Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
[englisch]

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Dialektik Platon Bubner I 34
Dialektik/Platon/Bubner: mehr als Methode, der Dialektiker verfährt mit methodischer Korrektheit, weil er sein hiesiges Lebend wachend, nicht träumend führt.
I 37
DialektikVsRhetorik/Platon/Bubner: die Kenntnis der Methode macht den Philosophen zu einem freien Menschen, während der wirkungsorientierte Redner in den Trug der Worte verstrickt ist. (VsSophisten).
I 38
Sophismus/AristotelesVsPlaton: bedient sich derselben Gründe, um auf Unvollständigkeit der Dialektik zu plädieren, gerade, weil sie es mit der intersubjektiven Redepraxis zu tun hat. Def "Topoi"/Aristoteles: vorwissenschaftliche Gemeinplätze. Die Topik macht das Einleuchtende und Erfolgversprechende am Reden namhaft.
Dialektik/Kant: der negative Ruch haftet der Dialektik bis zu Kant an. Allerdings ist der anhaftende Schein bei Kant als notwendig erkannt.
I 39
Dialektik/HegelVsKant: seine Scheu vor den Widersprüchen offenbare die Begrenztheit seines Verständnisses von Wissenschaft. Die Dialektik müsse eben zu Ende gedacht werden. Kant sei bei dem negativen Resultat stehengeblieben. HegelVsAristoteles: "spekulativer Geist der Sprache": die Einsicht in die sprachlich logische Verwurzelung der Spekulation soll ihr wieder den Rang strenger Methode sichern, den ihr gerade Aristoteles wegen ihrer Bindung an das Sprachliche aberkannt hatte.
I 111
Dialektik/Platon/Bubner: a) Wissenstheorie: die Ungeschiedenheit von wahrem Wissen und Reflexion führt zu einem ganzen Ensemble von Regeln und Strukturen. b) Dialektik bei Platon ist auch das logische Verhältnis zwischen Behauptung und Folgerung.
c) Weise der Bestimmung von Begriffen auseinander. (Auf und Abstiegsverfahren. Der späte Platon entwickelt Ansätze einer Aussagenlogik.


Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Sophisten Platon Gadamer I 351
Sophisten/PlatonVsSophisten/Platon/Gadamer: Das Urbild aller leeren Argumentation ist die sophistische Frage, wie man überhaupt nach etwas fragen könne, was man nicht wisse. Dieser sophistische Einwand, den Plato im „Menon“(1) formuliert, wird dort bezeichnenderweise nicht durch eine überlegene argumentative Auflösung überwunden, sondern durch die Berufung auf den Mythos der Präexistenz der Seele. Das ist freilich eine sehr ironische Berufung, sofern der Mythos der Präexistenz und der Wiedererinnerung, der das Rätsel des Fragens und Suchens auflösen soll, in Wahrheit nicht eine religiöse Gewissheit ausspielt, sondern auf der Gewissheit der Erkenntnis suchenden Seele beruht, die sich gegen die Leerheit formaler Argumentationen durchsetzt. Gleichwohl ist es kennzeichnend für die Schwäche, die Plato im Logos erkennt, dass er die Kritik an der sophistischen Argumentation nicht logisch, sondern mythisch begründet. Wie die wahre Meinung eine göttliche Gunst und Gabe ist, so ist auch das Suchen und die Erkenntnis des wahren Logos kein freier Selbstbesitz des
Geistes.
Rechtfertigung durch den Mythos: (...) die mythische Legitimierung, die Plato der sokratischen Dialektik hier gibt, [ist] von grundsätzlicher Bedeutung(...). Bliebe das Sophisma unwiderlegt - und argumentativ lässt es sich nicht widerlegen -, würde dieses Argument zur Resignation führen. Es
ist das Argument der „faulen Vernunft“ und besitzt insofern wahrhaft symbolische Tragweite, als alle leere Reflexion ihrem siegreichen Scheine zum Trotz zur Diskreditierung der Reflexion überhaupt führt. Vgl. >Reflexion/Gadamer; HegelVsPlaton: >Reflexion/Hegel.
Gadamer I 415
Sophisten/Sprache/Richtigkeit/Wahrheit/Platon/Gadamer: Kratylos: Wie immer bei Plato hat es (...) einen sachlichen Grund, dass Sokrates so blind ist gegen das, was er widerlegt. >Wort/Platon, >Sprache/Platon, >Richtigkeit/Platon. Kratylos ist sich selbst nicht darüber klar, dass die Bedeutung der Worte nicht einfach mit den genannten Sachen identisch ist, und noch viel weniger ist er sich darüber klar, und das begründet des platonischen Sokrates verschwiegene Überlegenheit, dass der Logos, das Reden und Sprechen und die in ihm vollzogene Offenlegung der Dinge, etwas anderes ist als das Meinen der in den Worten liegenden Bedeutungen - und dass hier erst die eigentliche Möglichkeit der Sprache, Richtiges, Wahres mitzuteilen, ihren Ort hat.
PlatonVsSophisten: Im Verkennen dieser eigentlichen Wahrheitsmöglichkeit der Rede (der wesensmäßig Falschheit, pseudos, als Gegenmöglichkeit zugehört) entspringt eben ihr sophistischer Missbrauch. Wenn der Logos als Darstellung einer Sache (deloma) verstanden
wird, als ihre Offenlegung, ohne dass diese Wahrheitsfunktion der Rede von dem Bedeutungscharakter der Wörter grundsätzlich unterschieden wird, wird eine der Sprache eigene Verwirrungsmöglichkeit eröffnet. Man kann dann meinen, im Wort die Sache zu haben. >Wahrheit/Platon.


