Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Begriff/
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Literatur
Anerkennung Honneth Brocker I 789
Anerkennung/Honneth: Honneth These: eine bestimmte Form des Verhältnisses
Brocker I 790
zwischen Individuen hat eine für gesellschaftliche Wirklichkeit konstitutive Bedeutung. Die intersubjektive Praxis, in der Menschen sich wechselseitig als Bedürftige, gleichberechtigte und einzigartige Subjekte anerkennen (oder aber sich diese Anerkennung verweigern), bildet gleichsam den Grundbaustein sozialen Lebens. Sie ist Grundlage der Identität von Individuen, wesentlicher Gegenstand sozialer Interaktionen und Auseinandersetzungen und wichtigster Motor gesellschaftlicher Entwicklung. Die praktische Logik sozialer Prozesse folgt daher eine „moralischen Grammatik“ die sich aus den Ansprüchen von Individuen auf die gesellschaftliche Anerkennung ihrer Identität sowie aus den sozialen Kämpfen um diese Ansprüche ergibt. Siehe Identität/Honneth, Anerkennung/Hegel, Intersubjektivität/Hegel.
Brocker I 796
HonnethVsMead/HonnethVsHegel: als negative Äquivalente der positiven Aspekte Liebe, Recht und Solidarität müssen auch die Phänomene der Vergewaltigung, Entrechtung und Entwürdigung in einer empirischen Theorie der Anerkennung betrachtet werden. Es sind nämlich solche Erfahrungen der Missachtung, die für soziale Akteure überhaupt erst „die Tatsache vorenthaltener Anerkennung sozial erfahrbar machen“. (1) Drei Grundformen der Anerkennung/Honneth: 1. Stufe: elementare intersubjektives Grundmuster von Liebe und Freundschaft: dieses bildet sich bei Hegel exemplarisch in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern. (2) Hier erkennen sich Individuen in ihrer konkreten Bedürfnis- und Affektnatur und der diesbezüglichen Abhängigkeit voneinander an.
Brocker I 797
Die elementare Form der Anerkennung bildet sich in der Beziehung der Liebe heraus (siehe Liebe/Honneth). Diese Form kann aber „nicht beliebig auf eine größere Zahl von Interaktionspartnern übertragen.“ (3)
Brocker I 798
2. Stufe Sozialisation, Siehe Recht/Honneth, Recht/Hegel, Sozialisation/Honneth. 3. Stufe: Solidarität: siehe Selbstachtung/Honneth.
Brocker I 800
Zu Problemen: hier geht es um die geforderte Integration des Anerkennungsproblems in einen gesamtgesellschaftlichen moralisch-sittlichen Orientierungshorizont. HonnethVsMead, HonnethVsMarx, HonnethVsSartre, HonnethVsSorel: siehe (4). Siehe Politik/Honneth.

1. Axel Honneth, Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte, mit einem neuen Nachwort, Frankfurt/M. 2014 (zuerst 1992) S. 150.
2. Ebenda S. 34.
3. Ebenda S. 174
4. Ebenda S. 237, 241, 247f, 253f.
Hans-Jörg Sigwart, „Axel Honneth, Kampf um Anerkennung“, in: Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Honn I
A. Honneth
Das Ich im Wir: Studien zur Anerkennungstheorie Frankfurt/M. 2010

Honn II
Axel Honneth
Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte Frankfurt 2014

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018
Bewusstsein Sellars Rorty I 203
»Psychologischer Nominalismus«: Sellars: jegliches Bewusstsein von Sorten, Ähnlichkeiten, Tatsachen, also abstrakter Entitäten, ist eine sprachliche Angelegenheit. Der Spracherwerb setzt noch nicht einmal das Bewusstsein der Sorten, Ähnlichkeiten und Tatsachen voraus, die mit der sogenannten unmittelbaren Erfahrung zusammenhängen. Bewusstsein/Sellars(laut Rorty): unterscheidet zwischen zwei Arten von Bewusstsein:
a) diskiminatives Verhalten,
b) Bewusstsein als Bewegung im logischen Raum der Gründe.
a) ist auch bei Ratten, Amöben und Computern zu finden.

Frank I 264
Bewußtsein/SellarsVsSartre/SellarsVsDescartes: die These von der Selbstdurchsichtigkeit und Selbst-Erschlossenheit des Bewusstseins ist der "Mythos des Gegebenen".

