Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Gesetze McDowell I 114/15
Natur/Naturgesetze/McDowellVsNaturalismus: Vs "unverblümter Naturalismus": Der Raum der Natur ist nicht gleich dem Raum der Naturgesetze Die Kräfte gehören zum Teil in den Bereich der zweiten Natur. >Zweite Natur.

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell
Natur McDowell I 123 ff
Natur/Kant/McDowell: die Natur ist bei Kant gleich dem Reich der Naturgesetze. Er kennt nicht den Begriff der zweiten Natur, obwohl er sehr wohl den Begriff der Bildung kennt. Aber eben nicht als Hintergrund.
I 118
Zweite Natur/McDowell: These: es gibt Vorschriften der Natur, egal ob man für sie empfänglich ist oder nicht. Das ist die Folge richtiger Erziehung. "Naturalismus der zweiten Natur", "Naturalisierter Platonismus". Natur/Naturgesetze/McDowellVsNaturalismus: Vs "unverblümter Naturalismus": Der Raum der Natur ist nicht gleich dem Raum der Naturgesetze.
Die Kräfte gehören zum Teil in den Bereich der zweiten Natur.
Natur/McDowell: umfasst alles, was zum fundamentalsten Verstehen der Dinge gehört, also weder Bedeutung noch Werte. (VsAristoteles). Entzauberung der Natur ist Fortschritt.
Aber: das was entzaubert wurde, muss nicht mit der Natur identifiziert werden!

Rorty VI 212
McDowell/Rorty: die Natur übt vielleicht nicht bloß kausale, sondern auch rationale Kontrolle über das menschliche Forschen aus. Def Zweite Natur/McDowell: "Eine zweite Natur erwerben die Menschen unter anderem dadurch, dass ihnen begriffliche Fähigkeiten erschlossen werden, deren Wechselbeziehungen dem logischen Raum der Gründe angehören". (Bsp Initiation, Eintritt in eine moralische Gemeinschaft, "Bildung"). Dass einem die Augen geöffnet werden, verleiht einem die Fähigkeit, von der Welt rational kontrolliert zu werden. Und damit zu Urteilen fähig zu werden, die der Welt gegenüber verantwortlich sind.
Außerdem wird einem dadurch rationale Freiheit geschenkt.
McDowellVsBrandom/McDowellVsSellars/McDowellVsDavidson/Rorty: all das wird unverständlich, wenn wir Sellars, Davidsons oder Brandoms Begriffe verwenden.

McDowell I
John McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

McDowell II
John McDowell
"Truth Conditions, Bivalence and Verificationism"
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Naturalismus Danto I 178
Descartes: res cogitans: reflektiert > Philosoph privilegiert - prima philosophiaVsNaturalismus
I 182f
Def naturalisierte Erkenntnistheorie:(Quine): Wissen hat auch eine biologische Dimension. Überlebenswert von Repräsentationsfähigkeit.

Danto I
A. C. Danto
Wege zur Welt München 1999

Danto III
Arthur C. Danto
Nietzsche als Philosoph München 1998

Danto VII
A. C. Danto
The Philosophical Disenfranchisement of Art (Columbia Classics in Philosophy) New York 2005
Naturalismus Moore Stegmüller IV 180
Naturalismus/MooreVsNaturalismus/Ethik/Stegmüller: die naturalistischen Ethiker begehen den Fehler, die Frage nach dem Gutsein mit der Frage zu verwechseln, welche Dinge gut seien.
IV 181
Moore: es könnte schon sein, dass alle und nur die guten Dinge bestimmte Merkmalskombinationen haben. Dies dürfte man aber nicht als Definition von "gut" verwenden, da man nicht von der Extension auf die Intension schließen kann. "Gut"/Moore: was das Wort nennt, ist aber gerade die Intension. Also muss dieses Wort eine nichtnatürliche Qualität bezeichnen.
Deskriptiv könnte aber nur die Extension erfasst werden, sonst zirkulär!