1. Menon 80 d ff.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977
Sophistik Platon Bubner I 37
DialektikVsRhetorik/Platon/Bubner: die Kenntnis der Methode macht den Philosophen zu einem freien Menschen, während der wirkungsorientierte Redner in den Trug der Worte verstrickt ist. (VsSophisten).
I 38
Sophismus/AristotelesVsPlaton: bedient sich derselben Gründe, um auf Unvollständigkeit der Dialektik zu plädieren, gerade, weil sie es mit der intersubjektiven Redepraxis zu tun hat.
Bubner I 98
Sophismus/Platon/Bubner: auch der Sophist lässt sich nicht ohne weiteres durch empirischen Vergleich widerlegen. Sein Reden muss daraufhin geprüft werden, ob seine Begriffe zusammenpassen. ((s) >Kohärenztheorie/Platon).

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992
Wahrheit Platon Gadamer I 415
Wahrheit/Sprache/Wort/Richtigkeit/Platon/Gadamer: Problem: PlatonVsSophisten: Im Verkennen [der] eigentlichen Wahrheitsmöglichkeit der Rede (der wesensmäßig Falschheit, pseudos, als Gegenmöglichkeit zugehört) entspringt (...) ihr sophistischer Missbrauch. Wenn der Logos als Darstellung einer Sache (deloma) verstanden wird, als ihre Offenlegung, ohne dass diese Wahrheitsfunktion der Rede von dem Bedeutungscharakter der Wörter grundsätzlich unterschieden wird, wird eine der Sprache eigene Verwirrungsmöglichkeit eröffnet. Man kann dann meinen, im Wort die Sache zu haben.
Gadamer I 416
Lösung/Platon: (...) die Wahrheit der Sachen [liegt] in der Rede, d. h. aber zuletzt, im Meinen einer einheitlichen Meinung über die Sachen und nicht in den einzelnen Worten - auch nicht im ganzen Wortbestand einer Sprache (...). >Wort/Platon, >Sprache/Platon, >Richtigkeit/Platon. Diese Verkennung ist es, die es Sokrates ermöglicht, die für die Wahrheit des Wortes, d, h. ihre Bedeutungshaftigkeit, so treffenden Einwände des Kratylos zu widerlegen. Er spielt den Gebrauch der Worte, d. h. aber die Rede, den Logos mit seinem Wahr- und Falschseinkönnen, gegen ihn aus. Der Name, das Wort, scheint insofern wahr oder falsch zu sein, als es wahr oder falsch gebraucht wird, d. h. dem Seienden richtig oder unrichtig zugeordnet wird. Solche Zuordnung ist aber gar nicht mehr die des Wortes, sondern ist bereits Logos und kann in einem solchen Logos ihren angemessenen Ausdruck finden. Z. B. jemanden“Sokrates“ nennen, unterstellt, dass dieser Mensch Sokrates heißt. >Logos/Platon.



Bubner I 28
Wahrheit/Platon: Reflexion über das Verhältnis von Reden und Schreiben: Vermittlung: Wahrheit kann niemals mit den Mitteln ihrer Darstellung zusammenfallen. Wahrheit beständige Aufgabe des Suchens niemals gesicherter Besitz.(VsSophisten).
Bubner: die Dialoge sind daraufhin zu lesen, was unausgesprochen bleibt und sich hinter Ironie, Mythos, Traum, Gleichnis, verbirgt.

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992