Philosophie Lexikon der Argumente

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Wright, Crispin
 
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Logik I 60ff
semantischer Anti-Realismus/Evidenz:: mag sich nun im Gegensatz zu Putnam mit einer "Einbahnstraße" zufrieden geben: (EC, epistemische Einschränkung):
EC Wenn P wahr ist, dann gibt es Evidenz dafür, daß es so ist.
Evidenz/WrightVsPutnam: Wahrheit wird durch Evidenz engeschränkt. Das führt zu einer Revision der Logik.
Wenn nämlich keinerlei Evidenz vorliegt, müßte Putnam durch Kontraposition von EC eigentlich zulassen, daß es nicht der Fall ist, daß P wahr ist, woraus dann per Negationsäquivalenz folgt, daß die Negation von P als wahr gelten muß.
I 61
Semantischer Anti-Realismus : weigert sich, die uneingeschränkte Gültigkeit des Prinzips der Bivalenz (w/f) zuzugestehen.
Semantischer Anti-Realismus:/Wright: diese Spielraum für eine Versöhnung gibt es: wer EC vertritt, den verpflichtet die Negationsäquivalenz, (A) zuzulassen:
A Wenn keine Evidenz für P vorliegt, dann liegt Evidenz für seine Negation vor. (s)Vs!! Absurd!
Wright: das ist gleichbedeutend mit dem Zugeständnis, daß es im Prinzip sowohl für die Bestätigung als auch für die Zurückweisung von P Evidenz gibt: Das verbirgt aber eine unterdrückte Prämisse:
B Entweder gibt es Evidenz für P oder es gibt keine.
Ein Fall des ausgeschlossenen Dritten.
I 62
Ganz klassisch ist das Konditional (A) ein Äquivalent der Disjunktion (C):
C Entweder gibt es Evidenz für P oder es gibt Evidenz für seine Negation. ((s) Nicht bei Unentscheidbarkeit).
Problem: daß es gerade der Satz vom ausgeschlossenen Dritten ist, der nicht assertibel sein soll (nicht behauptbar): ! Es würde nicht ausreichen, bloß das Prinzip der Bivalenz (w/f) zurückzuweisen. Wenn
(B) Entweder gibt es Evidenz für P oder es gibt keine
uneingeschränkt assertibel ist, wird die Verlegenheit wieder auftreten: die Logik muß revidiert werden für alle Fälle, wo Evidenz nicht garantiert ist.
I 87f
Revision der Logik/Wright: kann erforderlich sein, wenn das Lügnerparadox oder Ähnliches ins Spiel kommt. Hier kann man ein "schwaches " Bikonditional annehmen:
Def Bikonditional, schwach: A <> B sei schwach gültig, wenn ausgeschlossen ist, daß eine der beiden Aussagen wahr sein kann, wenn die andere es nicht ist, auch wenn A unter bestimmten Umständen eine von B verschiedene Bewertung hat oder keinen Wahrheitswert hat, während B einen besitzt.
Def Bikonditional, stark: A <> B sei stark gültig, wenn A und B notwendig immer die gleiche Bewertung erhalten.
Dann gilt auf für Diskursbereiche, in denen das DS und das Äquivalenzschema in Zweifel gezogen wird, daß beide immer noch schwach gültig sind.
Revision der Logik/Negation: innerhalb eines Apparats mit mehr als zwei Wahrheitswerten kann es keinen Einwand geben gegen die Einführung eines Operators "Neg", der der Festlegung unterliegt, daß Neg A falsch ist, wenn A wahr ist, aber wahr ist in allen anderen Fällen.
Wenn dann A <> B schwach gültig ist, gilt das auch für NegA <> Neg B. Dann gibt es kein Hindernis gegen die Ableitung der Negationsäquivalenz:
"Neg (P) ist wahr <> Neg("P" ist wahr).
I 89
WrightVs: dies wird jedoch nicht gelingen! Nicht einmal als Behauptung schwacher Gültigkeit, wenn "assertibel" für "wahr" eingesetzt wird.

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 25.04.2017