Naturalismus Nagel Tetens IV 53
NagelVsNaturalismus: für den Naturalismus muß völlig rätselhaft bleiben, warum der Beobachter nicht die mentalen Erlebnisse selbst hat, die er an anderen beobachtet.
Tetens IV 72
NagelVsNaturalismus: die Sprache der Physik würde ihre Bedeutungen ändern, wenn ausschließlich sie zur Beschreibung von Erlebnissen gebraucht würde - TetensVsNagel: gerade nach Nagel soll doch das Erlebte das unmittelbar Gewußte sein.

NagE I
E. Nagel
The Structure of Science: Problems in the Logic of Scientific Explanation Cambridge, MA 1979

Nagel I
Th. Nagel
Das letzte Wort Stuttgart 1999

Nagel II
Thomas Nagel
Was bedeutet das alles? Stuttgart 1990

Nagel III
Thomas Nagel
Die Grenzen der Objektivität Stuttgart 1991

NagelEr I
Ernest Nagel
Teleology Revisited and Other Essays in the Philosophy and History of Science New York 1982

Tetens I
H. Tetens
Geist, Gehirn, Maschine Stuttgart 1994

W VII
H. Tetens
Tractatus - Ein Kommentar Stuttgart 2009
Naturalismus Popper I 131
Naturalismus/Popper: die Auffassung, nach der die Methodenlehre eine empirische Wissenschaft ist - z. B. eine Lehre von dem tatsächlichen Verhalten der Wissenschaftler oder ihrer Verfahren kann man naturalistisch nennen. PopperVsNaturalismus: dieser bemerkt nicht, dass er Festsetzungen macht, wo er Erkenntnisse vermutet.
I 116
Naturalismus/Positivismus/Popper: der Positivismus fasst das Abgrenzungsproblem »naturalistisch« auf: nicht als Frage nach einer zweckmäßigen Festsetzung, sondern als Frage eines sozusagen "von Natur aus" existierenden Unterschiedes zwischen Erfahrungswissenschaft und Metaphysik. >Positivismus/Popper, >Abgrenzung.

Po I
Karl Popper
Grundprobleme der Erkenntnislogik. Zum Problem der Methodenlehre
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977
Naturalistischer Fehlschluss Kuhn I 218
Naturalistischer Fehlschluss: Aus dem Sein kann kein Sollen folgen. Kuhn: dieser Satz ist zur Phrase geworden und wird in der Praxis durchaus nicht mehr überall auch gehalten. Stanley Cavell und andere haben bedeutende Zusammenhänge entdeckt, in denen Normatives und Deskriptives untrennbar miteinander verbunden sind.
Meine deskriptiven Verallgemeinerungen sprechen gerade deshalb für die Theorie, weil sie auch aus ihr abgeleitet werden können, während sie bei anderen Anschauungen über die Natur der Wissenschaft anomales Verhalten bilden.
Dieses Argument ist zirkulär, aber kein schlechter Zirkel. (Hermeneutischer Zirkel VsNaturalistischer Fehlschluss). (< I 219).

