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Systeme, Wissenschaftstheorie, Philosophie: Systeme sind Zusammenstellungen von Regeln für die Bildung von Aussagen über einen zuvor festgelegten Gegenstandsbereich. Außer den - meist rekursiven - Regeln für die Kombination von Ausdrücken oder Zeichen wird auch die Angabe des Vokabulars oder Zeichenvorrats des Systems benötigt. Siehe auch Axiome, Axiomensysteme, Theorien, Stärke von Theorien, Ausdrucksfähigkeit, Regeln, Ordnung, Rekursion, Modelle, Struktur, Systemtheorie.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Talcott Parsons über Systeme – Lexikon der Argumente

Habermas IV 229
System/Talcott Parsons/Habermas: der reife Parsons deutet die strukturellen Komponenten der Lebenswelt, also Kultur, Gesellschaft und Persönlichkeit, in Handlungssysteme um, die füreinander Umwelten bilden. Dabei subsumiert Parsons den Begriff der Lebenswelt umstandslos unter systemtheoretischen Begriffen, obwohl er eine ganz andere Entstehung hat.
Lebenswelt/Parsons: Das physische Substrat der Lebenswelt fasst er unter dem Begriff des „Verhaltenssystem“.
HabermasVsParsons, Talcott: ich möchte dagegen der methodologischen Differenz von Innen- und Außenbetrachtung Rechnung tragen.
Habermas IV 338
Systeme/Parsons/Habermas: nachdem Parsons frühe Systeme einfach als geordnete Mengen von Elementen aufgefasst hatte, seht er sie später unter dem Gesichtspunkt der Bestandserhaltung und Abgrenzung gegen eine überkomplexe Umwelt. (1)
Habermas IV 339
An die Stelle des (kulturanthropologischen) Strukturfunktionalismus tritt nun der (biokybernetische) Systemfunktionalismus. Dann liegen die Begriffe „Funktion“ und „Struktur“ nicht mehr auf der gleichen Ebene. Strukturen und Prozesse bilden funktionale Äquivalente füreinander. (2)
Habermas IV 340
ParsonsVsLuhmann: die Sonderstellung, die die Kultur gegenüber den empirischen Handlungssystemen einnimmt, gibt Parsons die Möglichkeit, den neukantianischen Dualismus zwischen Werten und Tatsachen in den Systemfunktionalismus hineinzutragen. Diese werttheoretische Schranke trennt seinen Ansatz von dem Luhmanns.
Habermas IV 341
Parsons trennt zwischen den beiden Aufgaben, die Integrität des Handlungssystems nach außen und nach innen zu bewahren: die entsprechenden Grundfunktionen behandelt er unter den Stichworten „Allokation“ und „Integration“. (3) (Siehe auch Terminologie/Parsons, Umwelt/Parsons).
Habermas IV 352
Handlung/Luhmann: “Die Handlung ist System aufgrund ihrer analytischen Binnenstruktur.” (4)


1. Talcott Parsons, Toward a General Theory of Action, NY 1951. S. 108.
2. Talcott Parsons, Some Problems of General Theory in Sociology, in: McKinney, Tiryakan, (1970, S. 27ff.
3. Talcott Parsons, The Social System, NY 1951, S 114ff.
4 .N. Luhmann, T. Parsons: die Zukunft eines Theorieprogramms, Zeitschrift für Sozialforschung 9, 1980, S. 8


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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