Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]

Screenshot Tabelle Begriffes

 

Finden Sie Gegenargumente, in dem Sie NameVs…. oder….VsName eingeben.

Erweiterte Suche:
Suchbegriff 1: Autor oder Begriff Suchbegriff 2:Autor oder Begriff

zusammen mit




Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 6 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Autor
Eintrag
Eintrag
Literatur
Literatur
Begriffe Putnam VI 392
Begriffe/Ockham/Putnam: Begriffe könnten mentale Einzeldinge (ED) sein, d.h. wenn Zeichen Einzeldinge als "Zeichen" sind, dann ist auch jeder Begriff, den wir von der Relation zwischen Zeichen und Gegenstand haben, wiederum ein Zeichen. >Regress.
PutnamVsOckham: Problem: Diese Relation kann nicht eindeutig identifiziert werden, indem man ein Schild hochhält, mit KUH - oder ein anderes Schild, mit REFERIERT.
VI 393
Andererseits: Wenn Begriffe keine Einzeldinge sind, dann kann es Gebrauchsweisen von Zeichen geben (wenn sie "im Kopf" sind, Putnam pro). >Gebrauch, >Zeichen, >Einzelding, >Referenz, >Relation.
Aber:
Problem: Die Gebrauchsweise greift nicht eindeutig eine Relation zwischen den Termen und "realen Objekten" heraus ((s) "Begriff": hier "Gebrauchsweise von Zeichen").
Wenn Begriffe weder Einzeldinge (Zeichen) noch Gebrauchsweisen sind, bleibt nur das mysteriöse "Erfassen von Formen" übrig.
---
V 40ff
Begriffe/Putnam: Begriffe können nicht mit inneren Vorstellungen identisch sein, weil Begriffe öffentlich sind - sie sind (teilweise) Fähigkeiten, keine Vorkommnisse. ---
I (b) 63
Clusterbegriff/Putnam: Bsp "Mensch" als Liste von Eigenschaften. PutnamVs: Der Sprecher muss keine Kenntnis der Gesetze haben, die Elektronen beherrschen. Auch wenn Referenz "gesellschaftlich" bestimmt" wäre, kann das nicht dem entsprechen, was "jeder Sprecher implizit meint".
>Konvention, >Meinen.

I (g) 190
Begriff/Mögliche Welt/Putnam: moderne Semantik: Funktionen über mögliche Welten stellen Begriffe dar. Bsp Der Begriff "diese Statue" ist ungleich dem Begriff "dieses Stück Ton". PutnamVsMögliche Welten: Frage: Gibt es in der wirklichen Welt (der aktualen Welt) einen Gegenstand, auf den der eine dieser Begriffe wesentlich und der andere nur akzidentiell zutrifft? Mögliche Welten liefern zu viele Gegenstände.
PutnamVsKripke/PutnamVsEssentialismus: Kripkes Ontologie setzt Essentialismus voraus, sie kann ihn nicht begründen.
>Ontologie, >Mögliche Welt/Kripke, >Mögliche Welt/Lewis, >Mögliche Welt/Putnam, >Essentialismus.
Modale Eigenschaften sind kein Teil der materialistischen Einrichtung der Welt. Aber Kripke individuiert Gegenstände durch ihre modalen Eigenschaften.
Wesentliche Eigenschaften/Putnam: Wesentliche Eigenschaften habe ich nicht in "parallele Welten", sondern stattdessen in mögliche Zustände der wirklichen Welt verlagert (Bsp eine andere Flüssigkeit als H20 sei Wasser). Das ist insofern essentialistisch, als wir damit die Natur von Wasser entdeckt haben. Wir sagen einfach Wasser soll nichts anderes sein (Intention).
Das ist eben unser Gebrauch und nicht "in die Welt eingebaut" (intrinsisch, Kripke dito). VsMaterialismus: Dem Materialismus hilft diese semantische Lesart nicht, weil sie Referenz schon voraussetzt (Materialismus möchte Referenz aus "intrinsischer" Kausalbeziehung gewinnen).
>Referenz, >intrinsisch, >Materialismus.