Kuhn I
Th. Kuhn
Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen Frankfurt 1973
Recht Weber Habermas III 231
Recht/Weber/Habermas: die kognitive Verselbständigung von Recht und Moral, d.h. die Ablösung moralisch-praktischer Einsichten ethischer und rechtlicher Doktrinen, Grundsätze, Maximen und Entscheidungsregeln von Weltbildern, in die sie zunächst eingebettet waren, nennt Weber Rationalisierung. Kosmologische, religiöse und metaphysische Weltbilder sind so strukturiert, dass die internen Unterschied zwischen theoretischer und praktischer Vernunft noch nicht zur Geltung kommen können.
Habermas III 232
Die Autonomisierung von Recht und Moral führt zum formalen Recht und zu profanen Gesinnungs- und Verantwortungsethiken. Freilich bahnt sich diese Autonomisierung selbst noch innerhalb religiöser Deutungssysteme an. Das führt zur Dichotomisierung zwischen einer Heilssuche, die an inneren Heilsgütern und Erlösungsmitteln orientiert ist, und der Erkenntnis einer äußeren, objektivierten Welt. Weber zeigt, wie sich aus dieser Gesinnungsreligiosität gesinnungsethische Ansätze entwickeln. (1)
Habermas III 278
Recht/Weber/Habermas: für die Entstehung des modernen Rechts muss Weber einen Vorgang postulieren, der parallel, wenn auch nicht gleichzeitig von ihm für die Rationalisierung von Weltbildern angenommen wird. (Siehe Weltbilder/Weber). Die Verfügbarkeit posttraditionaler Rechtsvorstellungen ist noch nicht identisch mit der Durchsetzung eines modernen Rechtssystems. Erst auf der Grundlagen eines rationalen Naturrechts gelingt es, Rechtsmaterien in Grundbegriffen des formalen Rechts so zu rekonstruieren, dass Rechtsinstitutionen geschaffen werden können, die universalistischen Grundsätzen formal genügen können. Diese müssen privaten Geschäftsverkehr der Warenbesitzer untereinander und die komplementäre Tätigkeit der öffentlichen Verwaltung regeln. HabermasVsWeber: dieser zeigt die Parallelität dieser beiden Vorgänge nicht deutlich genug.
Habermas III 332
Recht/Weber/HabermasVsWeber/Habermas: Die theoretische Stellung des Rechts in seiner Theorie der Rationalisierung ist bei Weber insofern zweideutig, als sie gleichzeitig die Institutionalisierung zweckrationale Wirtschafts- und Verwaltungshandelns erlaubt und auch die Ablösung der Subsysteme von ihren moralisch-praktischen Grundlagen zu ermöglichen scheint. Die dialektische Erklärung der widerstreitenden Entwicklungen Entwicklung von Wissenschaft und Religion lässt sich auf die Entwicklung des Rechts nicht übertragen, da dieses von Anfang an in säkularisierter Form auftritt. Habermas: Weber deutet das moderne Recht so um, dass es von der evaluativen Wertsphäre getrennt ist.
Habermas III 346
HabermasVsWeber: Weber deutet die Legitimationsproblematik empiristisch um und entkoppelt das politische System von Formen moralisch-praktischer Rationalität, Er schneidet auch die politische Willensbildung auf Prozesse des Machterwerbs und der Machtkonkurrenz zurück. Recht/Weber: soweit sich das normative Einverständnis auf Tradition stützt, spricht Weber von konventionellem Gemeinschaftshandeln. In dem Maße, wie dieses durch erfolgsorientiertes, zweckrationales Handeln ersetzt wird, entsteht das Problem, wie diese neuen Spielräume ihrerseits legitim, d.h. normativ verbindlich geordnet werden können. Rationales Gesellschaftshandeln tritt an die Stellen von konventionellem Gemeinschaftshandeln.
Habermas III 347
Allein die Prozedur des Zustandekommens begründet die Vermutung, das ein normatives Einverständnis rational motiviert ist. Lediglich innerhalb normativ festgelegter Grenzen dürfen die Rechtssubjekte ohne Rücksicht auf Konventionen zweckrational handeln. HabermasVsWeber: dieser schwankt hier zwischen diskursiver Vereinbarung und willkürlicher Satzung.
Habermas III 351
Modernes bürgerliches Privatrecht/Weber/Habermas: wird durch drei formale Merkmale charakterisiert: Positivität, Legalismus und Formalität. Def Positivität/Habermas: positiv gesetztes Recht wird nicht durch Interpretation anerkannter und geheiligter Traditionen fortgebildet, es drückt vielmehr den Willen eines souveränen
Habermas III 352