Roderick M. Chisholm (1981): The First Person. An Essay on Reference
and Intentionality, Brighton 1981

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Gegebenes Sellars Frank I 264
Bewußtsein/SellarsVsSartre/SellarsVsDescartes: die These von der Selbstdurchsichtigkeit und Selbst-Erschlossenheit des Bewusstseins ist der "Mythos des Gegebenen".

Roderick M. Chisholm (1981): The First Person. An Essay on Reference
and Intentionality, Brighton 1981


Sellars I 4
Gegebenes/Sellars: dabei geht es um Tatsachenwissen, nicht um Gegenstände - >Sinnesdatentheorie/Sellars.
I 59
Mythos des Gegebenen Sellars: These, dass es eine Ebene einzelner Tatsachen gibt a) die kein weiteres Wissen voraussetzt
b) dass dieses nicht-inferentielle Wissen die letzte Berufungsinstanz bilde.
SellarsVs: Fehler: anzunehmen, dass Wissen überhaupt inferentiell sein müsste.
I 67
Mythos des Gegebenen/Sellars: These dass Beobachtung durch sich selbst beglaubigende, nicht-sprachliche Episoden konstruiert wird - deren Autorität sich auf sprachliche und quasi-sprachliche Vollzüge überträgt. - SellarsVs.

Sellars I
Wilfrid Sellars
Der Empirismus und die Philosophie des Geistes Paderborn 1999

Sellars II
Wilfred Sellars
Science, Perception, and Reality, London 1963
In
Wahrheitstheorien, Gunnar Skirbekk Frankfurt/M. 1977

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994
Relativismus Rorty I 304
Relativismus: Die Behauptung, Wahrheit und Referenz seien »relativ auf ein Begriffssystem«, klingt so, als sage sie mehr. Aber das ist so lange nicht der Fall, als unser Begriffssystem schlicht für das steht, was wir gegenwärtig glauben.
II (b) 36
RortyVsHabermas: braucht einen archimedischen Punkt, um Foucault für seinen »Relativismus« zu kritisieren.
II (g) 152
Kulturrelativismus: ist gar nicht relativistisch, sofern Relativismus auf die Behauptung hinausläuft, jede moralische Anschauung sei genauso gut wie jeder andere. Rorty: unsere moralische Anschauung ist sehr viel besser als jede Konkurrenzanschauung. Es ist eine Sache, die falsche Behauptung aufzustellen, zwischen uns und den Nazis gebe es keinen Unterschied. Eine ganz andere Sache ist es, die richtige Behauptung zu vertreten, dass es keinen neutralen gemeinsamen Boden gibt, auf den ein Nazi und ich sich zurückziehen können, um zu diskutieren.
III 87
Schumpeter: »die Einsicht, dass die Geltung der eigenen Überzeugungen nur relativ ist, und dennoch unerschrocken für sie einzustehen, unterscheidet den zivilisierten Menschen vom Barbaren.« Berlin: mehr darf man nicht verlangen.
IV (a) 11
Relativismus/Kulturrelativismus/RortyVsPutnam: falsche Lösung: einen transkulturellen Standpunkt. - Das wäre nur ein weiterer Gottesstandpunkt: ideale Wahrheit als Grenzbegriff.
V 20
Kulturen haben keine axiomatischen Strukturen. Dass sie institutionalisierte Normen haben, besagt eigentlich das gleiche wie Foucaults These: dass Erkenntnis und Macht nie voneinander getrennt werden können. Wenn man zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort nicht an bestimmte Dinge glaubt, muss man es wahrscheinlich büßen.
VI 74
Relativismus/Realismus/PutnamVsRealismus/PutnamVsRelativismus/Rorty: beide gehen davon aus, man könnte gleichzeitig innerhalb und außerhalb der Sprache stehen.
VI 77f
Faschismus/Relativismus/Wahrheit/Sartre/Rorty: Bsp morgen nach meinem Tode können Menschen beschließen, den Faschismus einzuführen - dann wird der Faschismus die menschliche Wahrheit sein. - RortyVsSartre: nicht die Wahrheit - die Wahrheit wäre in Vergessenheit geraten. - Putnam: Wahrheit dritte Instanz zwischen den Lagern. - RortyVsPutnam: Richtigkeit statt Wahrheit - und zwar nach unseren Normen. - Nach welchen denn sonst, denen der Faschisten?
VI 79
Begründung der Normen/Rorty: aus unserer Selbstverbesserung.
VI 246
Kulturrelativismus/Rorty: ich bin schon der Meinung, dass unsere westliche Kultur über anderen steht. Diese Art von Relativismus ist aber kein Irrationalismus. Man braucht kein Irrationalist zu sein, wenn man darauf verzichtet, das eigene Netz von Überzeugungen so kohärent und durchsichtig wie möglich zu gestalten. >Kulturrelativismus.