Putnam I
Hilary Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Frankfurt 1993

Putnam I (a)
Hilary Putnam
Explanation and Reference, In: Glenn Pearce & Patrick Maynard (eds.), Conceptual Change. D. Reidel. pp. 196--214 (1973)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (b)
Hilary Putnam
Language and Reality, in: Mind, Language and Reality: Philosophical Papers, Volume 2. Cambridge University Press. pp. 272-90 (1995
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (c)
Hilary Putnam
What is Realism? in: Proceedings of the Aristotelian Society 76 (1975):pp. 177 - 194.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (d)
Hilary Putnam
Models and Reality, Journal of Symbolic Logic 45 (3), 1980:pp. 464-482.
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (e)
Hilary Putnam
Reference and Truth
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (f)
Hilary Putnam
How to Be an Internal Realist and a Transcendental Idealist (at the Same Time) in: R. Haller/W. Grassl (eds): Sprache, Logik und Philosophie, Akten des 4. Internationalen Wittgenstein-Symposiums, 1979
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (g)
Hilary Putnam
Why there isn’t a ready-made world, Synthese 51 (2):205--228 (1982)
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (h)
Hilary Putnam
Pourqui les Philosophes? in: A: Jacob (ed.) L’Encyclopédie PHilosophieque Universelle, Paris 1986
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (i)
Hilary Putnam
Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam I (k)
Hilary Putnam
"Irrealism and Deconstruction", 6. Giford Lecture, St. Andrews 1990, in: H. Putnam, Renewing Philosophy (The Gifford Lectures), Cambridge/MA 1992, pp. 108-133
In
Von einem realistischen Standpunkt, Vincent C. Müller Reinbek 1993

Putnam II
Hilary Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Putnam III
Hilary Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Putnam IV
Hilary Putnam
"Minds and Machines", in: Sidney Hook (ed.) Dimensions of Mind, New York 1960, pp. 138-164
In
Künstliche Intelligenz, Walther Ch. Zimmerli/Stefan Wolf Stuttgart 1994

Putnam V
Hilary Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Putnam VI
Hilary Putnam
"Realism and Reason", Proceedings of the American Philosophical Association (1976) pp. 483-98
In
Truth and Meaning, Paul Horwich Aldershot 1994

Putnam VII
Hilary Putnam
"A Defense of Internal Realism" in: James Conant (ed.)Realism with a Human Face, Cambridge/MA 1990 pp. 30-43
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