Gesetzgebers aus, der mit rechtlichen Organisationsmittel soziale Tatbestände konventionell regelt. Def Legalismus/Habermas: den Rechtspersonen werden außer einem generellen Rechtsgehorsam keine sittlichen Motive unterstellt. Es schützt ihre privaten Neigungen innerhalb sanktionierter Grenzen. Nicht nur böse Gesinnungen, sondern auch normabweichende Handlungen werden sanktioniert, wobei Zurechnungsfähigkeit vorausgesetzt wird.
Def Formalität/Recht/Habermas: Das moderne Recht definiert Bereiche der legitimen Willkür von Privatpersonen. Die Willkürfreiheit der Rechtspersonen in einem sittlich neutralisierten Bereich privater, aber mit Rechtsfolgen verknüpfter Handlungen wird vorausgesetzt. Der Privatrechtsverkehr kann daher negativ auf dem Wege der Einschränkung von prinzipiell anerkannten Berechtigungen geregelt werden (anstelle einer positiven Regelung über konkrete Pflichten und materiale Gebote). In diesem Bereich ist alles erlaubt, was nicht rechtlich verboten ist.
Habermas: die diesen Merkmalen entsprechende Systemfunktionalität ergibt sich aus Rechtstrukturen, in denen zweckrationales Handeln allgemein werden kann. Sie erklärt nicht, wie diese Rechtstrukturen selbst möglich sind.
Habermas III 353
Erklärt wird die Form des modernen Rechts vielmehr aus den posttraditionalen Bewusstseinsstrukturen, die es verkörpert. HabermasVsWeber: dieser müsste das moderne Rechtssystem als eine Lebensordnung verstehen, die der moralisch-praktischen Lebensführung zugeordnet ist. Dem widerspricht aber Webers Versuch, die Rationalisierung des Rechs ausschließlich unter dem Aspekt der Zweckrationalität zu betrachten.
Habermas: erst auf einer postkonventionellen Stufe entsteht die Idee der grundsätzlichen Kritisierbarkeit und Rechtfertigungsbedürftigkeit von Rechtsnormen.
Habermas III 354
Modernes Recht/Weber/Habermas: trennt Moralität und Legalität. Das bedarf einer praktischen Rechtfertigung. Die moralfreie Sphäre des Rechts verweist auf eine ihrerseits in Prinzipien begründete Moral. Die Leistung der Positivierung besteht darin, Begründungsprobleme zu verlagern, d.h. die technische Handhabung des Rechs von Begründungsproblemen zu entlasten, diese Begründungsprobleme aber nicht zu beseitigen. Ausdruck dieser strukturell notwendig gewordenen Rechtfertigung ist der Katalog der Grundrechte, den die bürgerlichen Verfassungen neben dem Grundsatz der Volkssouveränität enthalten.
Habermas III 357
Modernes Recht/Weber: für Weber ist modernes Recht im positivistischen Sinn als das Recht zu verstehen, das durch Dezision gesetzt wird und von rationalem Einverständnis, von Begründungsvorstellungen, und seien diese noch so formal, völlig losgelöst ist. ((s) > Carl Schmitt, Dezisionismus). WeberVsNaturrecht: These: Es kann kein rein formales Naturrecht geben.
Sein-Sollen/Weber: Das Gelten-Sollende gilt als identisch mit dem faktisch im Durchschnitt überall Seienden; die durch logische Bearbeitung von Begriffen juristischen oder ethischen, gewonnenen ‚Normen‘ gehören im gleich Sinn wie die ‚Naturgesetze‘ zu denjenigen allgemein verbindlichen Regeln, welche ‚Gott selbst nicht ändern kann‘ und gegen welche eine Rechtsordnung sich nicht aufzulehnen versuchen darf.“
(2)
Habermas III 358
HabermasVsWeber: dieser verwechselt die formalen Eigenschaften eines post-traditionellen Begründungsniveaus mit besonderen materiellen Werten. Er unterscheidet auch am rationalen Naturrecht nicht hinreichend zwischen strukturellen und inhaltlichen Aspekten und kann deshalb „Natur“ und „Vernunft“ mit Wertinhalten gleichsetzen, von denen sich das im strikten Sinn moderne Recht als ein Instrument zur Durchsetzung beliebiger Werte und Interessen löst. (Siehe Fundierung/Weber).
Habermas III 362
Verfahrenslegitimität/Zweckrationalität/Recht/HabermasVsWeber: sobald die Rationalisierung des Rechts zu einer Frage der zweckrationalen Organisation zweckrationalen Wirtschaftens und Verwaltens uminterpretiert wird, können Fragen der institutionellen Verkörperung moralisch-praktischer Rationalität nicht nur beiseite geschoben, sondern geradezu in ihr Gegenteil verkehrt werden: Diese erscheinen nun als Quelle von Irrationalität, jedenfalls von „Motiven, welche den formalen Rationalismus des Rechts abschwächen.“ (3) Habermas: Weber verwechselt den Rekurs auf die Begründung legaler Herrschaft mit einer Berufung auf partikulare Werte.