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
Subjekte Baudrillard Blask I 75
Subjekt/BaudrillardVsTradition: hat keine Eigenschaften wie Freiheit, Kreativität, Objektivität oder Wissen.
Blask I 77
Subjekt/Objekt/Baudrillard: im Objekt existiert immer etwas, dass sich über das Subjekt lustig macht. Bereits im Ursprung ist alles Fehlgeleitete. Baudrillard impliziert damit die Existenz verborgener Kräfte.
Blask I 78
Der Andere: der letzte Ausweg aus der »Hölle des Gleichen«. (VsSartre).

Baud I
J. Baudrillard
Simulacra and Simulation (Body, in Theory: Histories) Ann Arbor 1994

Baud II
Jean Baudrillard
Der symbolische Tausch und der Tod Berlin 2009

Blask I
Falko Blask
Jean Baudrillard zur Einführung Hamburg 2013
Terminologien Baudrillard Blask I 11
Verführung: dieser Begriff gewinnt später bei Baudrillard Bedeutung. Im Gegensatz zur Simulation ist Verführung reiner Schein und nicht Zeichenwelt.
Blask I 11
Fatalität/Baudrillard: zu den fatalen Strategien gehören Verführung, die Wiederkehr und die Ekstase. Alles spielt sich sowieso ab.
Blask I 26
Simulakra = künstliche Zeichenwelten.
Blask I 34
Implosion/Baudrillard: das Verschwinden der Pole von Ursache und Wirkung, von Subjekt und Objekt. Individuum und Klasse haben keine Bedeutung mehr. Massen nur noch als statistisches Phänomen. Implosion des Sinnes. Beginn der Simulation.
Blask I 46
Der symbolische Tausch löst den Gegensatz zwischen realen und imaginären auf. Beliebige Austauschbarkeit der Zeichen.
Blask I 47
Krise: keine Bedrohung, sondern Versuch, das Vertrauen zu erneuern. Selbst erzeugt vom System.
Blask I 47
Symbolischer Tausch: (im Anschluss an Marcel Mauss): Gabe ohne Gegengabe. Jenseits des Äquivalenzprinzip. Kein Wertgesetz. Man erhält unvermeidlich etwas zurück, aber kein Wertesystem diktiert die Angemessenheit. Baudrillard: man soll das System herausfordern, durch eine Gabe, auf die es nicht antworten kann, es sei denn durch seinen eigenen Tod und Zusammenbruch.
Blask I 55
Alfred Jarry: "Pataphysik". In Anlehnung daran charakterisiert und real sein eigenes Werk.
Blask I 57
Verführung: Träger der Reversibilität. »Die Verführung ist der reine Schein und keine Zeichenwelt.« Sie verzichtet auf das Prinzip der Repräsentation und etabliert bereits »das Andere« im Gegensatz zum Identischen. Gegen jede Art von Kausalität und Determination. Das Gesetz weicht der Spielregel, die Simulation der Illusion, die Kommunikation der Ironie.
Die Verführung ist falscher als das Falsche, denn sie gebraucht Zeichen, die bereits Scheinformen sind, um den Zeichen ihren Sinn zu entziehen.
Blask I 58
Verführung: Ausgangspunkt das Gegenteil: Wahrheit, resultiert aus einem krampfhaften Drang nach Enthüllung . Pornographie, Beispiel für die Eskalation der Wahrheit: wahrer als das Wahre. Kein Geheimnis. Selbst die Liebe steht nach bekenntnishafter Wahrheit und letztlich Obszönität.
Blask I 58
Verführung: Ausgangspunkt das Gegenteil: Wahrheit, resultiert aus einem krampfhaften Drang nach Enthüllung . Pornographie, Beispiel für die Eskalation der Wahrheit: wahrer als das Wahre. Kein Geheimnis. Selbst die Liebe steht nach bekenntnishafter Wahrheit und letztlich Obszönität.
Blask I 59
Verführung: keine Wahrheit, kein Ort, kein Sinn. Der Verführer weiß selbst nicht um das Rätsel der Verführung. Frau: nur Schein, sie verfügt über eine Strategie des Scheins.
Verführung: die Stärke des Verführers liegt darin, nicht zu begehren. Reversibilität als Gegenkraft zum Kausalitätsprinzip.
Blask I 60
Verführung: erzeugt kein Gesetz, sondern beruht auf Spielregeln, auf die man sich freiwillig einlassen kann. Liebe: individuelle, einseitig und egoistisch.