SocPut I
Robert D. Putnam
Bowling Alone: The Collapse and Revival of American Community New York 2000
Bewegung Bigelow I 63
Bewegung/Veränderung/Bigelow/Pargetter: Veränderung war immer ein Problem, Bsp Bewegung als Ortsveränderung: diese scheint einen Widerspruch zu implizieren. >Veränderung, >Widersprüche.
Bsp Die Veränderung einer Scheibe von rund zu quadratisch: scheint zu implizieren, dass sie sowohl rund als auch quadratisch ist. Widerspruch.
Lösung/Ockham/Mittelalter/Bigelow/Pargetter: verschiedene Zeitpunkte. (Doktrin der wechselnden Formen, forma fluens).
Problem: Was ist der Unterschied zwischen
a) einer wechselnden Form und
b) dem Wechsel von Formen?
Veränderung: ist einmal selbst das Thema, einmal ist es die Form.
>Formen.
I 64
NewtonVsOckham: die Gegenposition war, dass ein sich bewegender Körper nicht nur eine Position zu einer Zeit besitzt, sondern auch eine Geschwindigkeit. Flux/Newton/Bigelow/Pargetter: Theorie des „fluxus“ war der Ausdruck von Newton für die Differentialrechnung.
Bewegung/Newton: Newton schrieb sich bewegenden Körpern instantane Geschwindigkeiten zu: einen Vektor.
>I. Newton.
Vektor/Ockham/Bigelow/Pargetter: auch die Ockhamisten schrieb Vektoren zu, aber in einem schwächeren Sinn: als Sequenz von Positionen. Aber das ist dann eine Abstraktion und entspricht keiner intrinsischen Eigenschaft der Bewegung. Bewegung/Newton/Bigelow/Pargetter: ist nach ihm eine vollwertige Eigenschaft 1. Stufe eines Objekts, nach den Ockhamisten eine Eigenschaft 2. Stufe. Und diese ist bei Newton unabhängig von Vorgeschichte und „Bestimmung“, bei den Ockhamisten nicht.
>W. von Ockham.
I 65
Sphären/Aristoteles/Bigelow/Pargetter: Nach Aristoteles war jenseits der Sphären (der Sterne) nichts, nicht einmal leerer Raum, der nach Aristoteles ein Widerspruch in sich war. >Aristoteles.
Bewegung/Aristoteles/Bigelow/Pargetter: Das Universum als Ganzes kann keine Geschwindigkeit haben. Dann kann Gott ihm auch keine gegeben haben.
VsAristoteles: Der Kirche erschien das als eine Beschränkung von Gottes Allmacht.
> Vektoren.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Experimente Dupré Perler I 298
Experiment/Forschung/Sprache/Tier/Interpretation/Dupré: Es ist umstritten, ob die Affen a) Nur simpel konditioniert werden a la Skinner, so dass sie gewünschte Resultate hervorbringen. D.h. der Affe tut im Wesentlichen das gleiche, wie die Ratte, die einen Hebel drückt. ((s):Das könnte doch genauso gut als Symbolverwendung interpretiert werden?).
D.h. Es wird behauptet, dass der Affe nicht weiß, dass ein (von ihm verwendetes) Zeichen z.B. "Banane" bedeutet. Dann wäre das Zeichen "Gib mir eine Banane“ das gleiche, wie den Baum zu schütteln, damit welche runterfallen.
b) Eigentliche Verwendung von Symbolen. Das muss noch nicht heißen, dass die Affen alle Fähigkeiten besitzen, die wir in dem Zusammenhang haben.
>Tiere, >Tiersprache.
I 299
Bsp Affen können lernen, Äußerungen zu produzieren, die für verschiedene Nahrungsmittel geeignet sind. Aber sie scheinen umgekehrt nicht darauf antworten zu können, wenn sie diese Gegenstände aussortieren sollen! Eine ähnliche Trennung von Produktion und Rezeption ist bei Kindern festgestellt worden.
Allerdings ist das nur die Ausnahme, die meisten Affen können sehr gut verallgemeinern.
Bsp angeblich kann ein Gorilla von Patterson aus der Vergangenheit berichten und Drohungen sowie Beleidigungen ausstoßen: Bsp Tod: "Angenehm, Heia, Nest" "Wann Gorillas sterben?" "Problem alt".
Dupré: Das sind sicher mehr als konditionierte Reflexe.
>Konditionierung.
I 300
Experiment/Forschung/Sprache/Tier/Interpretation/Dupré: a) Gebärdensprachen: Gardners, Terrace, Patterson, Fouts: Ebene der Kommunikation möglichst hoch angesetzt..
Kommunikative Absicht übersteigt "wörtliche" Interpretation.
b) Künstliche Sprachen: Premack, Rumbaugh: Möglichkeit, saubere Daten zu gewinnen hat Priorität.
Mögliches Verhalten wird eng begrenzt. Deshalb nur wenige Zeichen.
>Gesten.
Dupré: Diese Dichotomie ist eigentlich eine Karikatur: denn die Vertreter von b) kritisieren einerseits die affektiven Bindungen, und gestehen spontanen Äußerungen besondere Bedeutung zu.
Andererseits sind die Vertreter von a) streng mit den Tests.
I 308
Doppelblind-Versuch: auch der Beobachter kennt die korrekte Antwort nicht.
I 309
Dupré: Aber auch hier kann die gewünschte Antwort suggeriert werden, wenn der blinde Beobachter herauszubekommen wünscht, was das Tier "meint" Methode/Ockhams Rasiermesser/Tier/Experiment/Dupré: Verpflichtung zu sparsamer Erklärung: beschneidet die Behauptungen der Affenforscher angeblich in zwei Richtungen:
1. Wenn es einen Kanal gibt, durch den der Beobachter den Affen zur korrekten Antwort gebracht haben könnte,
I 310
Dann wir angenommen, dass die Annahme, dass genau dies passiert ist, sparsamer als die, dass der Affe eine Fähigkeit gezeigt hat. 2. Ockhams Rasiermesser wird meist gegen die Annahme kreativen Sprachgebrauchs bei den Affen angeführt. Annahme eines Irrtums sei sparsamer.
I 311
DupréVsOckham: Sparsamkeit ist kaum ein objektives, theorie-unabhängiger Begriff. Warum ist es sparsamer, einen komplexen und versteckten Kommunikationskanal anzunehmen, als davon auszugehen, dass der Affe weiß, was er tut? "Kluger Hans"/Dupré: Das Beispiel des Klugen Hans zeigt eben auch, dass es ein hohes Maß an Kommunikation zwischen Mensch und Tier gibt. (s) Das kann man auch "Zeichenverwendung" nennen, wenn das Tier es offensichtlich richtig versteht.)
I 312
Tritt typischerweise bei Tätigkeiten auf, bei denen es richtige oder falsche Antworten gibt. Pointe: das sind ironischerweise gerade die Experimente, die eindeutige Daten liefern sollen.
Aber wenn der Affe neue, unerwartete Äußerungen produziert, dann kann die Kritik gerade nicht greifen!
Ironischerweise sind es gerade die stereotypen Reaktionen, die im Verdacht stehen, manipuliert zu sein!
>Stereotype, >Manipulation.
I 313
Methode/Primatenforschung/Dupré: Vielleicht sind diese Normen der Tierforschung gerade nicht angemessen.
John Dupré Gespräche mit Affen Reflexionen über die wissenschaftliche Erforschung der Sprache in D. Perler/M. Wild (Hg.) Der Geist der Tiere, Frankfurt 2005