Habermas IV 122
Recht/Weber/Habermas: Frage: wie kann ein Vertrag die Parteien binden, wenn die sakrale Grundlage des Rechts entfallen ist? Lösung/Hobbes/Weber/Habermas: die Standardantwort ist seit Hobbes und bis zu Max Weber, dass das moderne Recht eben Zwangsrecht ist. Der Verinnerlichung der Moral entspricht eine komplementäre Verwandlung des Rechts in eine äußerlich auferlegte, staatlich autorisierte und auf den staatlichen Sanktionsapparat gestützte Gewalt. Die gleichsam automatische Erzwingbarkeit der Erfüllung von Rechtsansprüchen
Habermas IV 123
soll den Gehorsam garantieren. DurkheimVsHobbes/DurkheimVsWeber/Habermas: damit gibt sich Durkheim nicht zufrieden. Auch der Gehorsam muss einen moralischen Kern haben. Das Rechtssystem ist nämlich Tel einer politischen Ordnung, mit der es verfallen würde, wenn diese nicht Legitimität beanspruchen könnte.


1. M. Weber, Gesammelte Ausätze zur Religionssoziologie, Bd. I. 1963, S. 541.
2.M. Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, hrsg.v. J. Winckelmann, Tübingen 1964,S. 638
3.Ebenda S. 654

Weber I
M. Weber
Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus München 2013

