gegründet werden: Bsp Löhne sollen jedem
I 305
nach seinem Einsatz und seinem Beitrag gezahlt werden. Das sind für sich genommen widersprüchliche Verfügungen! Man kann sie auch nicht gegeneinander gewichten. (J. St. Mill, Utilitarianism, ch. V, par. 30.) RawlsVsMill: daraus folgt aber nicht, dass man den Utilitarismus als Lösung braucht, wie Mill anscheinend glaubte.
Bsp eine Firma, die Mitarbeiter braucht, muss auch in die Ausbildung der Minderqualifizierten investieren, um ihren eigenen Interessen zu nützen. Dabei entstehen ihr später noch höhere Kosten, weil sie den Mitarbeitern dann höhere Löhne zahlen müssen.
I 307
Common Sense/RawlsVsMill: Keine der Maximen des Common sense kann in den Rang eines Prinzips der Gerechtigkeit erhoben werden. Jede würde zu einer Verzerrung führen.
I 308
Das hat mit den Ineffizienzen des Markts zu tun. (Siehe Mark Blaug, Economic Theory in Retrospect, (Cambridge, 1962) pp. 434f.)

Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Demokratie Mill Höffe I 356
Demokratie/Mill/Höffe: Mill befürchtet von der nicht näher qualifizierten, bloßen Demokratie einen Gesinnungsterror, den er mit allem Nachdruck verwirft.(1) Im Gegensatz zu einem schlichten, nur auf faktische Mehrheiten verkürzten Verständnis von Volksherrschaft deutet sich darin der Gedanke einer rechts- und verfassungsstaatlichen, konstitutionellen Demokratie an. Denn in jeder bloßen Demokratie drohe eine Zwangsherrschaft der Gesellschaft über das Individuum. Dann werde nämlich nicht, was allein erstrebenswert sei, jeder von sich selbst, sondern jeder von allen anderen regiert, sodass, was den hochgebildeten Mill erschreckt, jeder von einer ungebildeten Masse beherrscht werde.
Individualismus/Mill: Mills Ablehnung jeder Zwangsherrschaft über das Individuum erlaubt dem
Staat lediglich, Rahmenbedingungen festzulegen, innerhalb derer es jedem freisteht, seine Entscheidungen wohlinformiert selbst zu treffen.
HöffeVsMill: Die Kompromisslosigkeit dieser Parteinahme für Freiheit und Unparteilichkeit widerspricht allerdings Mills Wissenschafts- und Erkenntnistheorie. Denn sie akzeptiert
contre cæur nicht nur im Utilitarismus(2), sondern auch in der Freiheitsschrift(1), was es nach dem System der Logik gar nicht gibt: ein apriorisches Element. Vgl. >A priori/Mill.
In der Schrift Über die Unterdrückung der Frauen(3) wird Mill diesen Widerspruch selbst
einräumen. >Staat/Mill.


1. J.St. Mill. On Liberty, 1859, (dt. Über die Freiheit)
2. J.St. Mill, Utilitarianism 1861
3. J.St. Mill The Subjection of Women, 1869 (dt. Die Hörigkeit der Frau)



Brocker I 508
Demokratie/Lernen/Fähigkeiten/Persönlichkeit/Mill: Der Prozess der Vervollkommnung der menschlichen Fähigkeiten (in kognitiver, moralischer und emotionaler Perspektive) erfordert individuellen Mut und wird – wie Mill sehr kritisch in On Liberty konstatiert – durch die Demokratie und Mehrheitsentscheidungen unterminiert. Demokratie besitzt eine inhärente Tendenz zu Mittelmäßigkeit, die freiheitsbeschneidend ist. SchaalVsPateman: Carole Pateman(1) verkürzt Mill unzulässig, in dem sie sich maßgeblich auf Mills On Representative Government bezieht und den Zusammenhang zwischen Freiheit und der ganzheitlichen Ausbildung menschlicher Fähigkeiten weitgehend ignoriert, den Mill in On Liberty ausführt (in Rekurs auf Wilhelm von Humboldt).


1. Carole Pateman, Participation and Democratic Theory, Cambridge 1970, S. 34f

Gary S. Schaal, “Carole Pateman, Participation and Democratic Theory” in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Erfahrung James Suhr I 93
Erfahrung/James: Erfahrung ist laut James ein "doppelläufiges Wort": wie "Leben" und "Geschichte".
Diaz-Bone I 55
Erfahrung/Empfindung/JamesVsHume, JamesVsMill: diese vertreten einen "Assoziationismus": der Assoziationismus sieht in gedanklichen Vorstellungen und Erfahrungen nur Widerspiegelungen wahrnehmbarer Eindrücke, die durch Einwirkung auf den Organismus Vorstellungen erzeugen. James: Dieser "Determinismus" erklärt wohl die Empfindungen von Einzelheiten, aber nicht die Erfahrungen von Willensäußerungen, Gefühlslagen, Rationalität, Erinnerungen. >Assoziation.
I 59
Reine Erfahrung/James: Erfahrung ist die Wirklichkeit! (>Berkeley: esse est percipi; Sein ist Wahrgenommenwerden, Sein der Dinge ist ihr Erkanntsein.) JamesVsBerkeley: esse est percipere. ((s) = Sein ist Wahrnehmen.)

Suhr I
Martin Suhr
John Dewey zur Einführung Hamburg 1994

James I
R. Diaz-Bone/K. Schubert
William James zur Einführung Hamburg 1996
Ethik Mackie Stegmüller IV 169
Ethik/Moral/Mackie:(ähnlich wie Field): unser alltägliches Verständnis fordert ein Reich moralischer Eigenschaften, die so autonom wie materielle Gegenstände sein müssten, die es aber nicht gibt. Irrtumstheorie: (Field, Mackie): unsere Suche nach einem wahr-machenden Reich von Sachverhalten ist von einem semantischen Irrtum verursacht.
Die korrekte Erklärung der Wahrheitsbedingungen moralischer Urteile entzieht diese Urteile der Bewertung durch alltägliches Argumentieren. (Aufgrund der metaphysisch haarsträubenden Eigenschaften).
Ethik/Mackie: These: es gibt keine objektiven Werte (ontologisch).
Stegm IV 173
Objektivistische Ethik/MackieVsObjektivismus/Stegmüller: führt zu absonderlichen Entitäten wie "Getanwerdensollen". MackieVsIntuitionismus/VsEmotivismus: Rätsel des Zukommens: welche Verbindung besteht zwischen der natürlichen Tatsache, dass Mord grausam ist und der moralischen Tatsache, dass er falsch ist?
IV 179
Metaethischer Fehlschluss: - Schluss von Überzeugungen auf deren Richtigkeit.
Stegm IV 280
Moral/Ethik/Klugheit/Verallgemeinerungsfähigkeit/Verallgemeinerung/Universalisierung/ Mackie/Stegmüller: jeder Mensch möchte nach seinem Gewissen leben - das hebt die Spannung zwischen Moral und Eigeninteresse tendenziell auf. - Unter diesen Umständen fällt aber das, was klug ist, nicht mit dem zusammen, was klug wäre, wenn wir über keinen moralischen Sinn verfügten.

Stegmüller IV 263
Moral/Ethik/Mill: glaubte an allmähliche Veränderung der menschlichen Natur in Richtung auf eine "allgemeine Menschenliebe" - StephenVsMill: "unparteiische Nächstenliebe" könnte auch zum Stalinismus führen - Mackie dito - MackieVsMill.
IV 269
Freiheit/Mill/Stegmüller: These: Die einzige Berechtigung für einen Eingriff in die Freiheit anderer besteht in der Verhinderung der Beschädigung anderer - MackieVsMIll: zu schwach - Gedankenfreiheit kann damit nicht begründet werden -. Statt dessen: "Prinzip des legitimen Eingreifens".

Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977

Carnap V
W. Stegmüller
Rudolf Carnap und der Wiener Kreis
In
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd I, München 1987

St I
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd I Stuttgart 1989

St II
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 2 Stuttgart 1987

St III
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 3 Stuttgart 1987

St IV
W. Stegmüller
Hauptströmungen der Gegenwartsphilosophie Bd 4 Stuttgart 1989
Ethik Mill Höffe I 348
Ethik/Utilitarismus/Mill/HöffeVsMill/Höffe: Da Mill jede Art von apriorischen Aussagen ablehnt, kann er sie auch für die Ethik nicht zulassen. Eine erfahrungsfreie Begründung moralischer Verbindlichkeiten bleibt für ihn ausgeschlossen. Die Alternative, ein konsequenter Empirismus, schließt sich - im Gegensatz zu jeder «apriorischen» Oder «intuitionistischen Schule» - einer «induktiven Schule» der Ethik an. Da aber das utilitaristische Leitprinzip alles Handeln leiten soll, bildet es dessen Vorgabe, die Mill nicht aus der Erfahrung begründet, sodass sie den verfemten vorempirischen Charakter annehmen dürfte. >Mill/Höffe.

Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998
Funktionalismus Searle Dennett I 557
Funktion/Searle: (laut Dennett): Nur Produkte, die von einem echten menschlichen Bewusstsein hergestellt wurden, haben eine Funktion ((s) > objet ambigu, Paul Valery). DennettVsSearle: Also dienen die Tragflächen des Flugzeugs, aber nicht die Flügel des Adlers zum Fliegen? Vgl. >Funktionen.
---
I 19
SearleVsFunktionalismus (SearleVsPutnam): Beziehungen zwischen Geistzuständen sind nicht ausschließlich kausal! Sonst hätten Steine mit den richtigen Kausalbeziehungen die gleichen Geistzustände wie wir.
I 59 ff
VsFunktionalismus: Funktionalismus eliminiert Qualia - Imitation einer funktionalen Organisation führt nicht zu Schmerzempfindung.
I 233f
Eine Maschine wird durch Effekte definiert und kann nicht aus Käse nachgebaut werden. Computer: ist syntaktisch definiert und kann aus Beliebigem nachgebaut werden (Katzen, Mäusen, Käse). Die Syntax ist immer beobachterrelativ, nicht intrinsisch. Aber das Herz ist intrinsisch eine Pumpe. Auch Wasser ist als intelligent beschreibbar (geringster Widerstand).
I 266f
Intentionale Phänomene: Regelfolgen: sind echt kausale Phänomene. Funktionale Erklärungen: sind nur nackte physische Fakten. Kausalität existiert hier nur durch interessengeleitete Beschreibung. Regeln sind keine Ursachen für Handlungen.
I 266
Funktion/Searle: Die Funktion hat keine separate Ebene.
I 269
Muster: spielt in funktionaler Hinsicht eine kausale Rolle, verbürgt aber keine unbewusste Repräsentation (Intentionalität). ---
III 24
SearleVsMillikan: Eine Funktion ist immer beobachterrelativ (nur der "Ablauf" ist immanent). Millikan: Die Funktion ist evolutionär entstanden.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Dennett I
D. Dennett
Darwins gefährliches Erbe Hamburg 1997