Dupré I
John Dupré
"Conversations with Apes. Reflections on the Scientific Study of Language", in: Investigating Psychology. Sciences of the Mind after Wittgenstein, J. Hyman (Ed) London/New York 1991, pp. 95-116
In
Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005

Perler I
Dominik Perler
Markus Wild
Der Geist der Tiere Frankfurt 2005
Flux Bigelow I 71
Flux/Bigelow/Pargetter: Flux verträgt sich sehr gut mit dem Cartesischen Trägheitsgesetz. Danach ist gleichbleibende Geschwindigkeit keine Veränderung. Def Trägheitsgesetz/Descartes/Bigelow/Pargetter: Ein Gegenstand bewegt sich mit konstanter Geschwindigkeit fort, wenn keine Kräfte auf ihn einwirken.
Veränderung/Bigelow/Pargetter: wenn wir annehmen, dass jede Veränderung eine Ursache braucht, revidiert die Flux-Doktrin die Aristotelische Sicht der Bewegung. (FluxVsAristoteles).
>Veränderung/Aristoteles.
Veränderung/Flux/Bigelow/Pargetter: Die Flux-Doktrin besagt, dass ein Ortswechsel ein extrinsischer Wechsel für einen Körper ist, denn die intrinsische Eigenschaft der Geschwindigkeit, muss sich dazu nicht ändern!
Flux/Erklärung: für die meisten Veränderungen ist Flux die bessere Erklärung.
I 72
Veränderung/Bigelow/Pargetter: Für einige wenige Veränderungen ist die Ockhamsche Erklärung ((s) kein Vektor für instantane Geschwindigkeit) besser: Bsp Dämmerung, Bsp Abkühlung, Bsp moralische Besserung, einfach vieles, über das man sich im Mittelalter den Kopf zerbrach. Impuls/Ockham/Bigelow/Pargetter: Einen Impuls hat ein Körper nach den Ockhamisten, weil er zu der und der Zeit die und die Position hatte.
Problem: Das erfordert, dass Bsp ein Meteor ein „Gedächtnis“ hat.
Beschleunigung/Ockham/Bigelow/Pargetter: Das Problem wird schwieriger, wenn Bsp der Meteor noch eine Beschleunigung hat, denn diese braucht noch Zusatzannahmen. Dann hängt die Bewegung des Meteors von den Abständen von Punkten im Raum ab.
Ockham/Bigelow/Pargetter: Dass die Bewegung von der Vorgeschichte abhängt, kann allerdings auch nicht einfach ad absurdum geführt werden. Nur ist die Flux-Doktrin eleganter.
Impuls/Stoß/Flux/Bigelow/Pargetter: Den Impuls hat der Meteor nach der Flux-Doktrin aufgrund seiner momentanen Eigenschaften.
Vorgeschichte/Bigelow/Pargetter: Die Vorgeschichte kann eine epistemische Rolle spielen, um zu erklären, warum der Körper seine instantane Geschwindigkeit hat.
Ursache/Bigelow/Pargetter: Die kausale Ursache ist aber die instantane Geschwindigkeit und nicht die Vorgeschichte.
>Ursache, >Kausalität.
VsOckhamismus/VsOckham/Bigelow/Pargetter: Problem: Bsp Die perfekt homogene, sich drehende Scheibe.
W. v. Ockham.
I 73
Bewegung/Bigelow/Pargetter: Die Bewegung dieser Scheibe führt also zu keiner Veränderung der Verteilung von Qualitäten. Dennoch unterscheidet sie sich von einer ruhenden Scheibe. Die beiden unterscheiden sich durch ihre Kausalkräfte. Erklärung: Die Materieteile wechseln. Zeitschnitte der rotierenden Scheibe liefern Kreise, die der ruhenden Scheibe nicht.
Identität/Bigelow/Pargetter: Der Begriff von Identität, der hier gebraucht wird, ist umstritten. Er beruft sich nämlich nicht auf die Möglichkeit der qualitativen Unterscheidung. Bzw. das Zurückverfolgen in der Zeit kann sich nicht auf das Verfolgen eines identifizierbaren Stücks Materie stützen. Das führt zur haecceitas.
>Haecceitismus, >Identität.
Haecceitismus/Bigelow/Pargetter: Der Haecceitismus rührt von der Annahme her, dass Identität sich nicht immer auf gleichbleibende Qualitäten stützen kann. Bsp rotierende perfekt homogene Scheibe.
Haecceitas: Diesheit.
Identität/Bigelow/Pargetter: Wir sträuben uns nicht gegen nichtqualitative Identität. Wir akzeptieren, dass die sich drehende Scheibe ein Muster wechselnder Identitäten aufweist.
Lösung/Bigelow/Pargetter: Das ist aber nicht die ganze Geschichte:
Kausalkräfte: Bsp Die sich drehenden Scheibe: die Kausalkräfte werden nicht durch die nicht-qualitativen Identitäten geliefert.
Lösung/Flux/Bigelow/Pargetter: Die einzelnen Teile der homogenen Scheibe besitzen eine instantane Geschwindigkeit.
I 74
Diese führen gerade dazu, dass die Zeitschnitte Kreise beschreiben. Universalien/Physik/Bigelow/Pargetter: dies ist der Grund, warum wir sagen, dass instantane Geschwindigkeit - ein Vektor mit Größe und Richtung – ein Universale ist, das ein Körper zu einer Zeit besitzen kann. Es ist eine intrinsische Eigenschaft.
>Universalien, >Intrinsisches.
Eigenschaft/Problem/Bigelow/Pargetter Wir müssen aber erklären, was das für eine Art von Eigenschaft ist, die eine Größe und eine Richtung hat.
Größe/Richtung/Flux/Bigelow/Pargetter: Nach der Flux-Doktrin sind Größe und Richtung eines Vektors schwerer zu erklären. Wir können nämlich die nötige instantane Geschwindigkeit nicht durch das Muster der früheren Positionen erklären.
>Vektoren.
Lösung/Flux/Bigelow/Pargetter: Wir brauchen eine Theorie der Relationen zwischen Eigenschaften. Größe/Richtung/Vektor/Ockham/Bigelow/Pargetter: Ockham kann einfach sagen, dass beide durch die Vorgeschichte der früheren Positionen gegeben sind.