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981
Schmerz Lewis Frank I 129
Marsmenschenschmerz/LewisVsQuine/VsNaturalisierte Erkenntnistheorie. - Physikalistisches Vokabular muss nicht zutreffen.
Lewis I (c) 39f
Schmerz/Lewis: eine Theorie des Geistes sollte die Möglichkeit von verrücktem Schmerz (gleiche Zustände, abweichende Auswirkung) und Marsmenschenschmerz: andere Zustände, gleiche Auswirkungen) nicht ausschließen - aber es sollte einen einfachen Sinn von Schmerz geben, in dem wir alle Schmerzen haben können. - verrückter Schmerz /Marsmenschenschmerz: zeigen dass kausale Rolle, Schmerz und physikalische Realisierung nur kontingent verknüpft sind.
I (c) 41
Problem: wie können wir trotz der Anerkenntnis dieser Tatsache, Schmerz a priori durch kausale Rolle charakterisieren? - Identitätstheorie: löst das Problem beim Verrückten Schmerz, scheitert aber am Marsmenschenschmerz. - Behaviorismus: bei ihm ist es umgekehrt.
I (c) 42
Schmerz/Lewis: wenn ein bestimmter neuronaler Zustand mit Vorliebe Schmerzen verursacht, dann ist dieser Zustand Schmer - aber der Begriff des Schmerzes ist nicht der Begriff dieses neuronalen Zustands. - "Der Begriff des..." ist ein intensionaler Funktor. - Die beiden Begriffe hätten auf etwas verschiedenes zutreffen können, wenn die kausale Rolle anders wäre - Schmerz wäre etwas anderes gewesen. - Es hätte sein können, dass der Inhaber der Rolle sie nicht innehat und irgendein Nichtinhaber sie innehat. Lewis/Armstrong: Schmerz ist nicht-starr - dennoch kein zufälliges Zusammentreffen zweier Zustände (Schmerz plus neuronaler Zustand) sondern ein einziger.
Schmerzen sind also definiert durch das, was die Mehrheit üblicherweise... (I 33 ff)
I (c) 40
Verrückter Schmerz: gleiche Zustände - verschiedene Auswirkung. Von ihm lernen wir, dass Schmerz bloß kontingent mit seiner kausalen Rolle verknüpft ist.
I (c) 42
Marsmenschenschmerz: andere Zustände (als unsere) - gleiche Auswirkungen. Von ihm lernen wir, dass Schmerz mit seiner physischen Realisierung bloß kontingent verknüpft ist. Aber der Begriff des Schmerzes ist nicht der Begriff dieses neuralen Zustands. (>Begriff, >Identität).
I (c) 42
Der Begriff des.. ist ein intensionaler Funktor. Die beiden Begriffe hätten auf etwas verschiedenes zutreffen können, wenn die kausale Rolle anders wäre. Lewis/Armstrong: Der Begriff des Schmerzes ist ein nichtstarrer Designator.
I (c) 52
Identität Schmerz/neuraler Zustand: kontingent. Aber ich sage nicht, dass wir zwei Zustände haben. Wenn der Betreffende Schmerz empfindet, ist es Schmerz, gleichgültig, welche kausale Rolle oder physische Beschaffenheit der Zustand hat. Andernfalls ist es kein Schmerz.

Schwarz I 146
Schmerz/Lewis/Schwarz: Zustand mit der und der kausalen Rolle. - ((s) Dann auch biochemischer Zustand(-styp) mit der gleichen kausalen Rolle: daher Identifikation über ebendiese Rolle.) -((s)Vs(s): dann zirkulär: > Theorie der Referenz).

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005
Widersprüche Lévi-Strauss I 114
Widersprüche/Ordnung/Natur/Lévi-Strauss: die Natur ist nicht widersprüchlich in sich. Der Mensch nimmt die Natur nicht passiv wahr, sondern ordnet sie. Er löst sie in einzelne Teile auf, nachdem er sie auf Begriffe reduziert hat, um daraus ein System abzuleiten, das niemals im Voraus determiniert ist. Für die Aufteilung gibt es immer verschiedene Möglichkeiten. Lévi-StraussVsNaturalismus/Lévi-StraussVsMannhardt: der Irrtum Mannhardts und der naturalistischen Schule war es, zu glauben, dass die Naturerscheinungen das seien, was die Mythen zu erklären suchen. Stattdessen sind sie viel eher das, mittels dessen die Mythen die Realitäten zu erklären suchen, die selbst nicht natürlicher, sondern logischer Ordnung sind.
I 115
Der Gegenstand der Widersprüche zählt weniger als die Tatsache, dass überhaupt Widersprüche existieren. Die Formen der Widersprüche sind viel weniger verschieden als ihre empirischen Inhalte. Religiöser Glaube/Lévi-Strauss: man kann die Dürftigkeit des religiösen Denkens niemals genug betonen; sie erklärt, warum die Menschen so häufig auf die gleichen Mittel zurückgreifen, um Probleme zu lösen, deren konkrete Elemente sehr verschieden sein können, denen aber gemein ist, dass sie alle zu „Strukturen des Widerspruchs“ gehören.

LevSt I
Claude Lévi-Strauss
Das Wilde Denken Frankfurt/M. 1973

LevSt II
C. Levi-Strauss
The Savage Mind (The Nature of Human Society Series) Chicago 1966