Dennett II
D. Dennett
Spielarten des Geistes Gütersloh 1999

Dennett III
Daniel Dennett
"COG: Steps towards consciousness in robots"
In
Bewusstein, Thomas Metzinger Paderborn/München/Wien/Zürich 1996

Dennett IV
Daniel Dennett
"Animal Consciousness. What Matters and Why?", in: D. C. Dennett, Brainchildren. Essays on Designing Minds, Cambridge/MA 1998, pp. 337-350
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Funktionen Searle I 266
Funktion/Searle: Funktionen haben keine separate Ebene! Bsp Das Herz hat keine Funktion, die zu seinen Kausalbeziehungen hinzukäme. Gehirn: Durch die Beseitigung der Ebene des tief Unbewussten, löst sich die "physische Verursachung" in nichts auf.
I 267
Die normative Komponente liegt im Auge des Betrachters - die Verbindung von geistigen Gehalten braucht selbst keinen geistigen Gehalt zu haben (Bsp Täuschungen).
III 24
Funktion/Searle: Die Funktion steht immer vor dem Objekt. Wir erfahren einen Tisch nicht einfach als Objekt. ((s) >objet ambigu, Valery.) Aber die Natur weiß nichts von Funktionen.
III 25
Es ist wohl der Natur immanent, dass das Herz Blut pumpt, aber immanent ist der Ablauf, die Funktion ist bloß zugeschrieben. Die Funktion besteht nur in einem System früherer Wertzuweisungen. Dabei werden keine anderen als kausale Tatsachen entdeckt.
III 26
Larry Wright: Wenn Z die Funktion von X ist, dann 1. gibt es X, weil es Z tut, 2. ist Z eine Folge davon, dass es X gibt. SearleVs: Das würde die Beobachterrelativität der Funktion beseitigen.
III 27
Funktion/SearleVsMillikan: Eine Funktion ist immer beobachterrelativ (nur der "Ablauf" ist immanent). Millikan: Die Funktion ist evolutionär entstanden. SearleVs: So kann man alles einführen und als relevant bezeichnen - das erklärt nicht die normative Komponente von Funktionen. Altes Dilemma: entweder nur rohe kausale Relationen oder wirkliche "funktionale" Funktionen.
III 50
Tiere können Gegenständen Funktionen zuweisen.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Geisteswissenschaften Dilthey Gadamer I 12
Geisteswissenschaften/Geschichtsschreibung/Dilthey/Gadamer: Auch Dilthey, in dem sdich der Einfluss der naturwissenschaftlichen Methode und des Empirismus der Millschen Logik sehr viel stärker geltend macht, hält dennoch das romantisch-idealistische Erbe im Begriff des Geistes fest. ((Vgl. >Geschichtsschreibung/Droysen). DiltheyVsEmpirismus: Dem englischen Empirismus hat er sich stets überlegen gefühlt, weil er in der lebendigen Anschauung dessen lebte, was die historische Schule gegenüber allem naturwissenschaftlichen und naturrechtlichen Denken auszeichnete. »Nur aus Deutschland kann das wirkliche empirische Verfahren an Stelle des vorurteilsvollen dogmatischen Empirismus kommen.
DiltheyVsMill: Mill ist dogmatisch aus Mangel historischer Bildung« — das ist eine Notiz, die Dilthey in sein Exemplar der Millschen Logik geschrieben hat(2). In der Tat ist die ganze, jahrzehntelange, mühevolle Arbeit, die Dilthey der Grundlegung der Geisteswissenschaften gewidmet hat, eine beständige Auseinandersetzung mit der logischen Forderung, die Mills berühmtes Schlusskapitel(2) für die Geisteswissenschaften aufgestellt hatte.
Methode/Dilthey/Gadamer: Gleichwohl hat sich Dilthey von dem Vorbild der Naturwissenschaften
zutiefst bestimmen lassen, auch wenn er gerade die methodische Selbständigkeit der Geisteswissenschaften rechtfertigen wollte. Für Dilthey gehört zur wissenschaftlichen Erkenntnis die Auflösung der Lebensbindung, die Gewinnung einer Distanz zur eigenen
Gadamer I 13
Geschichte, die allein ermöglicht, sie zum Objekte zu machen. >Methode/Dilthey.

1. W. Dilthey, Gesammelte Schriften Bd. V, S. LXXIV.
2. J. St. Mill, System der deduktiven und induktiven Logik, übertragen von Schiel, 1863, 6. Buch »Von der Logik der Geisteswissenschaften oder moralischen Wissenschaften«.



Wright I 19
Geisteswissenschaften/Humanities/W. Dilthey/Wright, G. H.: Dilthey verwendete für den gesamten Bereich der Methode des Verstehens die Bezeichnung Geisteswissenschaften. Der deutsche Begriff „Geisteswissenschaften“ stammt aus der Übersetzung des englischen „moral science“.

Dilth I
W. Dilthey
Gesammelte Schriften, Bd.1, Einleitung in die Geisteswissenschaften Göttingen 1990

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

WrightCr I
Crispin Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WrightCr II
Crispin Wright
"Language-Mastery and Sorites Paradox"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

WrightGH I
Georg Henrik von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008
Geisteswissenschaften Gadamer I 9
Geisteswissenschaften/Tradition/Gadamer: Das Wort „Geisteswissenschaften« hat sich vor allem durch den Übersetzer von John Stuart Mills Logik eingebürgert. Mill sucht in seinem Werk anhangsweise die Möglichkeiten zu skizzieren, die die Anwendung der Induktionslogik auf die moral sciences besitze. Der Übersetzer sagt dafür Geisteswissenschaften(1). >Geisteswissenschaften/Mill.
I 10
GadamerVsTradition/GadamerVsMill/GadamerVsHume/GadamerVsInduktion: Nun macht es aber das eigentliche Problem aus, das die Geisteswissenschaften dem Denken stellen, daß man das Wesen der Geisteswissenschaften nicht richtig erfaßt hat, wenn man sie an dem Maßstab fortschreitender Erkenntnis von Gesetzmäßigkeit misst. Die Erfahrung der gesellschaftlich- geschichtlichen Welt lässt sich nicht mit dem induktiven Verfahren der Naturwissenschaften zur Wissenschaft erheben.


1. J. St. Mill, System der deduktiven und induktiven Logik, übertragen von Schiel,
18632, 6. Buch »Von der Logik der Geisteswissenschaften Oder moralischen Wissen-
schaften«.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Geisteswissenschaften Mill Gadamer I 9
Geisteswissenschaften/Mill/Gadamer: Das Wort „Geisteswissenschaften« hat sich vor allem durch den Übersetzer von John Stuart Mills Logik(1) eingebürgert. Mill sucht in seinem Werk anhangsweise die Möglichkeiten zu skizzieren, die die Anwendung der Induktionslogik auf die moral sciences besitze. Gadamer: Schon aus dem Zusammenhang der Millschen Logik geht hervor, daß es sich gar nicht darum handelt, eine eigene Logik der Geisteswissenschaften anzuerkennen, sondern im Gegenteil zu zeigen, daß es die aller Erfahrungswissenschaft zugrunde liegende induktive Methode sei, die auch auf diesem Gebiete allein gelte. Mill steht damit in einer englischen Tradition, deren
wirksamste Formulierung Hume in seiner Einleitung zum "Treatise" gegeben hat(2). Auch in der Moralwissenschaft komme es darauf an, Gleichförmigkeiten, Regelhaftigkeiten, Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, die die einzelnen Erscheinungen und Abläufe voraussagbar machten.
VsMill, VsHume: >Geisteswissenschaften/Gadamer.


1. J. St. Mill, System der deduktiven und induktiven Logik, übertragen von Schiel, 18632, 6. Buch »Von der Logik der Geisteswissenschaften oder moralischen Wissen-
schaften«.
2. David Hume, Treatise on Human Nature, Introduction.

Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Grice Millikan I 52
Sprache/Millikan: in diesem Kapitel: welche Relationen gibt es zwischen 1. der stabilisierenden Funktion eines Sprachmusters
2. ihren buchstäblichen Gebrauch
3. den Sprecherintentionen.
Stabilisierungsfunktion/Millikan: nächstes Kapitel These: ein Aspekt der Wortbedeutung, der syntaktischen Form ist die fokussierte Stabilisierungsfunktion.
buchstäblicher Gebrauch/Millikan: korrespondiert keiner Stabilisierungsfunktion (s.u.).
Gricesche Intention/MillikanVsGrice/Millikan: These: die Griceschen Intentionen sind überhaupt nicht das, was Sprachgebrauch und Verstehen antreibt.
Stabilisierungsfunktion/Sprache/Millikan: wenn Sprachmuster wie Wörter oder syntaktische Formen Stabilisierungsfunktion haben, so sind diese direkte Eigenfunktionen von reproduktiv festgelegten Familien (rfF) 1. Stufe, von denen diese Muster auch Elemente sind.
Funktionen: von Wörtern usw. sind historisch erworben indem sie sowohl Äußerungen als auch Reaktionen beim Hörer hervorriefen.
Intention/Sprecherintention/Pointe: diese Funktionen hängen aber nicht von den Sprecherintentionen ab!
Direkte Eigenfunktion: hat ein Wort-Token nämlich sogar dann, wenn es von einem Papagei hervorgebracht wird. Denn das Token ist Element einer rfF dadurch, dass es eine direkte Eigenfunktion hat.
Intention/Zweck: liefert eine abgeleitete Eigenfunktion.
Abgeleitete Eigenfunktion: liegt aber über und jenseits der direkten oder stabilisierenden Funktion. Dabei kann sie dieselbe Funktion sein, wie die direkte, muss es aber nicht. Jedenfalls ist sie nicht die eigene Funktion des Sprachmusters, nicht seine Eigenfunktion.
Stabilisierungsfunktion/Sprache/Millikan: obwohl aber die Stabilisierungsfunktion unabhängig von Zweck und Sprecherintention ist, ist sie nicht unabhängig von Zwecken, die Sprecher überhaupt ganz allgemein haben können.
I 53
Hier wird es wieder eine „kritische Masse“ von Fällen des Gebrauchs geben.
I 63
Imperativ/Millikan: nun ist es sicher so, dass ein Hörer, wenn er gefragt wird, ob der Sprecher intendiert habe, dass er dem Befehl gehorcht, sicher sofort „ja“ antworten wird.
I 64
Aber das heißt nicht, dass er diese Überzeugung beim Gehorchen gebraucht hat. Gricesche Intentionen/MillikanVsGrice/Millikan: sind also überflüssig. Und sie helfen auch nicht, nichtnatürliche Bedeutung von weniger interessanten Dingen zu unterscheiden.
Wir brauchen jedenfalls keine Griceschen Intentionen zu beachten, die nur potentiellen und nicht aktualen Modifikationen des Nervensystems unterliegen.
I 65
VsMillikan: man könnte einwenden, dass man Gründe für eine Handlung haben könnte, ohne dass diese Gründe in der Anatomie aktiviert sind. Millikan: wenn ich aufhöre, etwas zu glauben, werde ich entsprechende Handlungen unterlassen.
Gricesche Intentionen/Millikan: die einzige interessante Frage ist, ob sie aktual innen verwirklicht sind, während man spricht.
Bsp Millikan: der Sergeant sagt: „Wenn ich das nächste Mal „Halt“ sage, halte nicht an!“
Ein ähnliches Bsp gibt es von Bennett.
Problem: das Training war so effektiv, dass der Soldat es nicht schafft, nicht anzuhalten.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Individualismus Mill Höffe I 353
Individualismus/Mill/Höffe: Mill erweitert [in seinem sozial- und rechtsphilosophischen Hauptwerk, der Abhandlung Über die Freiheit(1)], seinen sozialen Wirtschaftsliberalismus um einen politischen Liberalismus. Dessen Grundgedanke besteht im kompromisslosen Einspruch gegen eine «Tyrannei der herrschenden Meinung und Gesinnung», gegen eine «Tyrannei der Mehrheit», die selbst die Seele versklavt.
Höffe I 356
Mill befürchtet von der nicht näher qualifizierten, bloßen Demokratie einen Gesinnungsterror, den er mit allem Nachdruck verwirft. Im Gegensatz zu einem schlichten, nur auf faktische Mehrheiten verkürzten Verständnis von Volksherrschaft deutet sich darin der Gedanke einer rechts- und verfassungsstaatlichen, konstitutionellen Demokratie an. Denn in jeder bloßen Demokratie drohe eine Zwangsherrschaft der Gesellschaft über das Individuum. Dann werde nämlich nicht, was allein erstrebenswert sei, jeder von sich selbst, sondern jeder von allen anderen regiert, sodass, was den hochgebildeten Mill erschreckt, jeder von einer ungebildeten Masse beherrscht werde.
Höffe I 357
VsMill/Höffe: Problem: Zwischen dem politischen Liberalismus der Freiheitsschrift(1) und seinem bald darauf veröffentlichten, dem Kollektivwohl verpflichteten Utilitarismus(2) besteht eine Spannung, die Mill erstaunlicherweise nicht bemerkt. Als Alternative - entweder Liberalismus oder aber Utilitarismus - spielt sie in späteren Debatten eine bedeutende Rolle.. Ein in sich stimmiges Plädoyer für die soziale und politische Freiheit des Einzelnen müsste jedenfalls beide Gedankenstränge voneinander trennen und sich dann entscheiden, welche Seite es bevorzugt: den der Individualität verpflichteten >Liberalismus oder den am kollektiven Wohl orientierten >Utilitarismus.

1. J.St. Mill. On Liberty, 1859, (dt. Über die Freiheit)
2. J.St. Mill, Utilitarianism 1861

Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998
Kennzeichnungen Tugendhat I 348
Kennzeichnungen/Frege (auch Husserl): Kennzeichnungen sind fundamentaler als Namen - zum Herausfinden der Referenz von Namen. - MillVsFrege: Namen fundamentaler - VsMill: mysteriös: "dem Gegenstand selbst beigelegt". - Lösung/Mill: nicht dem Gegenstand, sondern der Vorstellung vom Gegenstand.
I 378
Frege: Namen sind Abkürzungen für Kennzeichnungen - > verkürzte Kennzeichnung.
I 396
Kennzeichnung/Eigenschaften/Identifikation/Tugendhat: zweifelhaft, ob Kennzeichnungen einen Gegenstand wirklich herausgreifen können. - "Originale" Eigenschaften: Bsp "der höchste Berg", "der zweithöchste Berg" usw. - Problem: es kann auch zwei genau gleich hohe Berge geben, an einer Stelle können sich mehrere oder gar kein so-und-so befinden. Tugendhat: es muss noch etwas hinzukommen, Ostension, Name oder Ortsangabe - Bsp jemand der vor der höchsten Berg geführt wird, braucht nicht zu wissen, dass es der höchste ist. - ((s) "dieser Berg" ist keine Eigenschaft.)

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992
Kräfte Cartwright I 59
Komposition/Ursachen/Kräfte/Physik/Cartwright: Bsp Mix aus Elektromagnetik und Gravitation. - Vektoraddition: ist eine Rechnung! - Es ist nicht die Natur, die die Kräfte "addiert" - Denn die "Komponenten-Kräfte" sind gar nicht da! - MillVs: die Teilkräfte existieren. - CartwrightVsMill: Teilkräfte existieren nicht - auch keine "Teilbewegung Richtung Norden und eine Richtung Osten" wobei der Körper sich nach Nordosten bewegt.
I 61
Lösung/Cartwright: Aufgabe der "Tatsachen-Sicht". Dann werden in der Vektoraddition Kausalkräfte addiert, keine physikalischen Kräfte. - Dann nicht "Verhalten" der Körper, sondern die "Fähigkeit" zum Verhalten - Problem: so leicht lassen sich die "Tatsachen" nicht aufgeben.

Car I
N. Cartwright
How the laws of physics lie Oxford New York 1983

CartwrightR I
R. Cartwright
A Neglected Theory of Truth. Philosophical Essays, Cambridge/MA pp. 71-93
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

CartwrightR II
R. Cartwright
Ontology and the theory of meaning Chicago 1954
Leben Mill Singer I 92
Leben/Intelligenz/Wert/Mill: kein intelligentes menschliches Wesen würde mit einem Tier tauschen wollen, nicht einmal, wenn es dafür Zufriedenheit eintauschen könnte: kein kluger und fühlender Mensch würde mit einem nichtfühlenden und stupiden Menschen tauschen. Es ist besser, ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedenes Schwein zu sein. Der Grund ist, dass weiter entwickelte Menschen imstande sind, beide Seiten zu sehen.
VsMill/Peter Singer: das haben viele Kritiker infrage gestellt: weiß Sokrates wirklich, wie es ist, ein Idiot zu sein? ((s) Siehe Fledermaus-Beispiel: Literatur: Th. Nagel (1974), What is it like to be a bat, in: Philosophical Review 83 (October) 435-50.
Kann ein kluger Mensch die einfachen Freuden eines Ungebildeten erleben?
UtilitarismusVsMill/P. Singer: Mills Standpunkt ist schwer mit dem hedonistischen Utilitarismus zu versöhnen: der Idiot ist zufrieden, Sokrates ist es nicht.
I 93
Präferenzutilitarismus: ob er mit Mills Ansicht in Einklang gebracht werden kann hängt davon ab, wie verschiedene Präferenzen gegeneinander abgewogen werden.

Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998

SingerP I
Peter Singer
Practical Ethics (Third Edition) Cambridge 2011

SingerP II
P. Singer
The Most Good You Can Do: How Effective Altruism is Changing Ideas About Living Ethically. New Haven 2015
Liberalismus Waldron Gaus I 89
Liberalismus/Waldron: Die moderne Unterscheidung zwischen "politischen" und "umfassenden" Versionen des Liberalismus entsteht im Zusammenhang mit einem ernsthaften Problem der Rechtfertigungsgrundlage liberaler Prinzipien in einer pluralistischen Gesellschaft. Das Problem stellt sich wie folgt. Die Liberalen stellen sich eine tolerante, integrative Gesellschaft vor, die von Menschen bevölkert ist, die einer Vielzahl von Glaubenssystemen angehören. Viele moderne Gesellschaften, in denen der Liberalismus als politisches Ideal gedeiht, haben bereits diesen Charakter: Es sind religiös pluralistische und multikulturelle Gesellschaften (...).
Aber eine pluralistische Gesellschaft steht auch vor einer zusätzlichen Agenda. Wo verschiedene Glaubensrichtungen und Kulturen aufeinander treffen, kommt es wahrscheinlich zu Reibungen und Beleidigungen: Der Gottesdienst oder die Feierlichkeiten einer Gruppe können wie ein Vorwurf oder ein Angriff auf eine andere Gruppe erscheinen, und da Werte und Philosophien auf dem Marktplatz der Ideen miteinander konkurrieren, wird der Wettbewerb oft respektlos erscheinen, da jede Glaubensrichtung versucht, ihre Gegner zu diskreditieren und Anhänger für sich zu gewinnen. Es ist nicht leicht, unter diesen Umständen die Pflicht zur gegenseitigen Duldung zu definieren oder die Unterscheidung zwischen Schaden und Vergehen aufrechtzuerhalten, die ein pluralistisches Regime erfordert. >Pluralismus/Waldron.
Gaus I 90
Duldung/Pluralismus/Liberalismus/Problem: (...) Indem wir auf einer solchen Grundlage liberale Prinzipien und liberale Lösungen für die Probleme des gesellschaftlichen Lebens erarbeiten und verteidigen, scheinen wir inmitten der kulturellen und ethischen Pluralität Partei zu ergreifen. Wir scheinen aus der Vielfalt der ethischen, philosophischen und religiösen Traditionen in der Welt auszuwählen, wobei wir einige als grundlegend privilegieren und andere an den Rand drängen. >Toleranz/Waldron.
Gaus I 91
Def Politischer Liberalismus/Waldron: Zwei politische Liberale lassen sich also durch ihre unterschiedlichen Positionen und ihre unterschiedlichen Vorstellungen voneinander unterscheiden. Aber was sie - als politische Liberale - gemeinsam haben werden, ist ihr Bestehen auf einer Unterscheidung zwischen den Prinzipien und Idealen, die (in ihren jeweiligen Ansichten) eine liberale Gesellschaftsordnung definieren, und den tieferen Werten und Verpflichtungen, die mit bestimmten philosophischen Auffassungen verbunden sind. Def Umfassender Liberalismus/Waldron: Der oder die politische Liberale besteht darauf, dass die Artikulierung und Verteidigung einer bestimmten Reihe liberaler Verpflichtungen für eine Gesellschaft nicht von einer bestimmten Theorie darüber abhängen sollte, was einem menschlichen Leben Wert oder Sinn verleiht. Ein umfassender Liberaler verneint dies. Er oder sie behauptet, dass es unmöglich ist, liberale Verpflichtungen angemessen zu verteidigen oder auszuarbeiten, es sei denn, man beruft sich auf die tieferen Werte und Verpflichtungen, die mit einer allgemeinen oder "umfassenden" Philosophie verbunden sind.
Politischer Liberalismus: Es kann auch eine zweite Ebene der Unterschiede zwischen politischen Liberalen geben. Unabhängig davon, ob der Inhalt ihres liberalen Engagements derselbe ist oder nicht, können sich zwei politische Liberale in den Rechtfertigungsstrategien unterscheiden, die sie als politische Liberale anwenden. >Konsens/Waldron. ((s) Vgl. >Verständigung/Habermas).
Umfassender Liberalismus: Offensichtlich gibt es auch unter den umfassenden Liberalen wichtige Unterschiede. Zwei umfassende Liberale können unterschiedliche liberale Verpflichtungen haben: der eine kann ein Linksliberaler und der andere ein libertärer Liberaler sein. Eine zweite Ebene der Differenz hat mit dem Inhalt der umfassenden Perspektiven zu tun, auf denen ihre liberalen Verpflichtungen beruhen. John Lockes christliche Grundlagen sind nicht dasselbe wie die Autonomietheorie von Immanuel Kant (1991)(1), und keine davon ist dasselbe wie die hedonistische Grundlage des Utilitarismus von Jeremy Bentham (1982)(2). >Autonomie/Kant, >Utilitarismus.
Gaus I 92
Probleme: (VsMill, VsKant, VsHumboldt): Es scheint Locke, Kant und Mill nicht in den Sinn gekommen zu sein, dass [die] Grundpositionen ein Problem für die Politik des Liberalismus in einer Gesellschaft darstellen würden, deren Mitglieder über die Existenz Gottes, die Natur der Vernunft und das Schicksal des menschlichen Individuums uneins waren. Sie gingen einfach davon aus, dass der Liberalismus einer solchen philosophischen Grundlage bedürfe und dass ihre Aufgabe als politische Philosophen darin bestünde, diese Grundlage zu artikulieren, (wie Mill es ausdrückte) "den intelligenten Teil der Öffentlichkeit ... davon zu überzeugen, ihren Wert zu erkennen" (1956(1): 90), und wenn nötig zu argumentieren, wie Locke in seiner Diskussion über den Atheismus (1983(2): 51) argumentierte, dass diejenigen, die sich diesen Grundpositionen nicht anschließen konnten, von der Regierung einer liberalen Gesellschaft als gefährlich angesehen werden müssten. >Liberalismus/Mill, >Gemeinschaft/Humboldt, >Staat/Humboldt, >Kategorischer Imperativ, >Neutralität/Waldron.
Gaus I 97
Die in einer Theorie der Gerechtigkeit angewandte Doktrin der Menschenwürde und Gleichheit muss - mehr oder weniger in der Art eines moralischen Absoluten - verschiedenen pragmatischen Erwägungen widerstehen können, die uns dazu verleiten könnten, die Interessen einiger weniger Schwacher und Verletzlicher um der Bequemlichkeit oder des Wohlstands der Reichen oder Mächtigen willen zu opfern oder zu vernachlässigen. Die Gerechtigkeit muss dem standhalten können, und ihre konstitutiven Doktrinen müssen das Zeug dazu haben, diese schwere moralische Arbeit zu leisten. Viele der umfassenden Konzeptionen, die politische Liberale aus dem öffentlichen Raum ausschließen wollen, richten sich genau an diese Frage: Sie erklären in ethischen oder transzendenten Begriffen, warum gerade die wenigen Schwachen und Verletzlichen nicht auf diese Weise geopfert werden dürfen. Die politischen Liberalen schlagen vor, diese Arbeit ohne Hilfe einer solchen Konzeption zu leisten, aber in einer Art und Weise, die dennoch ihre Loyalität im übergreifenden Konsens bewahrt. >Überlappender Konsens/Rawls, >Überlappender Konsens/Waldron, >Abtreibung/Rawls.
Gaus I 99
Umfassender Liberalismus/Waldron: Einige umfassende Konzeptionen werden die moralische Bedeutung der tatsächlichen Erfahrung der Menschen hier und jetzt bejahen, während andere sie vielleicht beiseite schieben oder verunglimpfen. Diejenigen, die sie bejahen, werden die moralischen und politischen Verpflichtungen, die traditionell mit dem Liberalismus verbunden sind, auf natürlichere Weise unterstützen und in gewisser Weise erzeugen und inspirieren. Und genau daran will uns der umfassende Liberale erinnern. Der Liberalismus beruht auf bestimmten ethischen Verpflichtungen, auf bestimmten Aussagen über das, was zählt, und auf der Bedeutung bestimmter Formen des Respekts für das Leben, die Erfahrungen und die Freiheit gewöhnlicher Männer und Frauen. Er ist kein neutrales oder nonchalantes Glaubensbekenntnis, und seine Verpflichtungen können wohl kaum auf rein politischer Ebene artikuliert werden.

1. Mill, John Stuart (1956 [1859]) On Liberty, ed. Currin V. Shields. Indianapolis: Hackett.
2. Locke, John (1983 [1689]) A Letter Concerning Toleration, ed. James H. Tully. Indianapolis: Hackett.

Waldron, Jeremy 2004. „Liberalism, Political and Comprehensive“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Mill Höffe Höffe I 346
Mill/Höffe: MillVsKant: Nach Mills Empirismus gibt es im Gegensatz zu Kant und dem Deutschen Idealismus keinerlei vorempirische, sondern lediglich eine empirische, also aposteriorische Erkenntnis.
Erklärung: Wissenschaftliche Erklärungen, die auch in den Humanwissenschaften (moral sciences) möglich seien, bestehen in der Unterordnung von Einzelereignissen unter geeignete Gesetze.
Mathematik: Sogar die Mathematik und die Logik sollen auf Erfahrungen und deren induktiven Verallgemeinerungen beruhen. Dass die Mathematiker mit
Höffe I 347
einer anderen Methode zu argumentieren meinen, erkennt der Philosoph durchaus an. Die entsprechende Ansicht hält er aber für eine Illusion, die Notwendigkeit mathematischer Aussagen sei bloß psychologischer Natur. Wegen der außergewöhnlich vielen Belege für mathematische Aussagen entstehe aber der Anschein der Notwendigkeit. Theorie/Mill.
Höffe I 348
Utilitarismus/Ethik/HöffeVsMill: Problem: Da Mill jede Art von apriorischen Aussagen ablehnt, kann er sie auch für die Ethik nicht zulassen. Eine erfahrungsfreie Begründung moralischer Verbindlichkeiten bleibt für ihn ausgeschlossen. Die Alternative, ein konsequenter Empirismus, schließt sich - im Gegensatz zu jeder «apriorischen» Oder «intuitionistischen Schule» - einer «induktiven Schule» der Ethik an. Da aber das utilitaristische Leitprinzip alles Handeln leiten soll, bildet es dessen Vorgabe, die Mill nicht aus der Erfahrung begründet, sodass sie den verfemten vorempirischen Charakter annehmen dürfte.

Höffe I
Otfried Höffe
Geschichte des politischen Denkens München 2016
Namen Kripke I 36
Namen haben keinen Sinn, Kennzeichnungen haben Sinn.
I 39
Namen: Namen haben verschiedenen Sinn, aber dieselbe Bedeutung. Bsp Alexander war Lehrer und Schüler... . Tatsachen sind nicht Bestandteil des Sinnes des Namens.
I 59
Namen sind starre Bezeichnungsausdrücke (Kennzeichnungen nicht). ((s) Starr: Starr heißt, in jeder möglichen Welt diselebe Bedeutung zu haben.)
I 81
KripkeVsMill: Gewöhnliche Eigennamen von Leuten sind nicht Zeichen, die keinen Sinn haben. Wir könnten sonst keinen Satz, in dem Sokrates vorkommt, verstehen, wenn wir nicht wissen, dass Sokrates bedeutet das Individuum, dass Sokrates genannt wird. Die Beschreibung kürzt den Namen nicht ab. Bsp Selbst wenn Gödels Leistung in Wirklichkeit vom ermordeten Schmidt vollbracht wurde, referieren wir mit Gödel auf Gödel, nicht auf Schmidt.
I 103
Russell: logische Eigennamen: dies: ist Identität ohne empirische Untersuchung, daher sind logische Eigennamen die einzigen richtigen Namen.
I 135
Namen für natürliche Arten: Bsp Gold: könnte sich als blau herausstellen, wäre aber immer noch Gold (es behielte die Existenz).
I 146
Begriffe für natürliche Arten: sind viel näher mit Eigennamen verwandt, als gewöhnlich angenommen wird.
I 146
Kripke allgemeine Namen wie "Katze" drücken keine Eigenschaft aus. ---
III 362
Namen/Bezeichnen/KripkeVsWallace: Nicht alles muss einen Namen haben und nicht jeder Term denotiert. (> Frege: Jeder Satz ist bezeichnend: ((s) alle Sätze mit Einhorn sind falsch oder ohne Wahrheitswert). ---
Prior I 170
Namen/Kripke: Namen sind strukturlos. Einfache Sätze sind falsch, wenn x nicht existiert. ---
Stalnaker I 172f
Namen/Kripke: Referent ist der bezeichnete Gegenstand, direkt, ohne Vermittlung von Sinn. Frege/Dummett/Searle: Sinn ist Vermittler zwischen Namen und bezeichnetem Gegenstand - sonst ist das Herausgreifen bzw. Sprachenlernen nicht erklärbar.