Big I
J. Bigelow, R. Pargetter
Science and Necessity Cambridge 1990
Prädikation Geach I 52
Benennen/Denotation/Zwei-Namen-Theorie/ZNT/GeachVsAristoteles: Falsche Angleichung von Prädikation und Benennen: als ob Prädikate (komplexe) Namen wären: "auf der Matte". >Namen, >Prädikation, >Zuschreibung, >Prädikate, >Aristoteles.
Bsp ((s) "Der Erstecher-von-Cäsar erstach den von Brutus erstochenen.")
Geach: Außerdem würde noch ein Bindeglied gebraucht.
Zwei-Namen-Theorie: "Sokrates ist Philosoph" soll wahr sein, weil dieselbe Sache benannt wird - Vs: "Philosoph" (allgemeiner Term) ist kein Name für "alle (oder jeden) Philosophen".
>Allgemeine Termini.
I 70
kontradiktorische Prädikationen wie "Fa" und "~Fa" beziehen sich auf ein gemeinsames Subjekt - keine "kontradiktorischen Subjekte". >Überzeugungen, >Glaubenszuschreibung.
I 252
Prädikation/Geach: kann ohne Benennen geschehen: in einem Wenn-dass-Satz oder in einem Oder-Satz kann ein Term P von einem Ding prädiziert werden, ohne das Ding damit "P" zu nennen - Bsp "Wenn das, was der Polizist gesagt hat, wahr ist, dann ist er schneller als 60 gefahren". Das nennt den Satz des Polizisten nicht wahr. >Konditional).
Prädikation/Benennen: jahrhundertealter Fehler: dass das Prädikat vom Ding ausgesagt wird.
Frege: Unterschied Behauptung/Prädikation: um ein Ding "P" zu nennen, muss ein Satz behauptet werden! Aber eine Eigenschaft wird auch in einem nicht-behauptenden Nebensatz (Teilsatz) prädiziert.
Daher muss Benennen durch Prädikation erklärt werden, nicht umgekehrt.
I 290
Prädikation/Geach: falsch: "SiP" zu lesen als "ein Ding ist ein Prädikat" - (Ursprung: "Zwei-Namen-Theorie, Aristoteles) ein Subjekt kann nicht negiert werden. Satznegation: Negation des Prädikats -
I 291
GeachVsAristoteles: Vs " href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/suche.php?volltext=Zwei-Namen-Theorie&x=10&y=10">Zwei-Namen-Theorie"/ZNT: verwechselt Relation von Namen zu Benanntem mit Relation des Prädikats zu dem, wovon es ausgesagt wird. - >Falsche Lehre der Dreifaltigkeit.
I 295
Prädikation/Theologie/Thomas v. Aquin: Ausdruck nach "als" ist prädikativ: Bsp "Christus insofern er Mensch ist" - Unterscheidung zwischen Subjekt und Prädikat, VsZwei-Namen-Theorie.
Falsch: Zwei-Namen-Theorie: Bsp "seine göttliche Natur ist unsterblich, seine menschliche sterblich".
Thomas von Aquin: kann unterscheiden: "Christus als Mensch ist Gott": falsch.
Zwei-Namen-Theorie: kann das nicht, weil "Mensch" und "Gott" bloß zwei Namen.
>Thomas von Aquin.
VsOckham: Bsp bei ihm ist "humanitas" nicht mehr als "Majestät": ein verkleideter Name für ein konkretes Ding.
>Wilhelm von Ockham.
Problem: Für Ockham ist das Menschliche nicht länger menschlich, wenn es als Gottes Sohn betrachtet wird.
VsOckham: weil es nicht echt abstrakt ist, wird Bsp das Bürgermeisteramt zum Bürgermeister.
I 300
Prädikation/Thomas von Aquin/Geach: Subjekt: bezieht sich auf ein suppositum (ein "Angenommenes") - Prädikat: bezieht sich auf eine Form oder Natur. Prädikation: ungleich Benennen: Bsp "Der Premierminister wurde Premierminister".
Unsinn: "Welcher Premierminister?".

