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Politik: Zusammenfassender Ausdruck für das öffentliche Aushandeln und Herstellen von Ordnungen, die für eine Gemeinschaft oder Gesellschaft gültig sein sollen. Siehe auch Macht, Gesellschaft, Geschichte.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Aristoteles über Politik - Lexikon der Argumente

Bubner I 176
Politik/Aristoteles: Sofern der Mensch mit anderen zusammenlebt, kann er sich nicht auf die müßige Schau konzentrieren, sondern muss den "zweitbesten Weg" des politisch Handelnden wählen.
I 179
Praxis/Aristoteles: muss eine Ordnungsleistung innerhalb der Kontingenz erbringen.
Das Ziel ist nie gegeben, sondern muss aktiv in die praktische Situation eingebracht werden.
Die Handlungsmöglichkeiten müssen gegliedert werden.
Def Prohairesis/Aristoteles: die Auswahl der geeignetsten Mittel.
Politik/Aristoteles: politisch wird nur im Großen das verwirklicht, was jeder konkrete Handlungsprozess im Kleinen bereits vollzieht.
I 188
Politik/zoon politikon/Aristoteles: diese Eigenschaft wird dem Menschen aufgrund seiner Sprache zuerkannt!
Politische Institutionen sind von der Ethik her zu begreifen.
Politik ist nicht einfach Herrschaftsordnung, (VsPlaton) mit einem guten Herrscher wie bei Hobbes oder Max Weber.
Herrscher ist kein Hausverwalter im großen Maßstab.
Es ist ein gemeinsames Ziel zu untersuchen.
Politik/Aristoteles: Ausgangspunkt: Dorf, das nicht nur wegen der alltäglichen Lebensbedürfnisse bestand hat.
In der Polis löst der Charakter der "Autarkie" die elementare Naturbedingtheit ab.
Ziel: Eudaimonia, das "Gute Leben", in diesem Ziel aller Ziele kehrt die Praxisstruktur gleichsam reflexiv zu sich zurück.
Problem: Zwiespältig gegenüber dem Natürlichen: einerseits ist das Wesen von Praxis als Zielsetzung politisch in sein eigenes Telos gelangt, und das legitimiert die Rede vom Menschen als einem durch die Natur politischen Wesen.
Andererseits sind die Naturbedingungen dank einer autark gewordenen Praxis überwunden.
Nichts außer der Praxis selbst, keine Natur definiert das Gute. Diese Selbstbestimmung bedeutet Freiheit.

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Gaus I 314
Politik/Literatur/Aristoteles/Keyt/Miller: (Nach 100 Jahren ist Newman, 1887-1902(1), immer noch das wichtigste Werk über Aristoteles' Politik. Zwei neuere Kommentare bilden die unvollendete Reihe: Schütrumpf, 1991a(2); 1991 b(3); Schütrumpf und Gehrke, 1996(4); und die vier Bände der Clarendon-Aristoteles-Reihe: Saunders, 1995(5); Robinson, 1995(6); Kraut, 1997a(7); und Keyt, 1999(8).
Miller, 1995(9), und Kraut, 2002(10), sind Hauptstudien zur politischen Philosophie des Aristoteles. Lord, 1982(11), und Curren, 2000(12), sind Studien über Aristoteles' Ansichten zur Bildung.
Sechs Aufsatzsammlungen sind zu beachten: Barnes, Schofield und Sorabji, 1977(13); Patzig, 1990(14); Keyt und Miller, 1991(15); Lord, O'Connor und Bodéüs, 1991(16).
Neo-Aristotelismus: Aubenque, 1993(17); Höffe, 2001(18). Galston, 1980(19) ist ein Beispiel für den Neo-Aristotelismus).


1. Newman, W. L. (1887-1902) The Politics of Aristotle, 4 Bd. Oxford: Clarendon.
2. Schütrumpf, Eckart (1991a) Aristoteles Politik, Buch I. Berlin: Akademie.
3. Schütrumpf, Eckart (1991b) Aristoteles Politik, Bücher Il und Ill. Berlin: Akademie.
4: Schütrumpf, Eckart and Hans-Joachim Gehrke (1996) Aristoteles Politik, Bücher IV—VI. Berlin: Akademie.
5. Saunders, Trevor J. (1995) Aristotle Politics Books I and II. Oxford: Clarendon.
6. Robinson, Richard (1995) Aristotle Politics Books III and IV with a Supplementary Essay by David Keyt (1st Ed. 1962). Oxford: Clarendon.
7. Kraut, Richard (1997a) Aristotle Politics Books VII and VIII. Oxford: Clarendon.
8. Keyt, David (1999) Aristotle Politics Books V and VI. Oxford: Clarendon.
9. Miller, Fred D. (1995) Nature, Justice, and Rights in Aristotle's Politics. Oxford: Claredon.
10. Kraut, Richard (2002) Aristotle: Political Philosophy. Oxford: Oxford University Press.
11. Lord, Carnes (1982) Education and Culture in the Political Thought of Aristotle. Ithaca, NY: Cornell University Press.
12. Curren, Randall R. (2000) Aristotle on the Necessity of Public Education. Lanham, MD: Rowman and Littlefield.
13. Barnes, Jonathan, Malcolm Schofield and Richard Sorabji, eds (1977) Articles on Aristotle. Vol. Il, Ethics and Politics. London: Duckworth.
14. Patzig, Günther, Hrsg. (1990) Aristoteles ' 'Politik ': Akten des XI Symposium Aristotelicum. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht.
15. Keyt, David and Fred D. Miller, Hrsg. (1991) A Companion to Aristotle's Politics. Oxford: Blackwell.
16. Lord, Carnes, David K. O'Connor and Richard Bodéüs, eds (1991) Essays on the Foundations of Aristotelian Political Science. Berkeley, CA: University of Califorma Press.
17. Aubenque, Pierre, Hrsg. (1993) Aristote Politique: Études sur la Politique d 'Aristote. Paris: Presses Universitaires de France.
18. Höffe, Otfried, ed. (2001) Aristoteles Politik. Berlin: Akademie.
19. Galston, William A. (1980) Justice and the Human Good. Chicago: University of Chicago Press.


Keyt, David and Miller, Fred D. jr. 2004. „Ancient Greek Political Thought“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Bu I
R. Bubner
Antike Themen und ihre moderne Verwandlung Frankfurt 1992

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

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