Kripke I
S.A. Kripke
Name und Notwendigkeit Frankfurt 1981

Kripke II
Saul A. Kripke
"Speaker’s Reference and Semantic Reference", in: Midwest Studies in Philosophy 2 (1977) 255-276
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Kripke III
Saul A. Kripke
Is there a problem with substitutional quantification?
In
Truth and Meaning, G. Evans/J McDowell Oxford 1976

Kripke IV
S. A. Kripke
Outline of a Theory of Truth (1975)
In
Recent Essays on Truth and the Liar Paradox, R. L. Martin (Hg) Oxford/NY 1984

Pri I
A. Prior
Objects of thought Oxford 1971

Pri II
Arthur N. Prior
Papers on Time and Tense 2nd Edition Oxford 2003

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Namen Logik-Texte Re III 133 f
Wenn der Kennzeichnung eine Def enge Reichweite gegeben wird, fassen wir Sie so auf, als bezeichnete sie verschiedene Objekte in verschiedenen Welten. Fast man sie dagegen als von
Def großer Reichweite auf, dann heißt das, dass sie dasselbe Objekt in allen Welten bezeichnet, ungeachtet dessen, wie viele Planeten es in jener Welt gibt.
Das verleiht dem >Planeten-Beispiel einen anderen Farbton.
Echte Namen haben immer eine große Reichweite (starre Designatoren, alle Welten). >Starrheit, >Kennzeichnungen, >Singuläre Termini.
Kennzeichnungen je nach Theorie manchmal eine enge.(nichtstarr, nur in der wirklichen Welt).
Re III 138
Namen: Mill: kein Sinn, rein denotativ (auch Kripke: kein Sinn, weil nicht-modale Aussagen verschiedene Wahrheitswerte hätten haben können) - FregeVsMill/FregeVsKripke: Namen haben Sinn!
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001
Namen Searle II 288
Namen/Searle: Namen setzen irgendeine andere Repräsentation voraus. Sie haben keinen expliziten intentionalen Gehalt.
II 291 ff
Namen: SearleVsKripke: VsKausaltheorie: Die Kausaltheorie übertreibt Analogie zwischen Bezugnahme und Wahrnehmung, übergewichtet die parasitären Fälle und setzt einen allwissenden Beobachter voraus. Meteorologie tauft zukünftige Ereignisse.
II 291 ff
Namen/Mill: Namen haben keine Konnotation, nur Denotation. Frege: Die Bedeutung eines Namens wird durch Kennzeichnung erfasst. >Kennzeichnungen.
II 292
Namen/SearleVsKripke: Eine Kausalkette kann nur intentional erfasst werden: durch Sprecherabsicht. Eine Kausalkette ist nicht rein, sie ist selbst deskriptivistisch. Die Taufe selbst kann nicht kausal sein, sonst wird erfolgreiche Referenz durch erfolgreiche Referenz erklärt (zirkulär).
II 311
Namen/Bedeutung/Referenz/Searle: Bsp Gödel/Schmidt: Intentionaler Gehalt legt Referenz fest: "Entdecker, egal wie der heißt".. Wir sprechen von der Person, die von ihren Zeitgenossen anerkannt wurde, Bsp vertauschte Flecken: Identifikation: "der Fleck, der das Erlebnis verursacht". Variante: Vergessen: "der, den ich früher als A zu identifizieren in der Lage war".
Erklärung/(s):
Bsp Gödel/Schmidt/Kripke: (Kripke I 99f) Angenommen, Gödel war gar nicht der Urheber des Unvollständigkeitssatzes, sondern Schmidt, dessen Leiche in Wien aufgefunden wurde. Gödel gelangte damals in den Besitz der Papiere. Frage: Referieren wir mit "Der Entdecker des Unvollständigkeitssatzes" dann auf Gödel oder auf Schmidt?

Wolf II 168
Namen/Searle: Die Bedeutung bei Namen bleibt offen, die Hälfte der Beschreibungen könnte zutreffen. Wir können nicht im Voraus bestimmen, welche Merkmale auf Aristoteles zutreffen (Strawson dito). Zink: Dann würden wir aber sagen, dass wir den Namen gar nicht kennen. Lösung/Zink: Lokalisierung. >Zink.
Searle V 145
Namen/SearleVsMill: Es ist falsch, dass Eigennamen »bedeutungslose Zeichen« seien, dass sie »denotativ« aber nicht »konnotativ« seien.
V 145
Es kann keine Tatsachen über einen unabhängig von Sachverhalten identifizierten Gegenstand geben, sonst näherte man sich der traditionellen Substanz. Identifikation/SearleVsTractatus: Gegenstände können nicht unabhängig von Tatsachen identifiziert werden.
V 245
Namen/SearleVsRussell: Wenn sie keine Beschreibung (Kennzeichnung) enthalten sollen, müssen wir leider Substanzen annehmen! Aus der vermeintlichen Unterscheidung zwischen Namen und Kennzeichnungen wird die metaphysische Unterscheidung zwischen Gegenständen und Eigenschaften abgeleitet. Tractatus: Der Name bedeutet den Gegenstand, der Gegenstand ist seine Bedeutung - SearleVsWittgenstein.
V 247
Namen/Mill: Namen haben keinen Sinn. FregeVsMill: Bsp Dann wäre Mt. Everest = Gaurisankar nicht informativer als Everest = Everest. FregeVs, SearleVs, Searle: Namen beschreiben nicht Eigenschaften von Gegenständen. Identität Everest = Tschomolungma lieferte sonst keine Information.
V 256
Namen/SearleVsFrege: Namen sind nicht völlig eindeutig. Bsp Morgenstern/Abendstern sind eigentlich auf der Grenze zu Kennzeichnung. SearleVsKripke: Namen sind nicht starr, sonst wären sie wie logische Äquivalente. Searle: Namen gibt es, weil es notwendig ist, die hinweisende von der prädikativen Funktion zu trennen.

Searle I
John R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

Searle II
John R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

Searle III
John R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

Searle IV
John R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

Searle V
John R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

Searle VII
John R. Searle
Behauptungen und Abweichungen
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle VIII
John R. Searle
Chomskys Revolution in der Linguistik
In
Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995

Searle IX
John R. Searle
"Animal Minds", in: Midwest Studies in Philosophy 19 (1994) pp. 206-219
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

K II siehe Wol I
U. Wolf (Hg)
Eigennamen Frankfurt 1993
Nutzen Mackie Stegmüller IV 211
Nützlichkeitsprinzip/Mill: Übergang vom individualistischen zum universalistischen Hedonismus. Wenn Glück für jeden Einzelnen ein Gut ist, dann ist das allgemeine Glück ein Gut für die Gesamtheit aller Menschen. Nützlichkeitsprinzip/MackieVsMill: der angebliche Beweis schmuggelt unzulässige Prämissen ein.
Die Gesamtheit der Menschen wird fälschlich als psychisches Subjekt behandelt. Die Menschheit steht niemals vor einer Wahl. (IV 225)
IV 212
Fehlschluss: von "jeder" auf "alle". Außerdem wird hier beim Übergang vom Individuum zur Gesellschaft anstelle des Subjektivismus ein "Wertobjektivismus" eingeschmuggelt.


Macki I
J. L. Mackie
Ethics: Inventing Right and Wrong 1977
Politische Repräsentation Mill Rawls I 232
Politische Repräsentation/Gerechtigkeit/Mill/Rawls: Mill vertrat die Ansicht, intelligente und gebildetere Personen mehr Stimmrecht (extra votes) erhalten sollten, damit ihre Meinung einen größeren Einfluss bekämen. (Siehe J. St. Mill, Considerations on Representative Government, in Representative Government, ed. R. B: McCallum, Oxford, 1946, pp. 216-222.) Rawls: Mill glaubte, dass dies mit der natürlichen Ordnung des menschlichen Lebens übereinstimmte. Dies sei im Interesse aller und entspräche dem menschlichen Sinn für Gerechtigkeit. Das sollte allerdings nicht bis zu einer Klassengesetzgebung zu ihren Gunsten gehen. Idealerweise sollten die Klügeren auf der Seite des Rechs stehen und in kritischen Fragen den Ausschlag geben. Mill war überzeugt, dass jedermann davon profitieren würde, einschließlich derjenigen, die dadurch weniger stark vertreten wären.
RawlsVsMill: ich will ihn hier nicht kritisieren. Seine Einstellung ist aber ein Beispiel dafür, warum, politische Gleichheit manchmal als geringerwertig gegenüber den anderen Freiheiten angesehen wird.


Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Prädikate Millikan I 109
Subjekt/Prädikat/Abbildung/Millikan: These es gibt keinen Unterschied zwischen der Weise, in der logische Subjekte von Sätzen
I 110
die Welt abbilden und der Weise, wie dies logische Prädikate tun. 1. Weil man Prädikate ersetzen kann durch andere Prädikate Bsp „...schwimmt“ durch „...fliegt“ sind sie noch lange nicht als Gegenstände anzusehen.
(BrandomVsMillikan/(s): Unterscheidung von Rahmen und Einsetzungs-“Lücke“).
2. Frage: müssen Prädikate Universalien entsprechen, wenn wir sie behandeln wie Substanzen? Jedenfalls müssen wir sie nicht als Einzeldinge ansehen, sondern wie die Tradition als Gedankenobjekte oder als Möglichkeiten.
Universale/Millikan: Universalien als Gedankenobjekte; sind sie in der Natur?
Prädikate/Millikan: jedes einfache Prädikat muss eine historisch in der Natur verwurzelte Variabilität widerspiegeln ((s) >disjunkt, disjunktiv).
Komplexe Prädikate/Millikan: auch sie sollen Variablen der Natur widerspiegeln, aber das müssen keine Etwasse (Dinge) sein.
Eigenschaft/Art/Millikan: haben nur einen Siedlungsraum: das ist die Natur selbst.
I 111
3. Relation/Eigenschaft/Millikan: als Varianten innerhalb von Tatsachen erhalten sie aus kausalen und erklärungsmäßigen Verbindungen Intentionalität! Dann müssen sie in der gleichen Weise in der Natur sein, wie es ihre Identität oder Selbigkeit auch ist.
I 227
Negation/Prädikat/Logisches Subjekt/Millikan: der gemeinsamen Grundlage beim Gegenteil entspricht das logische Subjekt. Bsp Bill kann nicht gleichzeitig groß und klein sein. Negation: operiert auf dem logischen Prädikat. Sie verändert nicht den Sinn (die Abbildungsregeln). Und zwar operiert sie auf dem Teil des logischen Prädikats, der das grammatische Prädikat des Satzes ist.
Bsp „schmerzlich enttäuscht, kam Johnny niemals zurück“.
eingebetteter Satz: „Johnny war schmerzlich enttäuscht“: ist im grammatischen Subjekt eingebettet,
Wahrmacher: Problem: Bsp einige tagaktive Fledermäuse sind keine Pflanzenfresser“ wird nicht dadurch wahr gemacht, dass alle Fledermäuse nachtaktiv sind.
Negativer Satz: seine Funktion ist es, positive Information zu geben. Ein nützlicher negativer Satz wird den Bereich der Möglichkeiten beschränken.
I 228
Externe Negation: „es ist nicht der Fall, dass…“ mag auch mehr als das grammatische Prädikat beeinflussen.
I 272
Subjekt/Prädikat/Strawson/Millikan: (S. u. P in Logic and Grammar“) Millikan: ich habe hier „Allgemeinbegriff“ (general concept“) ersetzt durch „“Eigenschaften“): grundsätzliche Asymmetrie: Einzelding: Raum-zeitlich, exemplifizieren Eigenschaften, die aus einem bestimmten Bereich kommen.
Dann wissen wir für jede Eigenschaft, dass sie in Konkurrenz zu anderen steht.
Asymmetrie: für Einzeldinge gilt keine solche Konkurrenz. Kein Individuum konkurriert mit anderen um Eigenschaften innerhalb eines Bereichs.
Keine Dinge sind so aufeinander bezogen, dass für jede Eigenschaft, die das eine exemplifiziert, daraus folgen würde, dass das andere sie nicht exemplifiziert (auch nicht gleichzeitig).
MillikanVsStrawson: was ist aber „logische Konkurrenz“ unter Eigenschaften? Unter begriffen ist sie traditionell anerkannt, aber das können wir nicht auf Eigenschaften und Relationen übertragen.

Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Präferenzutilitarismus Singer I 13
Def Präferenzutilitarismus/P. Singer/SingerVsBentham/ SingerVsMill/SingerVsSidgwick: bei meinem Utilitarismus geht es nicht um die Vermehrung von Glück und Verminderung von Leiden, sondern darum, die Präferenzen der Beteiligten zu fördern. Allgemeinheit/Ethik/P. Singer: der Präferenzutilitarismus kann nicht aus den universellen Aspekten der Ethik geschlossen werden.
Präferenz: die Präferenzen des Individuums müssen gegen die Präferenzen der anderen und der Gemeinschaft abgewogen werden.
I 14
Woher bekommen wir eine Theorie, die das regelt? Wir nähern uns einfachen, vor-ethischen Entscheidungen. Auf Intuitionen können wir uns aber nicht verlassen, denn die können evolutionär ererbt und daher unzuverlässig sein in Bezug darauf, was richtig ist. Präferenzen: können für verschiedene Individuen auf ganz verschiedenen Ebenen liegen. Jemand, der gerne ein Dichter wäre, verzichtet dafür vielleicht auf andere Formen von Glück. Das kann hier nicht weiter verfolgt werden.
I 80
Töten/Präferenzutilitarismus/Tiere/P. Singer: für den Präferenzutilitarismus ist das Töten einer Person schlimmer als das Töten eines anderen Wesens (das dennoch ein Angehöriger der Spezies Homo Sapiens sein könnte!). Der Grund dafür ist, dass Personen stärker zukunftsorientiert sind. Wesen ohne Sinn für die Zukunft haben keine Präferenzen in Bezug auf sie. Natürlich können solche Wesen dennoch gegen ihren Tod kämpfen wie ein Fisch am Haken. Der Präferenzutilitarismus hat aber keinen Grund, eine schmerzlosere Tötungsart für Fische abzulehnen, wenn sie verfügbar ist. Der Kampf gegen Schmerzen in einem Augenblick beweist nicht, dass der Fisch in der Lage wäre, verschiedene Zukunftsperspektiven miteinander zu vergleichen.
I 81
Dieses Argument hält aber nur im Zusammenhang mit Überlegungen, was daran falsch ist, eine Person (mit Zukunftsperspektiven) zu töten.
I 81
Leben/Präferenzutilitarismus/P. Singer: hat eine Person nach dem Präferenzutilitarismus das Recht auf Leben? Nach dem Präferenzutilitarismus kann ein Recht nicht gegen Präferenzen anderer aufgerechnet werden.
Autoren zum Utilitarismus: Dworkin - Habermas - Hooker - Kant - David Lewis - Thomas Nagel - Talcott Parsons - Rawls - Smart
Vgl. auch >Utilitaristischer Liberalismus.

Gegenposition zum Utilitarismus: >Deontologie.


SingerP I
Peter Singer
Practical Ethics (Third Edition) Cambridge 2011

SingerP II
P. Singer
The Most Good You Can Do: How Effective Altruism is Changing Ideas About Living Ethically. New Haven 2015
Prinzipien Rawls I 4
Prinzipien/Gesellschaft/Rawls: 1. Jeder akzeptiert und weiß, dass die anderen Mitglieder der Gesellschaft dieselben Prinzipien der Gerechtigkeit akzeptieren.
2. Die grundlegenden sozialen Institutionen erfüllen diese Prinzipien uim allgemeinen und sind bekannt dafür, dass sie dies tun.
I 7
Prinzipien/Rawls: wir sind hier nur an allgemeinen Prinzipien der Gerechtigkeit der Gesellschaft als ganzer, nicht an solchen für spezielle oder private Gemeinschaften oder für nationenübergreifende Institutionen interessiert.
I 10/11
Prinzipien/Gerechtigkeit/Rawls: Prinzipien müssen am Anfang festgelegt werden. Unser Ausgangspunkt, die Situation der Gleichheit, der eine Wahl folgen soll, entspricht dem Naturzustand der traditionellen Theorien des Sozialvertrags, ist aber weder eine konkrete historische Situation noch eine primitive Kultur. Es ist eine rein hypothetische Situation, die zu einer bestimmten Verwirklichung von Gerechtigkeit führen soll.
I 41
Prinzipien/MillVsIntuitionismus/Mill/Rawls: Mill argumentierte, dass das Nützlichkeitsprinzip das einige oberste Prinzip sein könne, da es sonst keinen Schiedsrichter zwischen konkurrierenden Kriterien geben könne(1). Prinzipien/Sidgwick: das Nützlichkeitsprinzip sei das einzige, das diese Rolle einnehmen kann(2).
Rawls: das ist, es, was die klassische Doktrin so attraktiv machte: dass sie das Problem der Prioritäten zu lösen versucht und den Intuitionismus vermeidet.
RawlsVsMill/RawlsVsSidgwick/RawlsVsUtilitarismus: wir müssen erkennen, dass es möglicherweise keinen Weg gibt, um die Pluralität der verschiedenen Prinzipien aufzulösen.
I 43
Prinzipien/Rawls: ich schlage vor, selbst bei der „lexikalischen Ordnung (dem stückweise Abarbeiten von Prinzipien nach einer äußerlichen Ordnung) das Prinzip der gleichen Verteilung von Rechten vorrangig vor dem Regeln von wirtschaftlichen oder sozialen Ungleichheiten zu behandeln.
I 61
Prinzipien/Gerechtigkeit/Rawls: vorläufige Formulierung: 1. Jede Person muss das gleiche Recht auf weitest gehende grundlegende Freiheit haben, soweit sie mit gleicher Freiheit für andere kompatibel ist.
2. Soziale und ökonomische Ungleichheiten sind so zu arrangieren, dass sie
a) vernünftig erwartbar zu jedermanns Vorteil sind und
b) mit Positionen und Verwaltungsvorgängen verknüpft sind, die von jedermann inne gehabt werden können.
Zeitlich werden die beiden Prinzipien nacheinander angewendet. Das bedeutet, dass ein Aufgeben des ersten Prinzips nicht durch größere soziale oder wirtschaftliche Vorteile aufgewogen werden kann.
I 62
Abweichungen von einer Gleichverteilung von sozialen Rechten oder wirtschaftlichen Vorteilen kann nur dadurch gerechtfertigt werden, dass dies für jedermann von Vorteil ist. ((s) Das ist eine Anlehnung an den Utilitarismus).
I 63
Die zeitliche Reihenfolge der Befolgung schließt auch aus, dass grundlegende Freiheiten gegen wirtschaftliche Vorteile eingetauscht werden können.
I 64
Ebenso bedeutet die zeitliche Reihenfolge der Prinzipien, dass von Personen immer nur in Form von Inhabern sozialer Rollen die Rede sein kann.
I 83
Prinzipien/Rawls: Neuformulierung des Zweiten Prinzips: Soziale und ökonomische Ungleichheit sind so zu arrangieren, dass sie a) den größten Nutzen für die am schlechtesten Gestellten und b) mit Verwaltungseinrichtungen und Positionen darin verknüpft sind, die allen unter Bedingungen einer fairen Chancengleichheit offen sind.
I 89
Ich gehe davon aus, dass die beiden Teile des Prinzips lexikalisch geordnet sind.
I 116
Prinzipien/Rawls: es ist nichts Inkonsistentes daran, dass Gerechtigkeit als Fairness unbedingte Prinzipien ermöglicht. Es genügt zu zeigen, dass die Parteien in der Ausgangssituation (einer zu errichtenden Gesellschaft) Prinzipien zustimmen, die die natürlichen Pflichten definieren, die dann unbedingt gelten. ((s)VsRawls: Widerspruch: Rawls sagt selbst, dass die natürlichen Pflichten Bsp nicht grausam zu sein, nicht Gegenstand von Vereinbarungen sind. (Siehe Rawls I 114).
I 250
Prinzipien/Gerechtigkeit/Rawls: Neuformulierung im Lichte der Berücksichtigung kontingenter individueller und historischer Ungleichheiten: Erstes Prinzip: Jede Person muss ein gleiches Recht auf das umfassendste System gleicher Grundrechte haben, dass mit einem gleichen System von Freiheit für alle kompatibel ist.
Prioritätsregel: die Prinzipien der Gerechtigkeit sind in lexikalischer Ordnung aufgebaut und daher kann Freiheit nur zum Wohl der Freiheit eingeschränkt werden. Hier gibt es zwei Fälle: a) eine weniger umfassende Freiheit muss die Freiheit des Gesamtsystem der Freiheit, das von allen geteilt wird, vergrößern, b) eine eingeschränkte Freiheit, muss für diejenigen akzeptierbar sein, die davon betroffen sind.
I 253
Prinzipien/Kategorischer Imperativ/Kant/Rawls: diese Prinzipien sind im Sinn von Kant ebenfalls Kategorische Imperative. Sie setzen keine bestimmten gesellschaftlichen Verhältnisse und keine individuellen Ziele voraus. Es wird nur ein Interesse an primären öffentlichen Gütern (z.B. Freiheit) vorausgesetzt. Die Präferenz für diese wiederum ist von allgemeinsten Annahmen über Rationalität und den Bedingungen des menschlichen Lebens hergeleitet.
I 302
Prinzipien/Rawls: endgültige Fassung für Institutionen/Rawls: die beiden Prinzipien der Gerechtigkeit (s.o.) plus Prioritätsregeln: 1. Prioritätsregel: die Prinzipien der Gerechtigkeit müssen in lexikalischer Reihenfolge abgearbeitet werden, sodass Freiheit nur zugunsten größerer Freiheit eingeschränkt werden darf. Zwei Fälle sind möglich: a) Eine eingeschränkte Freiheit muss das Gesamtsystem der Freiheiten stärken, die allen zugutekommen. b) Eine nicht gleiche Freiheit muss von denen akzeptiert werden können, die weniger Freiheiten genießen.
2. Prioritätsregel: (Gerechtigkeit geht vor Effizienz und Wohlstand): Das zweite Gerechtigkeitsprinzip ist lexikalisch vorrangig vor dem Prinzip der Effizienz und dem der Maximierung von Vorteilen,
I 303
Faire Chancengleichheit ist vorrangig gegenüber dem Differenzprinzip. Zwei Fälle sind möglich: a) Chancenungleichheit muss die Chancen der Benachteiligten vergrößern. b) Eine extreme Sparrate muss die Lasten der Betroffenen mindern. Allgemeine Konzeption: alle primären sozialen Güter (Freiheiten, Rechte, Einkommen, Wohlstand, die Voraussetzungen für Selbstachtung usw.) sind gleich zu verteilen, außer wenn eine ungleiche Verteilung einiger oder aller dieser Güter zum Vorteil der am wenigsten Begünstigen ist.
I 446
Prinzipien/Rawls: während die Prinzipien der Gerechtigkeit die sind, die in der Ausgangsposition gewählt werden, werden die Prinzipien der Rationalen Entscheidung oder der Rationalität gar nicht gewählt. Das führt zu der Unterscheidung zwischen dem Richtigen und dem Guten.