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972
Relationen Geach I 217
Relation/Geach: statt Klasse: Lösung für Probleme: eine Klasse darf kein Objekt sein. >Paradoxien, >Klassen.
Relation: Bsp Messer/Teller: neben jeden Teller wird ein Messer gelegt, ohne die Teller oder die Messer zu zählen. Es werden keine Klassen verglichen.
Bsp Vater-Sohn-Enkel: gleiche Relation, aber kein gemeinsamer Gegenstand - (Mengen dürfen nicht als Objekt behandelt werden).
>Mengen, >Gegenstände.
I 249
Relation/Geach: "höher" ist logisch dieselbe Relation ob man Häuser oder Töne meint; aber das heißt nicht, dass wir nur eine Relation zu lernen haben. >Identifikation, >Identität, >Stufen/Ebenen, >Beschreibungsebenen.
I 294
Relation/GeachVs Zwei-Namen-Theorie/ZNT: für sie gibt es keine Relationen > Ockham: daher gibt es für ihn nur relative Termini: als Namen der Dinge: Problem: "Vater von Salomo", "Sohn von Isaak": wie würde sich das unterscheiden von "Vater des Isaak", "Sohn des Salomo"? - Dreifaltigkeit: weil er Relationen in rebus ablehnt, kann Ockham nichts dagegen tun, dass es widersprüchlich ist, dass ein Ding zugleich eins und drei ist. Thomas von AquinVsOckham: Thomas kann das wohl: für ihn ist "res" transzendental (kategorienübergreifend): zugleich res absoluta und auf Relationen anwendbar.
>Thomas von Aquin, >Wilhelm von Ockham.
I 318f
Thomas von Aquin: hat klar den Unterschied gesehen: a) zu sagen, dass ein wahrer Gedanke nicht notwendig so sein muss, wie die Situation ist
und
b) zu sagen, dass ein wahrer Gedanke nicht eine Situation so repräsentieren muss wie diese Situation ist.

Relation/relationale Sätze/Geach: es ist falsch zu behaupten, dass solche Sätze nicht nach Subjekt/Prädikat analysiert werden könnten - als ob keine Prädikation gemacht würde, sondern nur eine Relation zwischen A und B gezeigt würde. - Dann könnte man die beiden Sätze a) und b) von Thomas nicht unterscheiden.
Geach: das zeigt, dass Zugang zu Relationen nicht über das Wort "zwischen" hergestellt werden kann.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972