Verführung: zweiseitig und antagonistisch, nach Regeln, die keinen Wahrheitsanspruch haben. Sexualität und Liebe sind eher Auflösungsformen der Verführung. Verführung schätzt Distanz und ist unendlicher Rettung einer Austausch. Das weibliche es nicht das Gegenteil des männlichen sondern sein Verführer. Verführung ersetzt Dialektik.
Blask I 62
Das Böse: nicht Gegenteil, sondern Verführer des Guten.
Blask I 67
Fatalität/Baudrillard: Ekstase - Ironie (überwindet Moral und Ästhetik) - Überlegenheit des Objekts Prinzip des Bösen - zugleich Subversion.
Blask I 68
Ekstase/Baudrillard: wohnt allen Dingen der Gegenwart inne. Leidenschaft für Verdoppelung und Steigerungen. Verabschiedet die Dialektik, löst deren Gegensätzlichkeiten aus. »Entweder oder« existiert nicht mehr. Bsp Krebszellen: Wachstumsbeschleunigung, Unordnung und Ziellosigkeit.
Blask I 69/70
Ekstase: gleichzeitig Verlangsamung, Trägheit. Ende vor dem Ende und Überleben im Stillstand. Worum, Auflösung und Katastrophe. Der Rückkehrpunkt ist längst überschritten, die Katastrophe ist folgenlos und damit als reinste Form des Ereignisses unausweichlich. Kleine Brüche ersetzen den Untergang.
Blask I 70
Indifferenz/Baudrillard: nach Baudrillard haben Träume, Utopien und Ideen ausgespielt, sie wurden in der Wirklichkeit bereits eingelöst. Alles hat bereits stattgefunden. Die Avantgarde ist ebenso inhaltsleer geworden wie die Revolution. Das ist das Transpolitische.
Blask I 78
Der Andere: der letzte Ausweg aus der »Hölle des Gleichen«. (VsSartre).
Blask I 93
Askese/Baudrillard: Die Überflussgesellschaft neigt vielmehr zur Askese, weil sie retten will, was sie erreicht hat.
Blask I 95/96
Mythische Pole: Mythos der Banalität und Mythos der Wüste. »Alles, was man mit wahnsinniger Geschwindigkeit durchquert, ist eine Wüste.«
Blask I 102
Prinzip des Bösen: das ganze Universum widerspricht den Prinzipien der Dialektik. An ihrer Stelle regiert ein Prinzip des Bösen: »die Tücke des Objekts«. Böse: Gut und Böse sind wieder zu trennen, noch als Wirkungen oder Intention zu unterscheiden. Geistige Subversion durch Verwirrung, Perversion der Dinge, grundsätzlicher Hang zur Ketzerei. Das Prinzip des Bösen ist die vollendete Gegenkraft zur Logik, Kausalität und Signifikation. »Sagen: »Gott ist das Böse« ist eine zärtliche Wahrheit, Freundschaft für den Tod, Gleiten ins Leere, in die Abwesenheit.«.
Blask I 104
Szene: die Grundlage jeder Illusion, Herausforderung des Realen, der Gegenspieler des Obszönen.
Blask I 105
Obszönität: »Die totale Obszönität des Geldspiels.«
Blask I 108
Zeremonie der Welt: alles ist immer schon vorherbestimmt. Notwendigkeit einer Wiederkehr.
Blask I 110
Virtuelle Katastrophen: Schadenfreude der Maschinen. Wahn der Prophylaxe. das letzte Virus: das Virus der Traurigkeit.

Baud I
J. Baudrillard
Simulacra and Simulation (Body, in Theory: Histories) Ann Arbor 1994

Baud II
Jean Baudrillard
Der symbolische Tausch und der Tod Berlin 2009

Blask I
Falko Blask
Jean Baudrillard zur Einführung Hamburg 2013

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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Selbstbewußtsein Sellars, W. Fra I 264
Bewußtsein/SellarsVsSartre/SellarsVsDescartes: die These von der Selbstdurchsichtigkeit und Selbstï·"Erschlossenheit des Bewußtseins ist der "Mythos des Gegebenen".

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

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Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Selbstbew Sartre, J.P. Fra I 264
Bewußtsein/SellarsVsSartre/SellarsVsDescartes: die These von der Selbstdurchsichtigkeit und Selbstï·"Erschlossenheit des Bewußtseins ist der "Mythos des Gegebenen".

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994