(1) Mill, A System of Logic, Buch VI, Kap. XII, Abschn. 7 und Utilitarianism, Kap. V, paers. 26-31.
(2) Sidgwick, The Methods of Ethics, Buch IV Kap. II und III.

Rawl I
J. Rawls
A Theory of Justice: Original Edition Oxford 2005
Referenz Stalnaker I 177
Proposition/Satz/Wahrheit/Wissen/Identifikation/Evans (1982)(1): Bsp "Julius" sei der (starre) Name des Erfinders des Reißverschlusses (wer auch immer es war) - dann drückt "Julius wurde in Minsk geboren" eine bestimmte Proposition über ein bestimmtes Individuum aus, aber wir wissen nicht, wer das Individuum ist, d.h. wir wissen nicht, welche Proposition durch den Satz ausgedrückt ist.
I 180f
Referenz/Stalnaker: Wir haben zwei Bilder über Sprache bzw. Denken über einen Gegenstand: a) direkt kraft einer Kausalrelation (>Kripke)
b) indirekt durch unser Erfassen (>Frege) und Ausdrücken rein qualitativer Begriffe, die von bestimmten Dingen (Einzeldingen, ED) instanziiert werden. Führt das für Kripke zum Essentialismus?
SearleVsMill: "Direkte Referenz" (ohne zwischengeschalteten Sinn) führt in eine metaphysische Falle: nämlich die Trennung von Objekt und Eigenschaften.
Lösung/Stalnaker: Richtig verstanden geht es um die modalen Eigenschaften eines Dings ((s) "...hätte anders sein können").


1. Evans, G. (1982): 'The Varieties of Evidence' (Oxford and New York: Oxford University Press), S. 31.

Stalnaker I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003
Sehen Millikan I 244
Sehen-als/Sehen/Millikan: scheint ein vorläufiger Akt von Identifikation zu sein. Pointe/Millikan/(s): einen dreidimensionalen Gegenstand zu sehen, heißt einen Gegenstand mit einer Rückseite zu sehen.
Bild/Wittgenstein/Millikan: einen gemalten Gegenstand sehen ist nur vorgebliches Sehen-als.
I 301
Sehen/Wissen/Auge/Millikan: die Linse des Auges stellt sich automatisch auf Schärfe ein. Dabei geht es darum, dass das Objekt, das Strahlen verstreut, im Auge wieder zu einem Objekt gebündelt (zusammengesetzt) wird. Dazu muss der Organismus aber zunächst wissen, wann die Augen auf ein Objekt fokussiert sind, d.h. er muss wissen, welchem Objekt die Welt ähnlich sehen soll, (s)VsMillikan: dann könnten nur Erwachsene sehen.
Allgemein/Millikan: es muss dann Merkmale geben, die typische klare Bilder von Objekten auszeichnen.
Lernen/Psychologie/Lernpsychologie/Millikan: hat in letzter Zeit ergeben, dass die feste Verdrahtung solchen Wissens zu den Bedingungen des Lernens gehört.


Millikan I
R. G. Millikan
Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987

Millikan II
Ruth Millikan
"Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005
Semantik Brandom I 297
Brandom These: wir müssen die Semantik anhand der Pragmatik verstehen.
II 145
Semantische Theorie/BrandomVsDretske/VsMillikan/VsFodor: Problem: kann nicht erklären, wie sich echte Repräsentationen (Überzeugungen) von einfachen Indikatorzuständen (>VURDs) unterscheiden. (VURDs = Verlässlich unterscheidende Reaktionsdispositionen, z.B. bei Thermometern). > Terminologie/Brandom.
II 146
Verlässlichkeitstheorie/Brandom: kann nicht auf die Semantik angewendet werden ((s) sonst zirkulär). - Die Erkenntnistheorie ist das geeignete Arbeitsgebiet der Verlässlichkeitstheorie.
Newen/Schrenk I 161
Brandom/Newen/Schrenk: Brandom kehrt die herkömmliche Semantik um. - Die Korrektheit von Bsp "Wenn A östlich von B liegt, liegt B westlich von A" durch die Bedeutung von "westlich" und "östlich" zu begründen.
I 162
"Westlich" und "östlich" erhalten ihre Bedeutung gerade dadurch, dass sie in solchen Inferenzen vorkommen. - Grundbegriffe/Brandom: nicht Wahrheit und Referenz (Tarskis Wahrheits-Begriff ist zu schwach). - Korrektheit/Brandom: aus sozialer Praxis - Bedeutung: erwächst aus den inferentiellen Rollen.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001
Utilitarismus Mill Höffe I 348
Utilitarismus/Mill/Höffe: Def Utilitarismus/Mill(1): (...) die Ansicht, die Grundlage der Moral bilde das größte Glück, wobei das Glück im Begriff von Lust bzw. Freude (pleasure) und dem Freisein von Unlust bzw. Leid zu verstehen ist.
Weil «Lust» im Griechischen hédoné heißt, handelt es sich um einen Hedonismus.
MillVsBentham: Im Vergleich zu Mills Vorbild, Bentham, fällt auf, dass der zweite Teil dessen utilitaristischen Prinzips «die größte Zahl», für die das «größte Glück» zu suchen ist, hier fehlt.
Freiheit/MillVsBentham: Für Mill als leidenschaftlichen Anwalt individueller Freiheit ist dieses Defizit kaum ein Zufall.
Im Text taucht zwar später die Formel «Glück aller Betroffenen» doch auf, allerdings ohne Benthams zweifache Maximierung: «größtes» Glück der «größten» Zahl. Wegen dieses Defizits setzt sich Mill nicht mit Benthams Vorschlag und dessen erheblichen Schwierigkeiten auseinander, das gesuchte Kollektivwohl mit einem einfachen Verfahren, einem «hedonischen Kalkül» (hedonic calculus), zu berechnen.
MillVsBentham:
1) Die erste und bedeutsamste Veränderung, der qualitative Hedonismus, tritt dem gegen Bentham erhobenen Vorwurf entgegen, der Utilitarismus sei eine Ethik für Genussmenschen. Der britische Schriftsteller und Historiker Thomas Carlyle hatte ihn zum Einwand zugespitzt, der Utilitarismus sei eine Philosophie für Schweine (pig philosophy).
Bentham: Nach Benthams provokativem Aphorismus, bei gleicher Qualität der Lust sei ein anspruchsloses Kinderspiel so gut wie Poesie, zählen die qualitativen Unterschiede zwischen den verschiedenen Anlässen und Arten von Freude ausdrücklich nicht.
Höffe I 349
Mill: Gegen diesen vulgarisierten Hedonismus vertritt Mill die pointierte Gegenthese, es sei besser, ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedenes Schwein zu sein. Er betont den unterschiedlichen Rang der Freuden, die man genießen kann, und zugleich den Vorrang wissenschaftlicher, künstlerischer und humanitärer Tätigkeiten. 2) (...) beim Versuch, das utilitaristische Prinzip zu beweisen, lehnt Mill zu Recht die Möglichkeit eines direkten Beweises ab. Denn wahrhafte Prinzipien sind schlechthin erste Sätze, die sich
genau deshalb nicht beweisen lassen. >Theorie/Mill).
Lösung/Mill: a) Den Kern bildet der Ausdruck «wünschens- und begehrenswert» (desirable), der zwei Bedeutungen hat. In einem empirisch-psychologischen Sinn bezeichnet er das, was die Menschen tatsächlich für wünschens- und begehrenswert halten, in einem normativ-ethischen Sinn, was sie so einschätzen sollen.
Naturalistischer Fehlschluss/HöffeVsMIll: Interpretiert man Mills sogenannten Beweis als
logische Ableitung der ethischen Bedeutung von desirable aus der empirischen Bedeutung, so liegt offensichtlich ein Sein-Sollen-Fehlschluss vor.
VsVs: Da aber Mill in seinem
Höffe I 350
System der Logik, dessen letztem Kapitel, deutlich zwischen Sein und Sollen unterscheidet, kann man den sogenannten Beweis wohlwollend auch so interpretieren: Eine erfahrungsoffene Ethik versteht das Wünschenswerte im Sinne von jenen aufgeklärten Menschen, die die unterschiedlichen Freuden kennen und die in humaner Sicht höherrangigen vorziehen. ((s)Vgl. >Präferenzutilitarismus). 3) Ist Gerechtigkeit mit dem Utilitarismus vereinbar? Mill erkennt hier die Existenz eines natürlichen Gerechtigkeitsgefühls an, hält dieses aber nicht für ein ursprüngliches, sondern abgeleitetes Gefühl. Um diese These zu verteidigen, unterscheidet er verschiedene Ansichten von Gerechtigkeit, beispielsweise das Gebot, gesetzlich verbürgte Rechte einer Person zu achten, jedem das, was er verdient, zu geben, ferner die Gedanken der Unparteilichkeit und der Gleichheit.
Er erkennt dann die traditionelle Unterscheidung von vollkommenen (Gerechtigkeits-) und unvollkommenen (Wohltätigkeits-)Pflichten an. Schließlich behauptet er, ein Recht zu haben bedeute, etwas zu haben, das die Gesellschaft aus keinem anderen Grund als der allgemeinen Nützlichkeit (general utility) schützen sollte.
Gemeinwohl/Mill/Höffe: In diesem Argument steckt entweder die These, zwischen dem Kollektivwohl, der allgemeinen Nützlichkeit, und den Rechten einer Person könne es keine Konflikte geben, Oder die Behauptung, im Konfliktfall habe das Kollektivwohl Vorrang vor subjektiven Rechten wie den Grund- und Menschenrechten.
HöffeVsMill: Auch wenn es dem Kollektivwohl dient, darf man das Recht eines Unschuldigen,
nicht bestraft zu werden, Oder das Recht eines Verdächtigen, nicht gefoltert zu werden, auf keinen Fall verletzen.


