Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Geldpolitik Friedman Mause I 57
Geldpolitik/Friedman/FriedmanVsKeynesianismus/FriedmanVsKeynes: These: Geldpolitik kann nur kurzfristige Erfolge erzielen, ist aber langfristig neutral. Zwar könnten durch expansive Geldpolitik Nachfrage und Beschäftigung zunächst erhöht werden, doch unterlägen die Arbeitnehmer keiner Geldillusion und würden einen Ausgleich für die inflationsbedingte Minderung ihrer Reallöhne, d.h. einen Anstieg der Nominallöhne, fordern, wodurch der anfängliche Beschäftigungseffekt wieder zunichte gemacht werden würde. Langfristig würde die Arbeitslosigkeit deshalb konstant bleiben; die Geldpolitik hätte lediglich einen Anstieg des Preisniveaus bewirkt und keine realen Beschäftigungseffekte gehabt. „Reale“ Probleme (z. B. Arbeitslosigkeit) könnten nur durch „reale“ Maßnahmen (z. B. Erleichterung der Einstellung von Arbeitskräften durch Lockerung von Kündigungsschutz-, Mindestlohn- und ähnlichen Vorschriften) gelöst werden. Empfohlen wird von den Monetaristen deshalb eine stetige Geldpolitik mit dem Ziel der Preisniveaustabilität. (1)
Brocker I 398
Geldpolitik/Friedman: Durch eine stetige Geldpolitik kann man das Politische eliminieren und sogar Zentralbanken überflüssig machen. Es geht darum, die Geldmenge moderat und regelmäßig auszudehnen. Dazu genügt es theoretisch, dass ein Notenausgabebüro einen Dauerauftrag über einen Betrag x einrichtet. FriedmanVsNotenbanken, FriedmanVsPolitik.

Peter Spahn, „Milton Friedman, Kapitalismus und Freiheit“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018


1. M.Friedman, The role of monetary policy. American Economic Review 58, 1968, S. 1-17.

Econ Fried I
Milton Friedman
The role of monetary policy 1968

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Rationale Entscheidung Politische Ökonomie Mause I 62
Rationale Entscheidung/rational choice/VsWirtschaftstheorie/VsPolitikwissenschaft/Politische Ökonomie: die ökonomisch orientierte Politikwissenschaft wurde mit Problemen konfrontiert, weil sie zunächst davon ausging, dass die Akteure über vollständige Informationen verfügen. Problem: die empirische Aussagekraft dieses Ansatzes ist eingeschränkt, da aufgrund der Axiomatik (Individuen handeln zweckrational) jede Handlung notwendigerweise einem Akteur den größten Nutzen verschaffen muss. (1)(2)

1. D. P. Green, I. Shapiro, Pathologies of rational-choice theory. A critique of applications in political science. New Haven 1994
2. J. S. Coleman,Th.J. Fararo (Eds) Rational-choice theory. Advocacy and critique. Newbury Park 1992.

Mause I
Karsten Mause
Christian Müller
Klaus Schubert,
Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018
Regierungspolitik Mbembe Brocker I 919
Regierungspolitik/Staat/Afrika/Postkolonialismus/Mbembe/Herb: »Indirekte private Regierung« (2016(1), 126-169): ein weiteres Narrativ in der Krisengeschichte des postkolonialen Afrika. MbembeVsTradition/MbembeVsPolitikwissenschaft: Die politikwissenschaftliche Rede vom failing state verkenne die Dynamik der afrikanischen Verhältnisse. (...) die für westliche Demokratien so fundamentale Trennung von öffentlicher und privater Sphäre in der Postkolonie [wird] gleich mehrfach unterlaufen.
»Gouvernement privé indirect«: damit werde die gute Regierung und das Gemeinwohl gleichermaßen ruiniert. Für diese Entwicklung macht Mbembe vor allem die prekäre Lage der afrikanischen Staaten im Welthandel verantwortlich: der Ausschluss Afrikas aus den regulären Weltmärkten zum einen, die Integration in die Kreisläufe der internationalen Parallelwirtschaft zum anderen. Solche Formen von Gehorsam und Herrschaft, die nicht allein auf Willkür und roher Gewalt gründen, benennt Mbembe im Anschluss an Jean-François Bayart als »Politik des Bauches«. Eine solche Politik, die Kontrolle über Menschen Menschen durch die Zuweisung von Gütern und Profiten ausübt, wird mit der Finanzkrise der afrikanischen Staaten obsolet (...).
Die zunehmende Privatisierung der öffentlichen Gewalt und ihr Missbrauch für private Zwecke, wie sie für das »gouvernement privé indirect« charakteristisch ist, führen in Staat und Zivilgesellschaft zu ruinösen Konsequenzen: zu einer Schattenwirtschaft, in der staatliche Institutionen wie Polizei, Armee, Zoll und Fiskus um informellen Einfluss ringen, sowie zur Demontage postkolonialer Staatsbürgerschaft. >Bürger/Mbembe.


1. Achille Mbembe, De la postcolonie. Essai sur l’imagination politique dans l’Afrique contemporaine, Paris 2000. Dt.: Achille Mbembe, Postkolonie. Zur politischen Vorstellungskraft im Afrika der Gegenwart, Wien/Berlin 2016

Karlfriedrich Herb, „Achille Mbembe, Postkolonie (2000)“. In: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018