1. J.St. Mill, Utilitarianism 1861

Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998
Utilitarismus Spencer Gaus I 413
Utilitarismus/Spencer/Weinstein: Spencer stimmte mit Sidgwick darin überein, dass die etablierte Moral das "wunderbare Produkt der Natur, das Ergebnis eines jahrhundertelangen Wachstums" sei, wobei die modernen liberalen Gesellschaften auf die gleiche Reihe von Nützlichkeitsregeln konvergierten, die moralische Regeln fördern. Und er stimmte mit Mill, wenn auch nicht mit Sidgwick, darin überein, dass wir unsere grundlegendsten moralischen Regeln in strenge Rechte umformuliert haben. Spencer war daher insofern ein ebenso liberaler Nützlichkeitsbefürworter wie Mill, als er eine rechtebeschränkte, maximierende Theorie des Rechts mit einer hedonischen Konzeption des Guten verband. Für Spencer waren Rechte unausweichliche logische "Begleiterscheinungen" seines Prinzips der gleichen Freiheit, das dies festlegte: "Jeder Mensch ist frei, das zu tun, was er will, vorausgesetzt, er verletzt nicht die gleiche Freiheit irgendeines anderen Menschen" (1978(1): I, 62).
Gaus I 414
SpencerVsMill: Allgemeines Glück wurde am besten dort gefördert, wo grundlegende liberale Rechte auf Leben, persönliche Integrität und Eigentum bedingungslos durchgesetzt wurden, was Spencers liberalen Utilitarismus kompromissloser machte als den von Mill. VsBentham: Während Spencer und Mill die weitreichenden Ähnlichkeiten zwischen ihnen anerkannten, distanzierte sich Spencer deutlich von Bentham und verunglimpfte dessen Utilitarismus als lediglich
"empirisch", d.h. ungezwungen und daher moralisch minderwertig. Als "empirisch" rechtfertigte der Benthamismus angeblich die Opferung von Individuen im Namen der Maximierung des Nutzens, und sei es auch nur am Rande.
Rationaler Utilitarismus: Im Gegensatz dazu bezeichnete er seinen eigenen Utilitarismus als "rational", gerade weil er vorgab, die Grundrechte aus dem Prinzip der gleichen Freiheit abzuleiten, und weil diese vermeintlich logischen Ableitungen unausweichlich waren. Doch Spencer übertreibt seine Differenzen mit Bentham, wenn Rosen und Paul Kelly Bentham richtig interpretiert haben.


1. Spencer, Herbert (1978 [1879-93]) The Principles of Ethics, 2 Bd. Indianapolis: Liberty.

Weinstein, David 2004. „English Political Theory in the Nineteenth and Twentieth Century“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications

Spencer I
Herbert Spencer
The Man versus the State Indianapolis 2009

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Utilitaristischer Liberalismus Gaus Gaus I 105
Utilitaristischer Liberalismus/Gaus: Utilitaristische Moraltheorien besagen, dass wir Kenntnisse sowohl über das Gute als auch über das Rechte besitzen können; im Sinne von Rawls sind dies keine Fragen des "vernünftigen Pluralismus". Die einfachsten Versionen des Utilitarismus behaupten, dass das Gute entweder Vergnügen, Glück oder Vorzugsbefriedigung ist, und das Recht ist die allgemeine Maximierung des Guten. Bentham: Interessanterweise glaubte Bentham nicht, dass das Prinzip der Nützlichkeit bewiesen werden könnte; er behauptete jedoch, dass es vernünftigerweise nicht geleugnet werden könne (1987(1): Kap. 11, S. 11). Jeder vernünftige Mensch würde sehen, dass Vergnügen das letztendliche Ziel ist: Folglich war das Prinzip der Nützlichkeit über jeden vernünftigen Streit erhaben. Ob das Prinzip der Nützlichkeit durch Vernunft festgestellt werden konnte oder nicht, war und ist jedoch umstritten.
Mill: Mill legte bekanntlich einen Beweis vor (1963c(2): Kap. 4).
SidgwickVsMill: Sidgwick hingegen besteht darauf, dass bei jedem Argument für den Utilitarismus auf grundlegende Intuitionen zurückgegriffen werden muss; schließlich schien Sidgwick zu akzeptieren, dass man ein Egoist und dennoch nicht irrational sein konnte (1962(3): 418-22).
Gaus I 106
Ob der Utilitarismus die liberale Politik und Wirtschaft unterwandert (...) hängt von der Wirtschaftstheorie, der Public-Choice-Theorie, den Theorien des institutionellen Designs (Goodin, 1996)(4) und so weiter ab. In diesem Sinne ist der liberale Utilitarismus in der Tat eine teilweise umfassende Theorie, wobei verschiedene Theorien der Wirtschaft und Politik Teil der Argumentation für den liberalen Utilitarismus sind. >Märkte/McCulloch, >Märkte/Utilitarismus. Viele Philosophen sind geneigt, den liberalen Utilitarismus abzulehnen, nur weil er sich auf empirische Behauptungen stützt; diese Anti-Utilitaristen führen oft phantasievolle "Was-wäre-wenn"-Beispiele an, die zeigen, dass Utilitarismus unter seltsamen Umständen zu seltsamen Ergebnissen führen kann. Im Gegensatz dazu haben Utilitaristen typischerweise großes Vertrauen in diese Theorien und sehen keinen Grund zu der Annahme, dass unsere Theorie des politischen Rechts unabhängig von unseren besten empirischen Theorien der Wirtschaft und Politik sein sollte (Goodin, 1982)(5). >Utilitarismus/Gaus, >Utilitarismus/Chapman.


1. Bentham, Jeremy (1987) Introduction to the Principles of Morals and Legislation. In Utilitarianism and Other Essays, Hrsg. v. Alan Ryan. Harmondsworth: Penguin.
2. Mill, John Stuart (1963c) Utilitarianism. In J. M. Robson, (Hrsg.), The Collected Works of John Stuart Mill. Toronto: University of Toronto Press, Bd. X, 203–59.
3. Sidgwick, Henry (1962) The Methods of Ethics, 7th edn. Chicago: University of Chicago Press.
4. Goodin, Robert E., (Hrsg.) (1996) The Theory of Institutional Design. Cambridge: Cambridge University Press.
5. Goodin, Robert E. (1982) Political Theory and Public Policy. Chicago: University of Chicago Press.


Gaus, Gerald F. 2004. „The Diversity of Comprehensive Liberalisms.“ In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004
Vorstellung Mill I 11
Vorstellungen/Mill/VsMill: Ideen und Vorstellungen können Namen nicht erklären, weil sie nicht intersubjektiv zugänglich sind. Es gibt immer neue Ideen, aber nicht immer neue Namen.

Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998
Zahlen Mill Thiel I 15
Zahlen/John Stuart Mill: mathematische Gegenstände insbesondere die Zahlen sind der konkreten Erfahrung entnommene Abstrakta, also allgemeinste Eigenschaften oder Beschaffenheiten der Wirklichkeit. Durch Verallgemeinerung der Beobachtung kommen wir zu Definitionen math. Gegenstände Sie drücken Tatsachen über Gesamtheiten physikalischen Gegenstände aus. (Mill: "Aggregate") . Jeder darauf gestützte Satz sagt aus, dass eine bestimmte Gesamtheit durch Zusammenfügen bestimmter anderer Gesamtheiten, oder durch Wegnahme hätte gebildet werden können.
Jedes Zahlzeichen "2", "3", usw. bezeichnet für Mill ein physisches Phänomen, eine Eigenschaft, die der Gesamtheit von Dingen zukommt, die wir mit dem Zahlzeichen benennen.
I 16
FregeVsMill: drastische Gegenbeispiele: Zweifelhaftigkeit im Fall von 0 und 1 , aber auch für sehr große Zahlen. Wer sollte je die Tatsache für Definition der Zahl 777 865 beobachtet haben? Mill hätte sich verteidigen können. Dass seine Position eher zur Begründung unserer Zahl und Gestaltauffassung als zur Begründung der Arithmetik tauglich scheint.

Mill I
John St. Mill
Von Namen, aus: A System of Logic, London 1843
In
Eigennamen, Ursula Wolf Frankfurt/M. 1993

Mill II
J. St. Mill
Utilitarianism: 1st (First) Edition Oxford 1998

T I
Chr. Thiel
Philosophie und Mathematik Darmstadt 1995

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in Auseinandersetzungen folgender wissenschaftlicher Lager:
Begriff/
Autor/Ismus
Pro/Versus
Eintrag
Literatur
Logik empirisch VsMill Pro Quine2 XI 64
Quine: Pro empirische Logik - aber QuineVsMill: arithmetische Wahrheit nicht aufgrund räumlicher Anordnung.

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Thesen von Autoren des zentralen Fachgebiets.
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Selbstidentität Kripke, S.A. Newen/Schrenk I 87
Selbstidentität/Identität/Kripke/Newen/Schrenk: Kripke: These Selbstidentität ist notwendig - Bsp Cicero ist identisch mit Tullius - (s) nicht, daß Cicero mit Vornamen Tullius hieß).
Newen/Schrenk I 101
Namen/Mill/Newen/Schrenk: Mill These: die Bedeutung eines Namens ist das bezeichnete Objekt. VsMill: Problem: leere Namen und informative Identitätssätze.
Bsp "Cicero ist identisch mit Tullius": wenn die Bedeutung das Objekt ist, haben wir hier nur die Selbstidentität, die auch noch notwendig ist.
Ethik Mill, J. St. Stegmüller IV 263
Moral/Ethik/Mill: These glaubte an allmähliche Veränderung der menschlichen Natur in Richtung auf eine "allgemeine Menschenliebe". J. F. StephenVsMill: das ist "transzendentaler Utilitarismus": ein von "unparteiischer Nächstenliebe" beseelte Person könnte sich stalinistisch verhalten. Alles kann zur Rechtfertigung jeglicher Gewaltanwendung herangezogen werden. - Mackie dito.
Namen Mill, J. St. Newen/Schrenk I 101
Namen/Mill/Newen/Schrenk: Mill These: die Bedeutung eines Namens ist das bezeichnete Objekt. VsMill: Problem: leere Namen und informative Identitätssätze.
Bsp "Cicero ist identisch mit Tullius": wenn die Bedeutung das Objekt ist, haben wir hier nur die Selbstidentität, die auch noch notwendig ist.